Adora Belle Nachtvögel

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Inhaltsangabe zu „Nachtvögel“ von Adora Belle

Morten und Magnus - zwei junge Männer, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Morten, der toughe Schläger aus einem eher bildungsfernen Milieu, stets gewaltbereit, steht allem ablehnend bis hasserfüllt gegenüber, was anders ist, seien es Ausländer, Schwule oder schlicht Andersdenkende. Der sensible, schwule Magnus kommt in die große Stadt, weil er endlich das wahre schwule Leben, weit entfernt vom heimatlichen Kleinbürgermilieu kennenlernen und vor allem eine Ausbildung zum Kranken- oder Altenpfleger machen will. Die erste Begegnung der beiden steht schon unter keinem guten Stern und ebenso geht es weiter. Gewalt prägt ihre Beziehung zueinander und doch keimt unter der rauhen Schale ganz allmählich etwas völlig anderes und stürzt sie in eine wilde Achterbahnfahrt der Gefühle. Und trotzdem haben beide keine Ahnung, welche Überraschung das Schicksal noch für sie bereithält und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, wo endlich einmal alles gut zu werden scheint. Eine Bewährungsprobe der extremen Art steht ihnen bevor und ob ihr Weg sie wieder zueinander führt oder nicht, weiß allein der Himmel ...

Milieu-Studie mit diversen Unwahrscheinlichkeiten. Dennoch lebensnah und flüssig geschrieben. 3,5 Sterne dafür von mir.

— darkchylde
darkchylde

Ein aufwühlendes Buch über menschliche Abgründe, Armut und eine schwule Liebe, die so stark ist, dass sie alle Hindernisse überwinden kann.

— marcweiherhof
marcweiherhof
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    Nachtvögel
    marcweiherhof

    marcweiherhof

    30. October 2014 um 19:20

    Inhalt: Aufeinandertreffen von Gut und Böse, Schwarz und Weiß? Am Anfang der Geschichte könnte man es meinen, aber so einfach ist es dann doch nicht. Magnus, ein geouteter, schwuler Mann, der sein Leben in der Großstadt in die eigene Hand nehmen will und auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz ist, trifft auf Morten, einen brutalen, homophoben Schläger, der seine Langeweile mit Sauftouren und Gewalt-Eskalationen ausfüllt. Unterschiedlicher könnten die beiden jungen Männer nun wirklich nicht sein und doch finden sie im jeweils anderen genau das, was sie brauchen um glücklich zu sein und ein erfülltes Leben zu führen. Morten kommt aus einer ärmlichen, bildungsfernen Familie, die in einem Plattenbau wohnt und eine sehr lieblose und brutale Umgangsart untereinander pflegt. Er ist arbeitslos und hat keinerlei Zukunftsperspektiven. Weil es das einzige ist, das ihm irgendwie „Freude“ bereitet, geht er mit seinen Kumpels auf Sauftour und prügelt dabei schwule Männer krankenhausreif. Sie machen regelrecht Jagd auf die „Schwuchteln“ (Begriff aus dem Buch). Das gefällt ihm, gibt ihm einen Kick. Sein Leben; eine einzige Aneinanderreihung von tiefen Abgründen, Gewalt, Aussichtlosigkeit und Verleumdung. Magnus hingegen stammt aus einer wohlbehüteten Familie außerhalb der Großstadt. Bereits, als er in seine neue Wohnung zieht, macht er Bekanntschaft mit dem unhöflichen Schlägertypen, namens Morten. Was folgt ist Verfolgung, Gewalt, Körperverletzung und lebenslange Kennzeichnung. Und doch sieht Magnus schon von Anfang an hinter die harte, unnahbare Fassade von Morten, die immer mehr bröckelt. Langsam kommen sich die beiden Männer näher. Für beide Seiten ist das jedoch nicht einfach. Denn Morten kämpft mit seinen aufflammenden Gefühlen für einen schwulen Mann und Magnus leidet noch immer unter den Blessuren und Narben, die ihm Morten zugeführt hat. Meine Meinung: Zu Beginn brutal und irgendwie verstörend: Der erbarmungslose, gefühlskalte Schläger, der Jagd auf Schwule macht, sie gnadenlos zusammenschlägt und sogar krankenhausreif prügelt … Es wird vermittelt, dass homosexuelle Menschen keinen Wert haben, das Leben nicht verdient haben. Nicht gerade schmeichelhaft. Ich habe mir sogar überlegt, das Buch wegzulegen. Brauche ich dieses Drama? Aber irgendwie hat es mich interessiert, wie die Autorin dieser düsteren Szenerie Freude, Gefühle und Liebe einhauchen will. Dann plötzlich sieht man hinter die Fassade von Morten, erlebt, wie es ihm Zuhause geht, wie sein Leben ihn zu dem gemacht hat, was er heute ist. Die Autorin versucht aufzuzeigen, wie Armut und Aussichtlosigkeit zu Gewalt und Brutalität führen. Wie wir von unserem Elternhaus geprägt werden und wie uns Langeweile zu Taten treibt, die wir eigentlich gar nicht tun wollen … Plötzlich kann man eine Art Verständnis für Morten empfinden, ihn erfassen und … Hoffnung schöpfen. Auch nicht einfach sind die Empfindungen von Magnus. Wie kann sich ein junger, schwuler Mann von einem anderen Mann derart verprügeln, unterdrücken, schikanieren und sogar kennzeichnen lassen und dennoch Gefühle für diese Person entwickeln? Das ist mir Schleierhaft. Und doch: Wenn eine Liebe so stark ist, dass man über alle, teils gravierenden, Fehler eines Menschen hinwegsehen kann, dann … dann muss es wahre Liebe sein … Oder? Fazit: Ein aufwühlendes Buch über menschliche Abgründe, Armut, Perspektivlosigkeit und eine schwule Liebe, die so stark ist, dass sie einen jungen Mann zurück auf den richtigen Weg bringt und zwei Menschen zusammenführt, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Prädikat: Lesenswert

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