Abir Mukherjee

 4.2 Sterne bei 69 Bewertungen
Autor von Ein angesehener Mann, A Rising Man und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Abir Mukherjee

Historische Thriller als Aufarbeitung britisch-indischer Beziehungen: Der britische Autor Abir Mukherjee, Jahrgang 1974, wuchs im schottischen Glasgow auf. Nach seinem Studium an der Londoner School of Economics war er zunächst für viele Jahre im Finanzwesen tätig. Bereits in seiner Jugend hatte er eine Leidenschaft für Literatur entwickelt, insbesondere Agenten-Thriller und Kriminalromane hatten es ihm angetan. Im Jahre 2014 fand die Begeisterung endlich ersten Widerhall. Und zwar als Autor eines eigenen Thrillers, den er sich in ungewöhnlich kurzer Zeit förmlich von der Seele schrieb. Als Sohn indischer Einwanderer fand er den stofflichen Hintergrund für seinen Debütroman „Ein angesehener Mann“ in den Vorkommnissen der britischen Besatzung Indiens. Das fertige Manuskript reichte Abir Mukherjee zum Wettbewerb „National Novel Writing Month“ ein, den er mit diesem historischen Thriller gewann. Damit fand er einen Verlag, der das Debüt 2016 veröffentlichte. Das Buch wurde ein großer Verkaufserfolg und als bester historischer Kriminalroman des Jahres mit dem „Endeavour Historical Dagger“ ausgezeichnet. Die Hauptfigur des Captain Sam Wyndham, der im Kalkutta des frühen 20. Jahrhunderts Morde und andere Verbrechen aufklärt, avancierte danach zum Serienhelden, vor allem da weitere Romane mit dem faszinierenden Ermittler als Hauptfigur folgten. Abir Mukherjee, Vater von zwei Söhnen, lebt mit seiner Familie in London.

Alle Bücher von Abir Mukherjee

Ein angesehener Mann

Ein angesehener Mann

 (40)
Erschienen am 10.07.2017
Ein notwendiges Übel

Ein notwendiges Übel

 (9)
Erschienen am 09.07.2018
Eine Handvoll Asche

Eine Handvoll Asche

 (0)
Erschienen am 13.05.2019
A Rising Man

A Rising Man

 (15)
Erschienen am 04.05.2017
A Necessary Evil

A Necessary Evil

 (4)
Erschienen am 25.07.2017
Smoke and Ashes (Sam Wyndham)

Smoke and Ashes (Sam Wyndham)

 (1)
Erschienen am 07.06.2018

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Neue Rezensionen zu Abir Mukherjee

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Sigismunds avatar

Rezension zu "Ein notwendiges Übel" von Abir Mukherjee

Höchst lesenswerter Kulturbericht, weniger ein historischer Krimi
Sigismundvor einem Monat

