Aatish Taseer Terra Islamica

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Inhaltsangabe zu „Terra Islamica“ von Aatish Taseer

Eine Reise in die islamische Welt unserer Gegenwart Auf der Suche nach der unbekannten Welt seines muslimischen Vaters reist Aatish Taseer durch eine fremdartige "Terra Islamica". Seine Reise führt ihn von Istanbul über Mekka nach Pakistan. Am Ende, im pakistanischen Lahore, begegnet er dem Vater selbst, einem mächtigen Politiker und Medienzar ... Spannender, geistreicher und überraschender ist man selten über den aktuellen Islam informiert worden. Aatish Taseer ist mit seinem Buch - einer Mischung aus Reportage und persönlicher Erinnerung - ein bemerkenswertes Debüt gelungen, das in acht Sprachen zugleich erscheint und wochenlang die indische Bestsellerliste anführte. Aufgewachsen bei seiner nicht-muslimischen Mutter in Indien und dann vor allem in London und den USA sozialisiert, macht sich Aatish Taseer eines Tages auf den Weg, um die unbekannte Welt seines muslimischen Vaters und damit einen Teil seiner Ursprünge zu erkunden. Sein Bericht von dieser Reise ist auf meisterhafte Weise mit Episoden aus der Geschichte seiner indischen Familie verflochten. Die Reise wird für Aatish Taseer zunehmend zur Suche nach seiner Identität und kulminiert in der Begegnung mit seinem Vater in Pakistan, für den der Islam, wie sich herausstellt, weniger eine Frage des Glaubens als ein politischer und kultureller Machtfaktor ist. "Ein kluges und mitreißendes Buch" V.S. Naipaul
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  • Rezension zu "Terra Islamica" von Aatish Taseer

    Terra Islamica
    sabatayn76

    sabatayn76

    11. November 2011 um 20:57

    '[...] am Ziel aller Reisen angelangt' Inhalt: Aatish Taseer wuchs bei seiner Mutter in Indien auf. Zum pakistanischen Vater bestand lange kein Kontakt, bis der Autor eines Tages einen Brief von seinem Vater erhielt, der ihn dazu bewegte, eine islamische Reise anzutreten, um den 'islamischen Ethos' des Vaters zu verstehen. Taseer machte sich daraufhin auf den Weg und bereiste für die nächsten acht Monate die Türkei, Syrien, Saudi-Arabien, den Iran und Pakistan. Mein Eindruck: Wer sich für den Islam interessiert, kommt bei 'Terra Islamica' ganz auf seine Kosten, denn obwohl ich bereits sehr viel über den Islam gelesen habe, habe ich hier dennoch viel Neues gelernt. Taseer erzählt nicht nur von seiner ganz individuellen Reise zu sich, zu seinem Vater und zu seiner Identität als Muslim, sondern bietet zahlreiche Einblicke in verschiedene islamische Traditionen und Schulen, Muhammads Leben, die Geschichte des Islam, die politische Situation in den bereisten Ländern. Dabei liest sich 'Terra Islamica' spannend und unterhaltsam wie ein Roman und ist dennoch so lehrreich wie ein Sachbuch. Mein Resümee: Spannend und lehrreich.

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  • Rezension zu "Terra Islamica" von Aatish Taseer

    Terra Islamica
    Kaivai

    Kaivai

    20. February 2011 um 17:51

    "Mein frühestes Gefühl dafür, Muslim zu sein, bleibt auf das engste verbunden mit der Abwesenheit meines Vaters". Die Abwesenheit meines Vaters, kenn ich auch. Muslim zu sein, kenn ich nicht. Wie das Muslimsein sein kann und wieviele Facetten und Implikationen damit verbunden sein können, das kenn ich jetzt, nachdem ich dies Buch gelesen hab. Aatish Taseer, geboren 1980, hat einen pakistanischen Vater, ein Moslem und ein bedeutender Politiker in seinem Land, und er hat eine indische Mutter, keine Muslimin, bei der er aufwächst in Indien, nachdem sein Vater ihr den Laufpaß gegeben hat. Journalist ist er von Beruf, lebt in London und Neu-Dehli und beschloß im Jahr 2005 eine lange Reise zu machen. Ein halbes Jahr nach Beginn der Reise, schrieb er in Mekka diese Zeilen: "Ich war in der Mitte einer langen Reise angelangt. Vor sechs Wochen war ich aufgebrochen in der Hoffnung, die tiefe Entfremdung zwischen meinem Vater und mir zu verstehen. Was eine rein persönliche Geschichte zu sein schien, hatte, wie sich bald herausstellte, tiefe religiöse und historische Bezüge. Um sie zu begreifen, war ich von Istanbul am einen Ende der islamischen Welt über Syrien bis nach Mekka in deren Zentrum gereist, und jetzt stand ich vor der großen Moschee. Anschließend wollte ich in den Iran und dann weiter nach Pakistan, in das Land meines Vaters." Diese Reise, und die Begegnung mit vielen sehr unterschiedlichen Menschen auf dieser Reise, ist das Buch. Und zwischendurch immer wieder eingeflochten die Geschichte seiner Annäherung/Entfremdung an/von den/dem Vater. Sehr berührend. Und sehr klug erzählt. Das Wesentliche wird immer deutlich. Deutlich wird auch, dass der Mensch ein Wesen ist, das viel Unwesen treibt. Dies Unwesen zeigt sich im Machtgefüge und überall dort, wo das Machtgefüge eklatant hierarchisch ist, kippt der Mensch aus seinem Wesen heraus. Ich verlier mich, ist eine große Angst, die durch viele Menschen schwingt, denen der Autor in diesem Buch begegnet. Die Angst ist groß, weil der Druck der Konformität und der Repression groß ist. Da gehts dann auch gar nicht mehr um Religion, das ist dann einfach nur noch Faschismus. Ganz deutlich wird dies im Iran. Ein Königsweg, mittenhindurch durch das unwesentliche Gewusel all der Menschen, die vor und hinter und zwischen und über uns hochgestapelt sind, führt durch das Schreiben. Im Schreiben ringen wir um Fassung und wenn wir es gefaßt haben, dann ist das Beschriebene im Rahmen unseres Wesens angekommen. Angekommen ist der Autor am Ende seines Buches bei sich selbst. Und angekommen ist sein Buch bei mir. Ich hab es mit viel Freude und Gewinn gelesen!

