Adalbert Stifter Der Waldgänger

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Inhaltsangabe zu „Der Waldgänger“ von Adalbert Stifter

In dieser Erzählung geht es um einen alten vereinsamten Mann, um Verkennung oder Annahme eines Lebensschicksals, um die Integration eines Irrtums in die eigene Lebensgeschichte. Man hat diese Erzählung "das wohl trostloseste Werk, das Stifter je geschrieben hat" genannt. Aber ist es das wirklich? Letzten Endes gelingt dem Waldgänger bei aller Traurigkeit der Abschiede eine Versöhnung mit seiner Geschichte. (Quelle:'Audio CD/12.08.2012')

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  • Rezension zu "Der Waldgänger" von Adalbert Stifter

    Der Waldgänger

    HeikeG

    18. August 2008 um 18:03

    Adalbert Stifters Dialektik der Gegensätze Einer der bedeutendsten Vertreter des Biedermeiers war zweifelsohne der oft belächelte und wohl auch verkannte österreichische Autor Adalbert Stifter (1805-1868). Er war ein Mensch mit extremen, destruktiven, ja nahezu ans Psychopathische grenzenden Zügen. Seine Erzählungen durchziehen meist tiefe Schwermut und gärende Unruhe, die jedoch von oberflächlicher Ruhe und Idylle und manchmal gar nicht so recht passender Heiterkeit überlagert werden. Aber gerade diese Dialektik der Gegensätze sorgt für dessen eigentümliche Spannung. Und wenn diese - wie in der vorliegenden Hörbuchfassung - so wunderbar vorgetragen wird wie von seinem Landsmann, dem großartigen Peter Simonischek, dann verschwindet das Verklärte und "Spießige", das man Stifter allzu oft nachsagt, gar völlig. "Der Waldgänger" (1846), eine von Stifters bedeutendsten Erzählungen, ist der geradezu typische Vertreter für seine eigentümlich faszinierende, tief anrührende, aber auch befremdliche, ja beinahe verschrobene Welt. Sie beginnt mit überwältigenden Landschaftsbeschreibungen und der innigen Beziehung eines alten Mannes - eben jenes Waldgängers - zu einem kleinen Buben, dem er den Blick für die Schönheit der Natur öffnet und ihm das Lesen und Schreiben beibringt, bis dieser aus den Kinderschuhen schlüpft und in die Welt hinauszieht. Lässt Stifter zu Beginn den Hörer noch im Unklaren über die eigentümliche Verbindung der Zwei, so kristallisiert sich mit der anschließend erzählten Lebensgeschichte des "Waldgängers" die wahre Tragik dieses alten Mannes mit dramatischer Schnelligkeit heraus. "Der Waldgänger" ist die aberwitzige Schilderung eines sich wegen seiner Kinderlosigkeit trennenden Ehepaares, das meint, mit einer kinderlosen Ehe eine Sünde zu begehen, obwohl sie doch zusammen glücklich waren und ist zugleich das wohl berührende autobiografische Dokument des Schriftstellers. Mit Peter Simonischek ist ein geradezu prädestinierter Sprecher gewählt worden. Er versteht es großartig, den ganz eigenen Stifter-Ton zu intonieren. Gefühlvoll und zärtlich zum einen, kraftvoll und erregt zum anderen, weiß er durch seine Stimme das geschriebene Wort des Autors zum Leben zu erwecken und für "moderne Ohren" verständlich zu machen. Der leicht durchklingende österreichische Dialekt ist nachgerade prägnant für diesen Text. Eine äußerst ansprechend CD-Verpackung als vierseitiges Digipack aus stabilem Karton und einem achtseitigen Booklet runden die durchweg gelungene Produktion optisch ab. Fazit: Wie kaum ein anderer vermag Stifter noch heute, seine LeserInnen zu berühren, sie zu schroffer Abgrenzung oder unbedingter Liebe zu verleiten. Doch bevor man Stifters allzu schnell in die Schublade "Pensionsmädchenlektüre" steckt, sollte man sich die rücksichtslose Genauigkeit und Abgründigkeit des Textes verinnerlichen. Dann werden Dimensionen wahrgenommen, die sonst verschlossen bleiben. Denn nur mit Erstarrung war es Stifter möglich, einer Welt, die als sinnlos erfahren wurde, wenigstens in der Fiktion einen Sinn zu geben.

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