Adriaan van Dis

 4.1 Sterne bei 23 Bewertungen

Alle Bücher von Adriaan van Dis

Das verborgene Leben meiner Mutter

Das verborgene Leben meiner Mutter

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Erschienen am 04.01.2018
Ein feiner Herr und ein armer Hund

Ein feiner Herr und ein armer Hund

 (7)
Erschienen am 25.01.2012
Indische Dünen

Indische Dünen

 (2)
Erschienen am 29.08.1997
Nathan Sid

Nathan Sid

 (1)
Erschienen am 01.03.1996
Doppelliebe

Doppelliebe

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Erschienen am 15.03.2004
Palmwein

Palmwein

 (0)
Erschienen am 14.02.2000
Ein feiner Herr und ein armer Hund

Ein feiner Herr und ein armer Hund

 (1)
Erschienen am 09.02.2009
Indische duinen: roman

Indische duinen: roman

 (1)
Erschienen am 17.02.2009

Neue Rezensionen zu Adriaan van Dis

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HEIDIZs avatar

Rezension zu "Das verborgene Leben meiner Mutter" von Adriaan van Dis

Tiefgründige ehrliche Biografie
HEIDIZvor 2 Jahren

Der niederländische Bestsellerautor Adriaan van Dis schrieb mit diesem Buch eine persönliche Biografie, die dennoch weit mehr ist als das ...

 

Es geht tiefgründig um die Auseinandersetzung eines Sohnes und seiner Mutter. Seiner Mutter - der Frau, die ihm - ihrem Sohn, ihre Geschichte verheimlichte.  Erst im hohen Alter erzählte sie ihm davon. Ihr Lebens zwischen den Niederlanden und Indonesien, und zwischen drei wahnsinnigen Kriegen wird lebendig - und so auch für den Leser ...

 

So steht es im Buch: "Aber seine Mutter stellt eine Bedingung: Der Sohn darf das Erzählte nur dann veröffentlichen, wenn er ihr einen sanften Tod schenkt: "Du bekommst die Geschichte und ich eine Tablette ....""

 

Wie sehe ich das Buch und seinen Inhalt?

 

Ich sehe es als Aufarbeitung zweier Leben - des Sohnes und der Mutter.

 

Leseprobe:
========

 

Kapitel 1

 

Wir standen uns gegenüber, meine Mutter und ich. Sie auf der einen Seite der Truhe, ich auf der anderen. Und zerrten an den Griffen. Sie hatte Pantoffeln an, ich feste Schuhe. Sie rutschte weg, und ich keilte sie ein. Gewonnen.

 

Der Schlüssel steckte noch im Schloss. Er hatte darum gefleht, gestohlen zu werden, es war ein geheimer Schlüssel - aus verschnörkeltem Schmiedeeisen -, meine Mutter trug ihn an einer Silberkette um den Hals, wie ein Schmuckstück. ...

 

In 58 Kapiteln gibt er das Leben seiner Mutter preis.

 

Eindringlich und bewegend liest man von dem Leben einer starken Frau.

Mit dem Sohn erfahren wir von der Großmutter, deren Namen er bisher nicht kannte. Er erfährt das alles sozusagen während der letzten Reise mit seiner Mutter, die sie sich noch einmal gewünscht hat.

 

Sie redet sich alles von der Seele - Stück für Stück - manchmal auch per Telefon - und irgendwann schreibt Adriaan es auf - zum Glück - so können wir es lesen ....

 

Mich hat das Buch sehr beeindruckt. Es ist vom Schreibstil her für mich sehr ansprechend zu lesen gewesen und inhaltlich extrem interessant und lebendig.

 

Absolute Empfehlung !!!

