Adolf Muschg

 3.4 Sterne bei 73 Bewertungen
Autor von Der Rote Ritter, Heimkehr nach Fukushima und weiteren Büchern.
Adolf Muschg

Lebenslauf von Adolf Muschg

Einer der Großen aus der Schweiz: Adolf Muschg ist 1934 in der Schweiz geboren. Nach der Matura studiert er in Zürich und Cambridge Germanistik, Anglistik und Philosophie und schließt sein Studium mit einer Promotion über Ernst Barlach ab. Anschließend arbeitet er einige Zeit als Deutschlehrer in der Schweiz und an verschiedenen Hochschulen in Deutschland, Japan und den USA. Gemeinsam mit anderen bekannten Schweizer Autoren verlässt er 1969 den Schweizer Schriftstellerverband und gründet die Gruppe Olten. Seit 1976 ist er Mitglied der Akademie der Künste in Berlin, zu deren Präsident er 2003 gewählt wurde, bis er 2005 seinen Rücktritt erklärte. Muschg engagierte sich auch politisch und kandidierte 1975 als Ständerat der Zürcher Sozialdemokratischen Partei. Seine Zeit in Japan sowie seine 1991 geschlossene dritte Ehe mit der Japanerin Atsuko Kanto beeinflussen sein Werk bis heute. Muschg und seine Frau leben in Männedorf bei Zürich. Seit 2014 ist er Ehrenbürger der Gemeinde. Muschg wurde für sein Werk bereits vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem besonders angesehenen Georg-Büchner-Preis im Jahr 1994. Mit "Heimkehr nach Fukushima" schafft er es auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018.

Neue Bücher

Heimkehr nach Fukushima
 (6)
Neu erschienen am 20.09.2018 als Hardcover bei C.H.Beck.

Alle Bücher von Adolf Muschg

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Adolf MuschgDer Rote Ritter
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Der Rote Ritter
Der Rote Ritter
 (16)
Erschienen am 23.09.2002
Adolf MuschgLiebesgeschichten
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Liebesgeschichten
Liebesgeschichten
 (4)
Erschienen am 01.01.1995
Adolf MuschgHeimkehr nach Fukushima
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Heimkehr nach Fukushima
Heimkehr nach Fukushima
 (6)
Erschienen am 20.09.2018
Adolf MuschgSutters Glück
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Sutters Glück
Sutters Glück
 (5)
Erschienen am 16.12.2002
Adolf MuschgDas gefangene Lächeln
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Das gefangene Lächeln
Das gefangene Lächeln
 (6)
Erschienen am 21.04.2004
Adolf MuschgKinderhochzeit
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Kinderhochzeit
Kinderhochzeit
 (4)
Erschienen am 25.10.2009
Adolf MuschgDas Licht und der Schlüssel
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Das Licht und der Schlüssel
Das Licht und der Schlüssel
 (6)
Erschienen am 23.02.1998
Adolf MuschgSax
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Sax
Sax
 (3)
Erschienen am 07.12.2010

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Neue Rezensionen zu Adolf Muschg

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Rezension zu "Heimkehr nach Fukushima" von Adolf Muschg

Späte Liebe in der Todeszone
evaczykvor 22 Tagen

Er ist nicht mehr der Jüngste, der Architekt und Schriftsteller Paul Neuhaus. Hat es sich gut eingerichtet in seiner Pendel-Beziehung mit der Wissenschaftlerin Susanne, gutem Essen und Literatur – Adalbert Stifter und das Thema “Nachkommenschaften” hat es dem Mann, der als reicher Jüngling grau geworden ist, besonders angetan.


Unverhofft kommt in seine Idylle eine Einladung in die atomar verstrahlte Zone Fukushima: Der Manga-Künstler Ken, den Paul und Susanne vor Jahren bei einem Japan-Besuch kennengelernt haben, lädt das Paar ein. Der Onkel seiner Frau Mitsu, so schreibt er, wolle sein Heimatdorf in der “Zone” wieder besiedeln. Die Menschen seien da noch skeptisch, gerade Familien mit Kindern. Eine von Paul zu gründende Künstlerkolonie, nach dem Vorbild von Worpswede, soll Abhilfe schaffen, Touristen anlocken und vor allem die langersehnte Normalität zurück bringen. Schließlich melden sich Künstler eher nicht zum Selbstmordkommando, ihre Anwesenheit soll symbolisieren: Es lebt sich wieder sicher zumindest in Teilen der Zone von Fukushima.


