Achim Zons

 4 Sterne bei 25 Bewertungen
Autor von Wer die Hunde weckt, Wer die Hunde weckt und weiteren Büchern.
Autorenbild von Achim Zons (©Christoph Mukherjee / Quelle: C. H. Beck)

Lebenslauf von Achim Zons

Achim Zons ist Autor und Verfasser von Drehbüchern für Film und Fernsehen. Er studierte Jura, Geschichte, Politik und Philosophie in Heidelberg und München und absolvierte die Deutsche Journalistenschule. Er war von 1978 bis 2015 leitender Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und verantwortlich für das Thema des Tages, Seite Drei und die Feuilleton-Beilage SZ Wochenende. Weiterhin war er Dozent an der Universität München von 1980-1983, an der Deutschen Filmakademie und an der Deutschen Journalistenschule. Er lebt in München als freiberuflicher Autor und " Wer die Hunde weckt" ist sein erster Kriminalroman.

Alle Bücher von Achim Zons

Cover des Buches Wer die Hunde weckt (ISBN: 9783406704086)

Wer die Hunde weckt

 (22)
Erschienen am 16.02.2017
Cover des Buches Beim Schrei des Falken (ISBN: 9783406739651)

Beim Schrei des Falken

 (1)
Erschienen am 18.07.2019
Cover des Buches Wer die Hunde weckt (ISBN: 9783862319916)

Wer die Hunde weckt

 (2)
Erschienen am 10.02.2017

Neue Rezensionen zu Achim Zons

Neu

Rezension zu "Beim Schrei des Falken" von Achim Zons

Aufgabe der Neutralität.
Gulanvor 9 Monaten

„Ich habe mehrere Wochen unter diesen Menschen gelebt, und das hat fast alles, was ich vorher dachte, infrage gestellt. Für mich jedenfalls ist die große Tragik, dass das Gute, das ja auch in einem solchen Land möglich wäre, von den Menschen dort weder als nützlich noch als fair angesehen wird. Zumindest so lange nicht, wie der Staat jedes nur denkbare Unrecht begeht und sanktioniert.“ (Auszug Seite 104)


In einem Sanatorium in der Schweiz besuchen zwei deutsche Geheimdienstler den Journalisten David Jakubowicz. Dieser hält sich dort auf, seitdem er nach traumatischen Ereignissen aus Syrien zurückgekehrt ist. Jakubowicz ist in Syrien mitten in die Bürgerkriegsereignisse hereingeraten und hatte Kontakt zu oppositionellen Kräften. Der BND hofft auf entscheidende Informationen, denn in Syrien spitzen sich die Ereignisse zu: Auf den Anführer der Opposition wurde ein tödlicher Anschlag verübt und irgendjemand ermordet Männer im unmittelbaren Umfeld des Diktators Assad.

Die beiden Abgesandten vom BND, Jonas Boldt und Tilda Hansson, sind offiziell auf der Suche nach Beweisen für Menschenrechtsverletzungen, aber da schwingt auch noch etwas anderes mit. Deutsche Sicherheitsfirmen sind mit Segen der Bundesregierung in Syrien tätig, aber wie halten sie es mit ihrer neutralen Rolle? Boldt und Hansson vertreten unterschiedliche Abteilungen und stehen – das wird bald klar – in Konkurrenz zueinander. Boldt vertritt das Establishment, Hansson die Außenseiterrolle in ihrer Behörde. Hansson hat außerdem ein persönliches Interesse: In Syrien beim Attentat auf den Oppositionsführer Dscherba verlor sie eine Agentin und persönliche Freundin. Dank einer Drohnenaufnahme weiß Hansson, dass Jakubowicz damals ebenfalls vor Ort am Märtyrerplatz war. Zufall? Oder weiß er mehr? Sicher ist: Er hatte Kontakt zu einer Schlüsselfigur, Harun Tamimi, Deckname Caesar, ein ehemaliger Fotograf des Regimes, der sich nun der Opposition angeschlossen hat.

