Ein angesehener Mann

von Abir Mukherjee 
3,9 Sterne bei36 Bewertungen
Ein angesehener Mann
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (25):
Caillean79s avatar

Ungewöhnlicher Schauplatz, gut zu lesen, aber mit ein paar Längen. Trotzdem empfehlenswert wg. Surrender-not 😁

Kritisch (4):
luckytom1970s avatar

langweilige Handlung ohne Spannungsbogen

Alle 36 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Ein angesehener Mann"

Ausgezeichnet mit dem Endeavour Historical Dagger für den besten historischen Kriminalroman des Jahres
Kalkutta 1919 – die Luft steht in den Straßen einer Stadt, die im Chaos der Kolonialisierung zu versinken droht. Die Bevölkerung ist zerrissen zwischen alten Traditionen und der neuen Ordnung der britischen Besatzung.
Aus dem Ersten Weltkrieg zurückgekehrt, findet sich Captain Sam Wyndham als Ermittler in diesem Moloch aus tropischer Hitze, Schlamm und bröckelnden Kolonialbauten wieder. Doch er hat kaum Gelegenheit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Denn ein Mordfall hält die ganze Stadt in Atem. Seine Nachforschungen führen ihn in die opiumgetränkte Unterwelt Kalkuttas – und immer wieder an den Rand des Gesetzes.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453421738
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:0 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:10.07.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    DRACHE64vor 2 Tagen
    Eine andere Welt

    Der erste Roman aus Reihe um Sam Wyndham und seinen Freund Surrender-not überzeugt durch eindrucksvolle Schilderungen des Lebens in Kalkutta im Jahr 1919. Der Kriegsheld, der nun seit wenigen Wochen in Indien seinen Dienst versieht, bekommt es mit einem grausamen Mord an einem " Sahib " zu tun, der möglicherweise in terroristische Kreise führt. Dem Autor gelingt es, das Denken und Handeln der britischen Herren und der unterdrückten Inder sehr anschaulich zu schildern und es macht Spaß, die Entwicklung der Freundschaft zwischen Sam und Surrender-not zu verfolgen. Schade, dass sich die goldene Schrift vom Einband löst, wie der Verlag mit mitteilte, liegt das angeblich an dem Kontakt mit eingecremten Händen ( ich benutze keine Handcreme, soviel zu der Erklärung ), das schmälert aber nicht die Qualität dieses Romans.

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    Andrea-Karminrots avatar
    Andrea-Karminrotvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Ich empfand den Krimi als leicht zu lesen und recht unterhaltend, wenn auch nicht fesselnd.
    Der Auftakt zu einer Reihe

    Ein Mann wird ermordet, in einer Gasse neben einem Bordell in Kalkutta gefunden. Bei dem Ermordeten, handelt es sich um einen politischen Berater des britischen Lieutenant-Governors, des höchsten und mächtigsten Mannes in ganz Bengalen. Sam Wyndham soll den Mord aufklären. Selber ein Opfer des vergangenen, ersten Weltkrieges. Opiumabhängig, und erst vor kurzem in Kalkutta gelandet, schlägt er sich durch eine, von Hitze und Dreck starrende Stadt. Was hatte der Berater in diesem, für Weiße, ungewöhnlichen Ort zu suchen. Was hat das Mädchen am Fenster gesehen? Ob er den Mord aufklären kann?
    Sam Wyndham muss sich erst in dieser Stadt zurecht finden. Die Gepflogenheiten der Inder, und der dort ansässigen Engländer, scheinen ihm etwas verwirrend. Aber mit diesem Fall, fängt er an zu verstehen. Der Leser sucht mit dem Engländer in einer undurchsichtigen Stadt nach einem Mörder.

    Die Bevölkerung drängt nach Aufklärung.

    Der Autor schreibt in einem lockeren Stil. Sein Held muss sich mit Situationen auseinander setzen, mit denen er nicht gerechnet hat. Abir Mukherjee, hat eine spannende Geschichte um den ehemaligen Scotland-Yard-Ermittler gestrickt. Manchmal, hatte ich allerdings das Gefühl, dass die Geschichte Hopser macht, so dass ich vorübergehend nicht wusste, was da jetzt geschehen sein mag. Aber, recht schnell, war man auch schon wieder in den Roman hineingesogen.

