Abir Mukherjee Ein angesehener Mann

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Inhaltsangabe zu „Ein angesehener Mann“ von Abir Mukherjee

Mord im Schatten der PalästeKalkutta 1919 – die Luft steht in den Straßen einer Stadt, die im Chaos der Kolonialisierung zu versinken droht. Die Bevölkerung ist zerrissen zwischen alten Traditionen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung.Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, findet sich Captain Sam Wyndham als Ermittler in diesem Moloch aus tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten wieder. Doch er hat kaum Gelegenheit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Denn ein Mordfall hält die ganze Stadt in Atem. Seine Nachforschungen führen ihn in die opiumgetränkte Unterwelt Kalkuttas – und immer wieder an den Rand des Gesetzes.

Ein sehr guter Kriminalroman - atmosphärisch dicht und mit interessanten Entwicklungen!

— -nicole-
-nicole-

Indischer Sherlock Holmes und Dr. Watson! Etwas verschroben, mit einem extrem trockenen Humor und der Gabe, auch in den verzwicktesten Fälle

— hasirasi2
hasirasi2

ein etwas langgezogener Kriminalroman. Für mich persönlich etwas zu langweilig

— libris_poison
libris_poison

Gut geschriebener, spannender Krimi!

— Buchperlenblog
Buchperlenblog

Faszinierend und außergewöhnlich, historisch und spannend

— Sigismund
Sigismund

Ein guter historischer Krimi, der einen interessanten Fall und Einblicke in das Leben in Indien im Jahr 1919 liefert.

— Jisbon
Jisbon

Überzeugend auf der ganzen Linie. Interessanter Plot, tolles Potpourri an Charakteren und massig Kalkutta-Flair <3 irveliest.wordpress.com

— Irve
Irve

Sherlock Holmes in Indien - Liebhaber klassischer Kriminalromane werden grandios unterhalten!

— DieBuchkolumnistin
DieBuchkolumnistin

Herausragend! Intelligenter und fesselnder Plot, faszinierende Charaktere, originelles Setting - her mit Teil 2 in dt.!

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  • Ein historischer Krimi in exotischem Setting

    Ein angesehener Mann
    livricieux

    livricieux

    18. August 2017 um 15:12

    »Aber Menschen, egal ob nun braune oder weisse, die bereit waren, sich auf blosse Launen ihrer Vorgesetzten hin zu opfern, hatten etwas furchtbar Deprimierendes an sich, und wenn die Bengalen keine Lust dazu hatten, fand ich das völlig in Ordnung.« (S. 81)Erster SatzImmerhin war er gut angezogen.VerlagstextKalkutta 1919 – die Luft steht in den Straßen einer Stadt, die im Chaos der Kolonialisierung zu versinken droht. Die Bevölkerung ist zerissen zwischen alten Traditonen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung.Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, findet sich Captain Sam Wyndham als Ermittler in diesem Moloch aus tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten wieder. Doch er hat kaum Gelegenheit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Denn ein Mordfall hält die ganze Stadt in Atem. Seine Nachforschungen führen ihn in die opiumgetränkte Unterwelt Kalkuttas – und immer wieder an den Rand des Gesetzes. (Quelle: Verlag)Einen herzlichen Dank geht an dieser Stelle an den Heyne Verlag für die Zusendung dieses Leseexemplares. Meine MeinungAls ich vom Heyne Verlag angeschrieben wurde, ob ich nicht Lust hätte, dieses Buch zu lesen und zu rezensieren, konnte ich einfach nicht widerstehen, da ich schon seit meinem Neuerscheinungspost ein Auge darauf geworfen hatte. Nun schiebe ich jedoch die Buchbesprechung immer länger vor mir her und es fällt mir zunehmend schwerer den Einstieg zu finden.Die Geschichte spielt in Britisch-Indien während den 20er Jahren, es ist die Zeit der Kolonialherrschaft, der weissen Herren und der braunen Bevölkerung. Und nirgends wird das wohl so deutlich wie in Kalkutta, der Stadt selbst. Eingeteilt in Black Town und White Town durchzieht eine messerscharfe Trennlinie die Stadt und die Bevölkerung. 300 Millionen Inder werden von nur gerade 150’000 Briten beherrscht und unterdrückt. Was für ein Ungleichgewicht! Und ein wunderbares Beispiel, wie Macht und Angst Hand in Hand gehen.Ein angesehener Mann ist der erste Band um den Ermittler Captain Sam Wyndham, der sich bereits wenige Wochen nach seiner Ankunft in Indien mit dem Mord an einem hochrangigen Beamten befassen muss. Unterstützung erhält er von Sergeant Surendranath Banerjee, einem Inder, der von allen nur ‹Surrender-Not› gerufen wird und Inspector Digby, einem reichlich unsympathischen Zeitgenossen, seines Zeichen Brite. Bald schon mischt das Team im Zuge der Ermittlungen Britisch-Indien bis in die höchsten politischen und wirtschaftlichen Kreise auf.Abir Mukherjee’s Schreibstil hat mich wirklich begeistert. Er liess vor meinem inneren Auge Bilder entstehen, ich spürte die drückende Hitze am eigenen Leib (ok, vielleicht war das auch nur, weil es wirklich heiss war, als ich das Buch las) und schmeckte die exotischen Gewürze oder die missratenen Gerichte von Mrs. Tebbit auf meiner Zunge. Ich hatte das Gefühl, neben Captain Wyndham durch die dampfenden Gassen Kalkuttas zu spazieren und die Anspannung der Stadt regelrecht zu fühlen. Und dabei gleitet seine Sprache mühelos von blumigen Beschreibungen über zu klaren und strukturierten Passagen.»Der Treppenaufgang roch nach Wohlstand. Eigentlich roch er nach Desinfektionsmittel, aber in Kalkutta ist das mehr oder weniger das Gleiche.« (S. 137)Mit der gleichen Klarheit zeichnet Mukherjee auch ein ungeschöntes Bild von Britisch-Indien in den 20er Jahren, zeigt die klare Spaltung der Bevölkerung, aufkeimendes, revolutionäres Gedankengut, den unterschweligen Rassismus und die Brutalität mit der das Emipre gegen die einheimische Bevölkerung vorgeht. Als Stichwort nenne ich hier nur den Rowlatt Act, der es der Regierung erlaubt, Inder, die des Terrorismus verdächtigt werden ohne Gerichtsverfahren zu inhaftieren.Die vollständige Rezension gibt es auf meinem Blog Livricieux zu lesen. 

