Aaron Brown Die Gesetze des Spiels

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Inhaltsangabe zu „Die Gesetze des Spiels“ von Aaron Brown

Bezugnehmend auf seine Vorstandstätigkeit bei Morgan Stanley und seine Tätigkeit bei anderen Finanzinstituten sagt Aaron Brown, dass "das Finanzwesen nur als Glücksspiel verstanden werden kann" und umgekehrt denjenigen, die keine Übung im Investieren haben, das Geld meist sehr schnell ausgeht. In einem umfassenden historischen Beispiel zeigt Brown, wie die Volkswirtschaft des noch kolonialen Amerikas erblühte, als in Französisch-Louisiana Tarotkartenleger begannen, ihre Tätigkeit auszuüben. Im heutigen Finanzmarkt sieht er ebensolches wohlstandsgenerierendes Potenzial und glaubt, "Risiken in Kauf zu nehmen ist sinnvoll" in einem Umfeld, das so reich an Möglichkeiten ist. Poker wird hier zum idealen Tool, um Risiken einzuschätzen und zu lernen, mit ihnen umgehen zu lernen.

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  • Kann man durch Pokern die Welt verändern?

    Die Gesetze des Spiels
    R_Manthey

    R_Manthey

    25. June 2015 um 16:10

    Aaron Brown hat sich vorgenommen die Welt durch seine Erkenntnisse und Erfahrungen als Pokerspieler, Wertpapierhändler und Finanzwissenschaftler zu verändern. Die Finanzwirtschaft brauche frischen Wind, meint er und hat uns deshalb seine Gedanken in diesem Buch niedergelegt. Trader seien gewarnt: Hier geht es ums große Ganze und nicht vordergründig um ihr Geschäft. Der deutsche Untertitel ist trügerisch. Kapitel 1 trägt die unsinnige Überschrift "Die Kunst des unbestimmten Risikos". Risiko ist eine Eigenschaft und keine Tätigkeit. Der Autor schreibt in diesem Kapitel über seine Ansichten zum Thema Risiko in der Finanzwirtschaft. Im zweiten Kapitel lernen wir die Grundlagen des Pokerspiels kennen. Wer sie noch nicht kennt, kann sich hier einen kurzen Eindruck verschaffen. Danach folgt im 3. Kapitel eine recht eigenwillige Darstellung der "Grundlagen des Finanzwesens". Ebenso wenig strukturiert wie die ersten drei ist auch das nächste Kapitel ("Eine kurze Geschichte der Risikoverleugnung"). Wir erfahren viele interessante Sachen, lesen neue Interpretationen bekannter Vorgänge und fragen uns dennoch, was uns der Autor eigentlich sagen will. Wirklich lesenswert ist an diesem Kapitel die außergewöhnlich transparente Erklärung des Hedging-Verfahrens in der Black-Scholes-Theorie, vorgeführt an einem Wettprozess. Wie fast jedes Kapitel endet auch dieses mit einem so genannten Flashback, in dem uns der Autor Poker-Geschichten aus seinem Leben erzählt. In diesem Fall erfahren wir, dass nur zwei bis zehn Prozent der Spieler dauerhaft gewinnen, der Rest hält sich gerade so übers Wasser oder verliert, wobei der Prozentsatz der nachhaltigen Gewinner vom Einsatz abhängt. Bei hohen Einsätzen sinkt er auf das Minimum. Ähnlich verhält es sich wohl beim Wertpapierhandel. Selbstverständlich spielen die zwei Prozent professionell. Die anderen nicht. Kapitel 5 ist mit "Pokernomics" überschrieben und befasst sich unter anderem mit dem Versuch, die Rolle von Glücksspielen bei der Entwicklung primitiver lokaler ökonomischer Systeme außerhalb von Europa zu durchleuchten. Wie schon in den vorangegangenen Kapiteln fällt es sehr schwer den roten Faden zu finden. Vieles, was der Autor schreibt, ist interessant, aber man sucht den Punkt, auf den er vielleicht doch noch zusteuern könnte. Weder wird eine Theorie entwickelt, noch fußen die Ausführungen auf nachvollziehbaren Fakten. Im nächsten Kapitel verdeutlicht Brown seine Sicht auf den Futures-Handel und dessen Geschichte. Für ihn haben Poker und Futures-Handel sehr viel gemeinsam: Insbesondere wurden beide erfunden, um dem Spieltrieb der Menschen Raum zu geben. Kapitel 7 befasst sich mit der Entstehung des Optionshandels im Chicago der 1970-er Jahre (der laut Kapitelüberschrift die Welt rettete). Mit Kapitel 8 beginnt der Autor seinen