Adrian McKinty Der katholische Bulle

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Inhaltsangabe zu „Der katholische Bulle“ von Adrian McKinty

Belfast befindet sich im Ausnahmezustand. Detective Sergeant Sean Duffy ist neu in der Stadt, und gleich bei seinem ersten Fall – der Suche nach einem Serienkiller – muss er sich ins Zentrum des Terrors begeben.

Sean Duffy ist wahrscheinlich der einzige katholische Bulle in ganz Nordirland, denn es ist 1981, und »katholisch sein« steht vor allem für eines: IRA. Die Paramilitärs haben der Polizei den Krieg erklärt, nehmen sie, wo es nur geht, unter Beschuss, jagen Polizeiautos in die Luft. Ihnen gilt Duffy als Verräter. Doch auch unter den Kollegen in Carrickfergus, einem Vorort von Belfast, wohin er nach seiner Beförderung gerade erst versetzt wurde, muss sich der junge Polizist sein Ansehen erkämpfen. Entlang der Frontlinien ermittelt Duffy in zwei Mordfällen, hinter denen ein Serienkiller zu stecken scheint. Eines der Opfer stand in Verbindung mit den höchsten IRA-Kreisen, wo Duffy auf eine Mauer des Schweigens trifft, da jeder, der den Mund aufmacht, mit dem Schlimmsten rechnen muss …

Großartige Zeitreise - spannender Fall - auch gut zu hören!

— Fee-ChristineAKS

Toller Krimi/Thriller vor dem Hintergrund der Unruhen in Nordirland in den 80er Jahren. Sean Duffy ist ne coole Socke!

— Naibenak

sehr cool, sehr irisch

— Hamburgerin

Spannend und gut geschrieben, dazu mit fantastischem Zeitkolorit des Belfasts der 80er Jahre und des IRA-Konflikts. Empfehlenswert!

— LinusGeschke

Fängt das politische und gesellschaftliche Geflecht der frühen 80er-Jahre in Nordirland gekonnt ein

— Medienjournal

Anstrengende Lektüre, meine Erwartungen wurden nicht ganz erfüllt.

— Langeweile

Packender Thriller mit einem leider recht langatmigen Ende Eine faszinierende Geschichtsstunde über die Zustände in Nordirland um 1980.

— larissa_78

Ein katholischer Bulle im protestantischen Nordirland - das kann nur interessant sein.

— Chumha

Sehr sympathischer Protagonist und tolle Story mit geschichtlichem Hintergrund! Gerne mehr davon.

— MissWatson76

Toller Krimi, ein "Bulle" mit Bildung und Herz, was will ich mehr, außerdem bin ich so alt, dass ich die nordirische Geschichte noch kenne..

— Girl56

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Der Freund

Sehr spannend, trotz ein paar Ungereimtheiten...

Pippo121

Flugangst 7A

Etwas haarsträubende Story, aber spannend geschrieben !!

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twentytwo

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  • Ein katholischer Bulle im protestantischen Nordirland ...

    Der katholische Bulle

    Hamburgerin

    17. April 2017 um 15:54

    muss es zwangsläufig schwer haben und so wird Sean Duffy auch nichts geschenkt. Duffy ist ein junger Polizist, der in den 1980ern in Belfast einen Serienkiller fangen soll, der Schwule zu hassen scheint und nebenbei in bürgerkriegsähnlichen Zuständen zwischen den Verstrickungen der IRA, Sinn Fein, Untergruppen und Geheimdiensten zurecht kommen soll. Klar, dass dies nur Probleme macht und einen Haufen Frustration auslöst, als so gut wie alle Spuren ins Leere laufen und der ehrgeizige Duffy sogar aus den Ermittlungen gedrängt wird.Ich mochte McKintys Schreibstil und fand, dass ihm die Zeitreise zurück ins Irland der 80er wirklich gut gelungen ist. Musik, Schlagzeilen, die ganze Atmosphäre dieser Zeit inklusive der allgegenwärtigen Terrorangst, dem Misstrauen, der Schäbigkeit des damaligen Nordirland hat mich erfolgreich mitreisen lassen.Sean Duffy mit seinen coolen Sprüchen gefiel mir auch, wenngleich ich nicht immer nachvollziehen konnte, warum er handelt, wie er handelt. Der Fall, sehr verstrickt, aber passend zu den vielen Verstrickungen, Verklemmungen und Unsicherheiten aller Beteiligten des damaligen Belfast, büßte hier und da an Spannung ein und wurde mir dann etwas zu bemüht aufgelöst. Dennoch, für mich war es ein Lesevergnügen und der nächste McKinty wartet schon.

