Adalbert Stifter

 3.5 Sterne bei 186 Bewertungen
Autor von Bergkristall, Brigitta und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Adalbert Stifter

Sortieren:
Buchformat:
Adalbert StifterBergkristall
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Bergkristall
Bergkristall
 (30)
Erschienen am 11.09.2017
Adalbert StifterDer Nachsommer
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der Nachsommer
Der Nachsommer
 (25)
Erschienen am 08.12.2017
Adalbert StifterDer Hochwald
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Der Hochwald
Der Hochwald
 (16)
Erschienen am 01.05.2018
Adalbert StifterGranit
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Granit
Granit
 (7)
Erschienen am 01.01.1986
Adalbert StifterBergkristall. Eine Winternovelle
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Bergkristall. Eine Winternovelle
Adalbert StifterWitiko
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Witiko
Witiko
 (4)
Erschienen am 01.01.2011
Adalbert StifterBrigitta und andere Erzählungen
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Brigitta und andere Erzählungen
Brigitta und andere Erzählungen
 (3)
Erschienen am 01.07.1967
Adalbert StifterDie Mappe meines Urgroßvaters
Bei diesen Partnern bestellen
Amazon
Die Mappe meines Urgroßvaters
Die Mappe meines Urgroßvaters
 (3)
Erschienen am 01.09.1997

Neue Rezensionen zu Adalbert Stifter

Neu
Ambermoons avatar

Rezension zu "Der Nachsommer" von Adalbert Stifter

Die Entschleunigung des Lesens
Ambermoonvor 8 Monaten

Auf seinen naturkundlichen Wanderungen begegnet der Ich-Erzähler Heinrich Drendorf seinem späteren väterlichen Freund, dem Freiherrn von Risach, auf dessen Landgut. Dort lernt er nicht nur eine neue Form der Lebens- und Wirklichkeitsbewältigung kennen, sondern auch seine spätere Frau Natalie und deren Mutter Mathilde Tarona, die auf geheimnisvolle Weise mit Risach verbunden ist.

»›Der Nachsommer‹ ist der Bildungsroman schlechthin, ein rührend-unheimlich deutsches Buch aus Österreich, welches dem Leser das Menschlichwerden zeigen will.« Walther Killy....(Klappentext)

✵✵✵


"Mein Vater war ein Kaufmann. Er bewohnte einen Teil des ersten Stockwerkes eines mäßig großen Hauses in der Stadt in welchem er zur Miete war.." (S. 7 - Anfang)


Wie soll man einem Literaturklassiker gerecht werden, wenn man sich einen Monat lang durchgequält hat? Diese Frage stellte ich mir bereits nach den ersten Seiten dieses Buches.


Ich liebe Klassiker, angefangen bei Shakespeare, über Lessing bis hin zu Tolstoi. Dabei schätze ich vor allem die Sprachgewalt, die Poesie und den bildhaften Erzählstil, inklusive der Detailverliebtheit. Doch gerade diese langatmigen Beschreibungen und die ständigen Abschweifungen ins Detail, machten mir das Lesen von "Der Nachsommer" mehr als schwer.


Die Handlung schreitet nur mit überaus kleinen Schritten voran, nahezu stockend und humpelnd und zwar aufgrund diverser minutiöser Beschreibungen von Gemälden, Pflanzen und selbst von Steinen.


"Ich war schon als Knabe ein großer Freund der Wirklichkeit der Dinge gewesen, wie sie sich so in der Schöpfung oder in dem geregelten Gange des menschlichen Lebens darstellte..." (S. 24)


"Der Vater pflege zu sagen, ich  müßte einmal ein Beschreiber der Dinge werden,..." (S. 25)


Genau, und schlußendlich war er das auch.


Aber so sehr Stifter auch auf die Darstellung von Natur und Kunst eingeht, die Charaktere bleiben auf den 730 Seiten blass und vor allem langweilig.
Hier fällt kein böses Wort und Missverständnisse gibt es hier ebenso wenig. Selbst als Risachs Geheimnis gelüftet wird, herrscht hier Verständnis und Einigkeit.
Immerzu herrscht hier Harmonie und höchste Idylle, dass es kaum auszuhalten ist. Hinzu kommen die ständigen Wiederholungen der alltäglichen Rituale - die Neurotik des Biedermeier lässt grüßen.


Diese Art des Schreibens ist von Adalbert Stifter jedoch so beabsichtigt. Die Industrialisierung machte zu dieser Zeit auch vor Österreich nicht Halt. Aber wie Franz I. und Metternich, so war auch Stifter gegen diese Modernisierung und versuchte sie, zumindest in diesem Werk, aufzuhalten - den Fortschritt entschleunigen.


