Abbas Khider Der falsche Inder

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Inhaltsangabe zu „Der falsche Inder“ von Abbas Khider

Ein geheimnisvolles arabisches Manuskript im ICE Berlin-München, das niemandem zu gehören scheint und worin acht Mal auf verschiedene Weise die Lebensgeschichte desjenigen erzählt wird, der es zufällig findet und liest. Abbas Khider verbindet das Tragische mit dem Komischen, das Groteske mit dem Alltäglichen, die Exotik des Orients mit den Lebenserfahrungen eines Flüchtlings. Er beeindruckt durch seinen ungeschönten Blick und die Beiläufigkeit, mit der er vom Elend wie von Wundern erzählt.

Grundsätzlich ganz interessante Darstellung einer Flucht, hat bei mir aber öfters Verwirrung ausgelöst

— Sireadh

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  • Der falsche Inder

    Der falsche Inder

    Sireadh

    06. November 2016 um 12:31

    https://sireadhblog.wordpress.com/2016/11/06/der-falsche-inder/Vielleicht kennt das ja der Ein oder Andere: Jedes Jahr muss man auf jeden Fall ein Buch im Deutsch Unterricht lesen. Unsere Deutsch-Referendarin hat dieses Jahr das Buch "Der falsche Inder" von Abbas Khider ausgesucht. Bisher war es immer so, dass ich die Bücher, die wir von der Schule aus gelesen haben nicht mochte, aber das waren auch die Klassiker wie zum Beispiel "Kleider machen Leute" oder "Götz von Berlichingen". Dieses Buch fällt nun aus dem Muster, aber mag ich es deshalb? Mehr dazu hier... Das Buch beginnt mit Abbas Khider selbst, der in einem Zug nach München sitzt, neben ihm liegt ein brauner Umschlag mit einer arabischen Schrift darauf, der Titel: Erinnerungen. Er ringt mit sich, ob er den fremden Umschlag öffnen soll oder nicht,, aber schlussendlich öffnet er ihn. Im Umschlag befindet sich ein Manuskript und Khider beginnt zu lesen. Der Autor des Manuskriptes heißt Rasul Hamid und wuchs in Bagdad, der Hauptstadt des Iraks auf. Doch obwohl er gebürtiger Iraker war, sah er für viele nicht so aus, die meisten dachten er wäre Inder. Rasul Hamid hatte mehrerer Brüder und zwei Schwestern und erlebte schon damals viele Kriege, die das Land zeichneten. Jedoch entdeckt er bald seine Leidenschaft für das Schreiben von Gedichten, welche meist von schönen Frauen angefacht wird. Als junger Erwachsener wird er von der Regierung gefangen genommen und verbringt ein Jahr im Gefängnis, darauf hin beschließt er den Irak zu verlassen und in Richtung Europa zu fliehen. Seine Reise geht durch Jordanien, Ägypten, Lybien, die Türkei und Griechenland, doch danach endet sie in Deutschland, wo er dann auch studiert und als anerkannter Flüchtling lebt. Seine Flucht wird während des Buches aus acht verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, jedesmal mit einem bestimmten Thema, wie zum Beispiel Wunder: Also schildert der Autor jedes Wunder, welches ihm auf seiner Reise begegnet ist.Ich fand die Beschreibung der Flucht echt gut gelungen und es war auch wirklich interessant die Geschichte eines Flüchtlings zu hören, der vor diesem riesigen Flüchtlingsstrom 2015 hier her gekommen ist. Besonders der Schreibstil, den ich vorher noch gar nicht kannte, mit den verschiedenen Blickwinkeln auf die ein und die selbe Geschichte war wirklich gut. Er beschreibt sehr detailliert und bringt dem Leser sehr gut die Atmosphäre einer solchen Flucht rüber, er erklärt einem ganz beiläufig, wie schlimm es sein kann in einem Land zu leben, in dem man keine Meinungsfreiheit und keine Kritik ausüben darf. Auch der Aspekt, dass ich mehr von der Kultur im nahen Osten kennen gelernt habe, hat mir sehr gut gefallen. Leider gab es dann aber auch ein paar Mängel: Der Autor beschreibt, vor allem zu Beginn des Buches, die Frauen auf eine Weise, die ich abstoßend finde, als wären sie nur irgendein Tier, kein Mensch. Außerdem waren dann wieder manche Kapitel am Ende ein wenig verwirrend und unlogisch. Insgesamt ist mein Eindruck eher zwiegespalten: Einerseits wirklich gut, aber andererseits abstoßend. Aber dafür, dass es ein Buch ist, dass ich in der Schule lesen musste war es ganz okay.Zum Cover: Zeigt zwar die ganzen Länder, durch die Rasul Hamid (oder auch Abbas Khider) gereist ist, aber es würde mich in der Buchhandlung nicht dazu bewegen, dass ich es in die Hand nehme und vielleicht auch kaufe. Es sieht einfach zu sehr nach Schulliteratur aus (was es ja auch ist XP).Letztendlich bekommt das Buch von mir 3 Sterne, da es ganz okay war, aber nun wirklich nicht überragend...

