Adam Shoalts wird von nicht wenigen Menschen für verrückt erklärt, als er eine 4000km lange Reise mit dem Kanu durch die kanadische Arktis plant. Und obwohl er sich akribisch vorbereitet, warten immer wieder neue Herausforderungen auf ihn.
Besonders schön sind die Landschaftsbeschreibungen, die einen sofort in den Bann ziehen. Auch die vielen Tierarten und -begegnungen (manche durchaus riskant) sind spannend beschrieben. Hin und wieder lockern geschichtliche Exkurse zu vergangenen Expeditionen den Ablauf etwas auf.
Die Reise war auf Grund der Klimazone nur in einem bestimmten Zeitfenster möglich und sehr knapp kalkuliert. Daher wirkte Adam immer getrieben und es schien oftmals eher wie eine sportliche Herausforderung, als eine Expedition durch die Wildnis. So schön die Landschaftsbeschreibungen auch sind - über Adam selbst erfährt man recht wenig, und auf Grund dieser Distanziertheit fehlten mir manchmal etwas mehr Emotionen.
Die Übersichtskarte und die Bilder werten das Buch auf und mehr als einmal habe ich nebenbei noch online nach bestimmten Orten recherchiert.
Was ich leider sehr schade finde, sind der meiner Meinung nach irreführende deutsche Titel des Buches (im Original: Beyond the Trees) und der Hinweis auf den Klimawandel im Klappentext. Damit setzt sich das Buch bis auf ein paar allgemeine Schlussworte überhaupt nicht auseinander und ist vielleicht eine Marketing-Strategie, für die der Autor jedoch nichts kann.