Bei mir rief es auch eine Entschleunigung hervor und zwar die des Lesens.
"Der Nachsommer" ist also keineswegs ein Klassiker den man mal schnell zwischendurch lesen kann und auch nicht sollte.
Man muss sich dafür Zeit nehmen, darin eintauchen und diesen wirken lassen. In der heutigen schnelllebigen Zeit mit Sicherheit ungewohnt, aber durchaus nicht verkehrt und eben auch genau das was von Stifter beabsichtigt war. Für mich persönlich war das nichts.


Das Werk enthält aber auch gleichzeitig wunderschöne Zitate, welche zum Nachdenken anregen:


"...der Mensch sei nicht zuerst der menschlichen Gesellschaft wegen da, sondern seiner selbst willen. Und wenn jeder seiner selbst willen auf die beste Art da sei, so sei er es auch für die menschliche Gesellschaft."            (S. 15)


Trotzdem werden Herr Stifter und ich wohl keine Freunde. Sein Schreib- und Erzählstil sind sehr speziell und nicht für jeden geeignet. Man muss diesen Stil schon mögen - ich tue es nur bedingt.


Die vorliegende Neuauflage aus dem dtv-Verlag ist jedoch mehr als nur gelungen. Hier wurde nämlich die Urfassung beibehalten, inklusive der etwas ungewöhnlichen Interpunktion Stifters. Ja, selbst hier hatte Adalbert Stifter seine Eigenheiten. Diese spezielle Art Kommas zu setzen, sollte seinen Stil intensivieren. Nun ja, diese Tatsache machte das Lesen nicht unbedingt leichter.
Es wurden aber auch die Laut- und Wortformen , sowie die alten österreichischen Bezeichnungen beibehalten.


Die meisten Verlage scheuen sich davor, solche Eigenheiten beizubehalten und modernisieren Texte, Passagen und ganze Werke. Nicht so beim dtv-Verlag, der aufgrund dessen für mich die erste Adresse bei Neuauflagen von Klassikern ist.


Wie gewohnt erhält man im Nachwort Informationen über das Werk und dessen Entstehung und es beinhaltet eine kleine, aber durchaus ausführliche Biographie des Autors mittel Zeittafel. Ich muss gestehen, diese Anhänge lasen sich spannender als "Der Nachsommer" selbst.


Fazit:
Der Schreib- und Erzählstil von Adalbert Stifter ist sehr speziell (anstrengend trifft es wohl besser). Dies muss man mögen, um das vorliegende Werk vollends genießen zu können. Ich konnte es leider nicht. Diese Abschweifungen und detailreichen Beschreibungen...meine Güte, diese Beschreibungen und Schilderungen!!...waren so gar nicht meines.
Ein Lob gebührt jedoch dieser Neuauflage aus dem dtv-Verlag, welche die Urfassung, sowie viele interessante Informationen im Anhang enthält.
Für Adalbert Stifter-Fans, Studenten der Germanistik und Literaturwissenschaft absolut zu empfehlen.


© Pink Anemone (inkl. Bilder und ausführlicherer Besprechung zu diesem Werk)

Kommentare: 3
69
Teilen
kristinwurfels avatar

Rezension zu "Witiko: Ein historischer Roman" von Adalbert Stifter

Ein unterhaltsamer historischer Roman
kristinwurfelvor 2 Jahren

Ein spannender historischer Schinken. Mit Informationen über die alte Zeit. Sehr spannend und unterhaltsam.

Kommentieren0
0
Teilen
GhilaPans avatar

Zu Unrecht betrachtete ich Adalbert Stifter jahrelang als konservativen Heimatdichter, ohne jedoch etwas von ihm gelesen zu haben. Sein Ruf, geprägt durch meine 'Deutschstunde' ( Siegfried Lenz wird sich freuen) in der Schule, reichte aus um zu verhindern mich jahrelang näher mit ihm zu beschäftigen. Schließlich tat ich es und erwarb dieses Buch. Inhalt und Form tanzen dabei miteindander: eine wunderschöne Buchausgabe, die ich dazumal um den Preis von ca. 30€ erwarb. Nie habe ich den Kauf bereut: jedesmal, wenn ich dieses Buch aufschlage, versetzt es mich in haptischen Genuß und bringt mir Adalbert Stifters feinsinnige, zerbrechliche und sensitive Sprache näher. Ein Buch für lange Leseabende in denen ich mich verlor in Stifters wunderbare Naturbeschreibungen und vor meinem inneren Auge eine noch unverschmutzte Landschaft sah.

Kommentare: 3
48
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Zusätzliche Informationen

Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 in Oberplan (Österreich) geboren.

Community-Statistik

in 312 Bibliotheken

auf 7 Wunschlisten

von 12 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks