Ada Dorian Betrunkene Bäume

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Inhaltsangabe zu „Betrunkene Bäume“ von Ada Dorian

»Ein wunderschöner, ein perfekter Text.«
Klaus Kastberger, Jurymitglied des Bachmann-Preises
»Kraftlos ließ er sich auf die Matratze fallen und legte den Kopf auf das Kissen. Durch die weit geöffneten Fenster drang die warme, duftende Sommerluft und bewegte die Blätter über seinem Kopf. Erich schloss die Augen und lauschte für einige Sekunden dem leisen Knistern, das die Äste an der Tapete erzeugten. Der Stamm reichte bis zur Decke und sorgte dafür, dass die Krone sich fächerförmig ausbreitete.Erich liebte den Geruch der Pflanzen, er erleichterte ihm den Schlaf. Seit die Nachbarin unter ihm gefragt hatte, ob auch er ein Problem mit feuchten Decken habe, war er noch vorsichtiger geworden. Niemand sollte ihm seinen Wald nehmen. Es war alles, was er noch hatte.«
Erich ist über achtzig und verliert Stück für Stück seine Unabhängigkeit. Außerdem trauert er um die Liebe seines Lebens. Als junger Forscher hatte Erich eine Expedition in die Taiga unternommen. In jener Zeit hat er Schuld auf sich geladen, die bis heute nachwirkt und Erich vereinsamen lässt. Dann jedoch tritt Katharina in sein Leben. Sie ist von zu Hause ausgerissen, als ihr Vater die Familie verlassen hat.

Berührend und poetisch beschreibt Ada Dorian die Geschichte einer ungewöhnlichen Freundschaft, die um Schuld und Verrat, um Heimat und Entwurzelung kreist.

alt und jung verbindet manchmal mehr als es zuerst scheint

— Valabe

Ein kleines, großes Buch über Werte, Freiheit und eigene Grenzen

— BirPet

Die Geschichte von Katharina und Erich fand ich unglaubwürdig. Dagegen fand ich Naturbeschreibungen von Sibirien sehr schön.

— schokoloko29

Hübsche Idee, schöne Sprache. Eine Geschichte wie ein modernes Märchen. Konnte mich leider trotzdem nicht ganz überzeugen...

— Lyke

Ein stiller Roman, der einen kleinen Lebensausschnitt ins rechte Licht rückt. Eine Geschichte über Neuanfänge, Versäumnisse und Fügungen.

— jenvo82

Konnte mich nicht überzeugen.

— Himmelfarb

Ein Lesevergnügen mit echten Emotionen. Ehrlich, leise und einnehmend. Klare Leseempfehlung von mir!

— Iris_Fox

Ich war ganz mitgerissen, von diesem Buch

— Andrea-Karminrot

Stille, intensive Sprache - gelungenes Debüt!

— Mira20

Melancholisch, sensible Geschichte über das Älterwerden, die Einsamkeit und die Liebe zu Natur.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Ein leises Buch mit lautem Nachhall

    Betrunkene Bäume

    BirPet

    30. March 2018 um 11:34

    Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt. Sehr still und leise liest es sich und der Nachhall war bei mir jedoch laut und lang. Zunächst war ich irritiert, denn bis die Handlung in Gang kommt und sich die einzelnen Handlungsstränge und Personen eine gemeinsame, gesamte Geschichte ergeben, dauert es etwas. Bis dahin ist es jedoch in keinster Weise langweilig oder öde. Da wären zunächst der Obdachlose Wolodja mit dem Hund in Sibirien, dann der über 80 jährige Wissenschaftler Erich in einer Dreizimmerwohnung in Berlin, der immer mehr seine Selbstbestimmtheit verliert, um seine Frau trauert und nun droht er auch seinen privaten Wald in seinem Schlafzimmer zu verlieren und dann gibt es noch Katharina, eine Oberstufenschülerin, die von zuhause abgehauen ist, weil es zu einem großen Streit mit ihrer Mutter kam, nachdem ihr Vater die Familie verlassen hat, um in Russland zu arbeiten. Erich vereinsamt immer mehr seit seine Frau Dascha nicht mehr bei ihm ist, die vielen Stufen aus und in die 5. Etage sind sehr viele und das Knie mag nicht mehr so recht. Er bekommt eine neue Nachbarin, Katharina und die kommt genau zur rechten Zeit oder kommt Erich zur rechten Zeit in Katharina`s Leben? Freundschaft, Liebe, Verrat, Schuld, Würde, Entwurzelung, Entfremdung, Hilfsbereitschaft, Verständnis, Verlust,Trauer und vieles mehr findet man in diesem kleinen Buch, vor allem aber viele Bäume. Wunderschön, gefühlvoll und philosophisch geschrieben. Betrunkene Wälder gibt es wirklich, wegen dem Klimawandel, Boden, der immer gefroren war, taut plötzlich und bietet den Bäumen bzw ihren Wurzeln weniger Halt, sie neigen sich zur Seite, wirken betrunken.  Ich werde mich wohl noch lange an Woldja mit seinem Laika, Erich und Katharina erinnern, ich werde Wälder und Bäume, ihren Geruch und Farbe anders wahrnehmen. "Betrunke Bäume" hat mich selber sehr nachdenklich gemacht, über Werte, Freiheit und eigene Grenzen.

