Adelheid Duvanel

 4,7 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Fern von hier, Die Brieffreundin und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Adelheid Duvanel

Adelheid Duvanel, geboren 1936 in Pratteln und aufgewachsen in Liestal, machte eine Lehre als Textilzeichnerin. Sie arbeitete auf verschiedenen Bürostellen sowie als Journalistin und Schriftstellerin. Von 1962–1981 war sie mit dem Kunstmaler Joseph Duvanel verheiratet, mit dem sie eine Tochter hatte. Bis auf ein Jahr auf Formentera lebte sie in Basel, wo sie 1996 starb. Ihre schriftstellerische Laufbahn begann sie unter dem Pseudonym Judith Januar in den Basler Nachrichten, in Anthologien und literarischen Zeitschriften. Ab 1980 erschienen ihre Erzählbände im Luchterhand Verlag. Duvanel wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Großen Schillerpreis und dem Kranichsteiner Literaturpreis.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Adelheid Duvanel

Cover des Buches Fern von hier (ISBN: 9783039260133)

Fern von hier

 (3)
Erschienen am 02.08.2021
Cover des Buches Der letzte Frühlingstag (ISBN: 9783630869629)

Der letzte Frühlingstag

 (1)
Erschienen am 10.03.1997
Cover des Buches Beim Hute meiner Mutter (ISBN: 9783312003327)

Beim Hute meiner Mutter

 (0)
Erschienen am 10.02.2004
Cover des Buches Fern von hier (ISBN: 9783442772841)

Fern von hier

 (0)
Erscheint am 13.10.2022
Cover des Buches Die Brieffreundin (ISBN: 9783630869308)

Die Brieffreundin

 (1)
Erschienen am 01.12.1997
Cover des Buches Gnadenfrist (ISBN: 9783630867700)

Gnadenfrist

 (1)
Erschienen am 01.06.1997

Neue Rezensionen zu Adelheid Duvanel

Cover des Buches Fern von hier (ISBN: 9783039260133)S

Rezension zu "Fern von hier" von Adelheid Duvanel

Besondere Menschen
SanneLvor einem Jahr

Adelheid Duvanel schreibt bemerkenswert, bildhaft, phantasievoll. Sie kreiert Momentaufnahmen, dennoch erzählen  viele dieser feinen kleinen Geschichten ein ganzes Leben. Manchmal nachvollziehbar, manchmal abgehoben, manchmal unverständlich. Überraschend unerwartete Wendungen können verwirren. Harmlos beginnende Geschichten ufern ins Absurde aus. Ihre Figuren werden von vielerlei Ängsten und Albträumen geplagt. Lese- und Denkpausen sind nötig. 

Ihre „Windgeschichten“, ihre besondere Wortwahl ( kleiner Springumsquartier, Faultiergesicht) sind anschaulich, ihre Ideen (Friseur bäckt Haare, Mann heiratet Känguru, Kirschen werden zu Noten) sind ungewöhnlich und teilweise erschreckend. 

Ein sehr besonderer Lesestoff. 

Schweizer Literatur des 20. Jahrhunderts.

Herausgegeben vom Limmat Verlag Zürich.

Kommentare: 6
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Cover des Buches Fern von hier (ISBN: 9783039260133)Y

Rezension zu "Fern von hier" von Adelheid Duvanel

Kurzprosa
yellowdogvor einem Jahr

Sämtliche Erzählungen. Das bedeutet fast 800 Seiten, die man selbstverständlich nicht von vorne bis hinten komplett durchliest sondern erst einmal eine Auswahl trifft. Es ist ein Buch für nicht nur ein paar Stunden, durch das man eine originelle Schweizer Autorin kennen lernt. Adelheid Duvanel lebte von 1936 bis 1996. Das Buch enthält außerdem ein Essays zur Poetik Adelheid Duvanels.Die Erzählungen  sind überaus eigen und originell. Es sind alles kurze Erzählungen, oft nur eine oder einige Seiten lang. Ist doch einmal eine länger, wie z.B. die letzte Story „Jan“ ist diese in sich noch mehrfach unterteilt.Schon mit der ersten Geschichte „Der Dichter“ wird eine bildhafte Sprache deutlich. Da spaziert der Protagonist mit seiner Hündin, die auf genau die gleiche weise hinkt wie er, durch die Vorstadt. Häslein in der Grube zeigt ein 15jährigs Mädchen, das Häslein genannt wird, und so hoppelt sie durch die Straßen. Ein krankes Mädchen wird Meerschweinchen genannt und trägt tatsächlich gewisse Züge dieses Tieres, wie eine hochgezogene Lippe und Schnüffeln. Besonders gelungen halte ich die Geschichten, die von Kindern oder jungen Frauen erzählt, die sozial im Abseits stehen (Catalina, Taddea, Sabel, Das Kind, Katja, und andere).Immer ist der Schmerz der ausgegrenzten Figuren erkennbar und als Leser kann man sich dem nicht entziehen.Man muss dem Verlag dankbar für diese Leistung mit diesem Buch sein. Es ermöglicht eine große Entdeckung und die Begegnung mit einer außergewöhnlichen Autorin.

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Cover des Buches Gnadenfrist (ISBN: 9783630867700)

Rezension zu "Gnadenfrist" von Adelheid Duvanel

Sprachmächtige Miniaturen...
Ein LovelyBooks-Nutzervor 5 Jahren

Ein Band mit Kurzgeschichten, die nicht nur wirklich extrem kurz, sondern auch enorm vielschichtig sind; Duvanel deckt sämtliche Emotionen und menschlichen Eigenarten ab, von Trauer und Angst, über Glück, Freude und Neugierde, bis hin zu Verschrobenheit und natürlich dem Tod.
Die Schweizer Schriftstellerin schafft es, eine Geschichte, die meistens nicht länger als anderthalb Seiten lang ist, mit so vielen bewegenden, verwirrenden, interessanten und oft märchenhaften Lebensläufen und Begebenheiten zu füllen, dass der Leser den Eindruck hat, er habe soeben einen ganzen Roman (oder zumindest eine Novelle) genossen. Duvanels Charaktere sind oft grotesk und psychisch defekt, geformt durch die tragischen Erlebnisse ihres Daseins. Auffällig oft ist von Drogen die Rede.
Einige Geschichten, die mich persönlich recht ratlos zurückließen, ähneln in gewisser Weise den Werken Kafkas, jedenfalls was die beklemmenden Bezüge angeht. Doch auch, wenn dem Leser nicht jede Geschichte verständlich sein mag, fasziniert jedes Mal die karge, doch sehr poetische Sprache Adelheid Duvanels.

Meine 5 Favoriten in diesem Buch:

1. Ein kleiner, leerer Kreis
2. Die mißhandelten Blumen
3. Die gekauften Träume
4. Gnadenfrist
5. Verena

Fazit: Eine sowohl sprachlich als auch inhaltlich sehr interessante Erfahrung, diese Flut von literarischen Miniaturen. Definitiv eine Autorin, von der ich mehr lesen werde.

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