Zeitgleich zu den Befragungen im Sanatorium hat Emma Bricks, Journalistin einer renommierten deutschen Tageszeitung und gute Bekannte von David Jakubowicz, eine ganz heiße Story in den Schoß gelegt bekommen. Ein Redakteursveteran ist in den Ruhestand gegangen, aber hat Emma ein Dossier überlassen, das Beweise für Menschenrechtsverletzungen, für illegale Waffenlieferungen und für die Beteiligung von deutschen Sicherheitskräften an den Ereignissen enthält. Ganz brisantes Material, das den Inhaber in direkte tödliche Gefahr bringt.


Vielleicht hätte David klar sein müssen, dass diese Nacht am Zürichsee nicht zu Ende gehen würde ohne einen Kampf bis zum Äußersten. Tilda hatte schließlich mit ihren Plänen nicht hinterm Berg gehalten. Und wenn er gewusst hätte, was ‚bis zum Äußersten‘ bedeuten würde, hätte er sich vielleicht gewappnet. Aber so war er verloren. Es war schon seltsam: Sie waren hier in der Schweiz, um die furchtbarsten Erlebnisse seines Lebens sichtbar und greifbar zu machen – und die Mittel dafür waren, je länger Tilda und er zusammen waren: Einfühlung, Verführung, Suggestion, Hingabe – und Gewalt, wie sich herausstellen sollte. (Seiten 24 und 241)


Man glaubt es kaum, aber der Bürgerkrieg in Syrien dauert nun schon fast zehn Jahre. Auslöser waren damals die friedlichen Proteste im Rahmen des Arabischen Frühlings (der letztlich übrigens sehr ernüchternd verlaufen ist, einzig Tunesien scheint die demokratische Richtung beizubehalten). Der Bürgerkrieg ist vor allem von Seiten des Regimes kompromisslos geführt worden. Die zahlreichen Menschenrechtsverletzungen von Diktator Assad sind eigentlich gut dokumentiert, dennoch hat dies bestimmte Kräfte nicht davon abgehalten, ihn militärisch zu unterstützen oder seine Gegner zu bekämpfen. Der Westen hat die Opposition zwar logistisch unterstützt, lässt aber ansonsten ein klares Konzept vermissen. Trotz andauernder Flüchtlingskrise ist der Bürgerkrieg in Syrien aus den ersten Schlagzeilen verschwunden und von einer Ablösung Assads redet schon lange keiner mehr. So liegt es unter anderem an der Literatur, das Thema weiter anzusprechen. Hier gelingt dies dem Autor und Journalisten Achim Zons, der lange Jahre bei der Süddeutschen Zeitung arbeitete, eindrücklich, das Unrechtsregime plastisch und mit erschreckenden Beispielen dem Leser vor Augen zu führen. Dabei vermischt er Fakten wie beispielsweise die Geschichte des ehemaligen Fotografen „Caesar“, der seine Erlebnisse in der Foltermaschinerie des Regimes publik gemacht hat, mit der Fiktion einer Todesliste von Regimestützen, die sukzessive abgearbeitet wird.

Das Buch beginnt als eine Art Kammerspiel. Bei den Verhören erzählt Jakubowicz nach und nach, wie er in die Geschehnisse in Syrien geraten ist (er hat in Hongkong im Gefängnis einen Syrer kennengelernt) und wie er relativ schnell die Rolle des neutralen Beobachters aufgegeben hat – angesichts der Ereignisse fast schon musste. Wie stark er seine Neutralität verlässt, dies ist dann doch wiederum diskutabel. Ein ähnliches Dilemma hat Tilda Hansson, die gegen Kräfte im eigenen Hause arbeiten muss, die dem Status Quo in Syrien gar nicht abgeneigt sind. Hansson und Jakubowicz sind sich nicht unsympathisch, aber sie belauern sich, verraten dem anderen die entscheidenden Details nicht. Eine interessante Konstellation mit zwei eher positiv besetzten Figuren, die jedoch genug Grautöne besitzen und zumeist gegeneinander arbeiten.

Der Großteil der Geschichte spielt innerhalb einer Woche. Viele Ereignisse werden in Rückblicken erzählt. Dadurch wird die Spannungskurve zu Beginn nicht immer ganz hoch gehalten, aber dies steigert sich während des Buches. Auch sind nicht immer alle Figuren geglückt, manche Nebenfigur wirkt doch ein wenig klischeehaft. Dennoch ist Achim Zons hier ein lesenswerter Thriller gelungen, der das Unrecht in Syrien noch einmal deutlich beschreibt und moralische Fragen aufwirft.

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Rezension zu "Wer die Hunde weckt" von Achim Zons

Was passierte in Kundus?
schillerbuchvor 2 Jahren

David Jakubowicz ist Journalist und findet sich im Hafenbecken Hongkongs wieder, auf dem Beifahrersitz eine Autos, das wenige Minuten zuvor die Hafenbegrenzung durchbrochen hatte. Die Frau neben ihm ist tot. Sie war eine CIA-Agentin, die ihm bei einem Essen wichtige Informationen über eine Geheimoperation zukommen lassen wollte.

Kurz danach bombardieren Tiefflieger in Afghanistan auf Befehl des deutschen Offiziers Robert Westphal eine Konvoi, der scheinbar einen Angriff auf einen deutschen Stützpunkt ausführen will – ein schrecklicher Irrtum, bei dem zahlreiche Kinder und Zivilisten zu Tode kommen.

David Jakubowicz wird aus dem Krankenhaus nach München in seine Redaktion beordert um über diesen Fall zu berichten und merkt schnell, daß das, was ihm seine CIA – Informatin erzählen wollte, in engem Zusammenhang damit steht. Zusammen mit seiner jungen Kollegin Emma Bricks beginnt er zu recherchieren.

Wenn Euch jetzt jetzt bei der Beschreibung diese Plots an den Thriller „Never say Anything“ von Michael Lüders erinnert fühlen, dann liegt Ihr nicht ganz falsch.  Auch hier geht es neben der Thrillerhandlung auch um die Probleme, die die überregionalen Zeitungen haben. Trotzdem ist dieser Erstling des Journalisten Achim Zons ganz anders und ebenfalls sehr spannend. Man merkt, daß der Autor auf einen reichen Erfahrungsschatz als Drehbuchautor zurückgreifen kann, denn er hält die verschiedenen Handlungsfäden souverän in der Hand. Als Leser/in erlebt man mit, unter welchem wirtschaftlichen Druck Redaktionen heute stehen, wie schwierig es ist, als Frau Karriere zu machen und welche Bedeutung die sogenannten Stringer für die Journalisten haben: Menschen, die vor Ort recherchieren und durch ihre Sprachkenntnisse unentbehrlich sind. Und man liest, wie ein Offizier, der zum Spielball der großen Politik geworden ist, versucht, mit seiner Schuld zu leben.

Achim Zons bietet uns außerdem eine (natürlich rein fiktive) Erkärung an für einen der schwersten militärischen Zwischenfälle, in die deutsche Soldaten nach dem 2. Weltkrieg verwickelt waren: Den Luftangriff bei Kundus, bei dem über 100 Menschen um’s Leben kamen und der zum Rücktritt des damaligen Verteidigungsministers Jung führte. Die Vorgänge sind bis heute nicht restlos geklärt.

Spannend bis zum Schluß, ein vielschichtiger, sehr lesenswerter Thriller!

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Rezension zu "Wer die Hunde weckt" von Achim Zons

Gefährlicher Journalismus
Wichellavor 3 Jahren

Zum Inhalt:
Der deutsche Journalist David sitzt in Hongkong mit einer CIA-Agentin im Auto, als dieses einem Anschlag zum Opfer fällt. Schwererletzt kann er sich unerkannt davonmachen und landet im Krankenhaus.
Dadurch kann er erst mal einem wichtigen Auftrag in Afghanistan nicht direkt nachkommen. In der Zeitungsredaktion krieselt es wegen rückgängiger Leserzahlen und ein interner Machtkampf entbrandet.
David kann sich nach wenigen Tagen um die Geschichte in Afghanistan kümmern, wo ihn ein unerfahrener Einheimischer bis dahin vertreten hat. Die Rätsel um den, von einem Deutschen an amerikanische Piloten gegebenen Befehl, Lastwagen mit Kindern zu bombarieren, birgt anscheinend viele Geheimnisse. Der geflüchtete Oberst, der den Befehl gab, wird von vielen gesucht. Einschließlich Geheimdienst und Regierung verfolgen ihn. Alle die in dieser Geschichte irgendwie mitmischen sind in Gefahr.
Die internen Probleme der Zeitung verkomplizieren noch manches.