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  • Bedrückende Roman

    Betrunkene Bäume

    Phyria

    11. March 2018 um 02:56

    Erich ist über 80 und kann seinen Alltag nicht mehr so bewältigen wie es ihm lieb wäre. Er trauert seiner seiner Unabhängigkeit und seiner Frau nach und findet Zuflucht in seiner Wissenschaft, seiner großen Leidenschaft den Bäumen. Zufälligerweise zieht in die freie Wohnung ihm gegenüber die 17jährige Katharina ein, die von Zuhause weggelaufen ist und ganz alleine versucht über die Runden zu kommen. Schnell entsteht eine Verbindung zwischen ihnen, Erich nimmt ihre Hilfe an und gemeinsam schaffen sie es ihrer Einsamkeit zu entkommen, wenn auch nur für einen kurzen Augenblick.  Ada Dorian ist mit ihrem Debütroman eine eher ruhige und unaufgeregte Geschichte gelungen. Die Stimmung während des Lesens ist bedrückend und ich bekam das Gefühl, dass die beiden Protagonisten in ihrer Einsamkeit und Isolation absolut verloren sind. Erich kämpft gegen die Einsamkeit und um seine Selbstständigkeit während Katharina sich verlassen fühlt, der Vater ist in Sibirien, die Mutter hat ihn davon nicht abgehalten und lebt auch sonst ein Leben für sich während Katharina seit Jahren schon zwischen den Stühlen steht und nicht weiß was sie machen soll. Man weiß nicht wohin der Roman einen entführt, immer wieder werden Rückblenden verwendet um uns Erich's Zeit in Sibirien nahe zu bringen, dem Abschnitt seines Lebens in dem er als Wissenschaftler so viel über Bäume gelernt und sich verliebt hat. Mit der Zeit wird einem immer klarer wieso Erich nie wieder zurück gereist ist. Wieso er in diesem hohen Alter alleine lebt und das hat mich wirklich traurig gemacht. Vom Verhalten her ist er eher still, liebenswürdig und leicht schroff was aber eher mit seinem Umstand zusammenhängt. Sein Körper lässt ihn langsam im Stich und doch versucht er es zu verdrängen, möchte nicht von seiner Tochter in ein Pflegeheim gesteckt werden und will für sich selbst sorgen können. All das ist sehr authentisch dargestellt, man kommt nicht umhin um ihn und auch seine verpasste Chance zu trauern. Seine Liebe zu den Bäumen ist ehrlich gesagt wirklich rührend, das ist so ziemlich die einzige Konstante in seinem Leben. Es ist kein Buch das einen unglaublich emotional werden lässt, die Emotionen spielen sich eher zwischen den Zeilen ab. Sie sind nicht ganz greifbar und doch versteht man wie es Erich und Katharina ergeht. Katharina war manchmal wirklich sehr blauäugig, sie ist wie eins dieser betrunkenen Bäume, über die Erich erzählt. Vor lauter Kummer und Trotz verlässt sie ihr Zuhause um sich alleine durchzuschlagen was natürlich nicht so einfach ist wie sie es sich gedacht hatte. Durch Erich bekommt sie eine Aufgabe und hat auch die Chance sich auf das Wichtige zu besinnen. Es wurden in diesem Roman wirklich einige Themen angeschnitten, die nicht ausreichend erzählt wurden und nicht die Tiefgründigkeit erhalten haben, die sie verdient hätten sodass ich als Leser manchmal in der Luft hing. Man bekommt das Gefühl, dass die Autorin noch viel mehr hätte erzählen wollen, ihr aber nicht genug Seiten zur Verfügung standen. Insgesamt hätte ich mir mehr von der Geschichte gewünscht, mehr Treffen zwischen Erich und Katharina, mehr Gespräche, größeren Einblick in die Zeit in Sibirien, die Gefühle, Gedanken und auch etwas mehr Einblick in die Nebencharaktere, denn wie schon erwähnt gibt es die meisten Informationen zwischen den Zeilen zu finden. Insgesamt jedoch ein Roman der durch seine ruhige Erzählweise und die Thematik überzeugen kann, bei dem aber auch viel Potenzial ungenutzt blieb. 