Wie schon sein Debütroman „Ein angesehener Mann“ (2017), der in Großbritannien zum Bestseller wurde, bestätigt auch der kürzlich als Heyne-Taschenbuch veröffentlichte zweite Band „Ein notwendiges Übel“ des indisch-stämmigen Briten Abir Mukherjee (44) seiner Krimireihe um den britischen Kriminalbeamten Sam Wyndham etwas Besonderes. Zwar geht es wieder um Mord, doch ist die Ermittlungsarbeit eher Mittel zum Zweck. Einen klassischen Krimi oder gar Thriller darf man nicht erwarten. Denn „Ein notwendiges Übel“ ist viel mehr! Es ist ein wirklich lesenswerter, höchst interessanter Kultur- und Reisebericht über Land und Leute in Britisch-Indien um das Jahr 1920, wo modernes europäisches Denken und Handeln auf Jahrtausende alte indische Kultur und Tradition prallt.
Nach einjährigem Aufenthalt in Kalkutta hat sich Sam Wyndham allmählich in der britischen Kolonie eingelebt, und doch lernt er – und mit ihm wir Leser – nun eine neue Facette des auch unter den Briten noch von superreichen Maharadschas beherrschten Indiens kennen. Prinz Adhir, Thronfolger des an Diamantenvorkommen reichen Fürstentums Sambalpur, wird in Kalkutta am Rande einer vom britischen Vizekönig einberufenen Versammlung ermordet. Bei der Festnahme des als Mönch gekleideten Mörders begeht dieser vor Sams Augen unerwartet Selbstmord. Damit wäre der Mordfall eigentlich abgeschlossen. Doch Sam will die Hintergründe dieser Tat aufklären. Waren es religiöse oder politische Motive? Da die Kolonialregierung in dem unabhängigen Fürstenstaat über keine polizeilichen Befugnisse verfügt, reisen er und sein indischer Sergeant Surendranath Banerjee, von seinen britischen Polizeikollegen Surrender-not genannt, als verdeckte Ermittler ins kleine Fürstentum.
Auch im zweiten Band schildert Autor Abir Mukherjee, dessen indische Eltern in den 1960er Jahren nach England einwanderten und der selbst erst als Erwachsener das Land seiner Vorfahren kennenlernte, auf höchst unterhaltsame und ironische Art die politisch und gesellschaftlich schwierige Situation des einst von den britischen Kolonialherren besetzten Teils Indiens. Die Ermittlungen um die drei Mordfälle nur als roten Faden nutzend, beschreibt Mukherjee eindrücklich und in schillernden Einzelheiten das Land in seiner für uns so exotischen Kulisse sowie dessen Einwohner, lässt sowohl das Leben am Hof des fünftreichsten Maharadschas mit seinen Palästen und dem ansatzweise europäisch beeinflussten Leben am Fürstenhof als auch das ärmliche Alltagsleben der indischen Bevölkerung mit ihren uns fremden Sitten und Gebräuchen lebendig werden.
Das Bemerkenswerte dieser Romanreihe ist die Tatsache, dass der indisch-stämmige Autor uns europäische Leser nicht etwa aus indischer Sicht, sondern durch die Augen des jungen Briten Sam Wyndham als Erzähler in Indiens Kolonialgeschichte blicken lässt. Dadurch erreicht Mukherjee den Eindruck einer scheinbaren Objektivität.
Wieder geht es um die Unterschiede der Kulturen: Während es den Indern völlig ausreicht, die Wahrheit zu kennen, fordert der Brite Wyndham die Einhaltung britischen Rechts - für den Europäer eine Notwendigkeit, für die Inder ein zu vernachlässigendes Übel. Sie regeln solche Fälle lieber intern nach alter Tradition und Sitte.
Auch wenn dies bereits der zweite Band der lesenswerten Sam-Wyndham-Reihe ist, hat er eine in sich abgeschlossene Handlung. Vorher den ersten Band „Ein angesehener Mann“ gelesen zu haben, ist deshalb nicht zwingend erforderlich. Besser sollte man sich schon auf den dritten Band „Eine Handvoll Asche“ im Mai 2019 freuen.

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StefanieFreigerichts avatar

Rezension zu "A Necessary Evil" von Abir Mukherjee

The Case of the Missing Accountant
StefanieFreigerichtvor 2 Monaten

The Case of the Missing Accountant (my title was picked as an hommage to the Queen of Crime)

Der Fall des verschwundenen Buchhalters (Titel als Hommage an die Queen of Crime). Deutscher Text unten.

June, 1920, Calcutta. If your day includes witnessing that somebody gets murdered, that is probably not one of your best days. This is even more true if you are a member of the Imperial Police Force (that means, be part of the British reign over India) and can neither prevent the evil act from happening nor arrest the assassin. After Captain Sam Wyndham and Sergeant Surendranath “Surrender-not” Banerjee have attended an official ceremony, Wyndham is surprised to learn that his Indian subordinate, good friend, and room mate is actually the friend to a prince, son of the  Maharaja of Sambalpore. When Prince Adhir get assassinated with the two policemen just next to him, naturally they wish to solve the case. But right now, the British officials in India try to bring Sambalpore closer under their influence. They do not want to stir just anything while they to set up the “Chamber of Princes” as an Indian House of Lords to suppress talks about Home Rule (India ruled by Indians). So when Wyndham and Banerjee embark on a trip to Sambalpore, they go without backup, beyond their legislation, and, furthermore, into an alien world of political ploys, intrigue, political and commercial negotiations, and shifting allies.

