Adrian Leschek

 3.3 Sterne bei 18 Bewertungen

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Der Herr des Feuers

Der Herr des Feuers

 (18)
Erschienen am 15.02.2016

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AdamBlues avatar

Rezension zu "Der Herr des Feuers" von Adrian Leschek

Glaube gegen Naturwissenschaft
AdamBluevor einem Jahr

Ich fasse die Rezension eher kurz und versuche Spoiler zu vermeiden, da es für einen Fantasyroman eher kurz und ein Einzelwerk ist.

Der Klappentext verrät bereits einiges über die Handlung


Klappentext: Er kennt den Willen seines Gottes- und tötet in seinem Namen ...


Sein Gott hat ihm den Mord an einem verkrüppelten Mönch befohlen, und Dolch gehorcht. Als gläubiger Mensch zweifelt er nicht an der Rechtmäßigkeit seines Tuns. Aber ausgerechnet die Gebote seines Glaubens führen zu seinem Versagen, und sein Opfer entkommt. Nutzte der flüchtige Mönch dunkle Magie, um Dolch zu manipulieren? Doch nicht der verkrüppelte Mönch selbst ist das Problem, sondern sein Wissen über die Ankunft des Feuers. Dieses wird nicht nur Dolch Glauben erschüttern, sondern das Gefüge der Welt zerschmettern- sollte Dolch seine Verbreitung nicht verhindern können.


Inhalt:


Das Feuer der zweiten Sonne droht Arakand zu verbrennen. Nur die Kraft des Gottkaisers ist in der Lage, das Feuer zu zähmen. Eine Mönchgemeinschaft vermutet, dass der Gottkaiser entbehrlich ist und die Position der Sonne mit reiner Mathematik zu berechnen sei. Der Gottkaiser beauftragt Dolch, einen meisterhaften Assassinen, den Mönchorden zu töten, da Mathematik schwarze Magie und Ketzerei sei. Dolch ist ein Wechsler, einer der letzten seiner Art. Jeder erkennt in ihm eine andere Person, wenn er sich traut, Dolch ins Gesicht zu schauen. Er scheitert bei der wichtigsten Mission, die er je erhalten hat, als er Baladus, ein wehrloser Krüppel, aufgrund seines Credos am Leben lässt: "Töte nicht, was von allein stirbt"

Als der Gottkaiser Dolch aufklärt, dass das vermeintlich schwächste Mitglied der Mönchgemeinschaft der Anführer des Orderns ist, schwört Dolch, dass er ihn beim nächsten mal töten wird. Der Gottkaiser gewährt Dolch eine zweite Chance und der Assassine versucht alles, um seinen unerschüttlichen Glauben an den Gottkaiser zu beweisen.


Die Thematik Religion gegen Naturwissenschaft, die auch auf dem Cover symbolisiert wird (Feder gegen Schwert in der Mitte der zweiten Sonne) hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht und ist auch ein Thema, welches immer präsent sein wird. Dolch's Glauben wird auf eine harte Probe gestellt und klärt sich bei einem leider etwas zu kurz gewordenen Ende.

Adrian Leschek erzählt die Geschichte abwechselnd aus der Perspektive von Dolch und Baladus.

Ich fand den Gegenspieler Baladus sehr interessant, da er trotz seiner körperlichen Schwäche sehr viel Macht inne hat und er nicht wie in anderen Fantasywerken der alles überragende Lord ist.

Jedoch gibt es an einigen Stellen Wiederholungen, die man weg lassen könnte.

Es wird öfter Erwähnt, wie Dolch's Scheitern an seinem Selbstbewusstsein krankt und wie Baladus trotz seiner körperlichen Unterlegenheit immer seinen Willen einfordern konnte.


Dolch (über den Namen wird sich im Buch schon zu genüge lustig gemacht, also belasse ich es dabei) ist bis zum Ende sehr gläubig und loyal. Sein Scheitern plagt ihn sehr und er kann mit niemanden darüber reden, da der Gottkaiser strengste Geheimhaltung fordert.