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  • Schieflage

    Betrunkene Bäume

    fasersprosse

    28. January 2018 um 18:42

    Wenn du dein Leben auf ein instabiles Fundament gebaut hast kann es dir passieren, dass du irgendwann in eine Schieflage gerätst. Du merkst, dass du den Halt verlierst und anstatt eine Korrektur einzuleiten krallst du dich fest an der aufgestellten Ordnung.Ada Dorian hat dieses Paradigma ihren Protagonisten angelegt. An Erich zeigt sie, wie das Alter seinen Lebensplan aufweicht. Im Zustand der schwindenden körperlichen Kräfte wird er auf sich selbst zurückgeworfen. Wo früher seine Forschungen und seine Familie Platz eingenommen haben breiten sich nun Erinnerungen aus an eine Zeit, in der er Schuld auf sich geladen hat.Und sie zeigt Katharina, die von ihren Eltern auf deren eigenen brüchigen Untergrund gestellt wurde und fortan schwanken muss zwischen Mutter und Vater. Der Leser erfährt die Geschehnisse aus unterschiedlichen Perspektiven. Wolodja hat den jungen Erich durch die Taiga geführt. Nach dieser Forschungsreise ging einer in seine Freiheit und der andere in seine selbstgewählte Gefangenschaft. Dascha verließ ihre Heimat und folgte Erich nach Deutschland. Ihre Tochter Irina versorgt ihren alt gewordenen Vater. Alle tragen ihre eigenen Blickwinkel zur Geschichte bei und am Ende sind alle Bilder befüllt.Treffsicher legt Ada Dorian den Finger auf die Wunde. Und Wunden gibt es reichlich. Sie hat die Thematik der Heimat, der Entwurzelung und der Schuld tiefsinnig aufgezeigt und Personen erschaffen, die einen Platz in mir gefunden haben. Über weite Strecken hat mich ihr grandioses Spiel mit Worten gebannt. Doch gelegentlich brach es ab, wechselte auf eine neutrale Ebene. Die eine oder andere Handlung war für mich nicht plausibel, wie z. B. spontan nach Russland zu reisen ohne ein Visum zu haben. Das ist für mich jedoch neben der Großartigkeit dieser Geschichte nur eine Randnotiz.

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  • Jugend und Alter. Geben und Nehmen

    Betrunkene Bäume

    Waschbaerin

    12. December 2017 um 19:33

    Das Buch "Betrunkene Bäume" von Ada Dorian gehört zu ser Kategorie "stille Bücher". Es gibt weder einen spannungsgeladenen Anfang noch ein aufregendes Ende. Und trotzdem sprüht der Roman vor Leben. Dem Leben des jungen Erich, als auch des alten und gebrechlichen. Der Roman ist auf unterschiedlichen Zeitebenen angesiedelt und springt hin und her, ohne das der Leser verwirrt ist. Erich, ein junger Wissenschaftler aus der ehemaligen DDR kommt zu Forschungszwecken in die sibirische Taiga. Sein russ. Assistent Wolidja hilft ihm bei seinem Unterfangen, sorgt dafür, dass dieser unerfahrene junge Mann in der Wildnis überlebt. Es geht um Bäume, deren Leben und Wachstum Erich erforschen will. Doch dann lernt er die Liebe seines Lebens kennen, die auch später mit ihm zurück in die DDR geht. Doch nun im Alter ist Erich allein. Seine Frau hat ihn bereits vor Jahren verlassen, als er sein Versprechen, im Alter mit ihr wieder zurück in ihre Heimat zu gehen, nicht einhält. Doch er kann und will nicht. Sein schlechtes Gewissen über den früheren Verrat an einem der ihm vertraute, lässt es nicht zu. Für Erich ist die Einsamkeit leichter zu ertragen, als sich dem zu stellen, was ihn quält. Der Leser erlebt, wie einsam das Alter sein kann, wenn die jungen Menschen die alten nicht verstehen. Seine Tochter stellt Pflegekräfte ein, die von Erich vertrieben werden. Kein Wunder, züchtet er in seiner Wohnung doch Bäume, von klein bis groß, was natürlich niemand wissen soll. Erst als er Katharina, eine junge Ausreißerin die in der gegenüberliegende Wohnung einzieht kennenlernt, wird Erich aus seinem Alltagstrott herausgerissen, Katharina ist auf der Suche nach ihrem Vater, der in Sibirien arbeitet. In diesem Buch treffen Jugend und Alter aufeinander. Es ist ein Geben und Nehmen.  Zu Beginn hatte ich keine Vorstellung, was es mit den betrunkenen Bäumen auf sich hat. Doch im Laufe des Buches erfährt man immer mehr über Permafrost und was passiert, wenn das Klima sich drastisch verändert.

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  • Menschen und Bäume entwurzelt man nicht