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  • Review: Der katholische Bulle

    Der katholische Bulle

    Medienjournal

    18. October 2016 um 15:26

    Adrian McKintys Der katholische Bulle funktioniert nicht nur als ungemein spannender und wendungsreicher Krimi-Thriller mit einem gewohnt und erwartet dickköpfigen wie starrsinnigen Ermittler mit Ecken und Kanten, sondern fängt auch das politische und gesellschaftliche Geflecht der frühen 80er-Jahre in Nordirland gekonnt ein und liefert wie nebenbei noch Wissenswertes über IRA, FRU und Sinn Féin, ohne den unbedarften Leser mit dem Geschichtsunterricht zu überfordern oder zu langweilen. Mehr gibt es unter: http://medienjournal-blog.de/2014/11/review-der-katholische-bulle-adrian-mckinty-buch/

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  • Mörderisches Nordirland

    Der katholische Bulle

    Langeweile

    03. February 2016 um 11:18

    Das Buch läßt mich einigermaßen zwiegespalten zurück. Der Protagonist Sean Duffy wurde sehr gut beschrieben und wirkte trotz einiger Schwächen sympathisch. Im protestantisch geprägten Nordirland hatte er einen schweren Stand.Die Ermittlungen in zwei Mordfällen und einem angeblichen Selbstmord liefen zähflüssig. Im Jahre 1981 hatte die Polizei noch nicht die Unterstützung durch moderne Technik wie heute. Sehr gelungen fand ich die Einbindung der politischen Geschehnisse der damaligen Zeit in die Geschichte. Der Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen.Durch den ständigen Wechsel zwischen Mordermittlung,politischer Lage,Geplänkel mit den Nachbarn,Beziehungsanbahnung,war die Lektüre sehr anstrengend. Buchtitel: Der katholische Bulle

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  • IRA, RUC, UVP, UDA, USW..

    Der katholische Bulle

    badwoman

    16. August 2015 um 16:01

    Sean Duffy ist Polizist im Belfast der 80er Jahre. Hier herrschen zu dieser Zeit bürgerkriegsähnliche Zustände, keine guten Voraussetzungen für eine Mordermittlung. Zudem ist Duffy noch Katholik, was von der IRA als Verrat angesehen wird, schließlich arbeitet die Polizei für die Briten. Sein erster Fall scheint ein Serienmörder zu sein, der Homosexuelle tötet. Doch auch der vermeintliche Selbstmord einer jungen Frau beschäftigt Duffy. Mit reichlich unkonventionellen Methoden und viel Herzblut versucht er diese Fälle trotz all der Steine, die ihm von verschiedenen Seiten in den Weg gelegt werden, zu lösen. Der Ermittler Duffy ist nicht immer der sympathische Gutmensch, wie man es aus einigen anderen Krimis kennt - er ist teilweise aggressiv, trinkt zuviel und nimmt Geschenke von Verbrechern an. Allerdings behält er immer das Ziel, die Wahrheit herauszufinden, im Blick. Für mich waren diese ganzen Abkürzungen und Namen der politischen Gruppen sehr verwirrend. Das hat meinen Lesefluss ein ums andere Mal gestört. Grundsätzlich finde ich die Idee aber gut, einen Krimi in diesem Milieu anzusiedeln, und so auch Einblick in die damaligen politischen Verwirrungen zu bekommen und auch in den Berufsalltag eines Polizisten zu der Zeit. Bis auf diese mir nicht immer bekannten Begriffe fand ich den Sprachfluss und den Schreibstil aber gut und flüssig und die Handlung recht spannend.

