Adam Thirlwell

 3,2 Sterne bei 46 Bewertungen
Autor von Strategie, Grell und Süß und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Adam Thirlwell

Der britische Journalist und Schriftsteller jüdischer Abstammung Adam Thirlwell wurde 1978 in London geboren, wo er heute auch lebt. Er studierte Anglistik in Oxford. Seine Romane wurden international hoch gelobt. 2008 erhielt Thirlwell den Somerset Maugham Award.

Alle Bücher von Adam Thirlwell

Cover des Buches Strategie (ISBN: 9783104905785)

Strategie

 (38)
Erschienen am 06.09.2017
Cover des Buches Grell und Süß (ISBN: 9783100024176)

Grell und Süß

 (5)
Erschienen am 23.07.2015
Cover des Buches Flüchtig (ISBN: 9783100800503)

Flüchtig

 (1)
Erschienen am 08.09.2010
Cover des Buches Der multiple Roman (ISBN: 9783100800497)

Der multiple Roman

 (0)
Erschienen am 21.11.2013
Cover des Buches Strategie (ISBN: 9783898133609)

Strategie

 (1)
Erschienen am 01.08.2004
Cover des Buches Politics (ISBN: 0007163673)

Politics

 (1)
Erschienen am 01.09.2004
Cover des Buches L'évasion. Flüchtig, deutsche Ausgabe (ISBN: 9782757821657)

L'évasion. Flüchtig, deutsche Ausgabe

 (0)
Erschienen am 07.02.2011
Cover des Buches The Escape (ISBN: 9780224089128)

The Escape

 (0)
Erschienen am 28.06.2011

Neue Rezensionen zu Adam Thirlwell

Cover des Buches Grell und Süß (ISBN: 9783100024176)Flickercats avatar

Rezension zu "Grell und Süß" von Adam Thirlwell

Rezension zu "Grell und Süß"
Flickercatvor 5 Jahren

Eine gute Erziehung und ein guter Job. Eine schöne Frau, einen Hund und ein Haus in den Suburbs: unser postmoderner Held besitzt alles. Doch dann steht ihm der Sinn nach Nervenkitzel: Gefühle für eine Frau, die nicht seine ist, eine Orgie und mehrere Schusswechsel. Eine Ereigniskette intolerablen Ausmaßes nimmt ihren Lauf.

„Grell & Süß“ ist auf jeden Fall ein Roman, der seinen eigenen Ton hat und sich damit von vielen anderen Büchern abhebt. Der Ich-Erzähler schwafelt viel. Manchmal zu viel. Seine Metaphern und Vergleiche sind dabei zudem nicht immer gelungen, wie ich finde, es gibt aber auch coole Zitate, ganz interessante Gedankengänge und einige Stellen zum Schmunzeln.
Mir hat die Stimmung, die beim Lesen des Buches aufgekommen ist, gefallen – als wenn der Protagonist mit einem in der Kneipe sitzen und einfach selbstgefällig vor sich hinlabern, seine eigenen Entscheidungen rechtfertigen und schönreden würde.
Negativpunkt für mich: Zwischenzeitlich wirkt das alles doch etwas sehr ziellos...

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Cover des Buches Grell und Süß (ISBN: 9783100024176)solveigs avatar

Rezension zu "Grell und Süß" von Adam Thirlwell

Grell und wirr
solveigvor 5 Jahren

Als „die coolste, wildeste, eindrucksvollste junge Stimme Großbritanniens“ wird er angekündigt. Ich möchte hinzufügen: vielleicht auch als eine der am anstrengendsten. Adam Thirlwell ist zwar ein noch junger Autor, aber kein Schreibanfänger mehr. Und „Grell und süß“  ist immerhin bereits sein fünfter (?) Roman.

Worum geht es?

Ein arbeitsloser junger Mann, von seiner Ehefrau Candy „Toto“ genannt, lebt mit ihr im Hause seiner  vermögenden, mehr als toleranten Eltern. Der selbst ernannte „Dauphin“ sieht sich selbst als Mittelpunkt des Lebens und wird darin auch von seinen Eltern und seiner Ehefrau bestärkt. Er verfolgt „das Ideal einer umfassenderen Daseinsform“ , was er, zunehmend rücksichtsloser, in unterschiedliche Aktionen umsetzt.

Seine Suche nach „Selbstverwirklichung“ beginnt mit der Beziehung zu einer fremden Frau, setzen sich dann in Orgien fort und enden schließlich in blutigen kriminellen Handlungen, wobei Narkotika und Drogen diverser Arten eine große Rolle spielen. Jede Handlung, jede Situation wird gedanklich zerlegt; jeder Gedanke wiederum analysiert. Der Autor mag es oft ironisch meinen, wenn er den „Dauphin“ seine Überlegungen drehen und wenden lässt, damit dieser seine Aktionen rechtfertigen kann  -  dennoch: diesen pseudo-philosophischen Ideen zu folgen, strapaziert deutlich die Geduld des Lesers. 

Wer die 447 Seiten dieses Buches durchhält, kann schließlich feststellen, ob der „Dauphin“ tatsächlich zu der von ihm angestrebten Selbstverwirklichung findet.

Ich habe mich bis zum Ende des (postmodernen?) Romans mit seinen  -  auf mich oft pubertär wirkenden  -  Gedankenver(w)irrungen durchgearbeitet, aber einen echten Zugang zu ihm konnte ich leider nicht finden.