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  • Ein außergewöhnlicher und sehr guter Kriminalroman

    Ein angesehener Mann
    -nicole-

    -nicole-

    12. August 2017 um 17:58

    Sam Wyndhams erster Fall  Kalkutta im Jahr 1919: Gerade erst aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, reist Captain Sam Wyndham von London nach Kalkutta, um dort als Ermittler tätig zu werden. Vieles ist noch ungewohnt für ihn - die tropische Hitze, schlammige Straßen und heruntergekommene Kolonialbauten - hinzu kommt noch die große Unruhe und die zerrissene Bevölkerung, die zwischen alten Traditionen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung steht. Schon bald wartet ein Mordfall auf ihn, der ihn vor einige Rätsel stellt - schnell wird klar, dass der Tote zu den höheren Kreisen der britischen Gesellschaft gehörte. Seine Ermittlungen führen Sam und seine Kollegen schließlich in die Unterwelt Kalkuttas, wo sie auf noch größere Geheimnisse stoßen..."Immerhin war er gut angezogen. Schwarze Fliege, Smoking, das ganze Programm. Wenn man schon umgebracht wurde, konnte man sich dafür auch richtig in Schale werfen." - Seite 9...schon der erste Satz lässt einen spannenden Fall erahnen, der sofort einige Fragen aufwirft: Ein britischer Beamter, der tot in einer düsteren Gasse in Black Town gefunden wird - jenem riesigen Viertel Kalkuttas, in dem nur die indische Bevölkerung lebt. Dieser Mordfall ist zugleich Sam Wyndhams erster Fall in Indien, der größer und verstrickter ist, als er zunächst ahnt..."Ein angesehener Mann" ist ein Krimi der besonderen Art - er spielt Anfang der 1920er Jahre in Kalkutta, dessen unruhige Atmosphäre der Autor perfekt wiedergibt. Nicht nur die Schauplätze, die hier detailreich beschrieben werden und den Leser hier quer durch Kalkutta führen, sondern auch die Charaktere kommen sehr gut zur Geltung. Der Kriminalroman ist in der Ich-Perspektive von Sam Wyndham geschrieben, den man nach und nach besser kennen lernt und so auch erfährt, was ihn nach Indien geführt und mit welchen persönlichen Problemen er zu kämpfen hat.Die Handlung ist atmosphärisch sehr dicht, man sollte sich etwas Zeit nehmen für dieses Buch - nicht nur der Mordfall und Sams Privatleben spielen hier eine Rolle, sondern auch die politischen Unruhen im Land. Der Autor schildert hier verständlich die historischen Hintergründe vom damaligen British-Indien. Eine gute Hilfestellung ist auch die Karte vorn im Buch, die alle wichtigen Handlungsorte in Kalkutta markiert. Auch das Cover ist sehr gelungen - es passt zu diesem besonderen Roman.Anfangs habe ich erst etwas gebraucht, um mich einzulesen - in der ersten Hälfte zieht sich die Geschichte an manchen Stellen etwas. Doch dafür hat mir die zweite Hälfte umso besser gefallen, denn da kommt es schließlich zu interessanten Entwicklungen, mit denen niemand gerechnet hat. "Ich drehte mich im Kreis. Keine der Möglichkeiten ergab viel Sinn. Mein erster Fall in Kalkutta nahm jedenfalls keinen besonders vielversprechenden Anfang. Im gegenteil, er schien zu den Sonderbarsten zu gehören, mit denen ich es je zu tun hatte." - Seite 54Mein Fazit: Ein außergewöhnlicher und sehr guter Kriminalroman! Atmosphärisch dicht und mit besonderen Schauplätzen überrascht das Buch - es gibt interessante und unvorhersehbare Wendungen, besonders zum Ende hin. Ein Buch, das man in Ruhe lesen sollte, da es viele Details enthält und man einiges über die historischen Hintergründe erfährt. Doch es lohnt sich! Einen halben Stern ziehe ich ab, da es anfangs ein paar Längen gibt, doch insgesamt ist es ein sehr gelungener historischer Krimi!