    Ich empfand den Krimi als leicht zu lesen und recht unterhaltend, wenn auch nicht fesselnd. 

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    Gwhynwhyfars avatar
    Gwhynwhyfarvor 9 Monaten
    konnte mich nicht packen

    1919 Kalkutta, der britische Verwaltungsangestellte, MacAuley, Leiter der ICS-Finanabteilung in Bengalen und politischer Berater des Lieutenant Governors, liegt tot hinter einem Edelbordell. Der Mord geschah nicht etwa im gut betuchten Kalkutta, sondern im verruchten bengalischen Teil, Black Town. Was hatte der Mann dort zu suchen? Inspector Sam Wyndham, bis dato bei der Londoner Scotland Yard in der Imperial Police Force tätig, gedient im Ersten Weltkrieg, bekommt seinen ersten Fall in Indien zur Bearbeitung. Sein Assistent ist der Inder Sergeant Surendranath Banerjee. Die Briten haben mit der Aussprache des Namens Schwierigkeiten und nennen den Mann »Surrender-not«. Wyndham braucht öfter einen »Schuss« Opium, um seine Kriegstraumata zu vergessen.

    Ich muss zu Beginn sagen, nach 105 Seiten habe ich das Buch abgebrochen. 1919 konnte ich nicht fühlen. Wenn Wyndham fragt, ob der Tote eine Freundin oder Lebenspartnerin hatte oder ich lese: (Opium)

    »Und wie wir damit handelten! Wir waren so erfolgreich, dass es uns gelungen war, ein Viertel der männlichen Bevölkerung zu Süchtigen zu machen. Wenn man dann so darüber nachdachte, dürfte Queen Victoria der größte Drogendealer der Geschichte gewesen sein.«,

    dann fühle ich mich nicht mitgenommen in 1919. Sprachlich gestaltet der Roman etwas sperrig und flapsig. Ein wenig mehr Sprachgefühl aus dem Kolonialismus hätte ich mir gewünscht und Atmosphäre für Indien, die bei mir auch nicht aufkam. Wortgewaltig ist das Buch auf keinen Fall, atmosphärische Dichte fehlt gänzlich. Die Sätze holpern dahin und Langeweile tut sich auf. Figuren bleiben flach, entwickeln keine Vorstellung in meinem Kopf.

    »Hauseigentümerin war ein altes Schlachtschiff namens Mrs Tebbit, ihres Zeichens Frau von Colonel Tebbit, einem pensionierten Offizier der Britisch-Indischen Armee.«

    Vielleicht hatte ich zuviel erwartet. Nach 105 Seiten konnte mich der historische Roman nicht packen, der Icherzähler Sam Wyndham blieb mir fern. Die Sprache strapazierte mich. Also beendete ich die Lektüre. Insofern ist die Beurteilung nur bis zu einem Fünftel des Buchs zu bewerten. 

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    Caillean79s avatar
    Caillean79vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnlicher Schauplatz, gut zu lesen, aber mit ein paar Längen. Trotzdem empfehlenswert wg. Surrender-not 😁
    Geschichtsstunde über das koloniale Indien, verpackt in einen Krimi

    Mal ehrlich, was weiß man über das Indien der Kolonialzeit? Selbst wenn man tief im alten Schulwissen gräbt, viel fällt einem dazu nicht ein. Ich hatte hauptsächlich wuchtige Möbel aus Mahagoni vor Augen…


    In diesem Krimi kann man das vergessene Wissen wieder auffrischen bzw. etwas dazulernen. Das ist aus meiner Sicht der große Pluspunkt dieses Romans. Er spielt an einem eher ungewöhnlichen Ort zu einer interessanten und politisch bedeutsamen Zeit. Insofern ist das Buch nicht nur für Krimileser interessant, sondern sicher auch für Leser, die einfach an einem zeitgeschichtlichen Porträt interessiert sind.


    Die Handlung spielt innerhalb von ca. einer Woche im feuchtheißen Kalkutta. Da treten einem zum Teil schon beim Lesen die Schweißperlen auf die Stirn ;-)


    Mein Lieblingscharakter im Buch war erstaunlicherweise nicht Protagonist Sam Wyndham, sondern sein Kollege Sergeant Banerjee. Dessen Vorname für die englischen Kolonialherren so schwer zu schreiben ist, dass man sich mit der lautgleichen englischen Form „Surrender-not“ behalf. Ich musste jedes Mal schmunzeln, wenn der Name im Buch auftauchte.