    Betrunkene Bäume

    uli123

    25. October 2017 um 14:49

    Ich bin immer wieder erstaunt, wie viel neues Sachwissen sich aus einem Unterhaltungsroman ziehen lässt. So auch bei dem vorliegenden Buch, dessen ungewöhnlicher Titel Bezug nimmt auf ein mir bis dato unbekanntes Naturphänomen, dessen Erforschung sich der inzwischen über achtzigjährige Protagonist Erich zeitlebens verschrieben hat. Als junger Wissenschaftler reist er aus der DDR für Forschungszwecke in die sibirische Taiga, wo er in seinem russischen Assistenten Wolodja einen Freund und in Dascha die Liebe seines Lebens findet. Dascha folgt Erich später in dessen Heimat und wird seine Frau. Im Alter steht er  dennoch alleine da, obwohl Dascha nicht vorverstorben ist, und kämpft zusehends gegen seine Altersgebrechen. Geblieben ist ihm seine Liebe zu Bäumen, die er in seiner Plattenbauwohnung züchtet. Als er die Ausreißerin Katharina kennenlernt, deren Vater die Familie verlassen hat, um in Sibirien zu arbeiten, sieht er eine Chance, frühere Fehler wieder gutzumachen. Das Buch zu lesen lohnt sich wirklich. Anders als man aufgrund des vorderen Klappentextes meinen könnte, ist es nicht vorrangig ein Buch über eine Freundschaft zwischen Alt und Jung (Erich und Katharina). Sie verbindet eher eine Zweckgemeinschaft. Vielmehr dominiert das Thema Liebe, und zwar zur Natur in Gestalt von Erichs Bäumen und zu anderen Menschen (Dascha). Viel Raum nimmt auch die Darstellung des Prozesses der Alterung ein, ohne allerdings traurig zu stimmen, stemmt sich Erich doch auf durchaus humorvolle Weise dagegen, z.B. indem er sich listig seiner Pflegekräfte entledigt. Auflockernd wirkt der Erzählfluss, indem im Wechsel Geschehnisse in Sibirien Jahrzehnte zuvor und in der Gegenwart geschildert werden. Wolodjas Vergangenheit, seine Verbindung zu Erich, der Gang ihrer Beziehung zur selben Frau – alles kommt zunächst bruchstückhaft zu Tage und fügt sich erst später zu einem Ganzen. Die Sprache ist recht poetisch und bildhaft. Das unwirtliche Sibirien hat man gut vor Augen und erhält einen lehrreichen Eindruck über die dortige Natur und ihre Menschen, die in Jurten oder gar wie zeitweise Wolodja in den berüchtigten Arbeitslagern hausen.

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  • Eine besondere Geschichte

    Betrunkene Bäume

    echidna

    24. May 2017 um 18:27

              Erich ist jemand, der die Bäume liebt. So sehr, dass er mit seinen 80 Jahren immer noch nicht aufhören kann mit seinen Forschungsarbeiten. Als junger Mann war er in Sibirien unterwegs, um die Bäume zu erforschen, dem Phänomen der betrunkenen Bäume auf der Spur. Damals hat er etwas getan, wofür er sich immer noch schuldig fühlt und was ihn daran hindert, dorthin zurück zu gehen, noch nicht mal seiner Frau zuliebe, die schon vor Jahren zurück in ihre russische Heimat gezogen ist.Mittlerweile lebt er fast vereinsamt in seiner heruntergekommenen Wohnung und muss lernen zu akzeptieren, dass er durch sein Alter nicht mehr so unabhängig ist, wie er gerne sein möchte. Erst durch Katharina, einem Mädchen, das von zuhause ausgerissen ist und in die leerstehende Wohnung ihm gegenüber zieht, gelingt es ihm, sich zu öffnen und wieder jemanden in sein Leben zu lassen.Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es ist eine warmherzige Geschichte, die so schön beschrieben wird, dass man die Wärme, die zwischen den auf den ersten Blick so kühlen Charakteren wächst, spüren kann. Mir hat es sehr gefallen, dass die Geschichte nicht chronologisch erzählt wird, sondern dass es zwei Erzählstränge gibt, die Gegenwart und die Vergangenheit, die sich miteinander abwechseln. So erfährt man nach und nach mehr über die Charaktere und deren Vergangenheit, wodurch man ihr Verhalten in der Gegenwart allmählich immer besser verstehen kann.Die Charaktere sind wirklich einzigartig. Besonders Erich ist ein sehr interessanter Charakter, den man wahrscheinlich bis zum Schluss nicht ganz ergründen kann. Er liebt die Natur so sehr, dass er in seinem Schlafzimmer unter echten Bäumen schläft. So jemand bleibt einem einfach im Gedächtnis. Ich bin froh darüber, dass ich ihn ein kleines Stückchen auf seinem Weg begleiten durfte.        

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  • Erinnerungen eines alten Mannes; die Liebe zum Wald und gebrochene Versprechen

    Betrunkene Bäume

    Federfee

    08. May 2017 um 15:54

    3,5 Sterne von 5Richtig überzeugen konnte mich dieser in zwei Zeitebenen erzählte Roman nicht. Dazu ist mir zu unklar, worum es wirklich geht und das Ende ist mir zu abrupt.Der über 80jährige Erich versucht verzweifelt, alleine klar zu kommen und seine Selbständigkeit zu bewahren. Er hat zwar eine Tochter, die ständig nach ihm guckt, ihm einen Rollator und eine Pflegerin verschafft, aber er will das alles nicht und schon gar nicht in ein Heim.Er trauert seinem Beruf nach und seiner Frau. Erst nach und nach erfahren wir, was es mit ihr und seiner Liebe zu Sibirien auf sich hat. Lediglich eine Nachbarin, ein junges Mädchen, eine Ausreißerin, vermag zu ihm durchzudringen, weil sie ihm hilft, ohne sich aufzudrängen und weil sie aus einem bestimmten Grund Fragen zu Sibirien hat.Sehr gefallen hat mir in diesem Debutroman die bildhafte, unverbrauchte und poetische Sprache.