The book is second in a series but could be read on its own, the references to the first case hardly exist (a few “old dislikes” are mentioned but then, so are Wyndham’s experiences in the “Great War”). The references to the general political background are way less then in the first book – this makes it an easier read, but slightly less profitable in turns of learning about Anglo-Indian history. You still get a lot of an understanding about the situation of the Maharajas, the Princes States, the mutual dislike towards mixed relationships, the atmosphere, the British government trying so desperately to keep their influence that they willingly will look the other way if needed. The allusions to Gandhi and the Congress Party make me hope for a next book to cover that topic.

First-person narrator Sam Wyndham takes you directly along. I felt his tone was a bit less Sam-Spade/Marlowe/Bogart-style than in the first book, but still the general tone is laconic at best, often cynical. “It’s a fact of nature that an Englishman abhors sharing his intimate thoughts. It’s why we accepted the Reformation so readily: we find it difficult to confess, even to a priest.” P 265 The mystery unwinds slowly, with lots of weather and nature and protocol and personal issues to keep in mind. I still liked the book, but found this weaker than the first: a bit too much craving, for Annie to care, for the weather and food to become more bearable, for “O”, for a clue, for an appointment with somebody. The case is somewhat the anti-thesis to a Hercule Poirot – crime: lots of speculations, lots of wild shots from Wyndham, lots of action in reaction to his guesses. The frustration is tangible. Probably very apt for the given (political and personal) situation.

It was still above the average, but had some lengths. The actual case felt less in focus than the display of the general situation – that part was fine with me but will probably suit the standard mystery reader less than the reader of history fiction. 4 stars.

Juni 1920, Kalkutta. Falls der Tag einen zum Zeugen eines Mordes macht, ist das wahrscheinlich nicht der beste Tag. Das stimmt um so mehr, wann man ein Mitglied der "Imperial Police Force" ist (somit Teil der Herrschaft der Briten über Indien) und die Tat weder verhindern konnte noch den Attentäter verhaften. Nachdem Captain Sam Wyndham und Sergeant Surendranath “Surrender-not” Banerjee einer offiziellen Zeremonie beigewohnt haben, erfährt der erstaunte Wyndham, dass sein Mitarbeiter, guter Freund und Mitbewohner der Freund eines echten Prinzen ist, und zwar vom Sohn des Maharadschas von Sambalpore. Als nun Prinz Adhir einem Attentat zum Opfer fällt, während die zwei Polizisten genau neben ihm sind, wollen diese naturgemäß den Fall aufklären. Aber gerade eben wollen die britischen Behörden Sambalpore stärker beeinflussen. Sie wollen ganz und gar nichts aufrühren, während sie ein "Oberhaus der Prinzen" einrichten als indischen Pendant zum Oberhaus in Großbritannien, um die indische Unabhängigkeit zu verhindern. So machen sich dann Wyndham und Banerjee auf nach Sambalpore ohne Rückendeckung, außerhalb ihres Hoheitsgebietes und in eine fremde Welt voller politischer Ränke, Intrigen, Verhandlungen um Politik und Handel und wechselnden Verbündeten.

Das Buch ist das zweite einer Serie, aber könnte einzeln gelesen werden, die Rückbezüge sind fast inexistent (einige "alte Abneigungen", aber ähnlich wird auch über Wyndhams Kriegserlebnisse erzählt). Die Bezüge zum generellen politischen Hintergrund gibt es weniger als in Band 1, was das Buch leichter zu lesen macht, aber auch weniger ertragreich im Sinne eines Lernens über die britisch-indische Geschichte. Man bekommt immer noch viel Verständnis über die Situation der Maharadschas, die "Prinzen-Staaten", die beidseitige Abneigung gegen gemischte Beziehungen, die Atmosphäre und wie die britische Regierung so verzweifelt am Machterhalt hängt, dass sie geflissentlich beide Augen zudrückt, wo nötig. Die Anspielungen auf Gandhi und die Kongress-Partei lassen mich auf ein weiteres Buch mit genau diesem Schwerpunkt hoffen.

