Abbas Maroufi

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Fereydun hatte drei Söhne, Symphonie der Toten und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Abbas Maroufi

Abbas MaroufiFereydun hatte drei Söhne
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Fereydun hatte drei Söhne
Fereydun hatte drei Söhne
 (2)
Erschienen am 15.09.2016
Abbas MaroufiSymphonie der Toten
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Symphonie der Toten
Symphonie der Toten
 (2)
Erschienen am 23.09.1998
Abbas MaroufiIm Jahr des Aufruhrs – Geschichte einer Liebe
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Im Jahr des Aufruhrs – Geschichte einer Liebe
Abbas MaroufiDie dunkle Seite
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Die dunkle Seite
Die dunkle Seite
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Erschienen am 24.03.1998
Abbas MaroufiSymphony of the Dead
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Symphony of the Dead
Symphony of the Dead
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Erschienen am 28.10.2007
Abbas MaroufiFereydun 3 Pesar dasht
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Fereydun 3 Pesar dasht
Fereydun 3 Pesar dasht
 (0)
Erschienen am 24.01.2005
Abbas MaroufiDastane Berlin
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Dastane Berlin
Dastane Berlin
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Erschienen am 26.09.2005
Abbas MaroufiFereydun se pessar dascht /Fereydun hatte drei Söhne
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Fereydun se pessar dascht /Fereydun hatte drei Söhne

Neue Rezensionen zu Abbas Maroufi

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Rezension zu "Symphonie der Toten" von Abbas Maroufi

Traurige persische Familiengeschichte
vanessablnvor 2 Jahren

Der Roman "Symphonie der Toten", der neu wohl nicht mehr erhältlich ist, spielt zwischen 1950 und 1970 im Iran. Vier Kinder wachsen zusammen auf, wobei zwei davon nicht als Mensch angesehen werden, der eine Sohn wegen einer Behinderung (die er sich als Kind zuzog, als er russische Fallschirmspringer nachmachen wollte), die Tochter, weil sie Tochter ist. Urhan und Aidin versuchen, ihren Platz im Leben zu finden, wobei es Urhan deutlich leichter hat. Er ist dem oft unbarmherzigen Vater, der mit Nüssen und Trockenfrüchten handelt, viel ähnlicher und tritt mit Freude in dessen Fußstapfen. Es wird viel Tee getrunken und Melonenkerne gegessen, im Winter ist es bitterkalt und im Sommer badet man im Salzsee.

Aidin, der ältere Sohn dagegen, kann mit den kleinen Dingen des Lebens nichts anfangen. Er verbringt schon früh seine Zeit mit Büchern und wird schließlich Dichter. Immer wieder wird er erstaunt gefragt: "Was suchst du denn?" Aidins Antwort: "Mich selbst." Mit diesem ungewöhnlichen Ziel wird er vor allem Vater und Bruder immer mehr zum Dorn im Auge. Man hat regelrechte Angst vor dem "Geschreibsel", das man nicht versteht, außerdem werden Schriftsteller als Kommunisten angesehen. Die Familie muss auch sonst einige Schicksalsschläge ertragen. "Mal gab´s gute Zeiten, mal schlechte. Und je älter wir wurden, desto schlechter wurden sie." Alles geht immer mehr den Bach runter, zumal sich die Familienmitglieder selbst mehr oder weniger zerfleischen. Der eine Sohn wird schließlich verrückt, der andere schwankt zwischen Mordgedanken und Sehnsucht. Ab der Hälfte wurde mir das mehr und mehr zu viel, es war einfach nur noch grausam zu lesen.

Anfangs hatte mir der Roman recht gut gefallen. Er hat eine bildhafte Sprache und schildert das Leben im Iran ziemlich schonungslos. Ein paar Erklärungen (Fußnoten), auch einiger Worte, hätten hier nicht geschadet. Das Buch besteht aus 5 "Sätzen" (wohl in Anlehnung an eine Symphonie). Dadurch wiederholt sich einiges mehrere Male, die Perspektiven ändern sich auch zwischendurch plötzlich für kurze Absätze, es gibt auch Traum- und Verwirrtheitssequenzen, was das Buch nicht ganz einfach zu lesen und verwirrend macht. Einiges ist mir bis zum Schluss nicht ganz klar geworden. Deshalb sind es nun doch nur drei Sterne geworden, obwohl im anfangs noch an 5 Sterne gedacht hatte.

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Rezension zu "Fereydun hatte drei Söhne" von Abbas Maroufi

Anschreiben gegen das Trauma
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Jahren

Für beinahe jede Nation, jedes Volk oder jeden Kulturkreis finden sich Momente und Punkte in der Geschichte, die einen so markanten und starken Einfluss ausüben, dass sie selbst Jahrzehnte später noch den Ausgangspunkt für Verarbeitungsprozesses bilden. Im Fall des Iran ist dies sicher die islamische Revolution von 1979, in deren Zuge die Regierung des Schahs abgesetzt wurde und das Land in einen bürgerkriegsähnlichen Zustand versank, an dessen Ende schließlich die religiösen Fanatiker die Oberhand behielten. Künstler, Dissidenten oder politische Gegner wurden und werden im Iran nicht selten verfolgt, zensiert oder ins Exil getrieben. Abbas Maroufi, der selbst seit vielen Jahren im Ausland lebt und nur unter erschwerten Bedingungen in seiner Heimat publizieren kann, liefert mit Fereydun hatte drei Söhne eine Familiengeschichte aus der Zeit des revolutionären Umsturzes, die alle Aspekte jener Zeit, politische, gesellschaftliche und private, miteinander in Bezug zu setzen vermag. Fereydun, unter dem Schah Geschäftsführer einer ausländischen Firma im Iran, ist ein regierungstreuer Opportunist, der sich aus politischen Angelegenheiten heraushält und seinen eigenen Vorteil als Maxime seines Handelns versteht. Seine Söhne hingegen, Iradsch, Said, Assad und Madjid, könnten unterschiedlicher nicht sein. In ihnen vereinen sich die politischen Strömungen jener Tage, treten die Gegensätzlichkeiten der iranischen Gesellschaft offen zutage. Zusammengehalten wird dieses bizarre Gebilde von der tatkräftigen und vernunftorientierten Mutter, Banu. Sie bildet den Kitt, der die teils verfeindeten Brüder zusammenhält. Doch Madjid muss fliehen und landet nach einer langen Reise in Deutschland, wo er für mehrere Jahre in eine Psychiatrie eingewiesen wird. Die Erinnerungen und Erlebnisse der Vergangenheit haben seine Identität zerstört; nur eine Schachtel mit Fotos bewahrt Madjid vor dem Verlust seines Selbst.
Der Roman entwickelt innerhalb kürzester Zeit eine Sogwirkung, der sich der Leser nicht entziehen kann. Mit einer hohen Dignität, die sowohl dramaturgisch als auch sprachlich konsequent durchgehalten wird, vermittelt der Text eindringlich und authentisch einen Eindruck von den Wirren und chaotischen Zuständen während der Zeit der Umwälzungen im Iran. Nebenbei verteidigt er die Werte der Individualität und Identität und liefert damit die Gegenthese zu Gleichschaltung und Anbiederung, wie sie autoritären Regimen häufig eigen ist. Fereydun hatte drei Söhne verdient die Aufmerksamkeit eines großen Publikums und sollte von allen Interessierten gelesen werden.

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A

Rezension zu "Symphonie der Toten" von Abbas Maroufi

Sehr empfehlenswertes Buch !
AmirFvor 3 Jahren

Kopie aus Amazon:


Der Roman "Symphonie der Toten" von Abbas Maroufi beschreibt das Schicksal einer Familie im Iran, deren Mitglieder sich gegenseitig zugrunde richten, bzw. an den Lebensbedingungen und Denkweisen der Menschen zerbrechen. Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden Söhne Aidin und Urhan. Der eine, intellektuell begabt, möchte Schriftsteller werden, der andere steigt in die Fußstapfen des Vaters und wird Lebensmittelhändler. Aidin, der Dichter, wird von seinem Vater und Bruder zutiefst gedemütigt. Schritt für Schritt wird ihm die Möglichkeit zur künstlerischen Entfaltung, sozusagen die Luft zum Atmen, genommen. Als ihm sehr spät das Geschenk einer großen Liebe zuteil wird, ist es bereits zu spät... Maroufi vergleicht das Schicksal der beiden Brüder mit der Geschichte von Kain und Abel und spiegelt die Situation im Iran wider, geprägt von Unterdrückung und Intolleranz gegenüber Intellektuellen, Andersdenkenden und Frauen. Mit einer eindrucksvollen, bilderreichen Sprache, (ausgezeichnet übersetzt von Anneliese Gharaman-Beck) und ohne je rührselig zu sein, bewegt und fesselt der Roman den Leser bis zur letzten Seite. Ein ausgezeichnetes Buch!

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