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  • Verzwickte Ermittlungen im heißen Kalkutta

    Ein angesehener Mann
    Patno

    Patno

    10. August 2017 um 12:42

    Inspiriert durch das nostalgische Cover und eine Werbeanzeige des Heyne-Verlages kam "Ein angesehener Mann" in meine Hände. Ansehnlich übrigens auch der Schriftsteller Abir Mukherjee, dessen Bild die hintere Umschlagseite ziert. Die Geschichte geht zurück ins Jahr 1919 und spielt in Indien. Von den Erfahrungen des großen Krieges geprägt, wird der ehemalige Scotland-Yard Ermitteler Sam Wydham in Kalkutta eingesetzt. Bevor er sich überhaupt mit der neuen Umgebung und den Gepflogenheiten des Landes vertraut machen kann, geschieht in Kalkutta ein Mord an einem weißen Mann und Wydham steckt mitten in den Ermittlungen. Bei dem Opfer handelt es sich um einen engen Vertrauten des britischen Lieutenant-Governors, einer der höchsten und mächtigsten Männer in Bengalen. Sofort liegt der Verdacht nahe, dass es sich um einen Racheakt der indischen Unabhängigkeitsbewegung handelt. Doch der Fall gestaltest sich deutlich schwieriger als erwartet. Zu Beginn des Buches hatte ich einige Schwierigkeiten, die ungewöhnlichen Namen der Charaktere und Orte auseinanderzuhalten. Aber schon ein paar Seiten später war ich mittendrin, fasziniert von der Kulisse Indiens und dem damaligen Zeitgeschehen, die der Autor in beeindruckenden Bildern beschreibt. Das wirkte auf mich so lebendig, das ich beinahe die brütende Hitze Kalkuttas fühlen konnte. Eine gute Portion britischer Humor hat mich durch die Handlung begleitet, was mir ausgesprochen gut gefallen hat. Hauptakteur Sam Wyndham ist ein Symathieträger. Für ihn ist der Mensch entscheidend, unabhängig seiner Rasse und Herkunft. So konnte er gar nicht verstehen, wie seine britischen Mitbürger die Einheimischen diskriminierten. Mit großer Akribie versucht er den Fall zu lösen. Doch Wyndham ist kein Superheld. Er ist gezeichnet von den Ereignissen des Krieges und der Sucht nach Morphium und Opium, die gelegentlich seine Wahrnehmungen beeinträchtigen. Mein heimlicher Star der Geschichte ist Sams indischer Kollege Bannerjee, den ich irgendwie knuffig dargestellt fand. Doch auch die anderen Figuren waren aus meiner Sicht authentisch ausgearbeitet. Zwischendurch dümpelte die Handlung ein wenig dahin, kam irgendwie nicht richtig voran. Zeugenbefragungen ergaben keine Resultate und es wurde mir einen Funken zu langatmig. Im letzten Teil des Buches kam wieder mehr Tempo ins Geschehen, aber dafür schien mir die Handlung verworrenerer zu werden. Hier hat der Autor für meinen Geschmack zu viel reingepackt. Weniger ist manchmal mehr! Das Ende hat mich auch nicht so ganz befriedigt. Doch handelt es sich ja um den Beginn einer Reihe und da brauchte die Story Raum für den nächsten Teil.Alles in allem ein spannendes und amüsantes Debüt, welches mit vielen interessanten Hintergrundinformationen gespickt ist! Verzeiht man die kleinen Längen und das "Kuddelmuddel" zwischendurch, bekommt man hier einen tollen Krimi mit Flair und Humor! Meine 4 Sterne Leseempfehlung!

