Strategie

von Adam Thirlwell 
3,3 Sterne bei37 Bewertungen
Strategie
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Keine Ahnung, wieseo das Buch bei den "Vorlesern" so gut angekommen ist (aber die Sendung gibts ja auch nicht mehr...).

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Inhaltsangabe zu "Strategie"

Moshe liebt Nana und Nana liebt Moshe. Und sie versuchen ihr bestes und alles. Aber das reicht nicht. Dann kommt Anjali hinzu. Anjali ist Nanas Freundin. Sie ist sehr schön. Zuerst küssen sich Nana und Anjali nur. Und zuerst schaut Moshe nur zu. Irgendwann sind sie zu dritt.

Eine ménage à trois in der Tradition von Milan Kundera und Woody Allen beginnt. Aber so einfach, wie sie sich das alles vorgestellt haben ist es gar nicht.

Adam Thirlwell inszeniert meisterlich ein extravagantes Rollenspiel zwischen Leser, Erzähler und Protagonisten. Spielerisch, verwegen und mit beeindruckender stilistischer Eleganz verbindet er Elemente der großen Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts.

'Ein faszinierender Roman, der Ihre sofortige Aufmerksamkeit verdient.'

The Independent

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596166626
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:320 Seiten
Verlag:FISCHER Taschenbuch
Erscheinungsdatum:18.05.2005
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.08.2004 bei Der Audio Verlag erschienen.

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    Glitteraturs avatar
    Glitteraturvor 7 Jahren
    Rezension zu "Strategie" von Adam Thirlwell

    Voll im Saft
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    Wer zum Erröten neigt, sollte „Strategie“ nicht aufschlagen. Adam Thirwells' Erstling fängt so unverblümt an, wie es die 300 Seiten hindurch weitergeht, nämlich mit einem nicht ganz gewöhnlichen Sexualakt zwischen der Hauptfigur Nana und deren Freund. Das Buch handelt in erster Linie von Sex und zwar in allen seinen Variationen und Details, wenn auch nicht immer mit dem gewünschten Erfolg: „Noch vor dem Analverkehr haben sie auch die Missionarsstellung, die Ejakulation auf Nanas Gesicht, Oralverkehr, Rollenspiele, Lesbianismus, Undinismus, den Dreier und Fisten ausprobiert. Nicht alles davon mit Erfolg. Eigentlich kaum etwas davon mit Erfolg.“
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    Sex aus moralischen Erwägungen
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    Die eigentliche Geschichte des Romans ist schnell erzählt. Nana und Moshe sind zwei typische junge Leute in London. Sie verlieben sich ineinander, lieben sich in allen Stellungen, und als dies für sie – und den Leser - zu langweilig wird, kommt Anjali, eine Freundin Moshes ins Spiel, woraus sich die klassische Konstellation der ménage à trois ergibt. Dadurch nehmen die Komplikationen überhand und so muss sich zum Schluss der Vater Nanas, „der gute Engel der Geschichte“ einschalten, um seiner Tochter eine moralische Lehre mit auf den Weg zu geben.
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    Moral und saftige Sexszenen, passt das zusammen? Der Erzähler, der den Textfluss ständig unterbricht und die Handlung fast zwanghaft kommentiert, sieht dies als die eigentliche Botschaft des Textes: „In diesem Buch geht es nicht um Sex. Nein. Es geht um Integrität, Anstand und Güte. […] Wenn meine Figuren in diesem Buch Sex haben, dann wie alles, was sie tun, aus moralischen Erwägungen.“
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    Sex sells
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    Sollen wir das dem gerade mal 27-jährigen Autor glauben? Tatsächlich beschreibt er als treibende Kraft hinter dem triebhaften Treiben die tiefen Gefühle der Figuren zueinander. Und er schafft es die peinlichsten Emotionen und die komischsten Gedankenabschweifungen bloßzulegen, die uns alle immer wieder gerade während der schönsten Nebensache der Welt befallen. Aber es ist nun mal so: sex sells. Das erweist sich im Fall von „Strategie“ wieder einmal als allzu richtig. Der Roman wurde in 18 Sprachen übersetzt. Adam Thirlwell, der fortan als „Wunderkind der britischen Literatur“ (Times Magazine) gehandelt wurde, gewann damit den Betty-Trask-Award und wurde auf die „Granta's List of Best young British Novelists“ gesetzt.
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    Man merkt dem sehr bewusst gestalteten Sexpassagen an, dass der Autor genau weiß, was er tut. Seine Figuren lenkt er gekonnt wie ein Marionettenspieler an Fäden, die er jedoch immer wieder sichtbar macht, indem er die Handlung und die Gefühle der Protagonisten kommentiert und so jegliche aufkommende Illusion zerstört. Aber so bieten denn auch Nana, Moshe, Anjali und Papa wenige Identifikationsmöglichkeiten für den Leser und erscheinen wie ausgeschnittene Pappfiguren auf einem Spielbrett. Das ist sicherlich gewollt, aber es wirkt stellenweise etwas angestrengt.
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    Der Sex-Ermüdungsfaktor
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    Der Inhalt und der Erfolg des Buches erinnern an Catherine Millets Buch „Das sexuelle Leben der Catherine M.“, das, es ist noch nicht allzu lange her, die Bestsellerlisten stürmte und mit ebenso tabuloser Schärfe alle möglichen Konstellationen eines Sexuallebens durchforstete. Und hier wie dort tritt nach etwa hundert Seiten der Sex-Ermüdungsfaktor ein. Das Eindringen in die verschiedensten Körperöffnungen wird einfach langweilig. Im Gegensatz zu seiner französischen Kollegin berechnet dies Adam Thirlwell jedoch schlauerweise. Er hat seinen Leser voll im Griff und dessen Reaktion genau berechnet. Es fehlt ihm dankenswerterweise nicht an Humor, wenn er an der Sex-Schmerzgrenze angelangt ist und feststellt: „Ich fürchte, wir müssen erneut einen Blick auf Nanas und Moshes Sexleben werfen. Ich weiß, was ihr jetzt denkt. Ihr denkt, dass ihr von deren Sexleben wirklich genug gekriegt habt. Ihr wollt jetzt etwas völlig anderes hören. Euch ist nach der Beschreibung einer Bergbaustadt auf Sachalin oder in Sibirien.“
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    Und das ist dann doch der große Unterschied zu Catherine Millet oder anderen Autorem, die mit Sex Geschichten möglichst gut verkaufen wollen: dieser beweist Humor. „Strategie“ ist keine Pornographie. Der Autor steht zu den moralischen Botschaften, die er geradeheraus dem verdutzten Leser ins Gesicht reibt. Ob das Buch deswegen „universell“ ist, wie Adam Thirlwell am Ende den Anspruch erhebt, sei dahingestellt. Es ist unterhaltsam. Und das ist schon einiges.