Meinung:
Die Grundidee der Geschichte ist nicht schlecht. An allen Handlungsorten, insbesondere Afghanistan und München, gibt es actiongeladene Sequenzen, die für Spannung sorgen. Irgendwann, bröckchenweise, werden die Geschehnisse und Geheimnisse aufgelöst. Es gibt dabei durchaus einige überraschende Wendungen.
Dennoch schaffte es der Schreibstil nicht, mich durchgängig zu fesseln. Zuviele, nicht uninteressante jeoch nebensächliche Erzählstränge, hemmen den Fluss des Romans. Thriller ist für dieses Buch ein wenig zu hoch gegriffen. Auch gibt es einige Logikfehler, die aber wohl nötig sind, um dem Ganzen den Sinn der dem Geschehen zu Grunde gelegt wird, zu vermitteln. Mit den Protagonisten bin ich auch nicht wirklich warm geworden.
Alles in allem kein schlechtes Buch, aber man hätte mehr aus all dem machen können.
Daher 3,5 Sterne von mir.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Wer die Hunde weckt

Hochspannung, politische Intrigen und ein unbeirrbarer Einzelgänger

Der Journalist David Jakubowicz ist einer politisch skrupellosen Aktion auf der Spur. In Afghanistan befiehlt ein deutscher Kommandeur einen amerikanischen Angriff auf Zivilisten. Wer steckt dahinter und wie ist so etwas überhaupt möglich? David Jakubowicz ist bereit, sein Leben für die Wahrheit zu riskieren. 
 
In seinem ersten Thriller entwirft Achim Zons eindrucksvoll internationale politische Intrigen, düstere Szenarien und einen einprägsamen Protagonisten. Seid mit dabei und bewerbt euch für unsere Buchverlosung zu "Wer die Hunde weckt" !  

Mehr zum Inhalt
Als der Journalist David Jakubowicz schwerverletzt in einem ins Hafenbecken gestürzten Auto erwacht, wird ihm bewusst, dass er Opfer eines Anschlags geworden ist. Die CIA-Agentin neben ihm ist tot. Sie hatte brisante Informationen über eine bevorstehende politische Aktion von extremer Skrupellosigkeit. Die Jagd auf die Verantwortlichen führt Jakubowicz von der Chefetage seiner Münchner Zeitungsredaktion schließlich bis nach Afghanistan. Wieso konnte der deutsche Kommandeur Robert Westphal amerikanischen Piloten befehlen, einen mit Kindern besetzten LKW am Fluss Taloqan zu bombardieren? Wem nützte der Angriff? Wurde Westphal gekauft? Und wo befindet er sich jetzt? Nicht nur der deutsche Geheimdienst, auch die Regierung versucht, den Fall zu vertuschen, während die Arbeit für Jakubowicz und seine junge Kollegin Emma Bricks lebensgefährlich wird.  

Neugierig geworden? Dann geht es hier zur Leseprobe!  
 
Mehr zum Autor
Achim Zons ist Autor und Verfasser von Drehbüchern für Film und Fernsehen. Er studierte Jura, Geschichte, Politik und Philosophie in Heidelberg und München und absolvierte die Deutsche Journalistenschule. Er war von 1978 bis 2015 leitender Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung und verantwortlich für das Thema des Tages, Seite Drei und die Feuilleton-Beilage SZ Wochenende. Weiterhin war er Dozent an der Universität München von 1980-1983, an der Deutschen Filmakademie und an der Deutschen Journalistenschule. Er lebt in München als freiberuflicher Autor und " Wer die Hunde weckt" ist sein erster Kriminalroman.

Gemeinsam mit dem   Verlag C.H. Beck  verlosen wir 20 Exemplare von "Wer die Hunde weckt" unter allen, die sich bis zum 01.03.2017 über den blauen "Jetzt bewerben"-Button* bewerben und folgende Frage beantworten: 
 
Warum möchtet ihr unbedingt "Wer die Hunde weckt" von Achim Zons lesen?  
 
Ich drücke euch die Daumen! 
 
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146 BeiträgeVerlosung beendet
Letzter Beitrag von  mona_lisas_laechelnvor 4 Jahren

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