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Girdies avatar

Rezension zu "Das verborgene Leben meiner Mutter" von Adriaan van Dis

Ein bewegtes Leben, ein bewegendes Buch
Girdievor 2 Jahren

„Das verborgene Leben meiner Mutter“ erzählt Adriaan van Dis im gleichnamigen Buch. Am Ende ihres Lebens erfährt er sehr viele Details von ihr, die ihm bisher unbekannt waren oder bekommt sie in einem neuen Licht zu sehen. Der Schleier über den Geschehnissen der Vergangenheit lüftet sich für ihn immer mehr.

Marie van Dis wird 98 Jahr und lebt seit langem in einer Seniorenresidenz unweit der See. Nun fühlt sie, dass ihr nicht mehr viel Zeit auf dieser Erde bleibt. Zwei ihrer Töchter aus erster Ehe sind bereits verstorben, die dritte wohnt mit ihrer Familie in Italien. Daher wendet sie sich an ihren Sohn, der zu der Zeit in Paris lebt. Sie möchte noch einmal ihren Heimatort besuchen. Auf dieser kurzen Reise erfährt Adriaan zum ersten Mal den Namen seiner Großmutter. Er ist erstaunt, denn er hatte gedacht, dass er deren Namen nicht erwähnen darf, wenn er seine Mutter nicht erzürnen möchte. Doch Marie antwortet ihm, dass er nie danach gefragt hätte. Das ist einer der kleinen Momente im Buch, mit denen sich der Autor auseinandersetzt, ob sie für ihn die Möglichkeit bedeuten sich seiner Mutter anzunähern, denn sie Nähe zu ihm nie zugelassen. Geboren ist er in den Niederlanden, aber Marie hat ihren zweiten Mann, den Vater von Adriaan van Dis, mit dem sie offiziell nie verheiratet war, in einem Rotkreuzlager in Indonesien kennengelernt. Doch bis er zu diesem Punkt der Erzählung kommt, ist es ein langer Weg für die beiden.

Marie ist ihres Lebens überdrüssig. Jeder Tag fällt ihr schwerer, sie kann kaum noch gehen. Als sie nach Tabletten aus der Schweiz fragt merkt Adriaan auf. Seine Mutter hat inzwischen sein gestiegenes Interesse an den Geschichten aus ihrer Vergangenheit registriert und bietet ihm einen Deal an: ihre Erzählungen gegen die Mithilfe zu einem schnelleren Ableben. Doch so einfach ist das nicht, weder für Marie noch für Adriaan und schon gar nicht wegen geltender Gesetze und Regelungen.

Viele Erinnerungen von Marie sind verschüttet. Dadurch, dass sie beginnt ihre persönliche Habe aufzuräumen, kehren Teile davon, verbunden mit Geschichten zurück. So gern Adriaan es auch hätte, dass sie ihm ihr Leben kontinuierlich mitteilen würde, so sehr kommen immer nur Gedankenfetzen an die Oberfläche, die sie ihm meist telefonisch mitteilt. Irgendwann beginnt der Autor sie nach den Gesprächen aufzuzeichnen, damit sie nicht verlorengehen. Er versucht seine Mutter, die zunehmend fordernder wird, zu verstehen. Ihr Leben war nicht einfach. Als junges Mädchen vom Lande verliebte sie sich in einen dunkelhäutigen Offizier aus der niederländischen Kolonie, heiratete ihn, bekam drei Töchter und folgte ihm nach Indonesien. Hitze, Einsamkeit, Lager, Repatriantenheim und immer ein Gefühl zwischen zwei Welten zu stehen, begleiteten sie durch die folgenden Jahre. Marie war eine starke Frau, nicht nur körperlich, sondern vor allem darin, ihre Kinder und sich selbst zu schützen. Dafür musste sie viele Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen, die Adriaan erst jetzt in den Gesprächen mit seiner Mutter bewusst werden.

