Neue Rezensionen zu Adrian Engel

Cover des Buches Der Einäugige erwacht (ISBN: 9783347153745)N

Rezension zu "Der Einäugige erwacht" von Andreas Engel

Guter Reihenauftakt - Ein Jugendbuch am Zahn der Zeit
nefvor 6 Monaten

Inhalt:
Für Jolan soll dieser Sommer ein ganz besonderer werden. Seine Ferien verbringt er wieder bei seiner Großmutter und ihrem Freund Chris in der Lebensgemeinschaft in Reiherberg. Hier trifft er auch wieder auf Veena, mit der er schon viele Sommer durch die Gegend geflitzt ist. Doch in diesem Jahr ist alles etwas anders.
Veena und er gehen anders miteinander um, sie haben sich beide verändert und fühlen sich auf eine neue Art und Weise zueinander hingezogen. Jolan fällt auf, dass Veena nicht mehr das schlaksige Mädchen ist, sondern langsam zu einer geschmeidigen jungen Frau wird. Das bringt in ihm eine Saite zum Klingen, die bislang ziemlich stumm waren.
Auch Veena sieht Jolan mit anderen Augen und so lernen sie vorsichtig die erste Verliebtheit kennen.

Beim Besuch eines Mittelaltermarktes lernt Jolan den Schmied Regin kennen, der ihn in ein merkwürdiges Gespräch verwickelt. Am Ende schwirrt Jolan der Kopf und in der Hand hält er ein kleines Holzkästchen mit einer Aufgabe. Er soll einen Samen des Weltenbaumes Yggdrasils einpflanzen und sich darum kümmern. Ein bisschen fantastisch kommt ihm das schon vor, aber er spürt einen gewissen Drang in sich dem Wunsch des Schmieds nach zu kommen.
Nur kurz nachdem Jolan den Samen in die Erde gebracht hat, keimt ein zartes Pflänzchen. Wenige Tage später bildet sich eine Schote in der sich etwas bewegt.
Veena hat Angst vor dem, was aus der Schote schlüpfen könnte doch Jolan ist dem Wesen verbunden und somit reißt sie sich zusammen um Jolan zur Seite zu stehen.

Als tatsächlich etwas aus der Schote schlüpft ist Jolan erleichtert und auch Veena spürt, dass das kleine grüne pelzige Wesen ihnen wohlgesonnen ist.
Jolans Aufgabe ist mit der Saat des Samens noch lange nicht erfüllt. Er erfährt vom kleinen Waldling, dass sie nun über sein Blut verbunden sind und dass er eine besondere Gabe besitzt sich mit den Bäumen in Verbindung zu setzen. Doch auf der Erde sind die Bäume alle stumm. Die Welt hat sich verändert, seit der letzte Waldling geboren wurde. Eine der großen Sorgen von Jolan und Veena ist die rasch voranschreitende Umweltzerstörung, für die sie leider noch keine Lösung gefunden haben. Auch der Waldling spürt, dass die Umwelt nicht so ist, wie sie sein sollte und so berichtet er Jolan alles, was er weiß.

So richtig aufklären kann sie nur Regin und der ist wie vom Erdboden verschluckt. Nach intensiver Suche finden sie ihn reglos in einer kleinen Höhle und bringen denn völlig entkräfteten Schmied zu Jolans Großmutter nach Hause. Nach ein wenig Aufpäppelarbeit ist Regin soweit hergestellt, dass er alle über sich und auch seine Aufgabe aufklären kann. Was Jolan und Veena nun hören klingt beinahe so fantastisch wie Tolkiens 'Der Herr der Ringe'.
Jolan und der kleine Waldling müssen nach Asgard und das so schnell wie möglich. Regin versucht ihn soweit es geht auf seine Reise vorzubereiten und Jolan realisiert, dass es wirklich wahr ist.
Veena hingegen wird immer trauriger - Jolan wird diese Reise ohne sie antreten und sie kann sich nicht vorstellen von ihm getrennt zu sein.

Als es dann soweit ist und Regin das Tor nach Asgard öffnet, damit Jolan und der Waldling übertreten können, reagiert Veena blitzschnell. Kurz bevor sich das Tor schließt, springt sie hindurch. Doch die Zeit in der anderen Welt läuft anders als auf der Erde. Ihre weltliche Kleidung löst sich komplett auf und so findet sie sich nicht nur einsam, sondern auch völlig nackt auf der Lichtung wieder. Aus purer Verzweiflung ruft sie um Hilfe und ahnt nicht, dass sie damit ein Wesen anlockt, dass ihr nur zu gern die Zähne ins Fleisch schlagen möchte.

Die Reise von Jolan und dem kleinen Waldling, sowie Veena hat begonnen.

Meinung:
Als mich der Autor auf sehr unorthodoxe Weise anschrieb und mir seinen Roman empfahl, war ich erst einmal sehr skeptisch. Allein die Art der Anfrage hat mich jedoch dazu gebracht mit ihm in Kontakt zu treten.
Meine Lesezeit ist seit einer ganzen Weile stark begrenzt und so nehme ich kaum Bücher an, die nicht eh auf meiner Liste stehen. Andreas Engel hat mich jedoch neugierig gemacht und so haben wir nach einem recht intensiven Schriftwechsel beschlossen, dass ich es versuchen werde. Ich war gespannt wie seine Geschichte sein wird, denn er hat sich auf die Fahnen geschrieben ein völlig anderes Fantasybuch zu schreiben.

