Adam Chamberlain Back to Frank Black

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Inhaltsangabe zu „Back to Frank Black“ von Adam Chamberlain

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    Back to Frank Black

    TheRavenking

    Millennium war Produzent Chris Carters zweite Fernsehserie nach Akte X und wurde zwischen 1996-1999 im US-Fernsehen ausgestrahlt. Nach dem gigantischen Erfolg der unheimlichen Fälle des FBI bekam Carter vom verantwortlichen Sender Fox die Möglichkeit eine Nachfolgeserie zu produzieren. Dabei gewährte man ihm sämtliche Freiheiten. So wurde Millennium geboren. Die Idee war es eine Serie wie David Finchers "Sieben" zu drehen, - so Carter, bezüglich seiner Inspiration. Im Mittelpunkt von Millennium stand der FBI-Profiler Frank Black (Lance Henriksen). Frank besitzt eine besondere Gabe, die es ihm möglich macht, in das Hirn von Killern einzudringen und die Welt durch ihre Augen zu sehen. Zu Beginn der Serie hat sich Frank, nach einem schweren Trauma, mit seiner Frau und kleinen Tochter nach Seattle zurückgezogen. Doch seine Hoffnung, fernab von Verbrechen und Gewalt ein beschauliches Leben führen zu können, wird enttäuscht. Die Gewalt droht auch in diesen kleinen Mikrokosmos einzudringen, und um seine Familie zu beschützen wird Frank zum Berater für die Millennium Gruppe (das Vorbild dafür lieferte die real existierende Academy Group des FBI), eine Vereinigung von Ex-Profilern und Ermittlern. Im folgenden kommt es dann zur Konfrontation zwischen Frank und verschiedenen Inkarnationen des Bösen, diverser Psychopathen, die durch die nahende Jahrtausendwende zu immer schlimmeren Gewalttaten angestachelt werden. Obwohl Millenium anfangs durchaus erfolgreich gestartet war, zeigten sich hinter den Kulissen bald Spannungen. Dem Studio gefielen die zahlreichen, teils drastischen Gewaltszenen überhaupt nicht. Man hatte ein neues Akte X erwartet, eine Serie, die eher dem Phantastischen zugeneigt war. Doch Millennium wagte sich in die Niederungen der Wirklichkeit vor. Gleich die Pilotfolge schockierte mit dem verstörenden Anblick eines Opfers, dem Augen und Mund zugenäht worden waren. Obwohl das Format von den Zuschauern zur besten neuen Serie des Jahres gewählt wurde, führten die bald auftretenden "kreativen Differenzen" dazu, dass Carter die Produktion nach dem Ende der ersten Staffel abgeben musste. Glen Morgan und James Wong, die bereits einige Episoden von Akte X inszeniert hatten, übernahmen. Diese bekamen vom Studio die Order das übernatürliche Element stärker in den Vordergrund zu stellen. Morgan und Wong veränderten die Serie sehr stark. 99% weniger Serienkiller - stand auf den T-Shirts, die sie am Anfang der Dreharbeiten verteilten. Und tatsächlich standen von nun an Weltverschwörungen und christliche Mythologie im Vordergrund. Staffel 2 von Millennium war im Grunde fast wie eine ganz neue Serie. Das sorgte verständlicherweise bei manchen Zuschauern für Verwirrung, und noch heute tobt ein erbitterter Streit unter Millennium Fans zwischen den Anhängern von Season 1 und Season 2. Trotzdem war Morgan und Wong etwas ganz Besonderes gelungen. Millenniums zweite Staffel ist ein echtes Kleinod, ein originelles Stück Fernsehen, wie es nur selten zustande kommt. Allerdings war Chris Carter alles andere als zufrieden mit der Richtung, die die Serie eingeschlagen hatte und nachdem sich Morgan & Wongs Veränderungen als wenig kommerziell erwiesen hatten, wurden die beiden Produzenten kurzerhand vom Studio abserviert. Millennium kehrte für eine dritte Staffel zurück, die aber letztendlich nur das Ende der Serie ein wenig hinauszögern konnte. Den Machern schien ihre Inspiration, aber auch ihre Begeisterung abhanden gekommen zu sein. Die Inszenierung wirkte stellenweise schludrig, die Ideen dürftig umgesetzt. Chris Carters ursprüngliche Absicht, die Serie