Adalbert Stifter

 3.5 Sterne bei 200 Bewertungen
Autor von Bergkristall, Brigitta und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Adalbert Stifter

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Bergkristall

Bergkristall

 (37)
Erschienen am 11.09.2017
Der Nachsommer

Der Nachsommer

 (25)
Erschienen am 08.12.2017
Der Hochwald

Der Hochwald

 (16)
Erschienen am 01.05.2018
Granit

Granit

 (7)
Erschienen am 01.01.1986
Bergkristall: Erzählung (Fischer Klassik)

Bergkristall: Erzählung (Fischer Klassik)

 (4)
Erschienen am 11.11.2010
Witiko

Witiko

 (4)
Erschienen am 01.01.2011
Brigitta und andere Erzählungen

Brigitta und andere Erzählungen

 (3)
Erschienen am 01.07.1967

Neue Rezensionen zu Adalbert Stifter

Neu

Rezension zu "Der Heilige Abend (Insel-Bücherei Nr. 518)" von Adalbert Stifter

Vom Verlaufen zweier Geschwister
Orishavor 3 Monaten

Unsere Klassiker-Runde im Dezember führte mich zu Adalbert Stifters "Der heilige Abend", besser bekannt unter dem Namen "Bergkristall".

Zwei Dörfer in den Bergen: Gschaid und Millsdorf. Eine Familie, die aus beiden Orten stammt. Am heiligen Abend machen sich Konrad und Sanne, die Kinder des Gschaid'er Schusters, auf den Weg zu ihren Großeltern nach Millsdorf. Dort angekommen, muss es ganz schnell gehen, denn der Schnee bricht über die Gegend ein. Als beide Kinder sich auf den Rückweg machen, beginnen sie sich im Schnee zu verlaufen.

Stifters Erzählung stammt aus dem Jahr 1845 und beginnt mit einer langen Beschreibung der Orte Gschaid und Millsdorf sowie der umliegenden Berglandschaft. Das mag nun sehr romantisch und schön klingen, doch leider ist die Beschreibung derart langatmig, dass ich das kurze Büchlein schon zur Seite legen wollte, denn Stifter kam und kam nicht zum Punkt. Als die eigentliche Geschichte - das Verlaufen der Geschwister Konrad und Sanne - begann, konnte mich Stifter etwas mehr abholen, wenn auch nicht komplett. Denn die Geschichte ist bieder und verliert sich im Detail, ohne dass einem die Charaktere dabei ans Herz wachsen würden und das ist schade.

Fazit: Stifter gilt zu Recht als Meister der biedermeierlichen Naturdarstellung, wie es auf wikipedia heißt. Wer lange Naturbeschreibungen mag, dem sei das Buch ans Herz gelegt. Allen anderen sei vom Buch abgeraten.




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Rezension zu "Bergkristall" von Adalbert Stifter

Atmosphärisch und sprachlich gelungen
PMelittaMvor 4 Monaten

Am Weihnachtstag verirren sich zwei Kinder in den österreichischen Bergen. Adalbert Stifter macht daraus eine schön, sehr atmosphärisch und bildhaft erzählte Geschichte, die auf ein Weihnachtswunder hoffen lässt.

Sehr gelungen erscheint mir der erste Teil der Geschichte, in der der Autor erst vom Weihnachtsfest erzählt, und dann die Landschaft beschreibt, und dabei immer mehr ins Einzelne geht, bis er bei der Familie des Schusters im Dörfchen Gschaid angelangt ist, der eine Frau aus dem Nachbarort heiratete, so dass deren beider Kinder nun immer über den Berg müssen, wollen sie ihre Großeltern besuchen. So auch an diesem Tag, an dem sie dann aber starker Schneefall vom Weg abbringt.

Der zweite Teil, der den Irrweg der Kinder beschreibt, hat mich nicht ganz so gepackt, obwohl man sich gut hineinversetzen kann, ein bisschen fehlt es mir hier aber an Emotionen. Die kamen dann am Ende, das die Geschichte gelungen abschließt.

Vor allem sprachlich und mit ihrer gelungenen Atmosphäre konnte die Geschichte mich überzeugen, wer gerne klassische Weihnachtsgeschichten liest, sollte einen Blick riskieren.

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Rezension zu "Der Nachsommer" von Adalbert Stifter

Die Entschleunigung des Lesens
Ambermoonvor einem Jahr

Auf seinen naturkundlichen Wanderungen begegnet der Ich-Erzähler Heinrich Drendorf seinem späteren väterlichen Freund, dem Freiherrn von Risach, auf dessen Landgut. Dort lernt er nicht nur eine neue Form der Lebens- und Wirklichkeitsbewältigung kennen, sondern auch seine spätere Frau Natalie und deren Mutter Mathilde Tarona, die auf geheimnisvolle Weise mit Risach verbunden ist.

»›Der Nachsommer‹ ist der Bildungsroman schlechthin, ein rührend-unheimlich deutsches Buch aus Österreich, welches dem Leser das Menschlichwerden zeigen will.« Walther Killy....(Klappentext)

✵✵✵


"Mein Vater war ein Kaufmann. Er bewohnte einen Teil des ersten Stockwerkes eines mäßig großen Hauses in der Stadt in welchem er zur Miete war.." (S. 7 - Anfang)


Wie soll man einem Literaturklassiker gerecht werden, wenn man sich einen Monat lang durchgequält hat? Diese Frage stellte ich mir bereits nach den ersten Seiten dieses Buches.


Ich liebe Klassiker, angefangen bei Shakespeare, über Lessing bis hin zu Tolstoi. Dabei schätze ich vor allem die Sprachgewalt, die Poesie und den bildhaften Erzählstil, inklusive der Detailverliebtheit. Doch gerade diese langatmigen Beschreibungen und die ständigen Abschweifungen ins Detail, machten mir das Lesen von "Der Nachsommer" mehr als schwer.