Es handelt sich hierbei um den ersten von drei Teilen der 'Die Ewigen Wälder'-Reihe in der Jolan und seine Freundin Veena mit Hilfe vom kleinen grünen Waldling eine Möglichkeit finden wollen, die Erde vor der totalen Umweltzerstörung zu retten. Das Thema ist hochbrisant und natürlich wichtig. So werden viele ökologische Probleme im Buch angesprochen und in mancherlei Hinsicht Alternativen beschrieben. Sei es das vegetarische Leben, die Selbstversorgung oder auch die Nachhaltigkeit.
Hier spricht der Autor vielen Jugendlichen aus der Seele, denn es gibt glaube ich kaum eine größere Jugendbewegung als Fridays for Future, die langfristig derart präsent ist.

Die Figuren der Geschichte sind gut dargestellt und beschrieben, so dass man sie im Laufe der Geschichte leicht im Gedächtnis behält.
Die Handlung an sich ist schlüssig, jedoch wird der Fantasy-Leser hier bei vielerlei Personen und Orten unweigerlich an Geschichten großer Fantasy-Autoren erinnert werden - allen voran Tolkiens Werken. So erging es jedenfalls mir beim Lesen.

Das Buch ist im Selfpublishing erschienen und da Andreas Engel mit diesem Buch sein Debüt feiert, fehlt es hier und dort noch an Feinschliff. Ich hatte einige Schwierigkeit mich ins Buch einzufinden, da die sprachliche Gestaltung für mich nicht einfach war.
Als ich dann allerdings so richtig drin war in der Geschichte, hatte ich eine Menge Spaß beim Lesen. Es war eine Freude die Hauptfiguren bei ihren Reisen zu begleiten und ich war sehr gespannt wie dieser erste Teil enden wird. Das natürlich nicht alles aufgeklärt wird ist bei einem ersten Teil ganz logisch. Das Ende war somit vorhersehbar offen, brachte jedoch diesen Handlungsstrang zu einem guten Schluss.

Ich bedanke mich herzlich beim Autor Andreas Engel für die Chance sein Buch lesen zu können, da ich ohne ihn wohl nicht darauf aufmerksam geworden wäre. Nun bin ich gespannt wie es weiter geht und was Jolan und Veena noch erleben werden. Und natürlich - ob der Autor ein Mittel gefunden hat um das eigentliche Problem zu beseitigen.

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Cover des Buches Der Einäugige erwacht (ISBN: 9783347153745)S

Rezension zu "Der Einäugige erwacht" von Andreas Engel

Wo beginnen bei der Vielfalt der Geschichte?
Skeechvor einem Jahr

Ein Jugendlicher bekommt die Möglichkeit, die Erde vor der anhaltenden Klimazerstörung zu retten oder zumindest einen Heilungsprozess möglich zu machen. Dafür muss er aber die Welten wechseln, nämlich von Midgard (dieser Welt) nach Utgard bis Asgard (Welt der alten nordischen Götter und zu Wodan, dem einäugigen Gott) reisen.. Am Anfang hatte ich ein wenig Probleme, wegen der fremden Namen, aber zum Glück befindet sich am Ende des Buches ein sehr umfangreiches Glossar. Da habe ich dann immer gerne nachgeschlagen. 


Jedes Kapitel ist voller überraschender Ereignisse und unerwarteter Wendungen. Nach jedem Kapitel steigt die Spannung und man will unbedingt wissen, wie es weiter geht. Dabei sind so viele Personen beteiligt, nicht nur Jolan die Hauptfigur erlebt teilweise haarsträubende Abenteuer, sondern auch seine Freundin Veena, die völlig unvermutet mitten hinein gerät (möchte hier gerade nicht zu viel verraten). 


Das Thema der Umweltproblematik trübt überhaupt nicht die Lesefreude, sondern macht immer wieder sehr nachdenklich. Aber das ist nicht die einzige „Nachwirkung“. Das Buch besticht auf subtile Weise mit vielfältigen Themen, wie zum Beispiel der zwischenmenschliche Umgang miteinander, vor allem was Vertrauen und Verantwortung angeht. Freundschaft, die wirklich meint, was sie sagt und natürlich auch die zarte Liebesgeschichte, die ein bisschen wie aus einem Märchen klingt. Das Buch ist teilweise sehr abseits von Modernität. Und das tut gut, Jungen und Mädchen dürfen sich auch mal hinterfragen, sich schwach und traurig fühlen. Das kommt beim Lesen sehr gut an und hat mir große Freude gemacht, weil es doch so wäre, wenn man plötzlich aus seiner gewohnten Umgebung gerissen würde! 


Und dann die Fantasie! So viele Gestalten, die da auftauchen! Das Kapitel mit den Spinnen, die absolut konträr zur allgemeinen Wahnwahrnehmung dargestellt werden, einfach großartig. Und so geht es weiter bis ich am Ende des Buches einer unglaublichen Reise gefolgt bin und erst nochmal die vielen Bilder dieses Buches in mir nachwirken lasse. Und auch die vielen Personen, die so fremdartig und irgendwie jetzt auch so vertraut sind. 


Ich bin zwar vom Alter her (ü40) nicht die Zielgruppe, aber ich denke, dass diese Geschichte gerade durch diese sehr verschiedenen Facetten alle Leser zwischen 12 + ansprechen wird, wenn man bereit ist, sich auf ein sehr neues Abenteuer einzulassen. 





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