    In dem zu lösenden Kriminalfall spielen vor allem die politischen Gegebenheiten und die Konflikte zwischen Indern und Engländern eine große Rolle. Zwischen korrupten Beamten, vergnügungssüchtigen Politikern und aufrührerischen Revolutionären ermitteln Wyndham und Banerjee und geraten nicht nur einmal zwischen die Fronten. Die Auflösung mutet schließlich angesichts der Zustände durchaus realistisch an. Allerdings habe ich doch die eine oder andere Länge im Erzählstil gespürt und würde mir beim zweiten Fall noch ein bisschen mehr Tempo wünschen. So richtig kann ich mich nicht zwischen 3 und 4 Sternen entscheiden, aber angesichts des ungewöhnlichen und interessanten Settings gibt es 4 :-)

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    Buchgeschnipsels avatar
    Buchgeschnipselvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein historischer Kriminalroman, der mich so nicht hat überzeugen können.
    Ein angesehener Mann, welcher mich nicht überzeugen konnte

    Das Cover ist wunderschön. Die Farben sind perfekt abgestimmt und im Licht schimmert die Schrift einem entgegen. Wenn man die erste Seite des Covers aufklappt, sieht man eine Karte Kalkuttas im Jahre 1991. Das Hilft beim Lesen enorm die einzelnen Schauplätze vor Augen zu bringen, und nachzuvollziehen wo unser Ermittler denn nun hingewandert ist.
    Ich muss gestehen bisher keinen historischen Kriminalroman gelesen zu haben und vielleicht fiel es  mir deshalb so schwer mich in die einzelnen Charaktere zu versetzen und mir die Szenarien bildlich vorzustellen.
    Die Handlung an sich zieht sich extrem in die Länge, nach knapp 300 Seiten sind wir keinen Schritt vorwärts gekommen. Wir sprechen mit einzelnen Personen die in den Mord verwickelt sein könnten, aber kommen nicht auf den Punkt (lustigerweise merkt das Sam dann auch selbst höhö).
    Ich habe nicht immer zwischen einer ruhigen und einer „Action“-Szene unterscheiden können, meistens wusste ich noch nicht einmal in welchem Ton die Szene sich gerade abspielte. Das hat alles noch etwas trockener gemacht.
    Sam scheint wie jeder Ermittler eine schwierige Vergangenheit zu haben. Während der ersten hundert Seiten bekommen wir etwas von seiner Leidensgeschichte mit. Wie so manch anderer Ermittler der Bücher- und Serienwelt hat er mit Abhängigkeiten zu kämpfen, welche ihn durch die Nacht bringen.
    Sein Charakter ist sehr interessant und das ist leider auch der einzige spannende Punkt den ich hier zu vergeben habe. Für mich persönlich war es kein aufregendes Buch, deshalb würde ich es nur jemandem empfehlen, der auch wirklich sehr gerne historische Romane liest, denn wenn man erst nach dreihundert Seiten in die Gänge kommt, ist das schon ein wenig spät.

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    Wiebke_Schmidt-Reyers avatar
    Wiebke_Schmidt-Reyervor einem Jahr
    Kurzmeinung: Solide, britisch und ein bisschen langweilig - wie auch der Protagonist.
    Wie aus dem letzten Jahrhundert - angestaubt und nichts Neues

    Der Roman spielt 1919 im Indien unter englischer Herrschaft, und genau daran hat mich auch der Stil erinnert: an ein England der Kolonialzeit. Er liest sich wie ein Agatha Christie-Krimi mit einem traditionellen Inspektor und viel Klassenbewusstsein.

    Die Spannungsbögen sind sehr klassisch und nicht besonders raffiniert angelegt: Größtenteils nimmt man an allen Details der Ermittlungen teil, aber gelegentlich hat der Inspektor einen zündenden Gedanken, den er für sich behält, und ab da tappt man als Leser dann wieder im Dunkeln herum. Den Täter zaubert der Roman dann plötzlich irgendwie und ein bisschen inkongruent aus dem Hut. Mir ist diese Art Krimi zu althergebracht. Mit psychologischer Rafinesse ist da nichts.

