Adam Johnson

 4.1 Sterne bei 141 Bewertungen
Autor von Das geraubte Leben des Waisen Jun Do, Nirvana und weiteren Büchern.
Adam Johnson

Lebenslauf von Adam Johnson

Adam Johnson, geboren 1967 in South Dakota, lehrt in Stanford Creative Writing. 2002 erschienen die Short Storys Emporium, 2003 der Roman Parasites like us. Er hat in Magazinen publiziert und zahlreiche Preise und Stipendien erhalten. Für den vorliegenden Roman reiste Adam Johnson ins abgeschottete Nordkorea.

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Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

 (125)
Erschienen am 16.06.2014
Nirvana

Nirvana

 (8)
Erschienen am 06.09.2015
Emporium

Emporium

 (1)
Erschienen am 08.02.2010
Orcs !, 1 Blu-ray

Orcs !, 1 Blu-ray

 (0)
Erschienen am 27.07.2011
Paladin - Der Drachenjäger, 1 Blu-ray

Paladin - Der Drachenjäger, 1 Blu-ray

 (0)
Erschienen am 03.02.2012
The Orphan Master's Son

The Orphan Master's Son

 (4)
Erschienen am 01.03.2013
The Lost Saints of Tennessee

The Lost Saints of Tennessee

 (0)
Erschienen am 22.06.2012

Neue Rezensionen zu Adam Johnson

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A

Rezension zu "Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" von Adam Johnson

...so würde ein Film über Nordkorea werden, wenn er von Tarantino verfilmt würde...
Amy86vor 4 Monaten

Was man ganz klar sagen muss: Dieses Buch ist einfach anders. Anders als in den meisten Büchern über Nordkorea, die von tragischen Fluchtgeschichten handeln, spielt hier beinahe das gesamte Buch in Nordkorea. Sogar Kim-Jong-il selbst wird sehr grotesk dargestellt.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten, auch wenn es weit weg von der Realität ist. 

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Kathrin_Schroeders avatar

Rezension zu "Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" von Adam Johnson

Preisgekröntes Buch über das Leben in "Nordkorea"
Kathrin_Schroedervor 5 Monaten

Das geraubte Leben des Waisen Jun Do von Adam Johnson

Erscheinungstermin: 16.6.2014 gelesen als gebrauchtes Taschenbuch (rebuy) im Februar bis Juni 2018

Genre: Gegenwartsliteratur, politische Literatur

Wie schon aus dem Lesedatum ersichtlich, ist mir dieses Buch zu lesen nicht durchgehend leicht gefallen. Ende Februar habe ich die Hälfte des ersten Teils gelesen, das Buch aber dann für gut 3 Monate zur Seite gelegt. Auch nachdem ich es jetzt doch relativ schnell zuende gelesen habe, fällt mir die Bewertung nicht leicht. Für mich teilt sich dieses Buch in 3 Teile.

Die ersten beiden Teile erzählen von Jun Do, dem Waisen bzw. Mitbewohner eines Waisenhauses, der von allen als Waise behandelt wird. Die Kindheit und Jugend wird zwar überzogen, aber dennoch gut lesbar und spannend beschrieben. Als Erwachsener wird Jun Do wie andere Waisen in besonders riskanten Bereichen eingesetzt: Als Tunnelbauer nach Südkorea, als Entführer von geeigneten Personen z.B. in Japan und als politischer Funker. Dieser Bereich, für mich der zweite Teil von drei Teilen, hat sich extrem gezogen. Er war weder realistisch, noch überzeichnet mit realer Basis noch so überdreht unterhaltsam wie der letzte Teil. Hier habe ich eine längere Pause eingelegt, bevor ich das Buch weiter und zuende gelesen habe.

Im dritten Teil gibt es einen Perspektiv/Personenwechsel und diverse Sprünge zwischen verschiedenen Zeitstrukturen. Dieser Teil ist fantasievoll, abgedreht und trotz aller Brutalität unterhaltsam.

Für mich hätte die zweite Hälfte des ersten Buchteiles deutlich gekürzt werden sollen, der Rest macht den Buchpreis für den Autoren nachvollziehbar.

Was das Buch definitiv nicht ist: Ein realistischer Roman über die Verhältnisse in Nordkorea - aber das Buch ist auch keine rein abgedrehte Fiktion, sondern irgendetwas dazwischen, das zum Nachdenken auffordert.

