Abbas Maroufi Symphonie der Toten

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Inhaltsangabe zu „Symphonie der Toten“ von Abbas Maroufi

Abbas Maroufis Roman aus dem Iran erzählt von zwei Brüdern wie Kain und Abel und von ihrer Familie, die der Kampf zwischen Eigenem und Fremden zerreißt. (Quelle:'Fester Einband/18.09.1996')

Anfangs ist die persische Familiengeschichte 5 Sterne wert, dann leider doch nur 3, da zunehmend verwirrend und auch grausam.

— vanessabln
vanessabln

"Eine grauenvolle Geschichte eines wahres Lebens"

— AmirF
AmirF

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  • Traurige persische Familiengeschichte

    Symphonie der Toten
    vanessabln

    vanessabln

    03. April 2017 um 15:50

    Der Roman "Symphonie der Toten", der neu wohl nicht mehr erhältlich ist, spielt zwischen 1950 und 1970 im Iran. Vier Kinder wachsen zusammen auf, wobei zwei davon nicht als Mensch angesehen werden, der eine Sohn wegen einer Behinderung (die er sich als Kind zuzog, als er russische Fallschirmspringer nachmachen wollte), die Tochter, weil sie Tochter ist. Urhan und Aidin versuchen, ihren Platz im Leben zu finden, wobei es Urhan deutlich leichter hat. Er ist dem oft unbarmherzigen Vater, der mit Nüssen und Trockenfrüchten handelt, viel ähnlicher und tritt mit Freude in dessen Fußstapfen. Es wird viel Tee getrunken und Melonenkerne gegessen, im Winter ist es bitterkalt und im Sommer badet man im Salzsee. Aidin, der ältere Sohn dagegen, kann mit den kleinen Dingen des Lebens nichts anfangen. Er verbringt schon früh seine Zeit mit Büchern und wird schließlich Dichter. Immer wieder wird er erstaunt gefragt: "Was suchst du denn?" Aidins Antwort: "Mich selbst." Mit diesem ungewöhnlichen Ziel wird er vor allem Vater und Bruder immer mehr zum Dorn im Auge. Man hat regelrechte Angst vor dem "Geschreibsel", das man nicht versteht, außerdem werden Schriftsteller als Kommunisten angesehen. Die Familie muss auch sonst einige Schicksalsschläge ertragen. "Mal gab´s gute Zeiten, mal schlechte. Und je älter wir wurden, desto schlechter wurden sie." Alles geht immer mehr den Bach runter, zumal sich die Familienmitglieder selbst mehr oder weniger zerfleischen. Der eine Sohn wird schließlich verrückt, der andere schwankt zwischen Mordgedanken und Sehnsucht. Ab der Hälfte wurde mir das mehr und mehr zu viel, es war einfach nur noch grausam zu lesen. Anfangs hatte mir der Roman recht gut gefallen. Er hat eine bildhafte Sprache und schildert das Leben im Iran ziemlich schonungslos. Ein paar Erklärungen (Fußnoten), auch einiger Worte, hätten hier nicht geschadet. Das Buch besteht aus 5 "Sätzen" (wohl in Anlehnung an eine Symphonie). Dadurch wiederholt sich einiges mehrere Male, die Perspektiven ändern sich auch zwischendurch plötzlich für kurze Absätze, es gibt auch Traum- und Verwirrtheitssequenzen, was das Buch nicht ganz einfach zu lesen und verwirrend macht. Einiges ist mir bis zum Schluss nicht ganz klar geworden. Deshalb sind es nun doch nur drei Sterne geworden, obwohl im anfangs noch an 5 Sterne gedacht hatte.

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  • Sehr empfehlenswertes Buch !

    Symphonie der Toten
    AmirF

    AmirF

    14. March 2016 um 16:23

    Kopie aus Amazon:Der Roman "Symphonie der Toten" von Abbas Maroufi beschreibt das Schicksal einer Familie im Iran, deren Mitglieder sich gegenseitig zugrunde richten, bzw. an den Lebensbedingungen und Denkweisen der Menschen zerbrechen. Im Mittelpunkt stehen dabei die beiden Söhne Aidin und Urhan. Der eine, intellektuell begabt, möchte Schriftsteller werden, der andere steigt in die Fußstapfen des Vaters und wird Lebensmittelhändler. Aidin, der Dichter, wird von seinem Vater und Bruder zutiefst gedemütigt. Schritt für Schritt wird ihm die Möglichkeit zur künstlerischen Entfaltung, sozusagen die Luft zum Atmen, genommen. Als ihm sehr spät das Geschenk einer großen Liebe zuteil wird, ist es bereits zu spät... Maroufi vergleicht das Schicksal der beiden Brüder mit der Geschichte von Kain und Abel und spiegelt die Situation im Iran wider, geprägt von Unterdrückung und Intolleranz gegenüber Intellektuellen, Andersdenkenden und Frauen. Mit einer eindrucksvollen, bilderreichen Sprache, (ausgezeichnet übersetzt von Anneliese Gharaman-Beck) und ohne je rührselig zu sein, bewegt und fesselt der Roman den Leser bis zur letzten Seite. Ein ausgezeichnetes Buch!

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