Der Schreibstil hat mir gut gefallen, ist aber keine literarische Hochkunst. Die Kampfszenen sind kurz knackig und an einigen Stellen schon brutal, also schon eher fürs ältere Publikum geeignet.


Ich würde das Buch eher zum Low Fantasy Bereich zählen, da es außer den Ouroungours (Affen mit Flügeln, die Dieben bei der Beutejagd helfen) wenig Magie oder Fabelwesen gibt. Die Welt ist jedoch anders als man es sonst gewohnt ist (zwei Sonnen, 26 Stunden Rhytmus).

Die Frage, ob der Gottkaiser oder Baladus im Recht ist hat mich auf jeden Fall motiviert, das Buch relativ schnell fertig zu lesen und es hat mir insgesamt gut gefallen, auch wenn das Ende etwas abrupt war. Ich bin gespannt, ob ein zweiter Teil folgen wird. 3,5/5

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JuliaSperfeldts avatar

Rezension zu "Der Herr des Feuers" von Adrian Leschek

Wenn der Glaube zu bröckeln anfängt ...
JuliaSperfeldtvor 2 Jahren

Titel: Der Herr des Feuers
Autor: Adrian Leschek
Jahr: 2016
Genre: Fantasy
Verlag: Blanvalet

Inhalt:
Dolch ist ein Assassine und er tötet im Names des Gottkaisers, dem mächtigsten Mann von Arakand. Von ihm bekommt er den Auftrag, eine Bruderschaft von Mönchen, den sogenannten "Wissenden Brüdern" zu ermorden, da diese ketzerische Gedanken in der Stadt verbreiten, die der Macht des Gottkaisers gefährlich werden können. Dolch vollführt seinen Auftrag, doch in der Bruderschaft gibt es einen Mann - einen Krüppel - der kaum lebensfähig erscheint, doch Dolch alleine durch seinen Willen dazu bringt, ihn am Leben zu lassen. Dolch willigt ein, da sein Assassinenkodex im besagt: "Töte nichts, was von allein stirbt." So überlässt er dem Krüppel im Haus der Wissenden Brüder seinem Schicksal, doch das sollte sein größter Fehler werden. Denn kurz darauf entkommt der gelähmte Monch mithilfe von Dieben und Schleusern aus der Stadt. Dolch muss ihn dringend finden und bekommt dabei die Hilfe des Söldners Kellorn, um zu verhindern, dass sich die ketzerischen Gedanken in der Welt verbreiten. Doch schon bald fängt selbst Dolch an, an seinem Glauben zu zweifeln.

Die Welt:
Der Weltenaufbau ist wirklich sehr originell, aber auch schwierig zu verstehen. Anhand der Beschreibung habe ich mir die Welt so vorgestellt, dass es eine Landmasse gibt, die ähnlich einem Gürtel um die Erdkugel gespannt ist und den Ozean in Nord und Süd einteilt. Ebenso gibt es ein schwarzes "Band", dass den Himmel durchläuft und auch ihn in zwei Hälften teilt. In dieser Welt gibt es zwei Sonnen, eine normale, ähnlich wie in unserer Welt und eine Sonne, die ihre Laufbahn ändert und der Erde oft gefährlich nahe kommt. Auf dieser Sonne basiert auch der Glauben, der in Arakand vorherrscht. Denn der Gottkaiser muss zur richtigen Zeit ein Ritual durchführen, dass diese große Sonne wieder zurück auf ihre Laufbahn verbannt, um die Welt vor der Verbrennung zu retten. Und ebendieser Glauben kommt in der Geschichte ins Schwanken. Da dieser Weltenaufbau doch sehr einzigartig ist, hätte ich mir gerne eine Karte der Welt gewünschht oder ein Anschauungsbild, dass man sich diese natürlichen Begebenheiten besser vor Augen führen kann.