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  • Nordirland 1981

    Der katholische Bulle

    Buecherschmaus

    29. July 2015 um 16:59

    So war das damals, 1981, in Nordirland. Eine sehr bedrückende Zeit, die heute so weit entfernt scheint und in die Adrian McKinty mit seinem Auftaktroman um den "katholischen Bullen" Sean Duffy auf beeindruckende Weise zurück versetzt. In dichtem Abstand kamen Nachrichten über Autobomben, Brandanschläge, Rachemorde, Hungerstreiks und Krawalle zwischen IRA-Anhängern und protestantischen Extremisten, Polizei und Armee über die Nachrichtenkanäle. Eine verfahrene, scheinbar unlösbare, ungemein gewalttätige Auseinandersetzung. Die Lager standen sich unversöhnlich gegenüber. Und so hatte es auch einige Brisanz, wenn ein katholischer Nordire für die verhasste protestantische "Besatzungsmacht" in Dienst stand. Auch Sean Duffy treffen Misstrauen und mehr oder weniger unverholene Feindschaft. Aber er ist stur, überzeugt, das Richtige zu tun. Und er ist erfolgreich.  So kniet er sich auch in den neuesten Mordfall hinein: Ein Homosexueller ist das Opfer, eine abgetrennte Hand und klassische Musiknoten spielen eine Rolle und stellen sehr bald die Verbindung zu einem zweiten Mord, ebenfalls verübt an einem Homosexuellen, her. Die Sache scheint klar: Das Werk eines homophoben Serienkillers.  Aber da tauchen Beziehungen zur IRA auf, der vermeintliche Selbstmord eines jungen Mädchens beschäftigt Duffy und er erkennt, dass Alles in Nordirland eine politische Dimension besitzt.  McKinty erzählt von den Ermittlungen spannend und genau, es geht rau zu, Duffy ist nicht zimperlich, dabei aber gebildet und moralisch integer. Das nordirische Wetter gibt das Seinige zur allgemeinen Trostlosigkeit hinzu. Musik spielt eine große Rolle, klassische aber auch zeitgenössische. Das ist atmosphärisch sehr gut getroffen und die zeithistorischen Ereignisse sind auf eindrückliche Weise in das Krimigeschehen integriert. Ein Krimi, der Lust macht auf die nächsten Bände der Reihe.

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  • Nordirland in den 80ern

    Der katholische Bulle

    VeraPestel

    15. July 2015 um 17:30

    Belfast. Bomben.Terror. IRA. Katholiken und Protestanten. Und dazwischen Sergeant Sean Duffy, der katholische Bulle. Gerade erst hat er seinen Dienst in Carrickfergus angetreten, ein Haus in einer protestantischen Siedlung gekauft. Schon wird ein Mann erschossen in einem Auto aufgefunden. Ihm fehlt eine Hand. Sie wurde abgeschnitten und liegt neben ihm. Die Arbeit der Polizei und der Spurensicherung wirkt dilettantisch, ein Urteil ist schnell gefällt. Es war ein sogenannter Judasmord, ausgeführt von der IRA, um zu zeigen, was mit Verrätern passiert. Doch Sergeant Duffy glaubt nicht daran. Die obligatorischen Münzen fehlen. Außerdem findet die Pathologin ein Notenblatt beim Toten. Die Zeiten sind hart und voller Gewalt. Straßenschlachten und Anschläge bestimmen diese Zeit. Die Lage ist angespannt. Jeden Morgen kontrolliert Duffy seinen Wagen. Es könnte eine Bombe versteckt sein. Schließlich hat die IRA ein Kopfgeld auf katholische Bullen ausgesetzt. Nach einem abendlichen Einsatz, es gibt Unruhen wegen des Hungerstreiks von IRA-Leuten, wird er noch einmal gerufen. Ein weiterer Mann wird erschossen in seinem Haus gefunden. Auch ihm fehlt eine Hand, wieder fehlen die Münzen und ein Notenblatt wurde dem Toten in die Hand gelegt. Nach Zufall sieht das nicht aus. Homosexuell waren beiden. Ist das das Motiv? Homosexualität war damals in Nordirland verboten. Für noch mehr Verwirrung sorgt eine weitere Tote, die erhängt in einem Waldstück gefunden wird. Es sieht nach Selbstmord aus. Oder gibt es einen Serienmörder? Hat die Ermordetet etwas mit den beiden Männern zu tun? Sergeant Duffy ermittelt in alle Richtungen, was nicht unbedingt gerne gesehen wird. Zu klar scheinen anfangs die Fakten. Zu schwierig sind die Ermittlungen in einem vom Terror gebeutelten Land. Außerdem setzt sich Duffy gerne über Anweisungen hinweg. Hat zwischendurch hier und da ein Techtelmechtel, oder spült seinen Ärger mit Alkohol runter, kifft und wirkt zerbrechlich. Und welche Rolle spielen der Stadtrat und ein Mitglied der Partei Sinn-Fein? Der Alltag ist unsicher. Polizeieinsätze gefährlich. Oft regiert die blanke Angst. Auch im Mannschaftsbus. Manchmal kann man sich in der eigenen Straße nicht sicher sein. Straßensperren überall. Und überall Mitglieder der IRA, die man nicht erkennt, es könnte auch der Nachbar sein. Das war Irland im Jahre 1981. Ohne Handy. Ohne Computer und E-Mails. Eine DNA Analyse war noch nicht möglich. Adrian McKinty lässt seinen Bullen in dieser aufgeladenen Atmosphäre leben. Es ist auch seine Zeit, denn er selbst wurde 1968 in Belfast geboren. Mir hat er diese Zeit noch einmal nahe gebracht und ich möchte Sean Duffy besser kennenlernen, noch weiter in diese Zeit schauen, die oft besungen wurde, und freue mich auf den nächsten Roman aus Belfast. Videorezension: https://www.youtube.com/watch?v=SBCSquQjvyY