#DasgeraubteLebendesWaisenJunDo #AdamJohnson #Rezension #KathrinliebtLesen

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awogflis avatar

Rezension zu "Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" von Adam Johnson

Surrealer, total wahrer Wahnsinn im Operettenstaat Nordkorea
awogflivor 6 Monaten

Dieser 2013 mit dem Pulitzer Preis ausgezeichnete Roman ist bedauerlicherweise bisher völlig an mir vorbeigegangen. Dann entdeckte er mich kürzlich zufällig auf dem Weg zu einer Aussichtsplattform, ich stolperte quasi über ihn. Am Tag der Annäherung von Nord- und Südkorea beschloss ich nun, dass es Zeit ist, mich mit diesem Werk zu beschäftigen.

Wahnsinn! Ich fasse noch immer nicht, was mir bisher entgangen ist, da bin ich doch glatt unvermutet über eine Perle, ein Kleinod gestolpert.

Der Waise Jun Do hat kein eigenes Leben, keine Familie, sein ganzes Dasein und sein Lebenszweck ist dem großen Führer Kim Jog Il (als Stellvertreter natürlich den ausführenden Parteibonzen), seinen Bedürfnissen, Wünschen und Forderungen gewidmet. Durch diese Konstellation schlittert und laviert er durch ein atemberaubendes total fremdbestimmtes Leben, das in seiner Grausamkeit tragisch, episch und opernhaft in seiner Groteskheit und Absurdität aber fast operettenhaft wirkt. Fast so wie wir uns den geliebten Führer Nord-Koreas vorstellen, so wie uns dieser wahnwitzige eitle Zwerg in den Medien präsentiert wird.

Ich hoffe, ich kriege die Analogien richtig zusammen, denn der Stil dieses irrwitzigen Entwicklungsromans ist einzigartig. Der Roman hat von seiner lapidaren Grausamkeit her sehr viel von Remarques Im Westen nichts Neues gemischt mit sehr viel Kafka, und einem Schuss Anarchie der Monty Pythons, aber nicht die humorvollen Szenen sondern die brachial-grotesken. Somit sind die nicht seltenen sehr gewalttätigen Sequenzen aber auch etwas verträglicher, weil sie durch die Absurdität etwas weniger realistisch wirken.

"Das wahre Leben hatte ihn wieder - man hatte ihn für eine neue Aufgabe eingeteilt, und Jun Do machte sich keine Illusionen darüber, was das bedeuten mochte. Er drehte sich wieder zu den Anzugträgern um. Sie redeten über einen kranken Kollegen und spekulierten, ob er wohl Nahrungsmittel bei sich im Haus gehortet hatte und wer die Wohnung bekommen würde, wenn er starb."

Eine kafkaeske surreale menschenverachtende Münchhausiade, die so perfekt mit abstrusen Fakten über Nord-Korea gestrickt und eng gewoben ist, dass man nicht erkennt, wo die Wahrheit aufhört und die Fiktion beginnt - ich bin ENTZÜCKT!! 😍😍😍😍

Beispielsweise entführen die Nordkoreaner in China, Japan und Südkorea massenweise Personen,  die irgendwer haben will: den Sushi Koch und den Leibarzt für den geliebten Führer, Frauen für Generäle, Schauspieler um die Filmindustrie aufzubauen ..... Am Anfang dachte ich mir noch, dieses abstruse Gschichtl ist gut erfunden, dann empfand ich es als so arg, dass es schon wieder wahr sein könnte. Nach einer ausführlichen Recherche, ob so was wirklich im großen Stil stattgefunden hat, fiel ich aus allen Wolken: Das ist tatsächlich in der Realität so passiert. Das geschiedene Schauspielerehepaar wurde aus Südkorea entführt, die Schauspielerin ist tatsächlich bei einer Auslandstournee geflüchtet und hat in Wien um politisches Asyl angesucht. Massenweise Japaner wurden entführt, um als Sprach- und Japanischlehrer zu fungieren, damit die Koreaner in einer japanischen Passagiermaschine nicht auffallen und einen Terroranschlag durchführen konnten. Unpackbar! Insgesamt 30 Entfürhungen hat Nord-Korea zugegeben mehr als 100 haben alleine die Japaner nachweislich dokumentiert.