Paul reist alleine, und auch Ken lässt sich entschuldigen. Statt zweier Paare sind es Paul und Mitsu als seine Dolmetscherin, die in die Zone aufbrechen. Gemeinsames Sinnieren über Literatur, über Ästhetik und die Lebensspuren in der verstrahlen Region bringen das ungleiche Paar einander Nähe. Ausgerechnet in der Todeszone, mit dem Takt des Geigerzählers, entwickelt sich eine späte Liebe zwischen dem alten Schriftsteller und der sehr viel jüngeren Japanerin, die sich erst sehr viel später als eine planvoll strategierende Frau erweist.


Detailreich ist dieser Roman, da wird Bento-Häppchen und japanischer Einrichtung mehr Platz eingeräumt, als manchmal zur Handlungsentwicklung nötig ist. Nicht “lost in translation”, sondern einander und der Kultur des anderen zugewandt, kommen sich Paul und Mitsu näher. Es ist eine Liebe im Augenblick, wie auch jeder Moment in der Zone zwischen festgefrorener Zeit und gleichsam permanent unsichtbarer Todesgefahr zu verlaufen scheint.


Die Schilderungen der verstrahlten Region zwischen scheinbarer Normalität, landschaftlicher Schönheit und den die Idylle zerstörenden Veränderungen sind eindrucksvoll. Auch die kulturellen Unterschiede zum Umgang mit der Kathastrophe werden herausgearbeitet. Selbst Endzeitstimmung hat hier Zen-Charakter.


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Dajobamas avatar

Rezension zu "Heimkehr nach Fukushima" von Adolf Muschg

Über die Nachwirkungen der Katastrophe von Fukushima
Dajobamavor einem Monat

Adolf Muschg – Heimkehr nach Fukushima

 

Japan scheint mit einem Fluch belegt zu sein, was atomare Katastrophen betrifft. Nach Hiroshima und Nagasaki, erlebt 2011 auch Fukushima seinen Super-Gau. Genau hier setzt Adolf Muschg mit seinem Roman an, allerdings weniger bei der Katastrophe selbst, sondern vielmehr bei den Folgen, die die Bevölkerung zu tragen hat, lange nachdem die Weltöffentlichkeit schon wieder wegsieht.

 

Der Bürgermeister eines japanischen Dorfes, nahe des Unglücksmeilers von Fukushima gelegen und damit in der Sperrzone, möchte den Ort wieder mit Leben füllen. Die ehemaligen Bewohner sollen zurückkehren, obwohl die Böden verseucht sind. Er lädt den Architekten Paul Neuhaus ein, dieser soll als Botschafter und Pionier fungieren. Gleichzeitig bahnt sich eine Liebelei mit der Nichte des Bürgermeisters an. Paul kommt als Besucher, als Außenstehender und nimmt als solcher den Leser an die Hand. Er informiert sich, er interviewt Menschen.

 

Dieser, sowohl sprachlich als auch inhaltlich anspruchsvolle Roman hat es auf die Longlist für den Deutschen Buchpreis geschafft. Tatsächlich fand ich ihn nicht leicht zu lesen, was zum Teil an der nicht gekennzeichneten wörtlichen Rede liegt. Auch setzt der Autor einiges an vertiefter Allgemeinbildung voraus. Etliche Abschweifungen in unterschiedliche kulturelle Bereiche machen die Lektüre nicht einfacher. 

Das ganze Buch durchziehen immer wieder Bezüge, auch Zitate, zu Adalbert Stifter. Damit könnte ich persönlich eher weniger anfangen. Ich habe auch den Zusammenhang nicht ganz nachvollziehen können. Vielmehr empfand ich diese Zitatstellen als den Lesefluss störend, irgendwann hab ich sie dann einfach überlesen.

 

"Erinnern und Vergessen gehören zusammen." Seite 80

 

Die Katastrophe von Fukushima ist allgegenwärtig, meist jedoch aus einem ganz speziellen japanischen Blickwinkel. Ich war eigentlich positiv überrascht,  wie detailliert auf die Katastrophe und ihre Folgen eingegangen wird. Der Autor schafft ein umfassendes und einfühlsames Bild der ehemaligen Bewohner der Sperrzone, wobei auch die japanische Kultur und Mentalität nicht zu kurz kommt. 