    Den Protagonisten und Ich-Erzähler fand ich recht langweilig - sehr konventionell. Dass er Opium-abhängig ist, soll ihm wohl irgendwie was Verruchtes geben. Allerdings ergeben sich aus dieser Abhängigkeit keine Schwierigkeiten für ihn. Er denkt zwar manchmal daran, wie schön es wäre, sich jetzt zudröhnen zu können, hat sich aber pflichtbewusst immer im Griff, verliert weder wegen Drogen noch wegen Entzug je die Contenance oder den Scharfsinn oder gefährdet den Ausgang der Ermittlungen, sodass seine Drogensucht letztlich etwas Banales bleibt. Er könnte ebensogut Golf spielen oder Topfpflanzen züchten - das wäre der gleiche Effekt.

    Das Ganze wirkt nicht besonders exotisch, nur weil es in Kalkutta spielt. Man bewegt sich letztlich doch immer nur in den Kreisen der Kolonialherren und bekommt ein paar wenige Einblicke in das Leben der weniger Glücklichen - der jungen Prostituierten, der Mischlingskinder -, aber gerade mal so viel und so oberflächlich, wie es wohl ein wohlbehüteter Engländer an sich heranlasse würde und damit schon das Gefühl hätte, mordsmäßig was von Indien gesehen zu haben. Eigentlich spielt der Krimi in der englischen Oberschicht, nur dass allen etwas arg warm ist und Hausangestellte billiger als Vieh sind. Ich hatte mir von dem Roman eine interessante, differenzierte Auseinandersetzung mit einem so spannungsgeladenen Umfeld wie Indien unter britischer Herrschaft erhofft. Aber Fehlanzeige, es bleibt alles sehr, sehr brav.

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    Suhanis avatar
    Suhanivor einem Jahr
    Kurzmeinung: Über 500 Seiten eine spannende und bildreiche Geschichte aus dem alten Kalkutta (heute Kolkata). Aber einen halben Punkt ziehe ich ab....
    4,5 Sterne für ein gelungenes Debü!

    Das Cover hat mich sofort festgehalten.
    Da hatte ich sofort ein Bild vom alten Indien im Kopf.
    Und genau da spielt die Geschichte auch, Anfang des 20. Jahrhunderts in Kalkutta.

    Laut Klappentext hört sich das Buch nach einem Krimi an, das ist es auch – aber nicht nur.
    Vorne steht „Roman“ drauf, ist es auch – aber nicht nur.
    Ich würde es einen Roman mit Kriminalfall nennen.
    Ein Roman, weil die Geschichte viel von Kalkutta in der damaligen Zeit erzählt mit all ihren Eigenschaften.
    Ein Kalkutta, das immer noch von Briten vertreten wird aber selbst schon im Aufbruch ist. Der Ruf nach Unabhängigkeit wird immer größer aber noch haben die Briten die behördliche Verwaltung und das Gesetzt in der Hand.
    Es brodelt zwar schon unterschwellig in der einheimischen Bevölkerung, aber noch hat das Empire Oberwasser.
    Aber vielleicht auch nicht mehr so, wie es die Briten glauben?
    Denn da ist ja auch noch der Mord an einen leitenden Angestellten der Verwaltungsbehörde.
    Der trotz des Romananteils gleichwertig seinen Anteil an der Geschichte hat.
    Er ist immer gegenwärtig und beides – der Roman und der Krimi – verbinden sich perfekt.

    Das Buch konnte mich von Anfang an fesseln und beginnt auch gleich mit dem Fund der Leiche, also kein unnötiges Vorabgeschwafel. Die Ermittlungen fangen somit gleich an.
    Als Neuling soll Sam den Fall leiten, er merkt aber schnell dass die Uhren in Kalkutta und allgemein in Indien anders ticken. Nicht nur das die Einheimischen nicht gerade kooperativ sind, merkt er auch das in den eigenen Reihen nicht alles so läuft wie es den Anschein hat.
    Jeder in der Hierarchie des Empire scheint seine eigenen Ansichten und Methoden zu haben, was für den Fall nicht unbedingt immer hilfreich ist.
    Sam muss sich nicht nur an das schwer zu ertragende Klima des Landes gewöhnen und einen Mord aufklären, er muss auch schnell feststellen das er nicht in jeder Hinsicht Unterstützung findet.
    Weder bei den Einheimischen, noch bei den eigenen Leuten.
    Wird er trotzdem den Fall lösen können?
    Und wenn ja, was wird der Mord noch alles aufdecken?
    Die Fragen wurden mir am Ende alle beantwortet!

