A.P. Schlöglmeier Vorprogramm

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Inhaltsangabe zu „Vorprogramm“ von A.P. Schlöglmeier

„I go out and I go free!“ – Mit diesen Worten verabschiedet sich Ewald Schiener von seinen Eltern, nachdem er mit 16 Jahren Vaters Auto zu Schrott fuhr. Der Versuch, auf eigenen Beinen zu stehen, führt ihn in den darauffolgenden Jahren über das Bett einer Studentin und einen Job im Supermarkt, wo er Eveline kennen lernt, mit der ihn bald nur mehr die gemeinsame Tochter Monika verbindet, in das „Music-House“. In diesem Klub spielen an drei Abenden pro Woche „Ewi and the other losers“ als Vorgruppe für irgendwelche Bands, die vielleicht gerade einen Song in der Hitparade haben. Ewald ist der Sänger dieser bunt zusammengewürfelten Truppe. Einst begannen sie mit viel Enthusiasmus ihre Laufbahn, lebten den Rock ’n’ Roll oder glaubten zumindest, es zu tun, waren sogar Vorprogramm für einen miesen Bob Dylan-Auftritt, doch nach Zeiten voller Erfolglosigkeit ging irgendwann jegliche Motivation verloren. Ewalds Privatleben sieht auch nicht gerade viel versprechend aus, seine Freundin Angela leidet an Lungenkrebs. Er sieht in sich selbst den klassischen Verlierer! Doch schließlich gelingt es ihm, den Chef vom „Music-House“ dazu zu überreden, der Band die Chance für einen abendfüllenden, alleinigen Auftritt zu bieten. Nach jeder Menge Organisation und neu motivierten Proben reißt die „chronische Vorgruppe“ ihr Publikum zu wahren Begeisterungsstürmen hin! Angela ist noch immer unheilbar krank, Produzent oder Manager lässt sich immer noch keiner blicken, und dennoch sind da scheinbar aus dem Nichts wieder Perspektiven aufgetaucht für Ewi – und natürlich auch die „anderen Verlierer“! Eine berührende, mitreißende, ungeschminkte Geschichte über den Versuch eines Träumers, sein Leben dem Rock ’n’ Roll zu weihen. Eine Geschichte wie ein guter Rock ’n’ Roll-Song: Man wünscht sich, sie möge immer weitergehen!

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  • Rezension zu "Vorprogramm" von A.P. Schlöglmeier

