Adrian Lobe

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

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Cover des Buches Speichern und Strafen (ISBN:9783406741791)

Speichern und Strafen

 (2)
Erschienen am 19.09.2019

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B

Rezension zu "Speichern und Strafen" von Adrian Lobe

Wie frei sind wir im Datengefängnis?
belanaherminevor 12 Tagen

Inhalt

Titel und Untertitel dieses Buches kann (muss) man ganz wörtlich nehmen, denn genau darum geht es in diesem Buch: Mit welchen Mitteln und durch welche Mechanismen unterwerfen wir uns Algorithmen und Daten, begeben uns freiwillig in ein Gefängnis, in eine Überwachungsanstalt, und finden das alles auch noch toll.

In 12 Kapiteln (zuzüglich Einleitung und Schluss) nimmt sich Herr Lobe verschiedene Sphären des öffentlichen und/oder privaten Lebens vor und zeigt auf, wie die zunehmende Datenerfassung und deren vermeintlich intelligente Verarbeitung dazu führen, dass wir den Rahmen, in dem wir uns bewegen, immer enger fassen, wie wir durch die Vorgabe von Normen durch die Daten und Algorithmen immer gleichförmiger werden, wie wir immer weniger die Ergebnisse der Algorithmen verstehen und durch den zunehmenden Ersatz menschlicher Arbeitskräfte durch Algorithmen auch keinen Ansprechpartner für Einsprüche bei Fehlentscheidungen mehr finden.

Immer wieder vergleicht Herr Lobe die derzeitige Entwicklung mit der in "Der Prozess" von Franz Kafka beschriebenen Situation und verweist auf "Ausnahmezustand" von Giorgio Agamben. Das unterstützt die Dramatik seiner Ausführungen.

Am Ende des Buches finden sich 23 Seiten Anmerkungen und 4 Seiten weiterführende Literaturhinweise.

Subjektive Eindrücke

Ein sehr bedrückendes Buch. Natürlich hatte ich keine rosarote-Brillen-Kost erwartet, aber Herr Lobe schafft es durch die entsprechenden Anklänge auf Kafka eine beunruhigende Atmosphäre zu schaffen. Auch das Schlusswort hält nicht viele Ansätze für einen hoffnungsvollen Ausblick bereit.

Viele Informationen waren mir grundsätzlich nicht unbekannt. Ich habe hier aber viele zusätzliche Details und eine Darstellung mit einem anderen Blickwinkel gefunden. Das hat das Buch für mich so wertvoll gemacht.

Fazit

Höchst interessant, sehr brisant und mehr als bedrückend.

Weitere Rezensionen von mir gibt es unter https://belanahermine.wordpress.com/category/rezension/

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K

Rezension zu "Speichern und Strafen" von Adrian Lobe

„Die Gesellschaft im Datengefängnis“ (Buchuntertitel).
kvelvor 2 Monaten

Inhalt (gemäß
Umschlaginnenseite):
Die schicken Gadgets der großen
Tech-Konzerne führen laufend Protokoll über unser Getanes,
Gesagtes, Geschriebenes und Gedachtes. Überall installieren wir
Mikrofone, Kameras und Sensoren, die uns wie im Strafvollzug 24/7
überwachen. Jedes Speichern ist Arrest, jede biometrische Erkennung
eine Festnahme mit darauffolgender erkennungsdienstlicher Behandlung
– eine automatisierte Leibesvisitation. Kommissar Technik sperrt
uns in ein Gefängnis, das nicht einmal Mauern braucht, denn wir
begeben uns freiwillig in den offenen Vollzug. Und mit von der Partie
sind Siri, Alexa und Cortana – die freundlichsten Kerkermeister,
die die Menschheit je hatte. Adrian Lobe zeichnet anhand von
zahlreichen Beispielen aus unserem technisierten Alltag die reale
Dystopie einer Gesellschaft im Datengefängnis.


Inhaltsverzeichnis:
Einleitung
– Auf dem Weg in die programmierte Gesellschaft.
Endstation
Flughafengate – Wenn der Algorithmus die Ausreise
verweigert.
Code is Law – Wer braucht noch Gesetze, wenn es Programmcodes gibt?
CSI Google – Per Suchbefehl zum
Täter.
Der Körper als Spurensicherung – Wie das
Internet der Dinge zum Tatort von morgen wird.
Gefangen in
informationeller Sippenhaft – Wie Gene uns verraten.
Die
Formatierung der Datenkörper – Wenn das Gesicht zum Pass
wird.
Die Regierung der Datenkörper – Wie Staaten und
Konzerne unsere Körper unterwerfen.
Die Internierung der
Datenkörper – Wie wir mit smarten Gadgets im offenen Vollzug
landen.
The New Normal – Wenn der Computer sagt, dass du
nicht mehr normal bist.
Die Gesellschaft der Metadaten – Wie
Freiheit im Datengefängnis eingeschränkt wird.
Schluss –
Auf dem Weg in die Post-Wahl-Gesellschaft.


Meine Meinung:

Dieses Sachbuch ist
sehr verständlich geschrieben.


Textbeispiel:
„Eigentlich
sollte man meinen, dass Tastatureingaben, etwa in einem Chatfenster
oder Formularfeld, noch in der Sphäre des Senders liegen – also
bei einem selbst -, so wie ein Gedanke, den man sich im Kopf
zurechtlegt, bevor man ihn artikuliert. Doch das ist im Netz eine
Illusion. Alles wird registriert und ausgewertet – sogar
Gedankengänge, die noch unfertig sind. … wonach Facebook auch
solche Tastatureingaben analysieren wollte, die der Nutzer noch gar
nicht abgesendet hat.“ (S. 74)


Fazit: Informativ
und lesenswert.

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