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  • Serienkiller zwischen den Fronten

    Der katholische Bulle

    Chumha

    01. July 2015 um 23:01

    Detective Sergeant Sean Duffy ist ein katholischer Bulle im protestantischen Nordirland. Er hat eine neue Stelle angenommen – genau im „Auge des Sturms“ – in Belfast. Im Jahr 1981, in der Hochphase des Terrors zwischen Nordirland und der Republik Irlands, beginnt seine neue Tätigkeit direkt mit einem kniffligen Fall. Ein Serienmörder treibt sein Unwesen und hat es auf Homosexuelle abgesehen. Schon allein die Tatsache, als katholischer Bulle in Nordirland zu ermitteln ist schwierig, aber einer der Toten war kein Unbekannter in Kreisen der Untergrundbewegungen. Einfach ist es nicht die verschiedenen Gruppierungen auseinander zu halten – ich habe es auch nach einiger Zeit einfach ignoriert beim Lesen. Als Leser bekommt man die Situation ganz genau zu spüren, doch Sean Duffy setzt unbeirrt der Schwierigkeiten, die sich ihm in den Weg stellen, seine Arbeit fort. Eins haben aber alle Iren gemeinsam – die Trinkfestigkeit! Das Buch schildert gut die Stimmung und Situation zu dieser Zeit – und im Moment vermehren sich die Unruhen ja auch wieder, doch für einen Krimi ist es mir etwas zu langatmig und hat zu wenig Spannung. Der Protagonist ist sehr sympathisch, aber die Geschichte lässt zu Wünschen übrig.

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  • Der katholische Bulle

    Der katholische Bulle

    Insel56

    23. June 2015 um 13:55

    Sean Duffy, dreißig, ein Polizist, der anders ist als die anderen. Er ist katholisch, damit ist er in der Minderheit, er ist gebildet und dies unterscheidet ihn auch von seinen neuen Kollegen. Gerade nach seiner Beförderung an seinem neuen Wirkungskreis angekommen, muss oder darf er die Ermittlungen in einem Mord übernehmen. Seine Mitarbeiter kennen sich mit der Untersuchung von Spuren wenig aus und auch so ist er der Außenseiter. Der Krimi spielt in Belfast vor 30 Jahren und es herrscht Terror. Gewalt und Bomabendrohungen bestimmen den Alltag. Auch auf der Straße, wo Sean hingezogen ist und ein Haus alleine bewohnt, ist er der Außenseiter. Auch dort herrscht Gewalt. Ich fand den Krimi sehr schwer zu lesen, aber durchaus interessant, denn mir war nicht klar wie stark dieser Terror Belfast beherrschte. Sean ist eine sympathische Figur, aber es war "harte" Kost. Trotz allem eine Empfehlung von ir für Krimileser, die keinen Einheitsbrei mögen, sondern ihre "Kost" gern mit geschichtlichen Hintergründen würzen. Hier kann man auf jeden Fall viel über das Leben in Belfast erfahren...