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Cover des Buches Strategie (ISBN: 9783100800480)Glitteraturs avatar

Rezension zu "Strategie" von Adam Thirlwell

Rezension zu "Strategie" von Adam Thirlwell
Glitteraturvor 10 Jahren

Voll im Saft
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Wer zum Erröten neigt, sollte „Strategie“ nicht aufschlagen. Adam Thirwells' Erstling fängt so unverblümt an, wie es die 300 Seiten hindurch weitergeht, nämlich mit einem nicht ganz gewöhnlichen Sexualakt zwischen der Hauptfigur Nana und deren Freund. Das Buch handelt in erster Linie von Sex und zwar in allen seinen Variationen und Details, wenn auch nicht immer mit dem gewünschten Erfolg: „Noch vor dem Analverkehr haben sie auch die Missionarsstellung, die Ejakulation auf Nanas Gesicht, Oralverkehr, Rollenspiele, Lesbianismus, Undinismus, den Dreier und Fisten ausprobiert. Nicht alles davon mit Erfolg. Eigentlich kaum etwas davon mit Erfolg.“
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Sex aus moralischen Erwägungen
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Die eigentliche Geschichte des Romans ist schnell erzählt. Nana und Moshe sind zwei typische junge Leute in London. Sie verlieben sich ineinander, lieben sich in allen Stellungen, und als dies für sie – und den Leser - zu langweilig wird, kommt Anjali, eine Freundin Moshes ins Spiel, woraus sich die klassische Konstellation der ménage à trois ergibt. Dadurch nehmen die Komplikationen überhand und so muss sich zum Schluss der Vater Nanas, „der gute Engel der Geschichte“ einschalten, um seiner Tochter eine moralische Lehre mit auf den Weg zu geben.
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Moral und saftige Sexszenen, passt das zusammen? Der Erzähler, der den Textfluss ständig unterbricht und die Handlung fast zwanghaft kommentiert, sieht dies als die eigentliche Botschaft des Textes: „In diesem Buch geht es nicht um Sex. Nein. Es geht um Integrität, Anstand und Güte. […] Wenn meine Figuren in diesem Buch Sex haben, dann wie alles, was sie tun, aus moralischen Erwägungen.“
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Sex sells
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Sollen wir das dem gerade mal 27-jährigen Autor glauben? Tatsächlich beschreibt er als treibende Kraft hinter dem triebhaften Treiben die tiefen Gefühle der Figuren zueinander. Und er schafft es die peinlichsten Emotionen und die komischsten Gedankenabschweifungen bloßzulegen, die uns alle immer wieder gerade während der schönsten Nebensache der Welt befallen. Aber es ist nun mal so: sex sells. Das erweist sich im Fall von „Strategie“ wieder einmal als allzu richtig. Der Roman wurde in 18 Sprachen übersetzt. Adam Thirlwell, der fortan als „Wunderkind der britischen Literatur“ (Times Magazine) gehandelt wurde, gewann damit den Betty-Trask-Award und wurde auf die „Granta's List of Best young British Novelists“ gesetzt.
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Man merkt dem sehr bewusst gestalteten Sexpassagen an, dass der Autor genau weiß, was er tut. Seine Figuren lenkt er gekonnt wie ein Marionettenspieler an Fäden, die er jedoch immer wieder sichtbar macht, indem er die Handlung und die Gefühle der Protagonisten kommentiert und so jegliche aufkommende Illusion zerstört. Aber so bieten denn auch Nana, Moshe, Anjali und Papa wenige Identifikationsmöglichkeiten für den Leser und erscheinen wie ausgeschnittene Pappfiguren auf einem Spielbrett. Das ist sicherlich gewollt, aber es wirkt stellenweise etwas angestrengt.
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Der Sex-Ermüdungsfaktor
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Der Inhalt und der Erfolg des Buches erinnern an Catherine Millets Buch „Das sexuelle Leben der Catherine M.“, das, es ist noch nicht allzu lange her, die Bestsellerlisten stürmte und mit ebenso tabuloser Schärfe alle möglichen Konstellationen eines Sexuallebens durchforstete. Und hier wie dort tritt nach etwa hundert Seiten der Sex-Ermüdungsfaktor ein. Das Eindringen in die verschiedensten Körperöffnungen wird einfach langweilig. Im Gegensatz zu seiner französischen Kollegin berechnet dies Adam Thirlwell jedoch schlauerweise. Er hat seinen Leser voll im Griff und dessen Reaktion genau berechnet. Es fehlt ihm dankenswerterweise nicht an Humor, wenn er an der Sex-Schmerzgrenze angelangt ist und feststellt: „Ich fürchte, wir müssen erneut einen Blick auf Nanas und Moshes Sexleben werfen. Ich weiß, was ihr jetzt denkt. Ihr denkt, dass ihr von deren Sexleben wirklich genug gekriegt habt. Ihr wollt jetzt etwas völlig anderes hören. Euch ist nach der Beschreibung einer Bergbaustadt auf Sachalin oder in Sibirien.“
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Und das ist dann doch der große Unterschied zu Catherine Millet oder anderen Autorem, die mit Sex Geschichten möglichst gut verkaufen wollen: dieser beweist Humor. „Strategie“ ist keine Pornographie. Der Autor steht zu den moralischen Botschaften, die er geradeheraus dem verdutzten Leser ins Gesicht reibt. Ob das Buch deswegen „universell“ ist, wie Adam Thirlwell am Ende den Anspruch erhebt, sei dahingestellt. Es ist unterhaltsam. Und das ist schon einiges.

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Zusätzliche Informationen

Adam Thirlwell wurde am 22. August 1978 in London (Großbritannien) geboren.

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