Die Handlung schreitet nur mit überaus kleinen Schritten voran, nahezu stockend und humpelnd und zwar aufgrund diverser minutiöser Beschreibungen von Gemälden, Pflanzen und selbst von Steinen.


"Ich war schon als Knabe ein großer Freund der Wirklichkeit der Dinge gewesen, wie sie sich so in der Schöpfung oder in dem geregelten Gange des menschlichen Lebens darstellte..." (S. 24)


"Der Vater pflege zu sagen, ich  müßte einmal ein Beschreiber der Dinge werden,..." (S. 25)


Genau, und schlußendlich war er das auch.


Aber so sehr Stifter auch auf die Darstellung von Natur und Kunst eingeht, die Charaktere bleiben auf den 730 Seiten blass und vor allem langweilig.
Hier fällt kein böses Wort und Missverständnisse gibt es hier ebenso wenig. Selbst als Risachs Geheimnis gelüftet wird, herrscht hier Verständnis und Einigkeit.
Immerzu herrscht hier Harmonie und höchste Idylle, dass es kaum auszuhalten ist. Hinzu kommen die ständigen Wiederholungen der alltäglichen Rituale - die Neurotik des Biedermeier lässt grüßen.


Diese Art des Schreibens ist von Adalbert Stifter jedoch so beabsichtigt. Die Industrialisierung machte zu dieser Zeit auch vor Österreich nicht Halt. Aber wie Franz I. und Metternich, so war auch Stifter gegen diese Modernisierung und versuchte sie, zumindest in diesem Werk, aufzuhalten - den Fortschritt entschleunigen.


Bei mir rief es auch eine Entschleunigung hervor und zwar die des Lesens.
"Der Nachsommer" ist also keineswegs ein Klassiker den man mal schnell zwischendurch lesen kann und auch nicht sollte.
Man muss sich dafür Zeit nehmen, darin eintauchen und diesen wirken lassen. In der heutigen schnelllebigen Zeit mit Sicherheit ungewohnt, aber durchaus nicht verkehrt und eben auch genau das was von Stifter beabsichtigt war. Für mich persönlich war das nichts.


Das Werk enthält aber auch gleichzeitig wunderschöne Zitate, welche zum Nachdenken anregen:


"...der Mensch sei nicht zuerst der menschlichen Gesellschaft wegen da, sondern seiner selbst willen. Und wenn jeder seiner selbst willen auf die beste Art da sei, so sei er es auch für die menschliche Gesellschaft."            (S. 15)


Trotzdem werden Herr Stifter und ich wohl keine Freunde. Sein Schreib- und Erzählstil sind sehr speziell und nicht für jeden geeignet. Man muss diesen Stil schon mögen - ich tue es nur bedingt.


Die vorliegende Neuauflage aus dem dtv-Verlag ist jedoch mehr als nur gelungen. Hier wurde nämlich die Urfassung beibehalten, inklusive der etwas ungewöhnlichen Interpunktion Stifters. Ja, selbst hier hatte Adalbert Stifter seine Eigenheiten. Diese spezielle Art Kommas zu setzen, sollte seinen Stil intensivieren. Nun ja, diese Tatsache machte das Lesen nicht unbedingt leichter.
Es wurden aber auch die Laut- und Wortformen , sowie die alten österreichischen Bezeichnungen beibehalten.


Die meisten Verlage scheuen sich davor, solche Eigenheiten beizubehalten und modernisieren Texte, Passagen und ganze Werke. Nicht so beim dtv-Verlag, der aufgrund dessen für mich die erste Adresse bei Neuauflagen von Klassikern ist.


Wie gewohnt erhält man im Nachwort Informationen über das Werk und dessen Entstehung und es beinhaltet eine kleine, aber durchaus ausführliche Biographie des Autors mittel Zeittafel. Ich muss gestehen, diese Anhänge lasen sich spannender als "Der Nachsommer" selbst.


Fazit:
Der Schreib- und Erzählstil von Adalbert Stifter ist sehr speziell (anstrengend trifft es wohl besser). Dies muss man mögen, um das vorliegende Werk vollends genießen zu können. Ich konnte es leider nicht. Diese Abschweifungen und detailreichen Beschreibungen...meine Güte, diese Beschreibungen und Schilderungen!!...waren so gar nicht meines.
Ein Lob gebührt jedoch dieser Neuauflage aus dem dtv-Verlag, welche die Urfassung, sowie viele interessante Informationen im Anhang enthält.
Für Adalbert Stifter-Fans, Studenten der Germanistik und Literaturwissenschaft absolut zu empfehlen.


© Pink Anemone (inkl. Bilder und ausführlicherer Besprechung zu diesem Werk)

Kommentare: 3
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Gespräche aus der Community

Neu
Herzlich willkommen zu einer weiteren Leserunde der Gruppe "Wir lesen Klassiker der Weltliteratur".

Als zweite Leserunde im Dezember lesen wir "Bergkristall" von Adalbert Stifter. Es ist eine kurze Erzählung, in meiner Ausgabe ohne Kapitel, in meiner E-Book-Version aber schon. Ich habe jetzt mal die Sätze zur Einteilung hingeschrieben.

Die Leserunde beginnt am 15. Dezember! Viel Spaß!
Letzter Beitrag von  Schmiesenvor 4 Monaten
Kenne ich auch aus den Erzählungen meiner Oma :)
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Adalbert Stifter wurde am 23. Oktober 1805 in Oberplan (Österreich) geboren.

Community-Statistik

in 329 Bibliotheken

auf 8 Wunschlisten

von 12 Lesern aktuell gelesen

von 4 Lesern gefolgt

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