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  • Nichts wie es scheint

    Der katholische Bulle

    dowi333

    18. April 2015 um 09:30

    Mai 1981. Sean Duffy ist neu in der Stadt. Der frisch beförderte Detective Sergeant ist einer der wenigen katholischen Polizisten in Nordirland und jeder in der Stadt scheint es zu wissen. Duffy arbeitet nach erfolgreichem Abschluss seines Studiums der Psychiologie an der Queen's University für das Carrickfergus RUC und ist mit seinem ersten Fall befasst. Mitten in den Unruhen des Nordirlandkonfliktes wird ein Mann um die Dreißig tot aufgefunden. Sein Hinterkopf wurde weggeschossen, sein Gesicht halb eingefallen, die rechte Hand abgetrennt. Zunächst sieht alles nach einer „gewöhnlichen“ Exekutierung eines Informanten aus. Doch die Hand, die bei der Leiche gefunden wird, gehört einem anderen, und zwar Andrew Young, bekannter Homosexueller, der wenig später ebenfalls tot aufgefunden wird. Der Tote Nr. 1, Tommy Little, ist wesentlich bedeutender, als zunächst angenommen. Er ist Kopf der FRU. Ein Serienmörder bringt Homosexuelle um. Zumindest hat es den Anschein. Duffy erhält anonyme Schreiben, in denen der Mörder weitere Taten ankündigt, sofern die Vorfälle nicht öffentlich gemacht werden. Die Ressourcen der Polizei sind erschöpft, da wird Lucy Moore, Exfrau eines Hungerstreikenden, die kurz vor Weihnachten spurlos verschwunden ist, erhängt im Wald aufgefunden. Nach Aussage der Familie wollte sie nach Belfast; Freunde besuchen. Was die Familie bisher nicht wusste, Lucy war schwanger. Statt nach Belfast, war sie tatsächlich auf dem Weg nach Glasgow, um abzutreiben. Doch dazu kam es jedoch nicht. Nur zwei Tage nachdem sie Kind zur Welt gebracht hat, begeht offensichtlich sie Selbstmord begangen. Lucy wird erhängt im Woodburn Forest aufgefunden. Keiner stellt einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen her. Nur Duffy hat ein ungutes Gefühl, wie sollte es auch anders sein. Weder glaubt er daran, dass ein Serienmörder Nordirland heimsuchen könnte, noch dass Lucy Selbstmord begangen hat. Er beginnt zu ermitteln, verrennt sich und muss schließlich die „Schwulenmorde“ abgeben. (Mangels öffentlichem Interesse wurde in Lucys Fall die Akte längst geschlossen.) Duffy behält Recht und es kommt zu einem dramatischen Show-down, bei dem der tragische Held schwer verletzt wird. Er überlebt wie durch ein Wunder. Des Rätsels Lösung serviert der Täter, der neue Chef der FRU und gleichzeitiger Spitzel der IRA, Freddie Scavanni, Duffy schließlich auf dem Silbertablett, er erläutert ihm die großen Zusammenhänge und gesteht bei der Gelegenheit noch einen weiteren Mord. Das Buch liest sich spannend, schließlich ist der Weg das Ziel. Die Buchstabensuppe der irischen Organisationen ist jedoch äußerst verwirrend, insbesondere wenn man mit den nordirischen „Troubles“ nur ansatzweise vertraut ist. Durchaus ein Roman, denn man weiterempfehlen kann.

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  • Hier ist alles politisch.

    Der katholische Bulle

    Gulan

    Mai 1981: Die Welt bangt nach dem Attentat um Papst Johannes Paul II. und das Vereinigte Königreich erwartet freudig die Königliche Hochzeit. Und in Nordirland? The Troubles are still going on. Da werden in Carrickfergus zwei Mordopfer aufgefunden, wie sich bald herausstellt Homosexuelle. Der Täter kündigt weitere Taten gegen Schwule an. Der junge Sergeant Sean Duffy wird mit den Ermittlungen beauftragt. Ein Setting genau nach meinem Geschmack. Nordirland im tiefsten Konflikt. Ein Pulverfass. Katholiken gegen Protestanten. IRA vs. Loyalisten vs. Polizei/Armee. Hungerstreikende Häftlinge, Bomben, Brennende Busse, Straßenschlachten. Die Atmosphäre ist zum Zerreißen gespannt. Mitten in dieser Lage soll Duffy einen Serienmörder finden, den womöglich ersten nichtsektiererischen Nordirlands. Doch Duffy wird schnell feststellen: In Nordirland ist alles politisch. Adrian McKinty ist in Nordirland aufgewachsen, er weiß also, wovon er schreibt. Und das tut er in einer zugleich beeindruckenden Authentizität wie auch literarischen Virtuosität. „In Belfast gab es wieder Ärger. Signalraketen zischten über den heraufziehenden Abendhimmel. Ein Gazelle-Hubschrauber flog tief übers Wasser des Lough. Kleine Kinder gingen am Revier vorbei und zeigten sich gegenseitig, wie man am besten einen Molotowcocktail über den Zaun warf.Eine Stadt, gemartert vom eigenen Blitzkrieg. Eine Stadt, die ihre eigenen Brunnen vergiftete, ihre eigenen Felder versalzte, sich das eigene Grab schaufelte...“ (S.68) „Der katholische Bulle“ ist der Auftakt zu einer Reihe um Sean Duffy. McKinty bleibt über das ganze Buch eng bei seiner Hauptfigur. Dadurch transportiert der Autor auch ein großes Stück nordirischen Alltag in diesen Krimi. Duffy ist ein junger, intelligenter und aufstrebender Polizist um die 30. Musik, Alkohol, Autos, Frauen, Testosteron. Außerdem ist er als Katholik in der fast ausnahmslos protestantischen Polizei und einer vollständig protestantischen Nachbarschaft ein echter Exot – dies ist allerdings zwangsläufig nicht immer komfortabel. Die Gespräche sind derb, die allgemeine Stimmung wie das Wetter vorherrschend trüb und regnerisch. Man versucht, sich mit den Gegebenheiten abzufinden. Duffy und auch seine Kollegen vermitteln dabei einen angenehm zynischen Blick auf den Religionskonflikt. „Ist nicht lustig, der Zweite zu sein, der bei einem Hungerstreik abkratzt. Alle erinnern sich an den Ersten. Der Zweite hat die Arschkarte gezogen. Für den werden sie keine Lieder schreiben.“ (S.11) Die Atmosphäre kommt hervorragend rüber und auch die Handlung ist über weite Strecken überzeugend. Lediglich zum Ende hin überdreht McKinty meines Erachtens ein wenig, aber die Fans des politischen Krimis werden bei diesem Buch auf jeden Fall gut bedient. Sergeant Duffy ist übrigens ein großer Musikfan und McKinty gibt mit diesem Krimi (wenn man mitschreibt) auch eine sehr akzeptable Playlist an die Hand. Zur Einstimmung hier mal eine der Lieblingsbands von Duffy (mit Dank für den Tipp an derschneemann.net):