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  • Mit der Sprache die Bilder des Buches erleben

    Betrunkene Bäume

    Gise

    30. April 2017 um 23:35

    Betrunkene Bäume – das sind Bäume, die durch die globale Erwärmung den Halt verlieren und schief wachsen. Diesem Phänomen ist Erich nachgegangen, inzwischen ist er 80 Jahre alt, doch diesen Forschungen fühlt er sich immer noch verpflichtet. Das gerät allerdings damit in Konflikt, dass er zunehmend seine Selbständigkeit verliert, so dass seine Tochter ihn gerne in ein Pflegeheim geben möchte. Als die 16jährige Katharina in der leerstehenden Nachbarwohnung unterkommt, nachdem sie von zu Hause ausgerissen ist, lernen die beiden sich näher kennen und helfen einander aus. Wie lange jedoch kann das gut gehen? Sowohl Katharina wie auch Erich sind wie die betrunkenen Bäume, die verzweifelt nach einem möglichen Halt suchen. Diese Suche lässt sie einige Gemeinsamkeiten finden. Doch einen richtigen Halt zu finden, dafür ist ihre jeweilige Situation zu labil. Was das genau bedeutet, erzählt die Autorin Ada Dorian nach und nach, so dass erst zum Schluss ein gesamtes Bild entsteht. Sehr vorsichtig und einfühlsam bleibt sie dabei, lässt die Geschichte selbst wirken, ohne zu werten. Dabei kann sich der Leser von der Sprache verführen lassen, um so den Bildern hinter den Worten nachzuspüren. Das geht manchmal zu Lasten der Spannung, stattdessen fordert das Buch vom Leser die Zeit, die Worte wirken zu lassen.Nicht ganz überzeugt hat mich das Ende der Erzählung, es kam zu schnell, hier scheint mir die Autorin aus dem Takt gekommen zu sein. Insgesamt ist das Buch nicht zum Nebenherlesen geeignet, wer sich aber darauf einlassen kann, wird mit einer ruhigen, dafür sprachlich äußerst gelungenen Geschichte belohnt.

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  • Ein wortgewaltiger, berührender Roman

    Betrunkene Bäume

    JDaizy

    29. April 2017 um 20:29

    "Auf der Fensterbank füllten sich die Blätter wieder mit Leben, nur der Selbstmörder wollte nicht so recht. Von der Eckbank und aus dem niedrigen Winkel im Sitzen bildeten die Pflänzchen einen dichten Wald. Einen Miniaturwald, von dem Erich wusste, wie er später in voller Größe aussehen würde. Obwohl er lange in keinem Wald gewesen war, erinnerte er sich, wie es sich anfühlte, an einem heißen Tag im Schatten eines Baumes mit großer Krone zu sitzen. Er wusste, wie es im Wald roch, wie die Zusammensetzung des Bodens sein musste und welche Pflanzen den Unterwuchs bildeten. Er konnte den Wald bereits spüren." Professor Erich Warendorf ist über achtzig und wohnt in einer eher verlassenen Gegend, die durch Leerstand in den alten, abgewohnten Wohnhäusern gezeichnet ist. Seine Gesundheit ist nicht mehr die beste und seine Tochter würde ihn gern in einem Pflegeheim unterbringen. Doch wie ein bekanntes Sprichwort sagt: "Einen alten Baum verpflanzt man nicht so leicht." Und so wehrt sich Erich mit Händen und Füßen gegen diese Entscheidung. Mit viel Gefühl beschreibt die Autorin seine Traurigkeit, seine Ängste und seinen wachen Geist. Immer wieder gibt es Rückblicke in seine berufliche und private Vergangenheit, wobei mir ganz besonders seine spannende Forschungsreise in die Taiga mit seinem Begleiter Wolodja und seinem namenslosen Laika, und seine tiefe Liebe zu seiner Frau Dascha im Gedächtnis geblieben sind. Als es Ärger mit der Haushälterin gibt, trifft Erich eher unerwartet auf die junge Ausreißerin Katharina. So unterschiedlich die zwei auch auf den ersten Blick erscheinen mögen, verbindet sie mehr als ihre Wohnungen im gleichen Haus. Die zwei kommen sich immer näher und es entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft, die beiden Luft zum Atmen und neue Impulse gibt. Wird Erich Katharina davon überzeugen können, wieder zur Schule und zurück nach Hause zu gehen? Oder wird Katharina bei Erich bleiben und so seine drohende Unterbringung im Heim abwenden können? Und was hat es mit dem verschlossenen Schlafzimmer auf sich? Welches Geheimnis verbirgt Erich dort vor der Außenwelt?Auch wenn es für die Geschichte nicht vorrangig ist, hat mich der Besuch von Erich und seiner Tochter in einer Seniorenresidenz und sein Gespräch mit Herr Hofmann sehr bewegt. In diesen wenigen Worten steckt so viel Tiefe und Wahrheit. Wir alle werden älter. Und wie wird es uns dann ergehen? Immer wieder habe ich während der Geschichte das Verhalten von Irina gegenüber ihrem Vater hinterfragt und bin zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Man könnte es verstehen, man könnte es kritisieren und man könnte es (in Gedanken) selbst besser oder schlechter machen. Doch wer weiß das schon BEVOR man nicht selbst in genau so einer Situation gesteckt hat. Auch die Vergleiche zwischen dem alternden Erich und "seinen" Bäumen finde ich sehr gelungen. Es steckt so viel Poesie und Kraft in diesen Zeilen. Schwankend, gefangen, gebrochen, aber mit einem unbändigen (Überlebens-)Willen - auch oder gerade - in schwierigen Zeiten. Das Buch wurde am 24. Februar 2017 im Ullstein-Verlag veröffentlicht. Es überzeugt als kleines Hardcover mit einem griffigen Schutzeinschlag und einem Lesebändchen und ist zudem hochwertig verarbeitet. Mit dem Titel konnte ich zu Beginn nicht wirklich viel anfangen. Aber NACH dem Lesen passt er perfekt und bekommt eine symbolhafte Bedeutung für die Geschichte. Das Cover selbst ist unaufdringlich und überzeugt eher durch die Anordnung der Schrift und mit seiner wunderschönen Farbgestaltung als durch die Abbildung, die Bäume, Büsche oder Gräser vermuten lässt. Fazit: Ein wortgewaltiger, berührender Roman über das Älterwerden, über verratene und neugeknüpfte Freundschaft, über die Sehnsucht und die unerschütterliche Liebe zu den Eltern, dem Partner und der Heimat und den eigenen Wurzeln. Meine absolute Leseempfehlung.  

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  • Der Wissenschaftler, der die Bäume liebt

    Betrunkene Bäume

    jenvo82

    28. April 2017 um 10:20

    „Es gibt Straßen in großen Städten, die sehen in hundert Jahren noch aus wie heute, weil sie bereits vor hundert Jahren so ausgesehen haben, dachte er. Und es gibt Straßen, die ihr Gesicht permanent verändern. Seine Straße gehörte zu der letzteren.“ Inhalt Der in die Jahre gekommene Wissenschaftler Erich Warendorf, bemüht sich, seinen Lebensabend in der Abgeschiedenheit seiner Wohnung zu verbringen und arbeitet nach wie vor für ein Projekt in den unwirtlichen Regionen der Taiga, einer Landschaft, die ihn bereits in jungen Jahren ungemein gefesselt hat. Dort fand er nicht nur seine große Liebe, sondern auch einen echten Freund, der ihn durch die Wälder führte und ihn die wunderbare Natur, die Unabhängigkeit jahrhundertealter Bäume zeigte. Erich verlor im Lauf seines Lebens Frau und Freund und kämpft nun einen ungerechten Kampf gegen das Alter und seine Tochter, die ihn in ein Pflegeheim geben möchte. Nur die junge Nachbarin Katharina, ist die einzige, die er in sein Schlafzimmer lässt, in dem sich ein ganzer Wald befindet, die einzige, die ihn nicht bevormundet und mit der er sich seinen letzten Wunsch erfüllen möchte: Zurück nach Sibirien, dorthin, wo sein Herz immer noch weilt und die Menschen, die er liebt. Meinung In ihrem Debütroman schafft die junge deutsche Autorin Ada Dorian einen liebevollen Mikrokosmos, der intensiv und mit wunderschöner Sprache einen Lebensausschnitt zweier Menschenleben zeigt, denen ihre Einsamkeit und Sehnsucht nach der Ferne gleichermaßen vertraut ist, obwohl sie mehrere Generationen trennen. Besonders schön empfand ich die Interaktion der Protagonisten miteinander, ihr Einfühlungsvermögen und den damit verbundenen Tiefgang der Gefühle. Ein junges Mädchen, auf der Suche nach ihrem Vater und ein alter Mann auf der letzten Reise, die ihn zu den Wurzeln seiner Vergangenheit zurückführen wird. Die Geschichte findet auf mehreren Ebenen statt, die den Leser sowohl die Ereignisse der jüngsten Entwicklung zeigen, als auch die Ursachen, die weit zurückliegen in einer Zeit, in der Erich noch ein junger Mann war und sein Leben einen Verlauf nahm, dem er nun noch einmal folgen möchte. Beide Erzählstränge harmonieren miteinander, so dass der Leser dem Geschehen leicht folgen kann und sich die wenigen Protagonisten zu einem runden Leseerlebnis zusammenfinden.  Im Zentrum dieser teilweise philosophischen Erzählung stehen sehr menschliche Verhaltensweisen, die sich damit auseinandersetzen, wie schwer es ist einen Neuanfang zu wagen, wie bedrückend die persönlichen Versäumnisse im Alter werden können und wie plötzlich und unerwartet sich diverse Fügungen des Schicksals einstellen können. Dennoch setzt die Autorin den Fokus auf ein selbstbestimmtes Entscheiden, auf eine willentliche Möglichkeit, das Beste aus dem Leben herauszuholen, auch wenn das im schlimmsten Fall bedeutet, Dinge im Nachhinein anders zu gestalten, sich selbst zu einer Rückkehr zu animieren. Fazit Ich vergebe 4,5 Lesesterne für einen stillen, doch ergreifenden Roman, der wichtige Inhalte vermittelt, über die es sich nachzudenken lohnt. Eine Geschichte über Menschen, die erkannt haben, dass sie nur dann perfekt funktionieren, wenn sie ein Gegenüber haben, einen anderen, dem sie vertrauen können und ein Lebensziel, welches sich nicht vorrangig auf die Selbstverwirklichung stützt, sondern auf die Liebe, die Aufrichtigkeit und die Integrität, zu der Menschen fähig sein können, wenn sie nur wollen. Ein tolles Leseerlebnis, dass mich weitgehend fesseln konnte, auch wenn ich mit dem etwas abrupten und vorhersehbarem Ende nicht ganz einverstanden war – gerne hätten es noch ein paar Seiten mehr sein dürfen.  

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    • 9
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  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kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   116 Punkte Katykate                                  ---   130 Punkte Kerdie                                      ---   259 Punkte Kleine1984                              ---   190 Punkte Kuhni77                                   ---   155 Punkte KymLuca                                  ---   149 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   306 Punkte Larii_Mausi                              ---    154 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   331 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte miau0815                                 ---   71 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   263 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  163 Punkte Nelebooks                               ---  310 Punkte niknak                                       ----  328 Punkte nordfrau                                   ---   162 Punkte PMelittaM                                 ---   283,5 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   165 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   87 Punkte SaintGermain                            --- 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  • Betrunkene Bäume gibt es wirklich

    Betrunkene Bäume

    Andrea-Karminrot

    05. April 2017 um 19:44

    Erich ist alt. Der alte Mann kann sich nicht mehr allein versorgen. Doch die Hilfe, die ihm seine Tochter besorgt, will er nicht. Erich ist immer noch stur genug, sein Leben selber bestimmen zu wollen. Er fühlt sich allein gelassen und lehnt gleichzeitig alle Hilfe ab. Obwohl seine Tochter alles für den alten Mann in die Wege leitet, ist sie doch nicht für ihn da. Einzig die Bäume, geben Erich das Gefühl nicht ganz zu vereinsamen.Katharina bricht aus ihrem Leben aus. Sie gibt der Mutter die Schuld, dass der Vater nach Sibirien abgehauen ist. Der Streit zwischen Mutter und Tochter endet in Schweigen und Flucht. Die Tochter versteckt sich vor der Mutter und sie erfährt, wie es ist, allein zu sein. Sie trifft auf Erich und findet Zugang zu dem mürrischen Alten. Gemeinsam kramen sie ihre Geheimnisse hervor und versuchen das Beste daraus zu machen. Erich und Katharina, verbinden ihre Ängste und Sehnsüchte. Die Sehnsucht nach einem geliebten Menschen, der sie einfach im Stich gelassen hat.Anfangs hatte ich etwas Schwierigkeiten in dem Buch anzukommen. Irgendwann fand ich dann den Faden, der mich durch die Geschichte zog und nicht mehr los ließ. Die Schriftstellerin hat eine sympathische Art, ihre Figuren lebendig werden zu lassen. Sie schreibt etwas melancholisch, aber nicht so, dass man sich selber schlecht fühlt. Ihre Figuren haben Witz und sehnen sich nach Geborgenheit. Und das kann man förmlich spüren. Die klare Schreibweise von Ada Dorian macht, dass man die Figuren nur allzu gut verstehen kann. Schade, dass das Buch nur knappe 300 Seiten hatte. Ich hätte noch mehr lesen können.Was hat der Titel nun mit dem Buch zu tun? Das erklärt sich im Laufe der Geschichte. Betrunkene Bäume gibt es nämlich wirklich. Das sind Bäume, denen der Boden keinen Halt mehr gibt, weil er aufgeweicht ist. Die Bäume kippen zur Seite. Wenn der Boden wieder fester wird, haben sie wieder Halt und wachsen einfach weiter, nur dass ihr Stamm verbogen in den Himmel ragt. 

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  • Stille, intensive Sprache - gelungenes Debüt!

    Betrunkene Bäume

    Mira20

    30. March 2017 um 14:50

    Zwei Menschen, deren Leben gerade in arge Schieflage geraten ist, begegnen sich. Erich, alt und gebrechlich, soll sich von seiner Wohnung trennen und in ein Altenheim eintreten. Katharina (17), deren Vater gerade in Sibirien einen Arbeitsplatz angetreten hat umso Abstand von seiner Frau zu gewinnen, ist ausgerissen. In einem alten, maroden Mietshaus wohnen sie nun Tür an Tür.Ohne Zweifel hat mich hier der Titel des Buches neugierig gemacht. Nie wäre es mir in den Sinn gekommen, dass es hierbei um einen wissenschaftlichen Begriff gehen könnte. Und wie die Bäume ihren Halt verlieren, so haben die Protagonisten des Romans ebenfalls mehrfach ihre wichtige Stütze im Leben verloren. Feinfühlig erzählt die Autorin von Katharinas und Erichs Ängsten. Egal ob jung oder alt, rüstig oder gebrechlich – immer gibt es Momente im Leben, denen wir voller Angst begegnen. Veränderungen, die wir nicht akzeptieren wollen, eine Umgebung, die alles besser weiss und die über uns bestimmen will.Das Buch ist eher in einem melancholischen, stillen Ton geschrieben, der wunderbar zum Inhalt passt. Dialoge bringen die Dinge auf den Punkt und auch sonst kommt das Buch mit wenig Überflüssigem aus.Drei Handlungsstränge, davon einer in Erichs Vergangenheit, erzählen von Katharina und Erich. Für meinen Geschmack hätte das Buch durchaus noch ein paar Seiten mehr vertragen, gerade die Forschungsreise durch Sibirien ist eher knapp geraten. Aber Wissenswertes und Notwendiges hat nicht gefehlt.Wer stille Romane mit einer starken Sprache mag, sollte dieses Debüt unbedingt lesen. Es lohnt sich!