Charaktere:
Dolch ist ein Assassine. Er hat sich als Kind in den Straßen von Arakand herumgeschlagen, bis er in die Assassinenbruderschaft aufgenommen wurde. Da er ein hervorragender Meister seines Fachs ist und sein Glaube an den Gottkaiser unerschütterlich ist, bekommt er den Auftrag, die Wissenden Brüder zu töten. Außerdem ist er ein Wechsler, das heißt, niemand kann ihm ins Gesicht blicken, ohne dass er eine Person darin erblickt, der er einmal Leid oder Unrecht angetan hat.
Baladus ist ein Mönch bei der Bruderschaft der Wissenden Brüder, doch sein gesamter Körper ist von Geburt an gelähmt. Er wurde von den Brüdern gepflegt, bis sie alle von Dolch ermordet wurden. Er vermag zwar seinen Körper nicht zu bewegen, doch sein Wille ist stark und sein Geist hochintelligent. Er vertritt unten den Brüdern den Glauben, dass die Laufbahnen der zweiten Sonne berechenbar sind und es keinen Gottkaiser bedarf, um den Feuerball wieder fortzuschicken. Für diese Gedanken mussten seine Brüder sterben, doch kann er Dolch durch seine Überzeugungskraft davon abhalten, auch ihn zu töten.
Kellorn ist ein ehemaliger Barbar, der aus einem der Rebellenlager desertiert ist, um nun in die Stadtwache von Arakand einzutreten. Er ist ein außerordentlich guter Kämpfer, der es versteht, mit allen Waffen umzugehen, doch leider scheint er das Unglück magisch anzuziehen. Er glaubt an die alten Götter seines Volkes, doch er versucht diese schnell zu vergessen, da dies in Arakand Ketzerei ist.

Im Großen und Ganzen sind die Charaktere also recht gut gelungen. Jedoch hätte ich mir an mancher Stelle ein bisschen mehr Tiefe gewünscht, sodass man noch ein bisschen mehr von deren Lebensgeschichte erfahren hätte. Bei Dolch zum Beispiel wurde sein Aussehen überhaupt nicht beschrieben, was aber - wenn ich es im Nachhinein bedenke - vielleicht so sein sollte, da man sich in durch seine Wechslergestalt vielleicht individuell vorstellen sollte. Die Gedanken waren jedenfalls sehr gut geschildert, immerhin hatte jeder von ihnen einen anderen Glauben, und der war ja für das Buch essenziell. Die Helden sind nicht perfekt und fehlbar, was für mich immer ein wichtiger Punkt ist. Leider ist mir bei Baladus ein Logikfehler untergekommen. Denn im Buch heißt es, sein Gesicht ist gelähmt und er kann kaum ein Lächeln zustande bringen, dennoch redet er mitunter seitenweise daher, um anderen seinen Willen aufzuzwingen. Wenn ich mich nicht irre, sind auch für das Sprechen durchaus Gesichtsmuskeln vonnöten, sodass er eigentlich entweder Lachen könnte oder aber er gar nichts sprechen düfte.

Schreibstil:
Den Schreibstil würde ich als "normal" bezeichen. Er war nicht außerdordentlich überragend, aber auch nicht schlecht. An manchen Stellen hätte ich mir noch etwas mehr Plastizität gewünscht, denn ich hatte doch Probleme, mir Arakand bildlich vorzustellen. Auch wäre es schön gewesen, wenn an einigen Stellen noch etwas mehr Gefühl hinzugekommen wäre, denn so waren Höhe- und Tiefpunkte nicht so dramatisch, wie sie vielleicht hätten erscheinen sollen. Überhaupt gab es sehr wenige oder kaum Höhepunkte, die mich vom Hocker gehauen hätten.

Fazit:
Ein solides Fantasybuch mit einer interessanten Welt und doch einzigartigen Charakteren, die aber noch ausbaufähig sind. Durch die wenigen Höhepunkte war die Geschichte leider nicht so fesselnd, wie sie hätte sein sollen, aber durchaus interessant. Leider hat mir auch die Karte zu der Welt gefehlt.
Wer aber auf Assassinen-Fantasy steht, von denen es ja mittlerweile durchaus einige gibt, der macht mit dem Buch hier garantiert nichts falsch. Ein gelungenes Fantasydebüt. Ich würde mich trotzdem freuen, mehr von dem Autor zu lesen.

