John Constantine kennt der Kundige aus dem Sandman-Universum von Neil Gaiman. Dort tauchte er als lebender Ermittler aus Liverpool auf, der sich in London aufhielt. In diesem ersten Teil der Dilogie flüchtet er, wie der Titel schon sagt, tot nach Amerika. Dort trifft er auf Dream, der ihn beauftragt, nach seinem verloren gegangenen Beutel mit Traumsand zu suchen.
Das klingt nach vielen Bezügen zum Sandman-Universum, weshalb sich vermutlich jeder fragt, ob er die Graphic-Novel-Reihe von Neil Gaiman kennen muss, um diesen Band zu verstehen. Ich denke, dass es nicht schadet, aber zwingend voraussetzen würde ich es nicht. Denn Constantine widerfährt auf seinem Weg durch die USA sehr vielen unterschiedlichen Figuren, die alle jenseits jeglicher Normalität agieren, wie man auch immer in den USA den Begriff der Normalität anwenden mag.
Teils sind die Erlebnisse der Hauptfigur sehr abgehoben und abgedreht, so dass ich mich so manches Mal gefragt habe, worüber sie wohl reden. Einen durchgängigen roten Faden gibt es nämlich nicht. Bis auf die Suche nach dem Sand versteht sich. Dadurch versammeln sich in diesem Band viele interessante Ideen. Die witzigste war die der Comic-Welt, in denen die Figuren über die Comic-Stripes greifen, was mich an die „Unschlagbar“-Comics erinnerte, in denen dieses Stilelement großartig umgesetzt wurde.
Die Zeichnungen sind durchweg sehr dunkel gehalten und auch die ein oder andere brutale Szene findet sich darin. Eine Graphic Novel, die ich nicht für Kinder bzw. Jugendliche unter 18 Jahren empfehle. Ich denke zudem, dass zu junge Leser der Story nur schwer folgen können. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Buch mehrmals in die Hand zu nehmen, denn schon beim zweiten Lesen werden einem Dinge und Bezüge auffallen, die beim ersten Lesen durchgerutscht sind.
Manchmal abgehoben und abgedreht, also genau passend für das Sandman-Universum.




