Abdalrachman Munif Das Spiel von Licht und Schatten

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Inhaltsangabe zu „Das Spiel von Licht und Schatten“ von Abdalrachman Munif

Mit Unterstützung der Engländer lässt sich Churaibit zum Sultan ausrufen. Doch in einer Zeit, in der Königreiche errichtet werden und wieder verschwinden, träumt der Herrscher einen noch größeren Traum: die Gründung eines eigenen Staates. Dafür muss er Rivalen beseitigen, und er muss entscheiden, wer einst seine Nachfolge antreten wird – eine Frage, die auch unter seinen zahlreichen Ehefrauen zu Macht kämpfen führt.

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  • Rezension zu "Das Spiel von Licht und Schatten" von Abdalrachman Munif

    Das Spiel von Licht und Schatten
    Wolkenatlas

    Wolkenatlas

    19. February 2010 um 09:39

    "Der Traum eines eigenen Staates" "Das Spiel von Licht und Schatten" ist nach "Salzstädte" und "Zeit der Saat" der dritte und abschließende Teil des Romanzyklus "Mudun al-milh" (dt. "Salzstädte Trilogie"). Der 1933 in Amman geborene Abdalrachman Munif studierte Jura und Ökonomie, arbeitete für eine Ölfirma in Syrien und war Chefredakteur einer irakischen Fachzeitschrift, sowie als Wirtschaftsexperte für die OPEC tätig, bevor er sich 1981 ganz dem Schreiben widmen konnte. Nach der Beendigung des Romanzyklus "Mudun al-milh" entzog ihm die saudiarabische Regierung die Staatsbürgerschaft. Der Autor starb nach vielen Wanderjahren 2004 in Damaskus. In der fiktiven Stadt Moran, Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts, herrscht Sultan Churaibit. In ruhigem, erhabenem Ton erzählt Munif von den kriegerischen Eroberungen des Sultans, seinen politischen und freundschaftlichen Verwicklungen mit den Engländern und den unerbittlichen Machtkämpfen der unzähligen Ehefrauen des Sultans in seinem Harem. Sehr präzise gezeichnet ist auch der eigenartige Umgang Churaibits mit seiner Familie. "Es war immer dasselbe: Die Forderungen der Mütter und der Kinder mehrten sich von Mal zu Mal, je nach Anzahl der Kinder, die an der Montagssitzung teilnahmen. Arfan Hadschras war bemüht, alles zu notieren, soweit es seine langsame Hand zuließ. Nachdem er den Stift mit den Lippen befeuchtet hatte, machte er drei saubere Kopien der Forderungen und legte ein Blatt in die Akte für seine Majestät, das zweite zur Information in seine eigene Akte und die dritte Kopie übergab er Dughaim Sarhud, der sie mit Stempeln und einer Unterschrift versah und den unvermeidlichen Satz darunterschrieb: Geprüft - Ausführen." Während Churaibit unermüdlich Krieg führt um seinen Staat zu vergrößern, wächst auch die Zahl seiner Ehefrauen und Kinder. Munif zeichnet sehr eindringliche Bilder von der differenzierten Art der Erziehung, die der Sultan seinen verschiedenen Söhnen zukommen lässt. Die permanent latent vorhandenen Spannungen im Harem, die durch den Wunsch, der jeweils eigene Sohn möge die meisten Vorzüge des Sultans erhalten und in seiner Gunst ganz vorne gereiht sein, entstehen, versucht der Sultan durch brutale und unschöne Methoden zumindest oberflächlich in den Griff zu bekommen. Die Wichtigkeit und Vielschichtigkeit der Rollen der verschiedenen Söhne und anderer Protagonisten, wie z.B. die des Engländers Hamilton, sind psychologisch sehr fein gezeichnet, auch wenn der Stoff dieses Romans in schwächeren Händen leicht zu einem seifenoperähnlichen Drama á la Orient verkommen hätte können. Abdalrachman Munifs Kunst ist es aber, die ständig gärende Gerüchteküche im Harem und die Schilderungen der Kriegshandlungen und Machtkämpfe des eigensinnigen Sultans Churaibit so kunstvoll mit der Geschichte seines Landes zu verknüpfen, dass man bei genauem Lesen sehr rasch spürt, wie groß das Format dieses Autors ist. Seine der orientalischen Erzähltradition verpflichtete Sprache, in der die Nachklänge von "1001 Nacht" noch als dezenter Duft mitschwingen, ist in ihrer unerbittlichen Ruhe und Zielstrebigkeit ausschlaggebend für den Sog, den dieses Buch entwickelt. "Das Spiel von Licht und Schatten" ist ein großes Buch eines noch viel zu unbekannten Schriftstellers, dessen Werke nicht nur literarisches Gewicht, sondern auch immense Wichtigkeit für das Verständnis des Islams und der arabischen Welt haben. (Erstveröffentlicht aus www.sandammeer.at, Roland Freisitzer; 02/2010)

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