    Der Autor hat es geschafft, das in meinem Kopf das Buch in einem Film umgewandelt wurde. Die Figuren waren für mich alle glaubwürdig und ich konnte gut in die Geschichte abtauchen.
    Sam Wyndham, dessen Hintergrund man nach und nach erfährt – Ein Charakter mit Ecken und Kanten, der seine eigenen „Monster“ noch mit sich herumträgt.
    Seinen unmittelbaren Vorgesetzten und einige andere der Behörde, die auch nicht immer so können wie sie gerne wollen.
    Und vor allem ist da der indische Sergeant Banerjee.
    Surrendranath Banerjee, genannt „Surender-not“, weil keiner seinen Namen richtig aussprechen kann.
    Er ist der engste Mitarbeiter von Sam, mehr als Laufbursche von den anderen gedacht, aber Sam merkt schon bald dass in Surender-not mehr steckt.
    Aber auch zu den Einheimischen im Polizeidienst haben die Oberen der Behörden eine eigene Meinung…
    (Neben Sam ist Surender-not mein Lieblings-Charakter!)

    Das Buch war durchweg interessant und spannend zu lesen.
    Die Konflikte an allen Seiten des Landes, insbesondere Kalkutta. Die Einheimischen, die im Untergrund schon aufbegehren. Die Behördenwillkür, die jeden treffen kann. Jeder will das Beste für sich rausholen und dabei die Oberhand über das Land und seine Bewohner behalten – oder wiedererlangen.
    Da wird vertuscht und intrigiert nach allen Seiten – und der Ermittler Sam sitzt quasi zwischen allen Stühlen.
    Natürlich bleibt diese Geschichte nicht frei von Rassendenken, aber so war es in der Zeit und alles andere wäre auch mehr als unglaubwürdig gewesen.

    Was mich allerdings gestört hat, waren die eingestreuten indischen Wörter.
    Nicht jeder weiß dass ein „Lathe“ der Polizeistock der indischen Polizisten ist.
    Ein „Punkah“ der große Fächer an der Decke ist.
    Und so gibt es noch einige andere Begriffe, die zwar nur verstreut auftauchen und nie Überhand nehmen, die aber nicht erklärt werden.
    Ein Glossar hinten im Buch wäre da sicher hilfreich gewesen!
    Mir persönlich hat es nicht gestört, da ich schon viele indische Geschichten gelesen habe. Die kurzen, in der wörtlichen Rede fallenden Worte erklären sich durch die Gesamtheit des Satzes, denn Bengali ist mir auch nicht so geläufig wie Hindi und ich hab trotzdem alles verstanden.
    Aber nicht jeder hat schon so viele indische Geschichten gelesen wie ich und könnte damit Schwierigkeiten haben und deswegen würde ich hier auch einen halben Punkt abziehen.
    Gut fand ich aber die im vorderen Deckel abgedruckte Karte mit den ganzen Orten wo die Geschichte stattfindet. So kann der Leser sich auch im dichten Straßengewirr Kalkuttas orientierten.


    Mein Fazit:
    Über 500 Seiten eine spannende und bildreiche Geschichte aus dem alten Kalkutta (heute Kolkata).
    Intrigen und Verschleierung sind hier genauso zu finden wie Mut und Vertrauen.
    Ein Schreibstil der mich fesseln konnte, mit einer glaubhaften Geschichte, die mich gespannt auf Sam Wynhams 2. Fall warten lässt!

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    KasiaJaeckels avatar
    KasiaJaeckelvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Mehr davon!
    Ermittler im Politdschungel Kolonialindiens - gelungener Auftakt!

    Herr Abir Mukherjee war mein Zeit- und Abenteuerreiseführer nach Kolonialindien mit seinem Krimireihenauftakt „Ein angesehener Mann“.

    Wohin geht die Reise?