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  • Indische Kolonialgeschichte verpackt in einen Kriminalfall

    Ein angesehener Mann
    jaylinn

    jaylinn

    09. August 2017 um 17:01

    Allgemeines: Abir Mukherjees Debütroman Ein angesehener Mann ist 2016 auf Englisch und im Juni 2017 auf Deutsch bei Heyne als Taschenbuch erschienen. Der Roman hat 511 Seiten. In England schaffte Ein angesehener Mann es sofort auf die Bestsellerliste. Die Kritiken sind ausgesprochen positiv und durchweg von Superlativen geprägt. Im Klappentext steht „Sam Wyndham 1“, daher ist davon auszugehen, dass eine Fortsetzung geplant ist. Inhalt: „Kalkutta 1919 – die Luft steht in den Straßen einer Stadt, die im Chaos der Kolonialisierung zu versinken droht. Die Bevölkerung ist zerrissen zwischen alten Traditionen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung. Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, findet sich Captain Sam Wyndham als Ermittler in diesem Moloch aus tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten wieder. Doch er hat kaum Gelegenheit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Denn ein Mordfall hält die ganze Stadt in Atem. Seine Nachforschungen führen ihn in die opiumgetränkte Unterwelt Kalkuttas – und immer wieder an den Rand des Gesetzes.“ (Quelle: Verlagsgruppe Random House) Meine Meinung: Um dieses Buch auch nur annähernd verstehen zu können, muss man zumindest Eckdaten der Geschichte Kalkuttas kennen. (Diese werden im Buch leider nicht gegeben.): Mit der Gründung eines Stützpunktes der Britischen Ostindien-Kompanie im Jahr 1690 wurde Kalkutta zu einem der Zentren des Britischen Empires in Indien. Bis 1911 war Kalkutta die Hauptstadt Britisch-Indiens. Die Geschichte, die Abir Mukherjee erzählt, spiegelt eben diese Situation wider: Kalkutta in den 1920er Jahren ist geprägt von Zerrissenheit. Die britische Regierung dominiert, die indische Bevölkerung wird diskriminiert und hat so gut wie keine Chancen, auch nur annähernd sozial aufzusteigen. Die Briten regieren mit harter Hand und die Inder nehmen dieses in weiten Teilen hin. Ein Vergleich zur Apartheid in Südafrika bietet sich an. Mukherjee erzählt gut. Er versucht, möglichst viele Facetten des Lebens in Kalkutta abzubilden. Da es in diesem Buch leider kein Glossar gibt, das Namen, kulturelle Besonderheiten, Dienstränge, … erklärt, ist das Lesen jedoch sehr mühsam. Die erzählte Geschichte tritt in den Hintergrund, weil man damit beschäftigt ist, die Zusammenhänge zu verstehen. Das ist äußerst anstrengend. Vielleicht ist das Buch in England so frenetisch gefeiert worden, weil dort ein Bezug zur Kolonialgeschichte Kalkuttas besteht, anders als diesen der deutsche Leser herstellen kann. Der britische Ermittler Sam Wyndham ist die zentrale Figur der Geschichte. Er hat England aufgrund eines schweren Schicksalsschlages verlassen, hat Grausames im ersten Weltkrieg erlebt und ist daher opiumsüchtig. Er ist klug, hat keine rassistisch geprägten Vorurteile und wundert sich sehr über die Haltung der Polizei vor Ort. Ihm zur Seite gestellt ist Digby, ebenfalls Brite, aber in der Karriereleiter übergangen worden. Genauso sympathisch wie Wyndham ist Banerjee oder Surrender-not, wie er abfällig von Digby genannt wird, der sich seinen Namen nicht merken kann oder will. Er ist einfacher indischer Polizist, ist klug, erlebt jeden Tag diskriminierende Situationen, lässt sich seinen Humor aber nicht nehmen. Er scheint Wyndham treu ergeben zu sein. Gemeinsam haben die drei einen Mordfall zu lösen, der sie tief in die Strukturen der Gesellschaft Kalkuttas vordringen lässt. Fazit: Dieses Buch kann ich nur empfehlen, wenn man bereit ist, sich mit der indischen Kolonialgeschichte auseinanderzusetzen. Sonst ist der ansonsten gut erzählte Kriminalfall nicht wirklich zu verstehen.

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  • Der indische Sherlock Holmes und Dr. Watson

