Adam Schwarz Das Fleisch der Welt oder die Entdeckung Amerikas durch Niklaus von Flüe

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Inhaltsangabe zu „Das Fleisch der Welt oder die Entdeckung Amerikas durch Niklaus von Flüe“ von Adam Schwarz

- Romandebüt des Jungautors Adam Schwarz
- Tollkühne postfaktische Geschichtsschreibung
- Der Schweizer Nationalheilige auf Abwegen

Als sein Vater Niklaus beschliesst, die Familie zu verlassen, um Eremit zu werden, ist Hans von Flüe schockiert. Drei Jahre später jedoch hat sich der junge Bauer an die väterliche Abwesenheit gewöhnt. Er hat eine Menge zu tun, bewirtschaftet einen eigenen Hof und hilft seiner Mutter und den Geschwistern.

Da tritt sein Vater auf einmal wieder in sein Leben und fordert Hans auf, ihn auf eine letzte Pilgerreise zu begleiten. Zögernd willigt Hans ein. Die Reise führt das ungleiche Paar nach Westen, immer dorthin, wo Niklaus’ Vision sie führt. Als sie am Atlantik ankommen, glaubt Hans, die Reise sei nun Ende. Ein Irrtum, denn Niklaus möchte sich mit einem Floss auf den Ozean wagen …

«Das Fleisch der Welt» ist ein wilder spätmittelalterlicher Road Trip, der daran erinnert, dass man weder vor der Welt, noch vor der eigenen Familie und schon gar nicht vor sich selbst fliehen kann. Glaube, Unglaube, Wahrheit, Moral und die Kolonialisierung bekommen in diesem gewieften Text einen ernsthaften Platz zugewiesen, und so ermöglicht das Buch neue Einsichten in die Welt von Niklaus von Flüe. Auch wenn es ganz anders gewesen sein kann.

Wie es auch hätte sein können. Ein (göttlicher) Roadtrip rund um Niklaus von Flüe.

— sar89

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    Das Fleisch der Welt oder die Entdeckung Amerikas durch Niklaus von Flüe

    sar89

    31. August 2017 um 22:42

    Pünktlich zum 600. Geburtstag von Niklaus von Flüe oder eben Bruder Klaus, gibt es einen etwas anderen Roman dazu. Der Roman hat nicht so viel zu tun mit einer Biographie über den gottesfürchtigen Hüter des Friedens zwischen Stadt und Land in der Schweiz, der dem historischen Niklaus von Flüe zugeschrieben wird und ihn u.a. zum Schutzpatron der Schweiz machte. Im Roman ist Niklaus von Flüe auch ursprünglich Bauer und verlässt dann seine kinderreiche Familie, nachdem er den Ruf Gottes gehört hat und ihm folgen will. Er lässt sich daraufhin in der Ranftschlucht (Kanton Obwalden), die in der Nähe seines Hofs liegt, nieder. Historisch korrekt sind auch sein ältester Sohn Hans von Flüe und der Pfarrer Heimo Amgrund. Hans besitzt einen Bauernhof und ist frisch verheiratet, als ihn sein verlorener Vater im Wald überrascht und ihn vor versammelter Familie bittet, mit ihm in den Westen zu gehen, weil er eine Vision empfangen hat. Niklaus gaukelt seinem Sohn vor, dass es sich um eine kurze Reise handelt. Dem ist aber überhaupt nicht so. Es beginnt ein grosses Abenteuer mit vielen Gefahren und Entbehrungen. Bald schliessen sich ihnen noch weitere Menschen an. Darunter ein Henker, ein anderer Gottesmann und ein Köhlerehepaar. Von den Menschen wird Klaus oft wie ein Zootier beäugt und angefasst. Je länger die Reise geht, desto mehr zweifelt Hans an seinem Vater und dem Sinn der Reise. Hans versucht daraufhin zu flüchten, kommt aber nicht sehr weit und landet wieder bei der Pilgergruppe. Irgendwann erreicht die Gruppe das Meer aber Niklaus von Flüe ist noch immer nicht zur Ruhe gekommen und führt die Gruppe in einem Floss über das Meer, bis sich Hans wieder entschliesst einen anderen Weg einzuschlagen. Die Beziehung zwischen Hans und Niklaus wird sehr gut beschrieben, vor allem die ganzen Zweifel und Enttäuschungen, die zwischen den beiden Männern herrschen. Auch bleibt einiges zwischen ihnen bis am Schluss ungesagt. Adam Schwarz spannt gekonnt den Bogen zwischen der historischen Figur Niklaus von Flüe und der Romanfigur Niklaus von Flüe. Das macht wirklich Spass.

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