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  • Rezension zu "Terra Islamica" von Aatish Taseer

    Terra Islamica
    Clari

    Clari

    15. June 2010 um 11:58

    Glaube und Hass: eine persönliche Auseinandersetzung mit dem Islam. In unterschiedliche Kulturen hineingeboren zu sein und in einem religiösen Umfeld zu leben, das man nicht versteht: das gibt dem Leben eine Farbe, der man sich erst noch vergewissern will. Seiner Herkunft nach ist Taseer ein in London geborener Inder, der bei Großeltern in Indien aufwuchs. Er ist der uneheliche Sohn seiner Mutter, die nach einem kurzen Abenteuer mit einem pakistanischen Gouverneur von diesem schwanger geworden ist. Aatish Taseer ist das Ergebnis dieser Liaison. Er hat nur eine undeutliche Vorstellung seiner religiösen Zugehörigkeit, die durch den Vater moslemisch vorgegeben ist. Als erwachsener junger Mann will er es genauer wissen: was ist der Islam? Als Aatish Taseer sich mit 25 Jahren aufmacht, um Näheres über die Religion seines Vaters zu erfahren, ahnt er nicht, welche Abenteuer ihn auf seiner Reise erwarten. Nach dem Terroranschlag im Jahr 2005 in London, der von fundamentalistischen Islamisten ausging, treibt ihn die Wissbegier, dem Islam in seinen Ursprüngen und in der heutigen Form auf die Spur zu kommen. Beginnend mit der Türkei geht seine Reise durch zahlreiche islamische Länder u.a durch Syrien, Saudi -Arabien und in den Iran. An letzter Stelle steht Pakistan, in dem es zur Auseinandersetzung mit seinem Vater kommt. Die beiden stehen sich unversöhnlich im Glauben und in ihren politischen Überzeugungen gegenüber. Pakistans komplizierte Geschichte ist allerdings extrem diffus. In jedem Land findet Aatish Taseer schnell und leicht neue Freunde, die ihm bei seinen Vorhaben behilflich sind. So erfährt er von einem türkischen Islamwissenschaftler mehr über das Glaubenssystem, das auf festen Regeln von Geboten und Verboten beruht. Danach verkörpert das „Weltystem“ die böse, kapitalistische, unmoralische und technologische Seite der Welt. Der Islam hingegen hat hiernach die richtige Weltsicht und es gilt, diese zu verbreiten und an den Schalthebeln der Macht zu ihrer Verwirklichung beizutragen. Mit vielfältigen gedanklichen Winkelzügen werden die Gründe für die vermeintlich wahre Interpretation für das Zusammenleben der Menschen von denen beansprucht, die mit unerbittlicher Härte die Vorgaben des Islam vertreten. Auf seiner langen Reise erlebt Aatish Taseer den Iran mit seinen drakonischen Regierungsbestimmungen und kann am eigenen Leibe die bedrohliche Herrschaft der Staatsreligion erfahren. Sie löst Furcht und Schrecken aus. Neben seinen aktuellen Erlebnissen beschreibt er die Suche und Kontaktaufnahme zu seinem Vater, die beschwerlich ist. Mit dem weisen Satz: „ Jeder hat in seinem Leben mit beschissenen Leuten zu tun....man muss sich an die Guten halten, und die Schlechten muss man sich selber überlassen....“ bescheidet er eine Schulpsychologin, die ihn zur Kontaktaufnahme überreden will. Es kommt dann anlässlich der Reise doch zu einer Begegnung mit dem Vater, die allerdings als vergeblicher Annäherungsversuch endet. Aatish Taseer schreibt engagiert und innerlich berührt über seine Erfahrungen, die von jugendlichem Enthusiasmus getragen sind. Mit Elan und Freude hat er sich auf den Weg gemacht, und mit einem reichen Schatz an Erfahrungen, guten wie schlechten, und differenzierten Einsichten kehrt er zurück. Für mich ist der Reisebericht Aatish Taseers eines der besten Bücher über den gegenwärtig praktizierten Islam in den unterschiedlichsten Ländern. Die Islamweisheiten werden in der immer gleichen Art verkündet. Sie fordern zum uneingeschränkten Leben und Handeln nach den religiösen Gesetzen des Islam auf.

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