    Ein angesehener Mann
    hasirasi2

    hasirasi2

    03. August 2017 um 23:11

    Kalkutta 1919: Capitain Sam Wyndham ist erst wenige Tage in Indien, als er zu seinem ersten Tatort gerufen wird. Im Hinterhof eines Bordells in einer wirklich miesen Gegend wird ein Mann im Smoking mit durchgeschnittener Kehle gefunden. Der Tote ist Alexander MacAuley, der persönlicher Berater des Lieutnant-Governors, und hat einen Zettel im Mund. „Keine weiteren Warnungen. Englisches Blut wird durch die Straßen strömen. Raus aus Indien.“ (S. 12) Der Mord scheint also politisch motiviert gewesen zu sein und Wyndham muss sich in dem brisanten politischen Geschehen zurechtfinden und den Spagat zwischen Polizei, Geheimdienst und Militär bewerkstelligen.   „Ein angesehener Mann“ ist sehr spannend, farbenprächtig, bildreich und atmosphärisch. Ich habe Kalkutta fast sehen und fühlen können und schon beim Lesen geschwitzt. Auch der herrlich britische, zum Teil sarkastische und trockene Humor hat mir sehr gut gefallen.   Wyndham ist der typische Anti-Held und tat mir vor allem leid. Er hat im ersten WK seine Frau, seine Familie und den größten Teil seiner Freunde verloren. Zudem ist dank einer Verletzung opiumabhängig – was natürlich niemand wissen darf. Dazu kommt, dass er bisher niemanden aus seiner Behörde oder gar seinem Team kennt und nicht weiß, wem er wirklich trauen kann. Sein Vorgesetzter, Lord Taggart, dreht sein Fähnchen nach dem Wind und Wyndhams Untergebener Digby scheint gegen ihn zu intrigieren. Nur Sergeant Banerjee, sein „Laufbursche“, ist von Beginn an sympathisch und loyal. Und dann ist da noch Miss Grant, die Sekretärin des Toten. Sie scheint mit Wyndham zu flirten – aber auf welcher Seite steht sie, wenn es hart auf hart kommt?   Besonders hervorheben möchte ich die geschickt in die Handlung verflochtenen realen geschichtlichen Hintergründe. So fand ich es z.B. erschreckend, dass 150.000 Briten über 300 Mio. Inder herrschten – und das hauptsächlich durch moralische Überlegenheit. Auch das komplizierte Kastensystem und die Problematik der „Mischlinge“ (halb Inder halb Britten) wird durchleuchtet.   Obwohl das Buch weitestgehend spannend ist, gibt es gerade gegen Ende auch einige langatmige Stellen. Aber: Wyndham und Banerjee haben echt das Zeug zur indischen Variante von Sherlock Holmes und Dr. Watson! Etwas verschroben, mit einem extrem trockenen Humor und der Gabe, auch in den verzwicktesten Fällen den Überblick zu behalten. Ich freue mich auf die angekündigte Fortsetzung. Ein Tipp für alle Fans von „Death in Paradise“. Ich könnte mir das Buch auch gut verfilmt vorstellen.

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    • 8
  • Ein etwas langgezogener Kriminalroman, ohne Viel Spannung

    Ein angesehener Mann
    libris_poison

    libris_poison

    03. August 2017 um 19:11

    Was soll ich sagen.Ich wusste das Ein Angesehener Mann etwas anders sein wird. Aber das es so wird hatte ich jetzt doch nicht erwartet. Es gab sehr viele Wörter die nicht wirklich erklärt wurden, man musste sich aus der Geschichte heraus alles selbst zusammen reimen. Vielleicht wäre es da leichter gewesen wenn man ein Glossar angefertigt hätte.Auch die Fahrten von einem Ort zum anderem waren meist eher langweilig als Abenteuerlustig.Ja ich weiß, früher hat man es nicht so einfach gehabt von einem Ort zum anderem zu kommen. Aber 30% des Buches besteht nur aus Fahrten. Und sobald sie an einem Ort ankamen, waren sie keine 5 Minuten später wieder unterwegs in die andere Richtung.Auch war für mich keine wirkliche Spannung dabei. Das einzig Positive war das es wie es sich in einem guten Krimi gehört, es bis zum Schluss gedauert hat bis man den Täter hatte. Und ich war ehrlich überrascht von dem Ende. Ich wusste ehrlich gesagt überhaupt nicht wer der Täter ist.Was ich auch sehr positiv finde ist die Beschreibung der verschiedenen Orte. Ich konnte mir das alles sehr gut vorstellen. Auch ist es interessant zu erfahren wie es früher einmal war. Traurig ist nur das man das mit der "Rassen" Trennung noch heute weiter führt.Dabei sind wir alles Menschen. Ein böser Mensch entscheidet sich nicht von einem guten Menschen durch die Hautfarbe. Es ist seine eigene Entscheidung und seine Handlungen die ihn zu gut oder böse werden lassenIch finde es aber toll das Captian Wyndham langsam anfängt über all das nach zu denken was die Engländer wirklich in Indien anrichten. Er ist zwar noch nicht ganz überzeugt aber er beginnt in eine andere Richtung zu denken.Allein das er seinem Sergeant Banerjee bei der Wohnsituation behilflich ist zeigt das Captian Wyndham anders denkt.Was ich auch positiv bewerten möchte ist die Karte. Sie zeigt alle Schauplätze der Geschichte und man kann nach verfolgen wo sie sich gerade befinden. Ich finde sowas immer sehr schön anzusehen.Vielleicht bin ich auch nicht der Typ Leser für eine so Historische Geschichte. 

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  • Gut geschriebener, spannender Krimi!