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  • "Betrunkene Bäume" von Ada Dorian

    Betrunkene Bäume

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    28. March 2017 um 21:54

    Autorin: Ada DorianTitel: Betrunkene BäumeGattung: Roman, ErzählungErschienen: 2016Gelesene Ausgabe: ullstein, 2016ISBN: 978-3-96101-001-1Gelesen auf: DeutschGelesen im: März 2017   Zum Buch:Dorian ist dieses Jahr für den Ingeborg-Bachmann-Preis nominiert. Und das zur vollem Recht. Ihr erster Roman "Betrunkene Bäume" spielt in zwei Zeitebenen in Sibirien und Deutschland.In Russland wird der obdachlose Wolodja Reiseführer von einem deutschen Baumforscher. Es ist kurz nach dem zweiten Weltkrieg und die beiden ziehen wochenlang durch die Wälder.Über vierzig Jahre später verliert der achtzigjährige Erich immer mehr die Kontrolle über sein Leben, dabei will er nichts sehnlicher, als alleine klar kommen. Ohne seine Tochter Irina, die ihn bemuttert, ohne einen Rollator und vor allem ohne die Pflegerin, die seine Tochter engagiert.Dann kreuzt sein Weg die junge Ausreißerin Katharina, die neben Erich einzieht und auf der Suche nach ihrem Vater ist. Ihrem Vater, der in Sibirien ist.Melancholisch, aber einfühlsam, erzählt Dorian die Geschichte der beiden Gestalten, die mehr verbindet als Russland. Ihre poetische Sprache macht es zu einem besonderen Lesevergnügen. Ich bin sehr gespannt, wie sich Dorian noch entwickelt. Ein mehr als solides Debüt.   Eine der LieblingsstellenZitat: "Selbst im Herbst und Winter ließ er die beiden Flügelfenster weit geöffnet. Dann harkte Erich Laub um das Ehebett und schlief im Mantel unter drei Daunenecken. Ab und zu verflog sich ein Vogel. Eine Amsel hatte in einem Frühjahr Erichs Schlafzimmer als idealen Nistplatz ausgemacht, und er hatte große Mühe, den hartnäckigen Vogel am Nistplatz zu hindern."[1]   Stil und Sprache: Poetisch, melancholisch, teils knapp, teils beschreibend.Zitat: "Orangerote Schleier hingen hoch am abendlichen Himmel. Dahinter ein Blau, das sich den ganzen Tag und auch die letzten Wochen gezeigt hatte. Der Sommer hielt sich für unsterblich. Er trotzte der einbrechenden Nacht mit seinem Farbenspiel und ließ die Temperatur kaum merklich sinken."[2] Schlüssigkeit der Handlung: Benötigt gute Konzentration, da in mehreren Zeitebenen und von verschiedenen Personen erzählt wird. Das hat mir gefallen: Die wunderschöne melancholische Sprache.Das hat mir nicht gefallen: Der etwas unausgegorene Charakter von Katharina. In One Sentence: Melancholisch, sensible Geschichte über das Älterwerden, die Einsamkeit und die Liebe zu Natur.Sterne: 4   [1] S.119[2] S.25

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  • Wurzeln

    Betrunkene Bäume

    Klene123

    23. March 2017 um 17:42

    Das Cover ist schlicht, aber auch leicht verspielt und passt wirklich gut zum Thema: Bäume. Eigentlich jedoch sind die Themen eher die Wurzeln befassend, wo gehöre ich hin? Wie weit kann man ohne Heimweh gehen und was zählt wirklich im Leben?Diese Fragen werden mehr oder weniger im Laufe der Geschichte beantwortet von drei ganz unterschiedlichen Charakteren und den Personen in ihrem Leben. Erich ist ein pensionierter Professor, der seine Arbeit nicht aufgeben kann, sich dafür aber zunehmend vom Alltag entfremdet. Ihm gegenüber steht Katharina, deren Eltern sich gerade getrennt haben und die mit allen Mitteln rebellieren will. Und dann ist da noch Wolodja, der keine Wurzeln zu haben scheint. Ihre Geschichten sind schön miteinander verwoben, der Schreibstil der Autorin ist ruhig aber auch tiefgehend meiner Meinung nach. Ich mag, dass es nicht zu viele unsinnige Beschreibungen sind, jede Szene ist wichtig für den Verlauf der gemeinsamen Geschichte. Das Buch ist einfach toll und regt zum Nachdenken an, alles stehen und liegen lassen oder doch nochmal prüfen was einem wirklich wichtig ist?

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