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    • 12
  • Unglaublich spannend

    True Crime

    claude20

    Sam Millar ist ein katholischer Junge aus Nordirland, der aber auch protestantische Wurzeln hat. Dieser Konflikt der seit ewigen Zeiten in Belfast tobt zieht sich somit komplett durch Millars Familie. Seine Jugend verbringt auf den Straßen von Belfast. Sehr früh arbeitet er im Schlachthof, wird Mitglied in der IRA und kommt schließlich ins Gefängnis. Jahre wird er im härtesten Knast Europas verbringen, in denen er um seine Würde und für die Gerechtigkeit kämpft. Nach seiner Entlassung geht er nach New York, arbeitet in illegalen Casinos, eröffnet einen Comicladen und plant seinen größten Coup mit den Sam Millar Kriminalgeschichte schreiben wird.   Diese Geschichte von Sam Millar ist ein wahrhaftiger Thriller. Die Ereignisse und Geschehnisse, die der Autor hier beschreibt entspringen nicht seiner Fantasie. Mit seinen Buch zeigt Sam Millar dass das Leben die vielfältigsten, abenteuerlichsten, spannendsten aber auch gewalttätigsten Geschichten schreibt. Sehr eindrucksvoll erzählt Sam Millar uns seine Geschichte. Er berichtet über sein Leben in Irland, seinen Alltag im Gefängnis, beschreibt seinen Neuanfang in New York und die Durchführung seines größten Coups.   Sam Millar ist nicht zimperlich bei der Beschreibung der Zustände in Gefängnis in Nordirland. Warum sollte er auch, er hat es erlebt, er hat es überlebt und es ist gut, dass er der Öffentlichkeit zeigt, wie in Europa auch nach den 2. Weltkrieg Menschenrechte mit Füßen getreten wurden. Er zerrt mit ehrlichen und extrem eindringlichen Worten die schonungslose Wahrheit an Licht. Zeigt uns, dass im Gefängnis Schikane, Grausamkeiten ja besser gesagt regelrechte Folterungen an der Tagesordnung waren. Wer nicht spurt wird was erleben. Sam Millar biss sich durch, hat sich nicht feige auf den Quietschesohlen davon gemacht. Er kämpfte für seine Überzeugung und ließ sich trotz Bestrafungen, fehlender Kleidung, fehlender sanitärer Einrichtungen und weiteren Schikanen nicht unterkriegen. Einige seiner Mithäftlinge hatten nicht das Glück die Jahre im Gefängnis zu überleben. Der erste Teil des Buches legt ein beeindruckenes, aber auch beklemmendes Zeugnis über das bewegte erste Leben von Sam Millar ab. Aber auch der zweite Teil der Autobiographie liest sich eher wie ein Thriller. Das Leben in New York war nie langweilig, hier wurde Geld verdient und wieder verloren. True Crime als Buch zu bewerten ist eigentlich eine Anmassung. Wie kann ich das Leben von Sam Millar bewerten? Aber meiner Meinung nach ist es wichtig, dass die Geschichte, das Leben und die Qualen, die Sam Millar ausgestanden hat nicht umsonst gewesen sein sollen. Der Autor hat uns mit diesem Buch einen tiefen Einblick in seine Seele und seine Seelenqualen gewährt. Dieser Vertrauensbeweis und seine Ehrlichkeit verdienen meinen höchsten Respekt und ich kann dieses Buch nur jedem zum Lesen empfehlen. Einfach unglaublich was in den 70-80ziger Jahren des letzten Jahrhunderts in Nordirland noch möglich war. © claude