    Ein angesehener Mann
    Buchperlenblog

    Buchperlenblog

    03. August 2017 um 08:25

    "Immerhin war er gut angezogen. Schwarze Fliege, Smoking, das ganze Programm. Wenn man schon umgebracht wurde, konnte man sich dafür wenigstens gleich richtig in Schale werfen." (S.9) Inhalt Der Ermittler Samuel Wyndham kehrt nach dem großen Krieg England den Rücken und reist 1919 ins ferne Kalkutta, Indien. Hier, im Britisch-Indien, erhält er direkt nach Ankunft seinen ersten wichtigen Fall in der örtlichen Polizei. Ein hoher britischer Beamter wurde ermordet. Zwischen tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten entwickelt sich ein Fall, der weit größere politische Ausmaße findet, als zunächst angenommen. Zusammen mit seinen Kollegen Digby und Banerjee verstrickt er sich immer mehr in einer Welt der politischen Beziehungen, Verschleierungen und geplanten Revolutionen. Rezension Dieses Buch hat Flair. Ich möchte nicht lügen, aber ich glaube, es war mein erstes Buch, welches in Indien angesiedelt ist. Und ich habe mich die ganze Zeit sehr indisch gefühlt! Die Atmosphäre wurde sehr treffend eingefangen, die Hitze, der Staub der Straßen, die misstrauischen Blicke zwischen Unterdrückern und Unterdrückten. Captain Samuel Wyndham ist dagegen erfrischend ehrlich, direkt und humorvoll. Seine trockenen Überlegungen zu Alltäglichem haben mir mehr als einmal ein Lachen entlockt. Auch sein Side-Kick, der Sergeant Banerjee, der von allen nur Surrender-not  genannt wird, weil niemand seinen wahren Namen Surendranath aussprechen kann, belebt die Geschichte. Die Kombination aus gediegenem Captain und exotischem Untergebenen erinnert mich tatsächlich an das Sonderdezernat Q in Kopenhagen mit seinem Ermittler Carl Mørck und seinem arabischen Helfer Assad.Britisch-Indien und seine Folgen Als sehr gut empfand ich auch die herausgearbeitete Linie, welche die Menschen zwischen den Bevölkerungsschichten zogen. Eine Stadt, eingeteilt in White Town und Black Town, die Linie ebenso hart zwischen den Menschen gezogen. Lediglich 150.000 Briten regierten über 300 Millionen Inder. Dieses Missverhältnis zeigt einmal mehr, wie viel Macht die Angst besitzt. Nur den sogenannten Mischlingen, den Kindern von Briten und Indern, erging es gesellschaftlich gesehen noch schlechter. Annie, die Wyndham im Verlauf seiner Ermittlungen kennenlernt, gehört diesen Mischlingen an und erfährt mehr als einmal Demütigungen der besonderen Art. Der Fall, dem Captain Wyndham nachgeht, ist sehr verwinkelt und viele seiner Schlussfolgerungen laufen ins Leere. Doch das hält den sympathischen Ermittler nicht davon ab, an sein Bauchgefühl zu glauben und immer weiter zu bohren. Geheimnisse und Abkommen ranghoher Beamter kommen ans Tageslicht. Auch der Beginn des Aufstandes gegen das British Empire in Indien wird erzählt. Als Leser erhält man einen guten Einblick in das Leben der Inder zur damaligen Zeit, auch was den sogenannten Rowlatt Act betrifft. Dieser sah vor, dass es der Regierung erlaubt war, jede des Terrorismus verdächtige Person zu inhaftieren, ohne einem vorangehenden Gerichtsverfahren. Fazit Der erste Fall des britischen Captain Wyndham in Indien ist ein historisch gut konstruierter Kriminalfall, der spannend war, mich aber nicht vollständig aus den Ballerinas heben konnte. Trotzdem werde ich die Reihe weiter im Auge behalten und hoffe auf ein baldiges Wiedersehen mit Sam, Surrender-not und einer kleinen Prise O. Bewertung im Detail Idee ★★★★☆ ( 4 / 5 ) Handlung ★★★★☆ ( 4 / 5 ) Charaktere ★★★★★ ( 5 / 5 ) Sprache ★★★★★ ( 5 / 5 ) Emotionen ★★★☆☆ ( 3 / 5 ) = 4.2 ★★★★

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  • Faszinierend und außergewöhnlich

