Achim Haug

 5 Sterne bei 6 Bewertungen

Alle Bücher von Achim Haug

Cover des Buches Reisen in die Welt des Wahns (ISBN:9783406727436)

Reisen in die Welt des Wahns

 (3)
Erschienen am 25.01.2019
Cover des Buches Das kleine Buch von der Seele (ISBN:9783406703928)

Das kleine Buch von der Seele

 (3)
Erschienen am 06.12.2017

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Rezension zu "Reisen in die Welt des Wahns" von Achim Haug

„Innen-Einsichten“ aus „Ver-rückten“ Welten
michael_lehmann-papevor einem Jahr

„Innen-Einsichten“ aus „Ver-rückten“ Welten

„…meiner Patientin, die fest auf dem Boden steht, als auch dieser zu wanken beginnt“.

Das ist, was, meist schleichend, geschehen kann. Dass das Innere sich „ver-rückt“, das Fantasien, negative Emotionen, Wahnvorstellungen die Regie über das eigene Leben, die eigene Person übernehmen und zu, für die Außenwelt, kaum verstehbaren Auswüchsen, Haltungen und Fantasien führen.

Was allerdings auch erschreckende Komponenten für jenes „Außen“ in sich trägt, dann der Blick auf den „Ahn“ kann auch wie ein Blick in einen, wenn auch verzerrten, Spiegel wirken. Zumindest die Sorge wachrufen, wenn „dem oder der“ das passiert, kann es dann nicht jedem, auch einem selbst zustoßen?

Vier konkrete Fälle aus seiner Praxis sind es, die Haug, natürlich anonymisiert und verfremdet, dem Leser vor Augen führt. Und an denen er überaus verständlich, griffig und Schritt für Schritt das „hineingleiten“ oder „hineinrutschen“ in einen Wahn ebenso faszinierend erläutert, wie die Behandlung selbst, den „Weg zurück“.

Seien es „vielfache Stimmen von Leuten in mir“.

„Stellen sie sich vor, es gelingt jemandem, ganz dicht hinter ihnen zu gehen. Er begleitet sie, wohin sie auch gehen, immer ist da jemand nah bei ihnen…..Und diese Person flüstert ihnen etwas ins Ohr“ (und das quasi ununterbrochen).

Solch kleine, nüchterne, sachliche Beschreibungen sind es, die dem Leser auch emotional ermöglichen, sich wirklich mit hineinzuversetzen, zu ahnen, was es bedeutet, die innere „Bodenhaftung“ zu verlieren.

„Tamara erlebte die Stimmen völlig real. Sie hörte sie mit den Ohren, es war nicht einfach ein laut empfundener Gedanke“.

Wie auch Tobias völlig überzeugt davon war, dass er ein „Heiliger“ ist. Ein „Abgesandter Gottes“. Was allein schon ein bedrängendes Erleben darstellt, wenn man dann aber die eigene Freundin noch als „Tochter des Teufels“ betrachtet.

Das kann zum einen gefährlich werden, zum anderen zeigt Haug an diesem Beispiel überzeugend auf, wie sehr alle Elemente des alltäglichen Lebens mehr und mehr in einer ganz eigenen Logik miteinander in eine solche Verbindung gebracht werden, dass jedes Element am Ende den konkrete Wahn stützt.

Auch wenn Haug sprachlich eingängig und einfach die Dinge auf den Punkt benennt, eine einfache Lektüre legt er gerade deswegen nicht vor, weil das Thema so befremdlich zunächst ist und es eine Weile benötigt für den Leser, sich in diese „ver-rückten“ Welten einzufühlen. Was aber ein überaus lohnender und hoch interessanter Vorgang am Ende ist, denn selten hat man die Gelegenheit, einem „in sich verdrehten“ Denken so plastisch nahe zu kommen.

Eine sehr empfehlenswerte Lektüre.

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Rezension zu "Reisen in die Welt des Wahns" von Achim Haug

‚Es ist auch eine Geschichte über das, was sicher ist, und das, was wir nur für sicher halten.'
sabatayn76vor einem Jahr

‚Es ist auch eine Geschichte über das, was sicher ist, und das, was wir nur für sicher halten. [...] Wenn der eine oder andere Leser vielleicht am Schluss selbst etwas verunsichert ist, würde mich das freuen, denn dies bringt uns näher an das Verständnis von Menschen mit Wahn.‘ (Seite 7)

Achim Haug, emeritierter Professor für Psychiatrie, erzählt in ‚Reisen in die Welt des Wahns‘ anhand von vier Fallgeschichten von unterschiedlichen Facetten psychotischen Erlebens sowie von psychologischen Grundlagen bezüglich Wahrnehmen, Denken usw.

Er berichtet u.a. von kognitiver Dissonanz, Vulnerabilitäts-Stress-Modell der Schizophrenie, Suizidalität, Praecox-Erleben, schizotyper Persönlichkeitsstörung, Karl Jaspers, doppelter Buchführung, formalen Denkstörungen, Wahnstimmung, Wahnarbeit, Wahneinfall, Wahnwahrnehmung, bizarrem Wahn in der Schizophrenie, Wahndynamik, Jumping-to-Conclusions-Bias, Ich-Störungen, Wahnursachen, Wahnentwicklung, Capgras-Syndrom und Behandlung von Wahn.