Der Autor fügt seine Aufzeichnungen zu einem Roman zusammen, der bewegend ist und betroffen macht. Der Autor erklärt sein Handeln in dieser Zeit des Ringens um Nähe zu seiner Mutter. Das Einfügen seiner eigenen Gefühle in den verschiedenen Situationen zeigte mir, dass es oftmals zwei Seiten gibt, mit denen man das Geschehene auffassen kann. Marie deckt immer mehr Begebenheiten, große und kleine, aber allesamt für sie bedeutsam auf, die sie in all den Jahren erlebt hat und vergessen wollte, um sich nicht dem Kummer und der Trauer hinzugeben, immer auf eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder hoffend.

„Das verborgene Leben meiner Mutter“ ist nur insoweit fiktiv, wie die Erinnerungen von Marie die Realität nicht mehr zugelassen haben. Es ist eine Geschichte, auf die man sich einlassen muss, um sowohl Mutter wie Sohn und ihr Verhältnis zueinander zu verstehen. Es ist ein Buch, das sich zu lesen lohnt, weil viele Szenen in Erinnerung bleiben werden. Absolute Leseempfehlung!

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buecherwurm1310s avatar

Rezension zu "Das verborgene Leben meiner Mutter" von Adriaan van Dis

Zeit des Erinnerns
buecherwurm1310vor 2 Jahren

Maria Van Dis ist schon fast hundert Jahre alt und des Lebens überdrüssig. Zwei Töchter hat sie begraben und eine wohnt im Ausland. Daher hat sie einen regelmäßigen Kontakt zu ihrem Sohn Adriaan. Sie ruft ihn zu unmöglichen Zeiten in Paris an, doch es sind keine Unterhaltungen, die sie führen. Nachdem sie ihren Ruhesitz an der Küste genommen hat und Adriaan aus finanziellen Gründen aus Paris weggeht, wohnen sie recht nah beieinander. Adriaan und seine Mutter haben ein sehr unterkühltes Verhältnis, dennoch besucht er sie regelmäßig. Er versucht mehr über seine Mutter zu erfahren, doch sie gibt nur das preis, was sie möchte und oft sind es erfundene Geschichten. Sie schließen dann einen Vertrag. Während die Mutter sich verpflichtet, ihm ihre Geschichte zu erzählen, muss er dafür sorgen, dass sie das Medikament bekommt, um sich aus dem Leben zu schleichen. Ob es soweit kommt?

Während der Sohn die Geschichte am liebsten chronologisch erfahren möchte, verliert sich die Mutter in sprunghaften Erinnerungen. So lernen wir die Geschichte aus vielen Puzzleteilen kennen, die scheinbar nicht so recht zusammen passen. Teilweise zeigt sie nun boshafte Züge, wenn sie das vernichtet, was Zeugnis ablegen hätte könnte.

Sie hat drei Kriege hinter sich und das Leben hat sie bis nach Indonesien verschlagen. Schlimmes hat sie dort erlebt. Aber sie hat es beiseitegeschoben und weitergemacht. Sie hat es den Menschen um sie herum nicht leicht gemacht, genauso wenig wie sie es sich selbst leicht gemacht hat.

Während dieser Zeit des Erinnerns spürt man deutlich die Distanz zwischen Mutter und Sohn und doch kommen sie sich auch näher. Im Besitz der Mutter gibt es jeher eine Truhe, geheimnisvoll und für niemanden zugänglich gemacht, dabei immer präsent. Es ist am Ende für ihn eine Überraschung, was er dort findet.

Diese sehr emotionale Geschichte lässt sich angenehm lesen, dabei ist sie ziemlich nüchtern erzählt. Sie erinnert einen daran, dass das Leben endlich ist und dass das, was nicht ausgesprochen wird, dann für immer vergessen ist. Wenn man die Geschichte der Vorfahren besser kennen würde, wäre vielleicht manches Verhalten verständlicher.

Es ist keine liebevolle Mutter-Sohn-Beziehung, die wir in diesem sehr persönlichen Buch erleben, aber sie ist sehr authentisch.

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Adriaan van Dis wurde am 16. Dezember 1946 in Bergen aan Zee (Niederlande) geboren.

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