interessanten Exkurs in die Mathematische Spieltheorie in Verbindung mit dem Pokern. Da er selbst Mathematiker ist, neigt er nicht wie die meisten Menschen zu ehrfürchtiger Anbetung der Wissenschaft, sondern kennt deren Grenzen ziemlich genau. Wissenschaftliche Theorien - und die Spieltheorie ist nichts weiter - sind immer nur Versuche, die Realität in Modellen einzufangen. Um überhaupt quantifizierbare Aussagen zu erreichen, muss man in den meisten Fällen sehr einschränkende Voraussetzungen in Kauf nehmen, die vom Publikum gerne übersehen werden. Das ist bei der Spieltheorie nicht anders. Brown meint, man müsse sich den Glauben der anderen an diese Theorie für sein eigenes Pokerspiel zunutze machen und geht auf solche Strategien ausführlich ein. Dann wendet er sich im nächsten Kapitel der experimentellen Spieltheorie zu. Hier wird es wirklich interessant. Leider nutzt Brown auch seine letzte Chance nicht, uns in strukturierter Form seine Gedanken nahe zu bringen. So bleibt es wieder nur bei Geschichten und Andeutungen. Ein Makel, der das ganze Buch durchzieht. Vielleicht bringen diese beiden Kapitel aber einige Theoretiker zum Nachdenken, die ihre Konstruktionen mit der Wirklichkeit verwechseln. Denn Brown richtet sich indirekt gegen die so genannte Random-Walk-Theorie, die bei marktfernen Theoretikern sehr beliebt ist und zum Beispiel in der Optionspreistheorie eine wichtige Rolle spielt, wo sie die Berechnung von Optionspreisen nach Black, Scholes und Merton erst möglich macht. Nachhaltig erfolgreiche Trader wissen, dass diese Theorie völliger Unsinn ist. Die Auswertung von Wahrscheinlichkeiten für bestimmte Ereignisse liegt beim Pokern aber viel näher als an der Börse. Dennoch hält Brown dies für sinnlos, wenn es um Sieg oder Niederlage im Spiel geht. Offenbar hat das bei Nassim N. Taleb, der das von Presse und Publikum hochgejubelte Buch "Narren des Zufalls" ("Fooled by Randomness") schrieb, wie der Blitz eingeschlagen. Er schreibt zu Browns Buch im Vorwort: "Die Enthüllung war, dass Poker sich größtenteils von Random Walk unterscheidet... Es gibt Trottel, Menschen, die Sie geradezu einladen, sie auszunutzen. Es gibt aber auch Leute, für die Sie der Trottel sind (natürlich ohne, dass Sie sich dessen bewusst sind). Sie werfen keine Münze und treffen danach ihre Entscheidungen... Sie spielen gegen andere Menschen... Ihre persönliche Wettpolitik ist wesentlich wichtiger, als die Wahrscheinlichkeit, eine bestimmte Karte zu bekommen..." Das ist es, was Pokerspieler und Trader vereint. Kapitel 10 beschäftigt sich schließlich damit, "wie Glücksspieler denken und wie andere denken, dass sie denken, und warum wir eigentlich alle wie Glücksspieler denken". Das Buch endet mit einer kommentierten Bibliographie. Fazit. Aaron Brown bietet dem Leser ein sehr eigenwilliges, aber auch interessantes Buket aus Pokertheorie und -praxis, gemischt mit lesenswerten Ausflügen in die Spieltheorie und grundsätzlichen sowie historischen ökonomischen Betrachtungen, deren tieferer Sinn sich mir wahrscheinlich nicht vollständig erschlossen hat. Die Initiative für dieses Buch ging vom amerikanischen Herausgeber aus, und der Autor folgte der schmeichelnden Bitte. Genau so liest sich das Buch auch. Obendrein suggeriert der deutsche Untertitel falsche Vorstellungen von seinem Inhalt. Wirkliche belastbare Erkenntnisse für den Wertpapierhandel sucht man vergeblich. Stattdessen wird der Leser mit der Sichtweise des Autors auf die historische Entwicklung von Glücksspiel und Wertpapierhandel und Betrachtungen über das Pokern konfrontiert, die zum Teil von der üblichen Lehre erheblich abweichen und recht originell sind. Das macht den eigentlichen Wert dieses Buches aus. Hätte der Autor es vermocht, klare Aussagen oder Thesen zu formulieren und sie logisch oder anderweitig zu begründen, so hätte dies den Wert seines Werkes erheblich gesteigert.

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