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  • Eine aufwühlende, poetische Geschichte, wie sie aktueller kaum sein könnte

    Der falsche Inder

    shazam

    18. January 2014 um 00:40

    Im ICE von Berlin nach München findet der Erzähler ein herrenloses Manuskript, dass wundersamerweise seine eigene Geschichte der Flucht aus dem Irak bis nach Deutschland erzählt. Es beginnt eine autobiografisch inspirierte, literarische Reise vom Irak nach Jordanien, über Lybien und Tunesien bis in die Türkei, nach Griechenland und über Italien nach Deutschland, die uns aus unterschiedlichen Gesichtspunkten erzählt wird. Abbas Khiders Debütroman erzählt anrührend, aber vor allem mit einer Spur Hoffnung und sanfter Melancholie vom erschreckenden Schicksal, das viele tausend illegale Flüchtlinge jeden Tag erleben. Eine aufwühlende Geschichte mit traurigen, erschreckenden, aber auch glücklichen Momenten. Ein Buch das bewegt. Einziger Kritikpunkt: Die einzelnen Kapitel ergeben kein so rundes Gesamtbild. Es gibt viele Zeitsprünge, was mir als Leser das Verfolgen der Flucht hin und wieder etwas erschwerte. Nichtsdestotrotz ein tolles Erstlingswerk! Und warum es nun 'Der falsche Inder' heißt..? Das sollte jeder selbst erlesen...

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  • Rezension zu "Der falsche Inder" von Abbas Khider

    Der falsche Inder

    Poet1

    05. September 2008 um 19:13

    Einzigartig. Sehr gut.

  • Rezension zu "Der falsche Inder" von Abbas Khider

    Der falsche Inder

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    27. August 2008 um 22:11

    Acht Kapitel in einem Leben unter dem Stern der Flucht. In der griechischen Zahlensymbolik erhält die Zahl acht unter anderem die Bedeutung für „die materielle Welt“, „die Gerechtigkeit“ und „den Gott Kronos“. So zwiespältig und frei interpretierbar, so vielseitig und auch entstückelt, vielleicht darf man es auch zusammenhangslos nennen, kommt auch das Romandebüt des Irakers Abbas Khider daher. Der Leser beginnt seine Reise mit dem Protagonisten recht unspektakulär im ICE 1511 von Berlin nach München. Dort findet der Ich-Erzähler ein Manuskript, welches auf unerklärliche Weise sein Leben, seine Flucht, seinen Leidensweg beschreibt, dem wir als Leser nun in acht Kapiteln folgen. Es seien kurz die Stationen geschildert, die sich nacheinander als kurzzeitige Heimat für den Erzähler, den Manuskriptschreiber erweisen sollen: vom Irak über Jordanien, Lybien, Tunesien, die Türkei, Griechenland und Italien kommt er nach Deutschland. Jedes einzelne Kapitel beschreibt diesen Weg unter einem anderen thematischen Gesichtspunkt, so möchte ich meinen. In der immer wiederkehrenden Reihenfolge seiner Fluchtpunkte schildert Rasul Hamid seine Herkunft, warum er überall fälschlicherweise für einen Inder gehalten wird, warum er das Schreiben und Lesen brauchte, um zu überleben, und wie es sich generell anfühlt, ein Fliehender, Geächteter und niemals Heimatfindender zu sein. Die Thematik als solche ist eine, deren literarische Umsetzung in der Gegenwart zu beglückwünschen ist. Der Stoff ist einer, der fesselt und Lust auf das Buch macht, doch die Umsetzung bleibt für den Leser immer wieder schwierig und erschließt sich erst durch selbstbewirkendes Zusammenfügen dieser Puzzleteile zu einem Ganzen, was den Lesegenuss durchaus ein wenig mindert, denn Wiederholungen bleiben nicht unbedingt aus und die Verwirrung besteht dennoch weiter. Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, da ich, in einem Land lebend, das eine derartige Lebensstruktur als Flüchtling in Furcht und Angst um den nächsten Schritt noch nicht kennt, sich jedoch wahrscheinlich tagtäglich mit Menschen auseinander setzt, hinter deren Fassaden gleichartige Geschichten sich verbergen mögen, die Bücher befürworte, die der Wirklichkeit reale Namen zu geben vermögen. Man merkt Khider aber wohl sein lyrisches Denken an, welches springt, Metaphern für einen jetzigen Schreibaugenblick webt, ohne an einem großen Ganzen für einen wohlwollenden Leser zu stricken. Dennoch: lesenswert, wenn auch mit größeren Mühen.

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