Adam Zamoyski Chopin

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Inhaltsangabe zu „Chopin“ von Adam Zamoyski

Frédéric Chopin ist nicht nur der berühmteste Komponist und Pianist der Romantik, er gilt auch als Inbegriff des romantischen Künstlers. In seiner exzellent geschriebenen Biografie macht Adam Zamoyski den Leser mit dem Menschen Chopin und seinem Leben bekannt: das kurze, von Krankheit geprägte Dasein, seine Kindheit, in der er in den polnischen Adelssalons auftrat, seine schillernde Karriere als Klaviervirtuose, -lehrer und innovativer Komponist in Paris, seine fast 10-jährige Liebesbeziehung zu der exaltierten Schriftstellerin George Sand. Dabei gelingt es dem Autor meisterhaft, die charakterliche Entwicklung Chopins nachzuzeichnen und ein farbiges Gesellschaftsbild des frühen 19. Jahrhunderts zu entwerfen. Und schließlich entkräftet Zamoyski auf verblüffende Weise den Mythos vom romantischsten aller Künstler.

Tolle Bio. Informativ und einfühlsam geschrieben. Große Klasse.

— Wedma
Wedma

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  • Eine tolle, absolut lesenswerte Biographie.

    Chopin
    Wedma

    Wedma

    21. December 2016 um 19:58

    Ich habe lange und ausdauernd nach einer vernünftigen Biographie von Chopin gesucht und bei dieser von Adam Zamoyski fündig geworden. Ich habe sie sehr gerne gelesen und kann sie wärmstens weiterempfehlen. So eine Bio, die mit so viel Hingabe geschrieben wurde, ist selten, und schon allein deshalb auf jeden Fall lesenswert. Dem Autor war es sehr wichtig, dass sein berühmter Landsmann so adäquat wie möglich in der Öffentlichkeit dasteht. Eine fundierte, bis ins kleine Detail gehende Recherche, die das Leben von Chopin und auch seiner Lebensgefährtin George Sand recht ausführlich schildert, macht dies möglich. Wenn man bspw. irgendwo früher gelesen hat, dass Chopin einen sehr seltsamen Charakter hätte und seine Schüler während des Unterrichts mit Stühlen zu bewerfen pflegte, dann gibt es hier plausible, gut nachvollziehbare Erklärungen für solche Vorfälle. Man erfährt, wie Chopin war und warum er so war, wie er war. Man kann sich während und erst recht nach der Lektüre seine Persönlichkeit sehr gut vorstellen: was ihn bewegt hat, was ihm peinlich erschien und warum. Viele Zitate aus Chopins Briefen zu seinen Freunden und Familie geben den Eindruck aus der ersten Hand, was und wie er dachte und was ihm wichtig erschien. Am Anfang deutlich gewordener Russenhass des Autors legte sich doch im weiteren Verlauf und ich konnte mich voll und ganz auf die Person Chopin konzentrieren. Die Kindheit, seine Eltern, v.a. der Vater, der seinen Werdegang maßgeblich beeinflusst hat, kamen wunderbar zur Geltung. Ich erfuhr viel Neues und recht Überraschendes über Chopin, z.B. dass er spöttisch war und gerne austeilte. Einige charakterliche Parallelen zu anderen hochtalentierten Musikern ließen sich gut erkennen: er war bescheiden, was sein Talent anging. In seinen jüngeren Jahren war Chopin gut mit Liszt befreundet – sie sind in etwa vom gleichen Alter. Einige Briefe aus jener Zeit sind hier enthalten, Schwerpunkte ihrer Freundschaft gekennzeichnet. Faszinierend war über die Abende zu lesen, an denen die beiden und noch paar andere bekannte Musiker miteinander nicht nur eine Mahltafel teilten, sondern mit und für einander musizierten, ihre neuen Werke vorführten, so ganz analog, live, ohne iPhones &Co. Wobei es wäre wirklich toll heute zu hören, wie Chopin selbst seine romantischen Werke spielte. Heute gibt es kaum einen nennenswerten Interpreten, der Chopin nicht im Programm hat, und auf bekannten Plattformen kann man frei wählen, wessen Darbietung einem am besten gefällt. Chopins Werke werden also auch heute, über hundertfünfzig Jahre nach seinem Tod, gerne gespielt. Noch zu seinen Lebzeiten wurde Chopin als Musikgenie anerkannt. Auch seine acht Jahre mit Georges Sand, inklusive die Reise nach Mallorca, wurden ausführlich beleuchtet. Über die Schriftstellerin erfährt man viele Dinge, die nicht mal in ihrer Bio (z.B. von A. Strohmeyer) stehen. Das Ganze ist mit den Quellen aus der Korrespondenz der beiden belegt, sodass keine Zweifel an der Richtigkeit der Darstellungen aufkommen. Über seine Musikstücke wird vglw. wenig gesprochen: Zwei-drei prägnante Sätze pro Stück. In der Mitte gibt es einige Fotos sowohl von Chopin als auch von seinen Freunden und Familie, auch einige Skizzen von seinen Zimmern, ein Foto von seinem Geburtshaus, etc. Zum Schluss ist rührend geschildert, wie seine Fans um ihn, ihr todkrankes Idol, gekümmert haben. Chopin hat sich bewusst und von langer Hand auf seinen Tod vorbereitet, seine Angelegenheiten weitestgehend selbst geregelt. Das Ende war tragisch und der Abschied von ihm, der gleich zu Anfang geschildert wurde, noch eindrucksvoller. Ich musste diese Seiten nochmals aufschlagen. Da wurde der Eindruck viel tiefer und nachhaltiger. Warum also diese Bio lesen? Um alte, schöne Zeiten vorm inneren Auge wieder lebendig werden zu lassen. Man ist hautnah dabei, wenn Berühmtheiten wie Chopin, Liszt, Berlios &Co. zusammen musizieren. Um den Genie persönlich kennenzulernen und ihm nahe zu sein. Man muss auch dabei sagen: Der Autor gibt zwar detaillierte Beschreibungen und Erklärungen, aber es bleibt immer ein Quäntchen Geheimnis, denn das Göttliche lässt sich nicht analysieren. Diese Bio ist ein Leseerlebnis, das spätestens nach hundert Seiten einen voll einnimmt und nicht mehr loslässt, auch lange nachdem die letzten Seiten umgeblättert wurden. Schade finde ich, dass man vom Autor dieser überaus beeindruckenden Bio leider zu wenig erfährt: bloß dass er, ein in 1949 in New York geborener Historiker ist, der in London und Polen lebt, und aus einem alten polnischen Adelsgeschlecht stammt, das mit der Familie Chopin bekannt war. Er hätte, so kleine Notiz, zahlreiche Sachbücher und Bios über polnische Persönlichkeiten geschrieben. Fazit: Wer eine sehr gute Bio von Chopin sucht und noch einige, u.a. pikante Details über George Sand erfahren will, ist bei Adam Zamoyski goldrichtig.                                                        

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