Adolf Muschg Das gefangene Lächeln

(5)

Lovelybooks Bewertung

  • 6 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 0 Leser
  • 1 Rezensionen
(0)
(1)
(2)
(1)
(1)

Inhaltsangabe zu „Das gefangene Lächeln“ von Adolf Muschg

"Kannst du dir vorstellen, daß ich nie einen Menschen geliebt habe?" Sein eigener Schrei ist es, der Josef, bis vor kurzem Herr einer Hotelkette, überrascht: Sein Enkel John stellt die Krippenfiguren im Spiel anders auf, als es die Weihnachtserzählung vorschreibt - und aus der Heiligen Familie wird eine Szene intimer Gewalt. Das Erschrecken darüber deckt eine Geschichte auf, die nicht vergangen ist. Hat Josef vor bald fünfzig Jahren die Frau, die er zu lieben glaubte, umgebracht?§Diese Geschichte kann er keinem Sechsjährigen erzählen. Also schreibt er dem Enkel einen langen Brief, den dieser in zwanzig Jahren einmal erhalten soll. Dann wird er lesen können, wie Josef auf sein Leben zurückblickt - nicht mit Stolz und Gefühlen des Glücks. Aufgewachsen in einem Klima von falscher Moral und Kälte, flüchtet er aus dem Elternhaus, um sich in der eigenen Generation eine neue Familie zu suchen. Was ihm in den Milieus der fünfziger und sechziger Jahre zustößt, mündet in jene schreckliche Tat, die Josef aus der Bahn wirft. Er flieht in die Ferne, bis nach Ägypten. Und dort begegnet ihm eine Frau, die sein Scheitern unverhofft beendet.§Adolf Muschg ist ein wunderbares Porträt eines Mannes gelungen, der sich von den großen Idealen, aber auch Nöten seiner Nächsten umstellt sieht und der, weil er das Zeug zum Revolutionär nicht hat, einen langen Weg der Befreiung gehen muß. Und das Lächeln, das Josef von seinem Vater geerbt hat? Es bleibt nicht gefangen. Dem Leser - der Leserin vielleicht noch eher - kann es in jedem Satz dieses Textes aufgehen: in dem, was er festhält, und in dem, was er offenläßt.

Hat mir nicht gefallen...

— wilcat
wilcat

Stöbern in Romane

Der Junge auf dem Berg

Eine Geschichte, die wach rüttelt und wieder und wieder an das appelliert, was wichtig ist. Wer bestimmt deine Gedanken?

Maren_Zurek

Palast der Finsternis

Zu viel, was man schon gelesen hat.

momkki

Zartbitter ist das Glück

Tiefgründig, exotisch und emotionsgeladene Geschichte von fünf Freundinnen die ihren lebensabend gemeinsam auf den Fidschis erleben möchten

isabellepf

Der Vater, der vom Himmel fiel

Britischer und schwarzer Humor bis hin zu brüllender Komik

Hennie

Liebe zwischen den Zeilen

Eine liebevolle Geschichte, wie Bücher unterschiedlichste Menschen verbinden und ihre Leben verändern können.

MotteEnna

Dann schlaf auch du

Packend und sehr gut geschrieben, empfehlenswert!

Esse74

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Rezension zu "Das gefangene Lächeln" von Adolf Muschg

    Das gefangene Lächeln
    Asaviel

    Asaviel

    02. April 2011 um 18:58

    Titel und Cover: Der lächelnde Kopf einer Statue auf dem Cover verweist zusätzlich auf den Titel, der das Interesse weckt. Von Anfang an habe ich mich gefragt, was mit dem „gefangenen Lächeln“ wohl gemeint ist. Die Titelauswahl ist äußerst passend und die Frage wird im Buch selbst geklärt. Inhalt: John ist gerade einmal sechs Jahre alt, als sein Großvater Josef weiß, dass er bald sterben wird. Doch er möchte John noch eine Geschichte erzählen, die Geschichte seines Lebens und weil die nicht für die Ohren eines Kindes bestimmt ist, schreibt er sie auf, damit John sie in 20 Jahren lesen kann. Was Josef als Ich-Erzähler dort niederschreibt, ist eine Geschichte, die in seinem gefühlskalten Elternhaus beginnt. Seine Mutter hat nicht nur seinen Vater nicht geliebt, sondern auch nicht das Kind, das vom falschen Mann kam. Sein Vater war meist beschäftigt und selten für ihn da. Josef selbst hat Probleme an Mädchen heran zukommen, doch dann kommt der Moment, in dem er sich verliebt, sie verloben sich sogar. Nach einem Jahr Aufenthalt im Ausland muss er jedoch erkennen, dass seine Verlobte so ganz anders ist, als er zuerst dachte. Die nächste Begegnung der beiden endet tragisch und ihr Tod lastet ihm noch während er schreibt auf der Seele. Meine Meinung: Die Geschichte um den Ich-Erzähler Josef ist sehr ergreifend. Er hat in seinem Leben viel durchgemacht und auch Schuld auf sich geladen. Nun erzählt er seinen jungen Enkel von seinem Leben und auch wenn der Humor und Witz ihn nicht verlassen hat, liegt über seiner Geschichte eine gedrückte Stimmung. Natürlich ist man als Leser sehr von den Eindrücken des Erzählers geprägt, aber er lässt einem gleichzeitig den Raum selbst Urteile zu fällen, sich an den Kopf zu fassen und auch Josef selbst in Frage zu stellen. Viele Charaktere bleiben schleierhaft, weil sie auch für Josef nicht durchschaubar sind. Besonders hervorzuheben ist die Sprache, die mich immer wieder in den Bann gezogen hat. Gleichzeitig mit Witz und Charme und doch dann wieder mit tiefen Abgründen führt uns der Autor Adolf Muschg in Josefs Innenleben. Fazit: Der Ich-Erzähler blickt mit einer größeren Distanz auf die Geschehnisse, die ihn damals so sehr aus der Bahn geworfen haben. Inzwischen hat er seinen Frieden beinahe gefunden und am Ende der Geschichte möchte ich beinahe glauben, dass das niederschreiben dem Protagonisten nun den letzten Frieden verschafft hat. Im Ganzen hat mir das Buch gut gefallen und so möchte ich 4 Sterne vergeben.

    Mehr