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thebookpassions avatar

Rezension zu "Der Herr des Feuers" von Adrian Leschek

Solide
thebookpassionvor 2 Jahren

Dolchs Orden befiehlt ihm eine Gruppe von Mönchen zu ermorden und natürlich gehorcht Dolch. So mach er sich auf dem Weg um seine Aufgabe zu erfüllen, da er an die Rechtmäßigkeit seiner Aufgaben glaubt. Doch die Gebote seines Glaubens ermöglichen ihm nicht seinen Auftrag komplett auszuführen und so überlebt ein verkrüppelter Mönch. Der überlebende Mönch wird zu einem großen Problem, da er geheime Informationen bezüglich der Ankunft des Feuers besitzt. Dolchs Glauben wird zutiefst erschüttert…

Die Geschichte rund um den Assassine Dolch ist voller Intrigen, politische Abwägungen und vor allem Religion spielt eine zentrale Rolle. Religion bestimmt das Denken und Handeln des Volkes und der Figuren. Der Roman zeigt auf, welche Macht Religion auf uns ausüben kann und wie die Menschen unter Kontrolle gehalten werde können, wenn dies von den Mächtigen erwünscht wird.
Die Geschichte wird aus drei verschiedenen Perspektiven geschildert, sodass man ein umfassendes Bild der Welt und der verschiedenen Gefühle der gegnerischen Parteien erhalten kann.
So entdeckt man beispielsweise mit dem Barbaren Kelleron die fremde Welt, da er von außerhalb der Stadtmauern kommt. So muss er sich zunächst in der neuen Welt mit den Herrschaftsverhältnissen aber auch mit den Gebräuchen des Volkes warm werden, dies ermöglichte mir die Welt, die Figuren und auch die Stadt besser kennen zu lernen und mir so ein hervorragendes Bild zu machen.
Der Protagonist Dolch hat eine feste Weltanschauung, an der er nicht rütteln möchte. Doch sein neuester Auftrag wirft Fragen auf und so fängt er an seinen Glauben zu hinterfragen und beginnt, vielleicht zum ersten Mal, selbst zu denken und sich nicht alles vorschreiben zu lassen.
Baladus ist der Mönch, der körperlich stark eingeschränkt ist. Mir war er nach nur wenigen Seiten absolut unsympathisch und er ist einfach der typische böse und nervige, größenwahnsinnige Antagonist. Ich muss gestehen, dass ich ziemlich überrascht von der Wahl des Antagonisten war, da man bei einem Mönch zunächst nicht von einem durchtriebenen Menschen ausgeht, sondern sich eher einen gutmütigeren Mann darunter vorstellt.
Die Figuren wirkten alle zusammen etwas klischeehaft und hatten für mich einfach zu wenige Ecken und Kanten. Sie handeln alle recht vorhersehbar und so gab es keinerlei Überraschungen für mich. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass der Autor mehr auf die Figuren eingegangen wäre und sie noch stärker ausgearbeitet hätte. Zudem gelang es mir einfach nicht eine Beziehung zu den Charakteren aufzubauen, sodass ich auch aufgrund dessen nur wenig mitfiebern konnte.
Aufgrund der fehlenden Sympathie zu den Figuren gelang es dem Autor nicht so recht Spannung aufzubauen. Dabei konnte man wirklich Potenzial erkennen. So gelang es dem Autor durchaus zwischenzeitlich die inneren Konflikte der jeweiligen Figur authentisch und nachvollziehbar zu schildern.

Alles in allem hat der Roman durchaus Potenzial und vor allem die Auflösung der Konflikte hat mir gut gefallen. Auch die Welt ist gut und nachvollziehbar ausgearbeitet, sodass ich mir alles sehr gut vorstellen konnte. Doch die Figuren wirken leider allesamt einfach zu 0-8-15 auf mich und ich konnte keinerlei Beziehung zu ihnen aufbauen.

(c) Thebookpassion- thebookpassion.blogspot.de


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