Ich-Erzähler Sam Wyndham nimmt den Leser direkt mit. Ich empfand seinen Ton etwas weniger im Stil von Sam Spade/Marlowe/Bogart als im ersten Buch, aber immer noch ist er bestenfalls lakonisch, oft zynisch “It’s a fact of nature that an Englishman abhors sharing his intimate thoughts. It’s why we accepted the Reformation so readily: we find it difficult to confess, even to a priest.” P 265 Das Geheimnis entfaltet sich langsam, mit viel zu Wetter und Natur und Etikette und persönlichen Belangen, die mit beachtet werden müssen. Ich mochte das Buch dennoch, aber fand es schwächer als das erste: etwas zu viel Bedürftigkeit, dass Annie etwas empfindet, dass Wetter und Essen erträglicher werden, nach "O", nach einem Anhaltspunkt, nach einem Termin mit jemandem. Der Fall ist irgendwie die Anti-These zu einem Poirot-Fall: viele Spekulationen, viele wilde Behauptungen durch Wyndham, viel Aktion als Reaktion auf seine Vermutungen. Die Frustration wird vermittelt. Vermutlich sehr angemessen bei der gegebenen (politischen und persönlichen) Situation. 

Immer noch überdurchschnittlich, aber mit einigen Längen. Der eigentliche Fall war weniger im Fokus als die Darstellung der generellen Situation - das war für mich in Ordnung, aber passt vermutlich weniger für den normalen Krimi-Leser als für den Leser historischer Romane.  4 Sterne

No. 1: https://www.lovelybooks.de/autor/Abir-Mukherjee/A-Rising-Man-1363022368-w/rezension/1483264787/

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D

Rezension zu "Ein angesehener Mann" von Abir Mukherjee

Eine andere Welt
DRACHE64vor 3 Monaten

Der erste Roman aus Reihe um Sam Wyndham und seinen Freund Surrender-not überzeugt durch eindrucksvolle Schilderungen des Lebens in Kalkutta im Jahr 1919. Der Kriegsheld, der nun seit wenigen Wochen in Indien seinen Dienst versieht, bekommt es mit einem grausamen Mord an einem " Sahib " zu tun, der möglicherweise in terroristische Kreise führt. Dem Autor gelingt es, das Denken und Handeln der britischen Herren und der unterdrückten Inder sehr anschaulich zu schildern und es macht Spaß, die Entwicklung der Freundschaft zwischen Sam und Surrender-not zu verfolgen. Schade, dass sich die goldene Schrift vom Einband löst, wie der Verlag mit mitteilte, liegt das angeblich an dem Kontakt mit eingecremten Händen ( ich benutze keine Handcreme, soviel zu der Erklärung ), das schmälert aber nicht die Qualität dieses Romans.

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Gespräche aus der Community

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PenguinRandomHouseUKs avatar
Liebe Lovelybooks-Leser/innen,

Ich konnte nicht widerstehen einen meiner Krimi-Favoriten diesen Sommer vorzustellen – natürlich im englischen Original! Das Debüt des Autoren Abir Murkhejee ist eine tolle Kombination aus Fakt und Fiktion mit jeder Menge Atmosphäre, bei der Kalkutta von 1919 zum Leben erwacht.

Description

India, 1919. Desperate for a fresh start, Captain Sam Wyndham arrives to take up an important post in Calcutta's police force.


He is soon called to the scene of a horrifying murder. The victim was a senior official, and a note in his mouth warns the British to leave India – or else.

With the stability of the Empire under threat, Wyndham and Sergeant 'Surrender-not' Banerjee must solve the case quickly. But there are some who will do anything to stop them...

Hier geht’s zur LESEPROBE


AUTHOR
Abir Mukherjee grew up in the West of Scotland. At the age of fifteen, his best friend made him read Gorky Park and he’s been a fan of crime fiction ever since. The child of immigrants from India, A Rising Man, his debut novel, was inspired by a desire to learn more about this crucial period in Anglo-Indian history that seems to have been almost forgotten. It won the Harvill Secker/Daily Telegraph crime writing competition and is the first in a new series starring Captain Sam Wyndham and ‘Surrender-not’ Banerjee. Abir lives in London with his wife and two sons.

Einfach bewerben – uns sagt uns doch, wie ihr den Titel weiterempfehlen würdet, wenn ihr ihn auch gut findet.

Good Luck!

All the best from London,
Ulrike @ PRH UK 
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Letzter Beitrag von  c_awards_ya_sinvor 10 Monaten
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