    Vorprogramm
    HeikeG

    HeikeG

    23. May 2010 um 12:19

    Das Leben als ewiges Vorprogramm . A. P. Schlöglmeier, Gastronom, Maler, Schriftsteller und Reisender, hat sich der Satire verschrieben. Zwei Bücher veröffentlichte der Wiener bisher, die beide dem Genre Schelmenroman zuzuordnen sind, aber dennoch einen recht unterschiedlichen Duktus offenbaren. Ging es im zweiten Werk „Über die Unbewohnbarkeit des Paradieses“ um einen Hochstapler, so begibt sich Andreas Pankraz Schlöglmeier - “eine Kunstfigur, die hoffentlich an Absurdität nicht zu übertreffen ist“, wie der Autor sich selbst bezeichnet - in seinem Debüt in die Musikszene. Dass er sich darin bestens auskennt zeigt sein Brotberuf. Schlöglmeier führte das Musikszenelokal „Hemingway‘s Pub“ im niederösterreichischen Neunkirchen, das es zu einiger Berühmtheit brachte. . Satire stellt für den österreichischen Autor einen Ausweg aus der lachhaften Welt um ihn herum dar und diese vermag er wunderbar in seine Texte zu integrieren. Er ist sozusagen ein unter der Oberfläche Suchender und Grabender. Seine „Helden“ sind meist mehr oder weniger Gescheiterte, aber er umgibt sie mit einer unglaublichen Liebenswürdigkeit, so dass sie einem direkt ans Herz wachsen. . Auch „Vorprogramm“ bietet solch einen charmanten gesellschaftlichen „Verlierer“. Ewald Schiener, Sänger von „Ewald and the other losers“, einer erfolglosen, aber hartnäckigen Band, die seit Jahren ausschließlich den Support beginnender „Berühmtheiten“ - salopp „angehender Wichser“ - bestreitet, schlägt sich mehr schlecht als recht durch den Alltag. „Im Leben einer Vorgruppe gib es das Wort ,Erfolg‘ nicht. Es gibt einige schöne Worte: Frust, Langeweile, Scheiße, ... aber ,Erfolg‘ ist das Fremdwort schlechthin. (...) Das Leben als ,ewiges Vorprogramm‘ ist beschissen.“ Lichtblicke sind einzig noch Angela, die er eigentlich ganz gut findet und seine kleine Tochter, die die Sonntage bei ihm verbringt, ja und trotz alledem... natürlich die Musik. . Und ganz so einfältig wie uns der Autor seinen Helden zu Beginn vorstellt ist er nicht. Ewald denkt viel über sich und seine eingrenzende Welt nach und erfährt nach und nach durch Van Morrison, Bob Dylan und andere den Weg zur kleinen Bescheidenheit. . A . P. Schlöglmeier ist ein flotter, kleiner Roman über die Musikszene gelungen. Aufgebaut ist das Buch analog einer CD-Track-List. In 42 kurzen Kapiteln verknüpft der Autor mit unglaublicher Leichtigkeit und Eleganz - trotz des im Buch vorherrschenden rauen, aber kongenial zur dargestellten Szene passenden Umgangston - die einzelnen Kapitel und erzeugt einen ständigen imaginären Sog, ein permanentes Vorwärtstreiben durch den Text. Vergleichbar mit einem guten Konzeptalbum, ist ihm eine wunderbare Satire auf das Musikgeschäft gelungen. Einmal mehr setzt er den kleinen, unscheinbaren Leuten ein Denkmal. Schmunzeln oder herzhaftes Lachen ist auf jeden Fall vorprogrammiert, nein „Vorprogramm“. . Der gesamte Titel des Buches lautet übrigens "Vorprogramm - we let the goldfish go", eine Textzeile Van Morrisons aus seinem "Enlightenment"- Album. Schwer zu entschlüsseln und eine der Hauptfragen des Buches. Und wer den Unterschied zwischen „Mercedes Benz“ und „Bohemian Rhapsody“ noch nicht kennt, der wird darüber gleichfalls aufgeklärt. Nur soviel, es sind ungefähr vier Minuten und es hat auch „noch ganz, ganz viel mit Sex zu tun“, denn „Musik und Sex gehören zusammen.“

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  • Rezension zu "Vorprogramm" von A.P. Schlöglmeier

    Vorprogramm
    Beagle

    Beagle

    24. April 2009 um 08:26

    Eines der besten Bücher, die ich in letzter Zeit gelesen habe - wunderbar direkt geschrieben, teils sarkastisch und mit brillanten Übergängen zu den nächsten Kapiteln, man möchte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Ewald erzählt aus seiner Sicht als Sänger der hartnäckigsten Vorgruppe aller Zeiten, seine Meinung zu den "angehenden Wichsern", wie er die Gruppen nennt, vor denen er mit seiner Band "Ewald and the other losers" auftritt, seiner Liebe zu Angela, die durch den Krebs nicht mehr lange zu leben hat, seiner Tochter Monika, die Probleme mit den Adoptiveltern und vor allem seiner Liebe zur Musik. Schlöglmeier schreckt nicht davor zurück, wieder einmal "leck mich am Arsch" einzufügen, was dem Buch einen wunderbar ehrliche Geschichte verleiht. Es wirkt dennoch nie plump derb, denn seien wir uns doch mal ehrlich: Als Ich-Erzähler darf er Ewald so reden lassen, wir denken uns doch auch oft genug, dass uns jemand mal kann, oder?

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