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    • 7
  • Der katholische Bulle

    Der katholische Bulle

    Themistokeles

    18. February 2015 um 09:48

    Dieses Buch entführt einen nach Nordirland, in die Zeit des Nordirlandkonflikts, was man in der Atmosphäre des Buches sehr stark spürt. In meinen Augen einer der gelungeneren Aspekte an diesem Krimi. Obwohl es leider auch so ist, dass der Nordirlandkonflikt einfach als bewusste Tatsache angenommen wird, die Situation und das Drumherum nur denen wirklich klar sein können, die sich mit diesem Teil der irisch-britischen Geschichte ein wenig auseinandergesetzt haben, denn erläutert wird so gut wie nichts. Zunächst fiel mir der Einstieg in dieses Buch nämlich sehr schwer, aufgrund der Tatsache, dass man direkt in eine verwirrende Situation mit vielen unbekannten Charakteren geworfen wird und nicht richtig nachvollziehen kann, worüber sie sprechen, was sie da eigentlich genau gerade machen, wo sie eigentlich sind etc. Als Einstieg in meinen Augen eine seltsame Wahl, kam ich danach doch zunächst erst mal sehr schleppend nur in das Buch hinein. Erschwerend kam hinzu, dass ich mit dem Protagonisten und Titelgeber, Sean Duffy, nicht richtig warm werden konnte, war er doch in meinen Augen ein eher sehr seltsamer Kommissar, da es sich bei ihm ständig um Alkohol, Sex und Drogen drehte, was ich doch durchaus eigenartig fand, besonders auch durch seinen Job. Es ist nicht so, dass er mir vollkommen unsympathisch fand, aber er war einfach kein Charakter, der für mich so richtig stimmig war, auch wenn die Situation und Zeit, in welcher er lebt sicher zu solch einer Art führen können. Ansonsten jedoch ist der Krimi eigentlich durchaus spannend, wenn auch eher etwas trockener geschrieben, jedoch hat er einfach sehr viele interessante Aspekte, welche diesen trockeneren Schreibstil durchaus aufwiegen. Zumal ich es einfach mochte, dass er noch in einer Zeit spielt, in der Handys noch nicht existierten und die Forensik in vielen Bereichen auch noch sehr in den Kinderschuhen steckte, was einfach die Ermittlungen komplizierter und etwas komplexer macht. Allein aus diesem Grund weicht der Krimi schon sehr vom Gros ab. Gekoppelt mit der Tatsache, dass der Nordirlandkonflikt noch so einige Besonderheiten in der Atmosphäre, wie auch  den Gegebenheiten rund um den Fall ausmachen, fand ich diesen Aspekt wirklich sehr interessant. Ein etwas anderer Krimi, bei dem ich es durchaus von Vorteil finde, wenn man sich mit dem Nordirlandkonflikt ein wenig besser auskennt und den ich nur dann empfehlen kann, wenn man auch mit einem verwirrenden Einstieg und eher trockenem Schreibstil klar kommt.