zurück zu ihren Anfängen zu führen, scheiterte. Und dann war Schluss. Nach drei Staffeln wurde Millennium abgesetzt. Doch in den Köpfen der Fans war die Serie damit keinesfalls gestorben. Im Netz entstanden zwei virtuelle Seasons, die die Handlung der Serie weiterführten. Und es wurde die Kampagne "Back To Frank Black" gegründet, die es sich zum Ziel setzte, Millennium zurück ins Fernsehen oder eventuell sogar ins Kino zu bringen. Der vorläufige Höhepunkt dieser Kampagne war Ende 2012 das Erscheinen dieses Buches. "Ich bin im Laufe der Jahre vielen Leuten begegnet, die Akte-X gemocht, Millennium aber geliebt haben." - so Co-Produzent Frank Spotnitz in seinem Vorwort; und das erklärt im Grunde auch den Reiz dieser Serie, die sich zwar nie zu so einem prägenden popkulturellen Phänomen wie Akte X auswuchs, aber wesentlich persönlicher und menschlicher wirkte. Sämtliche Mitstreiter wurden für diesen Band noch mal versammelt, von Chris Carter über Hauptdarsteller Lance Henriksen bis zu Komponist Mark Snow. Manche Kapitel tragen Titel wie: Der tierische Symbolismus in der zweiten Staffel von Millennium. Dieser Anspruch hebt das Buch weit über das Niveau ähnlicher Fanproduktionen hinaus. Unter den Autoren befinden sich bekannte Fernsehkritiker. Die Themen der Serie, oft religiöser oder philosophischer Natur, werden hier noch vertieft. Ich selbst entdeckte Millennium erst durch die Veröffentlichung der DVD-Boxen. Ich erinnerte mich zwar wage daran, die eine oder andere Episode damals in den Neunzigern gesehen zu haben, aber die vorherrschende Meinung schien zu jener Zeit zu sein, dass Millennium nur ein müder Akte-X Abklatsch war. Eher langsam und zufällig stahl sich die Serie in mein Herz. Neben dem hervorragenden Hauptdarsteller war es vor allem die unheimlich dichte Atmosphäre, die es mir angetan hatte. Die Macher hatten nach eigenem Bekunden die Absicht, jede der Episoden als ein eigenes kleines Mini-Movie anzugehen, und das Ergebnis war eine stilistisch überragende und sehr stimmungsvolle Produktion. Millennium war eine Serie, die versuchte ihre Geschichte mittels Bilder zu erzählen. Das bedeutete keineswegs, dass die Drehbücher schlecht gewesen wären, ganz im Gegenteil. Aber der Plot war stets weniger wichtig, als eine unheimliche und düstere Grundstimmung zu schaffen, die einen sofort in ihren Bann zog. Das hatte allerdings auch die Folge, dass die Logik oft zweitrangig wurde. Die Grenze zwischen der Realität und dem Übernatürlichen schien fließend. Sogar Dämonen und Engel traten auf. Am stärksten war die Show, wenn sie die Wirklichkeit hinter sich ließ und stattdessen auf äußerst einfallsreiche Schreckensvisionen setzte. Das traurige ist, dass wäre Millennium nur wenige Jahre später gestartet, der Serie wohl ein durchschlagender Erfolg garantiert gewesen wäre. Sie nahm die Paranoia, die seit dem 11. September 2001 das öffentliche Klima in der westlichen Welt bestimmt, vorweg, und inspirierte zahlreiche Nachfolgeserien (Criminal Minds z.B. ist nicht viel mehr als ein seelenloser Millennium-Abklatsch). Heute, wo wir in ständigen Weltuntergangsphantasien schwelgen und eine positive Zukunft für die Menschheit in immer weitere Ferne zu rücken scheint, würde die Serie perfekt den Zeitgeist treffen. Als Fan wäre man also gerne verhalten optimistisch, aber der geringe Erfolg von Chris Carters zweitem Akte-X-Kinofilm und die Tatsache, dass Lance Henriksen mit 73 Jahren nicht mehr der Jüngste ist lassen eine Auferstehung Frank Blacks doch sehr unwahrscheinlich erscheinen. Was immer die Zukunft auch bringt, Anhänger von Millenniums düsterer Welt haben immerhin die Möglichkeit sich an diesem exzellenten Buch zu erfreuen, das viele weiterführende Informationen bietet und natürlich Lust macht, diese hervorragende Serie immer wieder zu genießen.  

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