    Sie nahm mich mit in das Kalkutta von 1919 und stellte mich erneut einem ziemlich abgewrackten – wenn auch hochintelligenten und unerschrockenen – Ermittler vor. Sam Wyndham kehrt aus dem ersten Weltkrieg ins Nichts wieder, nachdem alle engeren Freunde im Krieg gefallen sind und seine geliebte Frau in seiner Abwesenheit einer Krankheit erlag.
    Opiumsüchtig wie er ist – um Trauer sowie Einsamkeit zu betäuben – ergreift er die Chance als ihn ein ehemaliger Vorgesetzter in die Polizeitruppe nach Kolonialindien ruft. Er betritt die Welt einer Herrscherklasse, die voll ist von vorgeschobenem Gutmenschentum und egozentrischer Ausbeutung der einheimischen Strukturen.

    Es wird ihm keine Zeit zur Assimilierung an diese für ihn wildfremde Welt gelassen. Nur wenige Wochen nach Dienstantritt wird ein hochrangiger Staatsbeamter brutal erstochen im Rotlichtviertel von Kalkutta aufgefunden. Ein am Tatort plump hinterlassener Zettel weist auf politisch motivierte Täter hin, die der englischen Herrschaft in Indien überdrüssig sind.

    Glücklicherweise lässt sich Sam nicht von derart primitiv vorgeschobenen „Beweisen“ von anderen weitaus interessanteren Spuren ablenken.

    Vorgehensweise

    Sam Wyndhams Alleingänge lernte ich als Leser sehr schnell kennen – teilweise auch kopfschüttelnd, denn sie sind nicht unbedingt nur edlen Motiven zu verdanken. Sie fußen gerne in der Suche nach der nächst gelegenen Opiumhöhle.
    Die offene Einstellung, die Sam seinem indischen Sidekick Banerjee entgegenbringt, wirkte authentisch. Ebenso authentisch war aber auch sein langsamer Anpassungsprozess an die abwertende Art der damaligen Kolonialmächte den indischen Kollegen und Mitbürgern gegenüber. Er kämpft anfangs gegen die Schubladen und die Vorurteile. Mal ist er von der Unterwürfigkeit seines Untergebenen genervt, fordert und fördert ihn wo er kann. Nur um nach Wochen sich selbst dabei zu erwischen, wie er dessen Meinung unter den Tisch kehrt sowie sich mit List und Tücke seiner Dienste versichert.

    Klingt nicht übermäßig sympathisch. Dafür aber echt. Mir persönlich hat es gefallen einen zeitangemessenen Ermittler anzutreffen, der zwar im Grunde ein „Guter“ ist, dennoch nicht frei von den Prägungen seiner Sozialisation. Übermenschliche Dauerhelden, die sich NIE im Ton vergreifen, NIE etwas Egozentrisches machen und erst recht NIE zum Nachteil von Mitmenschen handeln, gehen mir – zugegebenermaßen – in der Literatur auf die Nerven. Was nicht heißen soll, dass ich nicht mit Freude an deren persönlicher Entwicklung, deren Besserungsprozessen oder auch Reinfällen teilhabe.

    Das hat sicher Zeit gekostet…

    Mit „Ein angesehener Mann“ konnte ich die Ergebnisse von guter (sicherlich zeitintensiver) Historienrecherche und ausgezeichneter Autorenvorarbeit vor dem eigentlichen Schreibprozess geniessen. Dies macht sich nicht nur in den detaillierten Beschreibungen der baulichen Kulissen, Stimmungen und der allgemeinen politischen Lage bemerkbar. Auch in den Interaktionen mit den Nebenrollen, in der Ausarbeitung von deren Hintergründen schlägt sich die mühevolle Integration von Geschichtswissen, Politikverständnis und eigentlicher Kriminalgeschichte nieder.

    Wieviel und welche persönliche Motivation hinter der Wahl des Spielortes und der Zeit steckt, würde ich gern mit dem Autor erörtnern. Abir Mukherjee hat schließlich selbst indische Wurzeln, daher ist die Frage naheliegend. Ich will ihm aber auch an der Stelle nichts in den Mund legen.

    Zu den anderen Nebenrollen zählen unter anderen der Polizeichef Lord Charles Taggart und eine intelligente sowie attraktive Bekanntschaft in Form von Annie Grant. Sie ist die Sekräterin des unter so grausamen Umständen verstorbenen Politikers und kreuzt durch die Ermittlungsarbeit Sams Weg.

