Adelheid Hanke-Schaefer Totenklage um Deutschland

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Inhaltsangabe zu „Totenklage um Deutschland“ von Adelheid Hanke-Schaefer

In der Zeitschrift "Sur" analysierte Borges 1941 Unterdrückungen und Greuel des Krieges als "irreparable Banalität". Eine Einschätzung, die später, nodifiziert von Hannah Arendt, als sie beim Eichmann-Prozeß als Berichterstatterin teilnahm, als Banalität des Bösen wiederkehrt. Der Bedrohung durch den Nationalsozialismus begegnete Borges mit der Waffe des Wortes und der Aufklärung, blieb aber der deutschen Kultur, die ihm seit seiner Genfer Schulzeit vertraut war, eng verbunden. Er verehrte Brahms, dessen Werk er den Titel seiner Erzählung Deutsches Requiem entlehnt hatte, er sah Schopenhauer als geistigen Vater, war ein guter Kenner der Schiften Nietzsches, las und zitierte die Gedichte von Heinrich Heine auf Deutsch, hielt Kafka für den wichtigsten Schriftsteller des gequälten 20. Jahrhunderts, las im Brockhaus und Frith Mauthners 'Wörterbuch der Philosophie', das zu seinen Lieblingsbüchern zählte.

Sehr interessant. Viel Information um Borges in Bezug auf die deutschen Beeinflussungen des borgesianischen Werkes. Für Borges-erfoscher wohl ein kleines Muss.

— Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Rezension zu "Totenklage um Deutschland" von Adelheid Hanke-Schaefer

    Totenklage um Deutschland

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. September 2009 um 18:07

    Adelheid Hanke-Schaefer hat sich mit dem Werk Jorge Luis Borges in mehreren Büchern intensivst auseinander Gesetzt. 1970 hat sie sogar mit ihm persönlich Gespräche geführt. Heute lebt die Autorin, soweit die biografische Angabe des Walter Frey Verlages 2007, in Madrid. Die „Totenklage und Deutschland“ beschäftigt sich, der im Junos-Verlag erschienen Einführung zu Jorge Luis Borges ähnlich, mit dem Werk Borges, seinen Einflüssen und Verarbeitungsstrategien. Dabei ist dieses Buch jedoch eher auf die deutschen Einflüsse im Werk von Borges ausgerichtet und beschäftigt sich in dieser Hinsicht vor allem mit Heine, Novalis, Meyrink, Kafka, Schopenhauer, Nietzsche und Mauthner. Heine wird auch hier als Ausgangspunkt für das Lernen der deutschen Sprache für Borges dargestellt und – was ein Novum sein dürfte – die Arbeitsweise des „spätromantischen“ Heine wird mit der von Borges verglichen, wobei sich einige intensive Parallelen zeigen. „Borges Arbeitsmethode entsprach der von Heine, dessen verschiedene Ausgaben der Gedichtsammlung „Buch der Lieder“ vielfältigen Überarbeitungen, Korrekturen, Umschichtungen, Ergänzungen und Neufassungen unterlagen. […] Dieses Publikationsprinzip nutzte Borges auf vollendete Art und modifizierte dadurch sein eigenes Werk […] Die Bezüge auf Heine prägen das Frühwerk, als Borges noch unter dem direkten Einfluss des deutsch-jüdischen Dichter stand.“ So arbeitet sich Adelheid Hanke-Schaefer durch das Werk von Borges und schließt ihren Band mit einigen Gedanken zur Utopie als Parodie im späten Werk Borges, sie zeigt die Parallelen und kritischen Bemerkungen in der Erzählung „Utopie eines müden Mannes“ auf, das 1976 in deutscher Sprache im Sandbuch erschienen ist. 10 Jahre vor Borges Tod. Dieses Buch ist erstaunlich informativ und mit unzähligen Querverweisen innerhalb der wissenschaftlichen Ergründung des Werkes von Borges ausgestattet und bietet so auch eine absolut nützliche Grundlage für weitere Studien um den argentinischen Autor. Natürlich beschäftigt sich dieses Werk mit den allbekannten Themen des Labyrinthes, des universalen Buches, natürlich der unheimlich innovativen Schreibarbeit Borges, die sich erstaunlich offen für Einflüsse von außen, für ein nicht eindeutig zu bestimmendes Genre zeigten und in Anbetracht des Werkes von J.L. Borges immer wieder auf wichtige Einflüsse beziehen, die sich zu einem großen Teil in der deutschen Literatur finden lassen, die Borges in seiner Genfer Zeit kennenlernte. Dieses Werk von Hanke-Schaefer ist für kennende Borges-Leser genauso wie für Einsteiger in das Werk des Argentiniers geeignet und ein wirklicher Tipp für vergleichende Aspekte und Denkanregungen.

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