    Ein angesehener Mann
    Sigismund

    Sigismund

    02. August 2017 um 17:44

    FASZINIEREND und absolut außergewöhnlich, vor allem für ein Debüt, ist für mich der im Juli 2017 im Heyne-Verlag erschienene Roman "Ein angesehener Mann" des jungen britischen Autors Abir Mukherjee. Ist es ein Krimi, ein historischer Roman oder ein historischer Krimi? Es ist aus meiner Sicht in jedem Fall eine absolut spannende zeitgeschichtliche Schilderung Indiens, im speziellen Fall Kalkuttas, unter britischer Herrschaft im Jahr 1919; die Kolonie Britisch-Indien bestand von 1858 bis 1947. Auch der Ort ist für uns deutsche Leser eher außergewöhnlich und macht die Geschichte nur noch spannender. Im Zuge der Aufklärung eines Mordfalls an einem hochrangigen britischen Verwaltungsbeamten lernt der gerade frisch aus England nach Kalkutta versetzte Kripo-Captain Sam Wyndham - und mit ihm der Leser - ganz unvoreingenommen (objektiv) das von Briten beherrschte, zerrissene Land kennen. Äußerst geschickt, fast genial, versteht es der indischstämmige Autor durch die Augen des Engländers die damalige Situation vor Ort mit ihren offensichtlichen und hintergründigen Problemen zu beschreiben. Unaufdringlich zeigt der Autor die politische und gesellschaftliche Situation, die Spannung zwischen den (selbst untereinander zerstrittenen) indischen Volksgruppen und den Briten, zugleich die zwischenmenschliche Abhängigkeit voneinander und die Schwierigkeit, selbst bei gutem Vorsatz miteinander auskommen zu können. Abir Mukherjee versteht es, das schwierige und scheinbar unlösbare Geflecht der politischen und sozialen Situation in Britisch-Indien vor 100 Jahren auf leicht verständliche Weise zu schildern, dass es auch historischen Laien Freude macht weiterzulesen. Selten in direkter Beschreibung, meistens durch Unterhaltungen seiner Protagonisten lässt der Autor die Historie lebendig werden. Dabei bleibt das Buch ein spannender Krimi, der am Schluss eine durchaus plausible Lösung hat, wenn auch vielleicht für den Captain und uns Leser etwas unbefriedigend. Aber so ist das wahre Leben! Gerade dieser Schluss ist dem Autor ungewöhnlich gut gelungen. Ich kann diesen Roman wirklich nur empfehlen. Ich bin jedenfalls ganz BEGEISTERT. Ganz klein ist auf dem Rücktitel "Sam Wyndham 1" zu lesen, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Zumindest auf Englisch ist Abir Mukherjees zweiter Band "A Necessary Evil" um Captain Wyndham und seinen indischen Sergeanten Banerjee kürzlich erschienen.

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  • Ein gutes Krimidebüt

    Ein angesehener Mann
    tootsy3000

    tootsy3000

    29. July 2017 um 19:48

    Captain Sam Wyndham ist, wie so viele Männer, gebrochen von den Grauen des Krieges. Von seinen früheren Freunden hat niemand überlebt und auch seine Frau ist gestorben. Als ihm sein ehemaliger Kommandant eine Stelle in Kalkutta anbietet, ist das für ihn eine Art Rettung. Nur wenige Tage nach seinem Amtsantritt in der indischen Metropole, muss er einen grausamen Mord aufklären. Das Mordopfer ist ein hoher britischer Beamter und so gehen die Wogen hoch, denn die indische Bevölkerung giert nach Unabhängigkeit und stellt sich immer mehr gegen die Briten. Die zivilen Kolonisten sind durch den Mord aufgeschreckt und fürchten sich alsdann auch vor den “aufsässigen” Indern. Für den Captain ist es nicht leicht auszumachen in welche Richtung er ermitteln soll. Einerseits sind dort die Revolutionäre, andererseits das britische Militär, welches seine eigenen Interessen verfolgt. Dem Autor ist mit seinem Debüt ein kontrastreicher Roman gelungen. Im Fokus steht ganz klar der Mordfall, dessen Hergang und Auflösung dem Leser über lange Zeit geschickt verborgen bleibt. Neben diesem Hauptakt erhält man aber auch einen guten Einblick in die Gesellschaft der damaligen Zeit. Während Wyndham als weltoffener Mensch erscheint und jedem Bewohner der Stadt gleich freundlich gegenübertritt, egal ob Weißer oder Inder, so klar sind die gesellschaftlichen Unterschiede in den anderen Charakteren zu erkennen. Die Überheblichkeit der Kolonisten, die meist durch Billigarbeitskräfte zu Reichtum kamen und dem gegenüber steht die arme heimische Bevölkerung, deren gehorsam von den Machthabern mit allen Mitteln eingetrieben werden will, bieten einen guten Blick auf die Situation der Inder während das Empire das Land regierte. Neben diesen menschlichen Gehabe, kann man sich aber auch das Kalkutta Anfang des 20. Jahrhunderts sehr bildlich vorstellen. Für eine noch bessere Orientierung sorgt eine Karte auf der Innenseite der Klappenbroschur. Am Ausdrucksstärksten fand ich aber dann doch Captain Sam Wyndham. Sein Kriegstrauma, das er mit Opium u bewältigen versucht und die damit verbundenen Drogenräusche erlebt man sehr real. Trotzdem, oder gerade deswegen, empfand ich ihn als sehr ehrlichen und sympathischen Charakter. Sein Humor ist trocken und seine philosophischen Gedankengänge über Land, Leute und die britische Herrschaft sorgen für eine gute Portion Spaßfaktor. Abir Mukherjee ist Brite mit indischen Wurzeln dessen Eltern in den sechziger Jahren aus Kalkutta nach England auswanderten. Durch diese familiäre Verbindung nach Indien, ist ihm ein wie ich finde, gut nachvollziehbare Einsicht in die damalige Zeit und auch eine glaubwürdige Handlung gelungen. Mein Fazit: Abir Mukherjee ist in seinem 1. Fall mit Captain Sam Wyndham ein guter Kriminalroman gelungen. Historische Hintergründe und koloniale Prachtbauten versetzten einen ganz leicht auf den Indischen Subkontinent während der Britischen Großmacht.

