Adelbert von Chamisso Reise um die Welt

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Inhaltsangabe zu „Reise um die Welt“ von Adelbert von Chamisso

Diese Hardcover-Ausgabe ist Teil der TREDITION CLASSICS. Der Verlag tredition aus Hamburg veröffentlicht in der Buchreihe TREDITION CLASSICS Werke aus mehr als zwei Jahrtausenden. Diese waren zu einem Großteil vergriffen oder nur noch antiquarisch erhältlich. Mit TREDITION CLASSICS verfolgt tredition das Ziel, tausende Klassiker der Weltliteratur verschiedener Sprachen wieder als gedruckte Bücher zu verlegen und das weltweit! Die Buchreihe dient zur Bewahrung der Literatur und Förderung der Kultur. Sie trägt so dazu bei, dass viele tausend Werke nicht in Vergessenheit geraten. (Quelle:'Fester Einband/28.02.2013')

Nach 200 Jahren blickt man wie durch eien Milchglasscheibe auf das Geschehen des Reiseberichtes

— Beust
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    Reise um die Welt
    Beust

    Beust

    05. July 2017 um 18:41

    1821 brachte Adelbert von Chamisso seine „Reise um die Welt“ als „Bemerkungen und Ansichten einer Entdeckungsreise“ auf eigene Kosten als Buch heraus. Darin beschreibt er teils in Tagebucheinträgen, teils in längeren erzählenden Passagen seine Erlebnisse und Beobachtungen an Bord des „Rurik“ auf der Expedition des Kapitäns Otto von Kotzebue 1815 bis 1818. Chamisso begleitet die Fahrt als Naturforscher und ist in seinem Text beides: Naturforscher und Literat, wie es in seiner Zeit so viele gewesen sind (weil sie es noch sein konnten). Wissenschaftlich kann man Chamissos Ausführungen nicht nennen, aber seine Beobachtungen lesen sich vor allem da spannend und erkenntnisreich selbst für den heutigen Leser, wo er die Verhältnisse der Welt und die Kenntnisse der Europäer über dieselbe beschreibt. Vor allem die Begegnungen mit den „Wilden“, die für Chamisso keineswegs Wilde sind, sofern sie nicht ausschließlich nomadisch von der Jagd leben, sind bunt und gelungen: Neben den Hawaiianern sind es die Eskimos, über die er sich ausbreitet und beispielsweise das Wort „Parka“ erläutert, das erst anschließend in den deutsche Sprachgebrauch kam. Indem Chamisso dem Eingeborenen Kadu aus Unalaska, der die Expedition lange begleitet, in die Seele zu schauen versucht, gewinnt der Leser einen Eindruck von Chamissos eigenem Seelenleben. Denn häufig gibt er seinen Überlegungen und Räsonnements breiten Raum, auch wenn sie eindeutig erst in der Rückschau aufgeschrieben sind und deshalb nicht so frisch und authentisch wirken, wie die Passagen über die Entdeckungen im Kotzebuesund, die offenbar aus dem Tagebuch entnommen sind. Überhaupt wirkt die Sprache Chamissos nach zweihundert Jahren oft formelhaft, hölzern, geschraubt und fleischlos. So wirkt der ganze Text sehr distanziert und lädt nicht immer zum Lesevergnügen ein. Nur manchmal, wenn er sich etwa über die übertriebenen gesundheitlichen Bedenken Kotzebues auslässt, der deshalb die Suche nach der Nordwestpassage abbrechen lässt, hat man nicht das Gefühl, wie sonst durch eine Milchglasscheibe zu schauen. Was Chamisso über die Seemannschaft der russischen Schiffsbesatzung und ihres Kapitäns schreibt, lässt die zeitgenössischen englischen Seefahrer umso talentierter erscheinen. Überhaupt: die Zeitgenossen! Einen großen Reiz des Reiseberichtes machen die Verweise auf die anderen Naturforscher und Literaten der Zeit aus, die Chamisso entweder trifft oder eben gerade verpasst, wie Humboldt auf Madeira oder Goethe in Weimar. Für Reiseliteraturliebhaber ist Chamissos „Reise um die Welt“ eine lohnende Herausforderung, auch wenn spätere Reisende für heutige Leseaugen deutlich gefälliger und inhaltsreicher geschrieben haben.

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