Ich bin kein Laie im Bereich Schizophrenie, Psychose und Wahn, und die Terminologie im Buch war mir geläufig, die Phänomene bekannt, Personen wie Kurt Schneider und Karl Jaspers ein Begriff, ihre Arbeit im Bereich der Psychopathologie der Schizophrenie vertraut. Die psychologischen Grundlagen kenne ich aus meinem Psychologie-Studium, die Psychopathologie der Schizophrenie durch eine langjährige Forschungstätigkeit und universitäre Lehre im Bereich der Schizophrenie. Ich kann deshalb schlecht einschätzen, ob das Buch für einen blutigen Anfänger durchweg verständlich ist, aber ich vermute, dass es so ist, denn ich empfand ‚Reisen in die Welt des Wahns‘ als extrem eingängig, spannend und exzellent zusammengefasst. Zudem habe ich trotz intensiver Vorkenntnisse sehr viel von Haug gelernt, habe interessante Einblicke in verschiedene Aspekte erhalten und außerdem Erklärungen bekommen, die mir selbst beim tieferen Verständnis von Wahnerkrankungen geholfen haben.

Es ist wirklich beeindruckend, wie sehr es Haug vermag, dem Leser verschiedene Phänomene nahe zu bringen. Dabei helfen einerseits seine Gedankenspiele, andererseits seine detaillierten Erklärungen, die dazu führen, dass man sich als Nicht-Betroffener etwas besser vorstellen kann, wie sich Wahn und Halluzinationen anfühlen, was in Betroffenen vorgeht, was mit ihnen geschieht, was Wahn für sie und für Außenstehende bedeutet.

Haug stellt in ‚Reisen in die Welt des Wahns‘ vier verschiedene Fallgeschichten vor, die anschaulich zeigen, wie heterogen Wahnerkrankungen sind, wobei der Autor packend von biografischen Aspekten, Symptomen und Therapie berichtet, berührt und bewegt, aufklärt und informiert.

‚Reisen in die Welt des Wahns‘ ist ein kluges und respektvolles Buch, das dem Leser tiefe Einblicke in die Psychopathologie von Wahnerkrankungen, aber auch in die Geschichte der Psychiatrie gewährt. Ich wünsche dem Buch sehr viele Leser und mir persönlich weitere Bücher von Haug.

‚Ich habe versucht, ein unterhaltsames Buch zu schreiben. Darf man das? Meine Hoffnung ist, dass auf diesem Weg mehr Menschen von den Erkrankungen erfahren, von denen das Buch handelt. Vielleicht trauen sie sich so etwas näher heran an psychische Störungen. [...] Ich hoffe [...], dass wir den Menschen, die [...] daran leiden, im Verständnis etwas näher gekommen sind.‘ (Seite 219f)

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Rezension zu "Das kleine Buch von der Seele" von Achim Haug

Der Autor eröffnet dem Leser einen Blick auf die Psychiatrie.
Buchraettinvor 2 Jahren

Was ist die Seele?  Mit dieser Frage beginnt dieses Sachbuch.
Wie arbeitet ein Psychiater? Wie unterscheiden sich die beiden Berufsgruppen Psychiatrie und Psychologe? Welche Behandlungsmöglichkeiten in der Psychiatrie gibt es? Welche Krankheiten gibt es in der Psychiatrie?

Der Autor des Buches so erfährt der Leser im Buch ist Professor für Psychiatrie an der Universität in Zürich und ärztlicher Direktor einer Privatklinikgruppe.

In kurzen knappen Kapiteln, die auch sehr gelungen ineinander übergehen, erklärt der Autor mit einfachen Worten, nur wenige medizinischen Fachbegriffen, die Krankheiten der Psychiatrie, die Therapie, Diagnostik und auch die Arbeit eines Psychiaters.

Was mir sehr gut gefallen hat, er spricht auch den Unterschied zwischen Psychiater und Psychologe an. Dass beide Berufe gern sozusagen in einen Topf geworfen werden, begegnet mir auch immer mal wieder.

Der Autor nimmt in seinen Erläuterungen auch immer wieder Bezug auf Patienten. Er erklärt anhand von Fallbeispielen, das ist sehr gelungen und ich denke auch für medizinische Laien sehr verständlich dargestellt.

Ebenso spricht er Vorurteile der Menschen an. Gegen die Psychiatrie, psychiatrische Erkrankungen, aber auch der Menschen, die dort arbeiten. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass dieses Buch nicht nur für interessierte Laien oder Betroffene interessant ist, sondern auch für Studenten oder Pflegepersonal, die dieser Fachbereich der Medizin interessiert, bietet es einen guten Überblick.

Vorn im Buch findet man ein Inhaltsverzeichnis mit den Abschnitten. Es unterteilt sich u.a. in Diagnostik, Krankheiten, Seele, Therapien wie Medikamente und auch Psychotherapie.
Es lädt ein gezielt nachzulesen, bei dem Thema, das den Leser interessiert.
Ich hätte mir vielleicht noch ein Register und ein kurzes Literaturverzeichnis gewünscht.

Sehr gelungen fand ich auch den Blick auf die Seele und deren Diskussion. Gut gefallen hat mir auch die direkte Ansprache des Lesers und auch die Ausblicke auf die aktuellen Forschungen.

Ich mochte auch sehr den einfühlsamen Stil des Autors. Es gelingt ihm in diesem Buch mit Vorurteilen aufzuräumen, aber ebenso Patienten und Angehörigen Ängste zu nehmen.

Der Autor eröffnet dem Leser einen Blick auf die Psychiatrie. Die Erkrankungen, Therapie, Heilung, Prävention, Vorurteile, das Buch bietet in gut verständlichem Stil einen sehr guten Überblick.




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