    Es ist ein Genuß in jedem Buch, wenn nicht nach drei Sätzen solcher Begegnungen klar ist, wer Freund oder Feind ist. Ferner ist es einfach nur toll, dass auch die Beziehung zwischen Sam und Annie nicht einfach gestrickt bleibt, sondern vielschichtig und von vielen Faktoren mitbestimmt. Es hätte mich in dem Kontext enttäuscht, wenn diese zarte Zuneigung einfach nur in ein klassisches Betthupferl gemündet hätte.

    Mehr möchte ich aber auch nicht andeuten, zuviel Spoiler.

    Die angedeuteten anderen Spuren, an die sich Sam heftet, führen bald in die Fänge einer politisch-wirtschaftlichen Intrige, die sich auch an unserem Ermittler die „Krallen wetzt“.

    …darüber hinaus gelungen

    Darüber hinaus gelungen ist die schöne Covergestaltung sowie Innengestaltung des Buchs.

    Als Fazit kann ich für Euch festhalten, dass es bis zur allerletzten Seite spannend bleibt, der Spannungsbogen exzellent gelungen ist und man nicht bereits nach der Hälfte den Hauptbösewicht erahnt. Zumindest ich nicht.

    Der zweite Band der Reihe – „A necessary evil“ – ist im anglo-amerikansichen Raum bereits erschienen. Auf der englischsprachigen Webpage des Autors könnt Ihr gern bei Interesse nachschauen. Je nach Leseenergie steht es bereits für mich fest, dass ich schnellstmöglich die englischsprachige Ausgabe in meinen Besitz bringen und verschlingen werde. In Deutschland ist das Buch beim Heyne Verlag erschienen – ein Verlag der Random House Gruppe.

    Kommentare: 8
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    tinstamps avatar
    tinstampvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein bemerkenswerter Debütroman, der mich ins farbenprächtige Indien entführte. Atmosphärisch und komplex, aber mit Längen
    Sam Wyndham 1

    Ich interessiere mich sehr für Indien und deswegen fiel mir dieses Buch schon lange vor dem Erscheinungstermin auf. Interessant war für mich auch noch die Zeit in dem es spielt und dass es sich um einen Krimi handelt. Alles Punkte, die mich überzeugten!

    Abir Mukherjee entführt den Leser in das Kalkutta des 20. Jahrhunderts. Es ist die Zeit der britischen Kolonialherrschaft und der Unterschied zwischen den englischen "Herren" und der einheimischen Unterschicht ist allgegenwärtig.
    Sein Protagonist Sam Wyndham ist erst vor kurzem in Kallkutta angekommen. Nach Ende des Ersten Weltkrieges lässt sich der ehemalige Scotland Yard Ermittler von Großbritannien nach Indien versetzen. Er hat im Krieg alles verloren, ist desillusioniert und möchte in Kalkutta ein neues Leben beginnen. Doch bevor er sich überhaupt richtig akklimatisieren kann, hat er bereits seinen ersten Mordfall. Der Tote kommt noch dazu aus höheren Kreisen und wurde im falschen Teil der Stadt ermordet aufgefunden. Kein besonders angenehmer und leichter Start, denn diese Umstände drängen zusätzlich auf eine schnelle Überführung des Täters. Der allgegenwärtige gesellschaftliche Trennung lässt auch nur eine Vermutung zu: Der Täter muss ein Bengale sein. Steckt doch auch ein Zettel mit einer Warnung im Mund des Toten.

    Mit dem einheimischen Sergeant Banerjee hat Sam einen äußerst intelligenten Untergebenen an seiner Seite. Digby, sein englischer SuB-Inspector, möchte den Fall zwar ebenfalls schnell aufklären, ist aber noch immer sauer, dass er nicht befördert wurde und der Neue, den ihm zustehenden Posten bekommen hat.
    Sam versucht allen Hürden zum Trotz den Täter zu überführen und ermittelt bis in die höchsten politischen und wirtschaftlichen Kreise, womit nicht Jeder einverstanden ist....