Jun Do entwickelt sich im Laufe des Romans und wechselt in Folge seiner fehlenden persönlichen Identität und eines Glücksfalls auch sehr schnell zu der Identität des Generals Ga, den er in Notwehr umgebracht hat. In einem Staat, in dem alle vorauseilenden Gehorsam gewohnt sind, brauchen nur zwei bis drei einflussreiche Personen inkl. der große Führer diese Scharade unterstützen, schon folgen alle der Münchhausiade. Sogar die Ehefrau, die einen Treuetest des Führers oder ihres ehemaligen Gemahls vermutet, steigt in das Spiel ein. Zudem wird dieser Glücksfall von Jun Do noch gefördert, da Kommandant Ga einer der größten und unbeliebtesten Verbrecher des Landes war, der sogar von Kim Jong Il gehasst wird, weil sich beide gar so ähnlich sind.

In der ganzen skurrilen Geschichte steckt noch viel mehr drinnen, aber ich kann dem ganzen gar nicht gerecht werden, erstens wahrscheinlich überhaupt nicht in meiner Rezension und dann schon gar nicht, ohne massiv zu spoilern. Bei all den Absurditäten, die sich nach Recherche auf jeden Fall zu einem Großteil als wahr erweisen, ist Adam Johnson möglicherweise der tiefste, intensivste  ausführlichste und wahrhaftigste Blick auf den Operettenstaat Nordkorea mit dem Vorbild des Shogunats und in die verwirrten Seelen des geknechteten, mit Stockholm Syndrom gepeinigten Täter- und Opfervolks zugleich gelungen.

Fazit: Einer der Höhepunkte in meinem Buchjahr - sowohl aus politischer, dramaturgischer und sprachlicher Sicht ein absoluter Knüller, der auf jeden Fall in meine All-Time-Favourites eingeht! Aber eben ein bisschen abstrus in seiner Realität und sicher nicht für Jedermannfrau geeignet.

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Gespräche aus der Community

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Daniliesings avatar
Mit "Das geraubte Leben des Waisen Jun Do" ist dem US-amerikanischen Schriftsteller Adam Johnson ein beeindruckender Roman gelungen, der einen außergewöhnlichen Einblick ins Nordkorea von heute ermöglicht. Durch seine Hauptfigur Jun Do lässt der Autor den Leser in eine ferne Welt schlüpfen und bringt sie ihm ganz nahe!

Mehr zum Inhalt:
Pak Jun Do hat noch nie einen Film gesehen, kaum je ein Werbeplakat, er findet es merkwürdig, dass woanders Leute Tiere im Haus halten, und wundert sich über Maschinen, die Geld auswerfen. Er kennt keine Ironie, keine Kunst, keine Mode und keine Magazine. Aufgewachsen im nordkoreanischen Waisenhaus Frohe Zukunft, ist er ein winziges Rädchen im großen Getriebe der absurd-grausamen Herrschaft des »Geliebten Führers« Kim Jong Il. Nur ein falsches Wort kann jeden sofort ins Lager bringen.

Doch mit der Zeit beginnt Jun Do an etwas zu glauben, was stärker ist als Staatstreue: Freundschaft und Liebe. Als er die Schauspielerin Sun Moon trifft, lernt er das bedingungslose Vertrauen in einen anderen Menschen kennen. Und nur dafür lohnt es sich zu überleben.


--> Leseprobe

Lasst euch von Adam Johnsons außergewöhnlichem Erzählstil mitreißen und euch  von seiner Geschichte über Freiheit, Wahrheit und auch Liebe fesseln. Wir suchen zusammen mit Suhrkamp Nova 25 Testleser für diesen unvergesslichen Roman. Vorraussetzung ist, dass ihr im Gewinnfall zeitnah am Austausch in den Leseabschnitten dieser Leserunde teilnehmt und abschließend eine Rezension schreibt.

Beantwortet nur noch die folgende Frage bis zum 01. April 2013 und ihr habt die Chance auf eines der Bücher:

Jun Do hat viele Dinge unserer modernen Welt noch nie kennen gelernt. Was würdet ihr, die ihr viele dieser Dinge für vollkommen normal haltet, wohl am meisten vermissen, wenn ihr sie plötzlich nicht mehr hättet? Worauf könntet ihr gar nicht verzichten? Und was würde euch vielleicht überhaupt nicht fehlen?


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mecedoras avatar
Letzter Beitrag von  mecedoravor 5 Jahren
Und meine ist nun auch endlich online: http://www.lovelybooks.de/autor/Adam-Johnson/Das-geraubte-Leben-des-Waisen-Jun-Do-1024563301-w/rezension/1048855625/ Herzlichen Dank für dieses tolle Buch, die Lektüre war wirklich ein Erlebnis und ich werde das Buch sehr lange nicht vergessen.
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