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    Holdens avatar
    Holdenvor 8 Jahren
    Kurzmeinung: Keine Ahnung, wieseo das Buch bei den "Vorlesern" so gut angekommen ist (aber die Sendung gibts ja auch nicht mehr...).
    Rezension zu "Strategie" von Adam Thirlwell

    Die Geschichte einer unromantischen Romanze, aus der mit der Zeit ein Dreier wird, mit unsympathischen Figuren, langweilig erzählt. Einzig interessant ist die Perspektive des mal spöttischen, häufig besserwisserischen Ich-Erzählers.

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    olgicas avatar
    olgicavor 9 Jahren
    Rezension zu "Strategie" von Adam Thirlwell

    Im England der 1990er verlieben sich Nana und Moshe ineinander und machen diverse sexuelle Erfahrungen. Ihre Beziehung ist alles andere als leicht und die beiden stehen oftmals kurz vor einer Trennung. Als sich Nana für die orientalische Anjali zu interessieren beginnt, entwickelt sich langsam eine ménage á trois.

    Dieses als erotischer Roman angepriesene Buch besteht aus einer seltsamen Erzählweise voller ordinärer Sprache. Immer wieder schweift der Autor von der eigentlichen Handlung ab, um unnützes Wissen über das Sexualleben von Berühmtheiten einzustreuen. Doch nicht nur dies macht die Lektüre anstrengend. Der Autor schwafelt die meiste Zeit über pseudophilosophische Gedanken und meint besondere literarische und intellektuelle Perlen zu fabrizieren, aber das ist das einzige was bei dem Buch in die Hose geht. Es geht nämlich nicht besonders oft zur Sache. Erotisch sind die spärlich gesäten Sexszenen auch nicht, nur pornig und ordinär. Ob der Autor dadurch besonders aufgeklärt und cool wirken möchte, sei dahingestellt, auf mich wirkt es jedenfalls dilettantisch. Besonders genervt war ich vom inflationären Gebrauch des Wortes "pissen". Ich habe das Buch nur gelesen, weil ich es geschenkt bekommen habe und rate allen dringend davon ab.

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    euleilas avatar
    euleilavor 10 Jahren
    Rezension zu "Strategie" von Adam Thirlwell

    Puuuh. Überwiegend so abgedreht sexuell vordergründig, dass es anstrengend zu lesen war.

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    GeschichtenAgentins avatar
    GeschichtenAgentinvor 12 Jahren
    Rezension zu "Strategie" von Adam Thirlwell

    Klar: Sex sells.
    Aber dafür gibt es einen guten Grund.
    Zum Beispiel lustvoll beschriebener, unkonventioneller Sex - so wie in diesem Buch.
    Mir hat es gefallen.

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