    "Ein angesehener Mann" ist der erste Band einer neuen Reihe um den Ermittler Captain Sam Wyndham.
    Der Krimi ist eher ruhig und baut viel auf die politische Lage in Indien zu dieser Zeit auf. Der Unterschied zwischen den 150.000 weißen Kolonialherren, die über 3 Millionen Inder herrschen, und die strikte Trennung zwischen der White und der Black Town zieht sich als roter Faden durch die ganzen 512 Seiten. Die politischen Verhältnisse werden so geschildert, dass man sie auch ohne Vorkenntnisse versteht. Den unterschwelligen Rassismus stellt der Autor gekonnt mit seinen beiden Inspectors dar. Während sich Sam den Indern gegenüber aufgeschlossen gibt, stellt Digby den typischen englischen "Herrscher" dieser Zeit dar. In seiner respektlosen Art gegenüber den Einheimischen nennt er Sergeant Banerjee wegen der Unausprechlichkeit seinen Vornamens einfach "Surrender-not".

    Mukherjee gelingt es nicht nur die Stadt und die brodelnde Atmosphäre in der indischen Metropole bildgewaltig darzustellen, sondern auch die Charaktere detailiert zu beschreiben. Man hat das Gefühl diese Figuren zu kennen. Gleichzeitig spürt man die Hitze und den Staub der damals blühenden Stadt am Fluss Hugli. Kalkutta bildete zu dieser Zeit nach dem Ersten Weltkrieg das Zentrum der Unabhängigkeitsbewegung, was man immer wieder zwischen den Zeile spüren kann.

    Sam ist ein sympathischer Ermittler, der noch etwas mit seinen Dämonen aus dem Weltkrieg zu kämpfen hat und deshalb sehr authentisch wirkt. Er hat ebenso seine Ecken und Kanten und ist dennoch kein "kaputter Typ", wie sie gerne in den skandinavischen Krimis verwendet werden. Besonders mochte ich aber seinen indischen Kollegen Banerjee, der loyal zu seinen Vorgesetzten steht. Der britische Humor blitzte ebenfalls hin und wieder durch, was mir gut gefallen hat.
    Die im Buchinneren abgebildete Karte von Kalkutta zeigt die beiden Stadtteile und die Stationen der Ermittlungen.

    Der Kriminalfall ist sehr komplex und atmosphärisch und lädt zum Miträtseln ein. Ich wusste bis zum Ende nicht, wer oder was dahintersteckt.

    Fazit:
    Ein bemerkenswerter Debütroman, der mich ins farbenprächtige Indien entführte. Atmosphärisch und komplex mit einem Schuss trockenen englischen Humor. Trotzdem gab es in der Mitte des Buches einige kleine Längen, bei der die Geschichte nicht wirklich voran kam. Auch etwas mehr Spannung hätte der Krimi gut vertragen. Deswegen vergebe ich gute 4 Sterne und bin schon gespannt auf den Folgeband.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Spannender, historischer Kriminalroman

    Durch Zufall bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden und nachdem ich den Klappentext durchgelesen habe, war mir klar, dieses Buch muss ich lesen.

    Es handelt sich hierbei um einen historischen Krimiroman, der leicht, locker und flott zu lesen ist. Der Schreibstil ist sehr spannend und obwohl ich mich Anfang ein wenig schwer tat, in die Geschichte hineinzufinden, war ich aber Kapitel 3 voll dabei und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen.
    Der Spannungsbogen ist sehr gut aufgebaut, dass mir als Leserin niemals langweilig wurde und ich immer wieder überrascht geworden bin.

    Sam Wyndham, der kein glückliches Privatleben hat, ist ein Ermittler mit Ecken und Kanten, denn er zeigt Stärke aber auch Schwäche. Dennoch ist Sam mir als Ermittler sehr sympathisch und der Autor hat es verstanden, dem Leser die Chance zu geben, in dem Fall ermitteln zu können, denn bis zum Ende, wusste ich nicht, wer der Täter sein könnte.

    Die Handlungsorte und Figuren sind bildlich vorstellbar, dass es mir gelang, ein persönliches Kopfkino einzuschalten.

    Erzählt wird aus der Sicht von Sam und in der ICH-Form, was es noch leichter macht, in das Buch einzutauchen.

    Auf den nächsten Band bin ich schon sehr gespannt, denn die Mischung aus historischem und Krimi, ist einfach genial für mich.

    "Ein mitreißender, historischer Kriminalroman, der einen Spannungsbogen hat, dass dem Leser nie langweilig wird. Ein Ermittler, den man einfach nur sympathisch finden kann, denn wer ist schon perfekt?. Absolut Lesenswert und ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Band." 

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