 

Letztendlich geht es um die Gegenüberstellung und Abwägung von Sehnsucht nach der Heimat, dem Wunsch in das verstrahlte Gebiet zurückzukehren, und auf der anderen Seite die Gefahren für die Gesundheit.

 

Den Protagonisten Paul muss man nicht verstehen oder gar mögen. Er ist nur sehr holzschnittartig dargestellt, um ihn geht es nicht. Er ist nur der Mittler, der dem Leser Zugang zur Bevölkerung dieses kleinen japanischen Ortes macht. So mein Empfinden. Auch die Liebesgeschichte passiert ihm eher und wirkt teilweise etwas skurril. Das mag an den Beschreibungen liegen.

 

Dieser Roman hat ein spezielles Thema und er ist insgesamt besonders. Sicherlich wird er mir länger im Gedächtnis bleiben. Die Nominierung auf der Longlist halte ich für gerechtfertigt. Auf jeden Fall ein interessantes Buch, mit ganz neuen Gedankenansätzen.

 

 




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lesefreude_books avatar

Rezension zu "Heimkehr nach Fukushima" von Adolf Muschg

Heimkehr nach Fukushima
lesefreude_bookvor 2 Monaten

Mit „Heimkehr nach Fukushima“ hat es Adolf Muschg auf die Longlist des Deutschen Buchpreises 2018 geschafft. Auch wenn ich an dem Buch nicht alles gut heiße, eine Nominierung, die ich unterstütze.

Eine Rückkehr oder Heimkehr nach Fukushima klingt im ersten Moment verrückt und auch im zweiten bleibt es dies. Doch fängt man zu recherchieren an, merkt man sehr schnell, dass Adolf Muschg seinen Roman sehr nahe an der Realität platziert hat.

„Heimkehr nach Fukushima“ ist in einer sehr melodischen, aber auch eher schwierigen Sprache geschrieben. Verzweigte Sätze fordern die Aufmerksamkeit des Lesers. Zusätzlich werden immer wieder Fremdwörter verwendet, die ich teilweise nachschlagen musste. Das lege nicht negativ aus. Ich persönlich mag es gerne auf diese Art und Weise meinen Wortschatz zu erweitern. Es sollte nicht ausarten, dass man vor lauter Nachschlagen nicht mit der Geschichte vorankommt und das tut es in „Heimkehr nach Fukushima“ auch nicht.

Eine weitere Herausforderung waren die absolut ungewohnten japanischen Namen der Menschen und Orte. Ich musste mich konzentrieren nichts durcheinander zu bringen.

Mir gefällt es wahnsinnig gut, wie Alfred Muschg die japanische Kultur beziehungsweise viel mehr die japanischen Denkgewohnheiten und Verhaltensweisen wiedergibt. 

Der österreichische Schriftsteller Adalbert Stifter zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Paul Neuhaus erkennt seine eigene Geschichte in die „Nachkommenschaften“ von Stifter aus dem Jahre 1864 wieder. Der Leser bekommt ganz Absätze aus „Nachkommenschaften“ präsentiert. Diese rissen mich aus dem Leserhythmus, da ich mich plötzlich in einer ganz anderen Zeit und Geschichte befand.

Als leidenschaftlicher Leser von Liebesromanen sind mir Sexszenen natürlich nicht fremd. Und auch in „Heimkehr von Fukushima“ spielen zwischenmenschliche Beziehungen und Sex eine Rolle. Die Sexszenen beschränken sich auf ein Minimum und werden nicht ausführlich beschrieben. Details darf sich der Leser selbst in seiner Gedankenwelt ausmalen.

Und dennoch waren diese wenigen Beschreibungen irritierend und seltsam komisch beschrieben. Ich weiß nicht ob mich die gehobenen, leicht schwülstigen Beschreibungen ansprechen oder ich doch lieber eine direktere Ausdrucksweise bevorzuge. Vermutlich würde es reichen, dem Leser eine Idee zu geben und die beteiligten Protagonisten beim eigentlichen Akt alleine zu lassen. Denn die Szenen sind jeweils auf wenige Sätze reduziert und hätten vermutlich gänzlich ausgespart werden können.

C.H.Beck hat mir eine Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Vielen Dank.


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Zusätzliche Informationen

Adolf Muschg wurde am 13. Mai 1934 in Zollikon (Schweiz) geboren.

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