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  • Ein guter historischer Krimi

    Ein angesehener Mann
    Jisbon

    Jisbon

    18. July 2017 um 13:35

    "Ein angesehener Mann" ist der erste Band einer Reihe um Captain Sam Wyndham, der sich nur wenige Wochen nach seiner Ankunft in Kalkutta bereits mit dem Mord an einem hochrangigen Beamten befassen muss. Unterstützt wird er von Sergeant 'Surrender-Not' Bannerjee, einem Inder, und Inspector Digby, der die Einheimischen als unterlegen betrachtet. Diese Kombination sorgt mehrfach für Spannungen; dazu kommt, dass die Ermittlungen dafür sorgen, dass auch das Militär ein Interesse an dem Fall entwickelt, was Wyndhams Arbeit noch komplizierter macht.In vielerlei Hinsicht ist Wyndham ein Produkt seiner Zeit, auch wenn er recht moderne Ansichten vertritt und beispielsweise kein Überlegenheitsgefühl aufgrund seiner britischen Herkunft verspürt. Ein Charakter im Buch wirft ihm vor, dass dies noch passieren könnte, wie es vielen Engländern passiert, die erst staunend nach Indien kommen und sich dann an den alltäglichen Rassismus gegenüber den Einheimischen gewöhnen, aber ob es sich wirklich so entwickeln wird, werden wohl erst die Folgebände zeigen. In "Ein angesehener Mann" ist er sehr von den Ereignissen des Ersten Weltkrieges desillusioniert und obwohl er sich seiner hohen Stellung bewusst ist und sie seinem Untergebenen verdeutlicht, geht er recht vorurteilsfrei mit jenen um, denen er im Zuge seiner Arbeit begegnet - was natürlich nicht heißt, dass er dem Empire gegenüber nicht loyal ist. Trotz seiner Schwächen und Laster, die er offen eingesteht, und gelegentlich hartem Vorgehen ist er ein insgesamt sympathischer, interessanter Charakter. Die anderen Figuren waren ebenfalls gut ausgearbeitet; gerade Bannerjee mochte ich gerne und ich hoffe, dass er in den nächsten Büchern wieder eine große Rolle spielen wird.Der Fall ist ziemlich undurchsichtig, was mir gefallen hat. Die Ermittlungen bewegen sich in mehrere Richtungen und es ist lange unklar, was die Motivation ist und wer hinter all dem steckt. Verdächtige gibt es mehr als genug und sie kommen aus den unterschiedlichsten sozialen Umständen, sodass dem Autor möglich ist, ein breites Bild der Situation in Kalkutta 1919 zu zeichnen. Die Polizeiarbeit war meiner Meinung nach realistisch dargestellt, vor allem in Bezug darauf, wie Wyndham zwischen verschiedenen Einflüssen gefangen war. Die Auflösung war überraschend, jedoch sehr stimmig und passend zur Geschichte.Besonders gut fand ich, dass der Autor nicht nur den Fall, sondern auch das Leben in Indien ausführlich dargestellt hat. An ein paar Stellen überschüttet er den Leser geradezu mit Informationen, was ein wenig von der Haupthandlung wegführte, doch meistens waren sie gut in die Geschichte eingebettet. Der Rassismus den Einheimischen gegenüber wurde ausführlich beleuchtet und nicht beschönigt und auch die Unruhen in der Bevölkerung sind thematisiert. Es wird interessant sein zu sehen, wie das Setting in den nächsten Büchern benutzt werden wird.FAZIT:"Ein angesehener Mann" bekommt von mir vier Sterne. Es ist ein guter historischer Krimi, der einen packenden Fall und Einblicke in das Leben in Indien im Jahr 1919 liefert. Dazu kommen Charaktere mit Ecken und Kanten und eine schonungslose Ausleuchtung der Schwächen sowohl der Figuren als auch des Empires an sich.___________________Herzlichen Dank an die Verlagsgruppe Random House für das Leseexemplar.

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