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  • Überraschend witzig

    Der katholische Bulle

    Wassollichlesen

    Was haben "Zurück in die Zukunft" mit dem Konflikt / Bürgerkrieg in Nordirland gemeinsam?? Na klar, den DeLoreon DMC 12. Den mit den schönen Flügeltüren. Nur, dass er in Nordirland keinen Fluxkompensator hat und folgerichtig nicht als Zeitmaschine genutzt wird, sondern hier lediglich vom Fließband läuft. #Funfact "Der katholische Bulle" ist das erste Buch, das ich von Adrian McKinty gelesen habe und ich kann es kaum erwarten das nächste zu lesen - "Die Sirenen von Belfast", den zweiten Teil der Trilogie um Sean Duffy.Das liegt zum einen am kniffligen Plot und zum anderen am Schreibstil des Autors. Vor allem aber auch aufgrund des Humors. Der Humor macht dieses Werk für mich besonders. Ich musste mich an so vielen Stellen beherrschen, nicht laut los zu lachen bzw. die Stellen den Menschen in meiner Umgebung zu rezitieren, dass ich unter der Rezension noch ein paar Beispiele zum besten geben werde.  ""Wieso hält sich jeder Idiot bei der Kriminalpolizei für einen verdammten Komiker?""  Sean Duffy, die Hauptrolle, ist eine coole Sau. Und genau so ist auch der Schreibstil. So mag ich es bei Krimis auch ganz gern. Flapsige Dialoge, Witze unter Kollegen, Gefluche und dadurch erst recht keine Langeweile. Nie. Selbst dann nicht, wenn es eigentlich gar nicht weiterzugehen scheint, weil Duffy ahnungslos scheint, was die aufzuklärenden Morde angeht. Und als wäre das nicht schon Ärgernis genug für den Detective Sergeant, spielt die Geschichte auch noch in Nordirland im Jahre 1980, im Epizentrum des Terrors.1980?? Was war denn da Besonderes?? Wenn ihr euch diese Frage stellt und Wörter wie "Sinn Fein", "IRA" oder "Nordirlandkonflikt" noch nie gehört habt, dann solltet ihr zumindest die Texte bei Wikipedia zu diesen Wörtern grob überfliegen. Das ist kein Muss, aber hilfreich. "Kleine Kinder gingen am Revier vorbei und zeigten sich gegenseitig, wie man am besten einen Molotowcocktail über den Zaun warf." Wie die Situation zu diesem Zeitpunkt in Nordirland, genauer gesagt in Carrickfergus (Handlungsort) war, das weiß wahrscheinlich kaum jemand besser als Adrian McKinty, schließlich ist er in ebendiesem Ort aufgewachsen.Die Darstellung der Umgebung und der Lebensumstände sind umso realistischer. Entsprechend klare Worte findet McKinty über die nordirische Situation. "Schon bald würde Belfast die einzige Stadt der Welt sein, in der es mehr Parkplätze als Autos gab." Kommen wir zum Ende. Das Ende macht noch mehr Lust auf den nächsten Teil und ist entsprechend passend. Die letzten 50 Seiten sind ein bisschen konträr zum Rest des Buches - sie sind überaus schnell und actionreich, davor hatte das Buch trotz des brisanten Hintergrunds eine gewisse Ruhe. Fazit Das alles macht das Buch zu einem rundum überaus gelungenem Lesespaß, sodass ich mich nur wiederholen kann und sage: Her mit "Die Sirenen von Belfast"!!

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    • 3

    Arun

    16. January 2015 um 16:06
  • Atmosphärisches Irland ...

    Der katholische Bulle

    SharonBaker

    15. January 2015 um 18:32

    Belfast 1981, es herrscht Ausnahmezustand, denn der Bürgerkrieg hält alle auf trapp, dazu noch der Hungerstreik von Insassen im Gefängnis, der die Politik mächtig unter Druck setzt. Die Polizei ist im Dauereinsatz und ihre Tätigkeit an allen Ecken und Enden unter Beschuss, da kommt so eine gewöhnliche Leiche nicht gut an. Der Captain, der Carrickfergus Polizei, setzt seinen besten Mann darauf an, zum Einen, weil er wirklich gut ist und zum Andern, um ihn etwas aus der Schusslinie zu bekommen, denn Sean Duffy ist katholisch. Zu dieser Zeit heißt katholisch sein, IRA und so hat Duffy überall mit Angriffen und Vorurteilen zu kämpfen. Aber Sean wäre nicht Sean, wenn er sich dem nicht stellen würde und so nimmt er den Mord unter die Lupe und findet schnell heraus, das da mehr dahinter steckt, als es zu erst aussieht. So geraten seine Ermittlungen genau in den Fokus, den er umschiffen soll, nämlich den Konflikt zwischen den Katholiken und Protestanten es wird nicht bei einer Leiche bleiben? Wird er sich die Finger verbrennen? Und kommt er dort mit heiler Haut wieder raus? Ich habe dieses Buch eigentlich mehr auf Empfehlung von einer lieben Freundin entdeckt, da sie ein unglaublich begeisterter Irlandfan ist. Tja, und da ich mich für diese grüne Insel auch interessiere, musste ich dieses Buch einfach zur Hand nehmen. Dieses Buch hat mich auch direkt begeistert, zum einem hat der Autor ein tolles Talent einen in die Vergangenheit mitzunehmen und die Atmosphäre der 80 Jahre wieder aufleben zu lassen und zu gleich, das Gefühl mitten drin zu sein. Dabei transportiert er die Schrecken dieser Zeit, die Angst und auch die melancholische Stimmung spürbar, aber auch der schwarze Humor, der in manchen aussichtslosen Situationen zum Vorschein kommt. Außerdem hat er ein Gespür dafür, wie viel Geschichtliches er einfließen lassen kann, ohne zu langweilen, oder es zu übertreiben. Am Anfang vielleicht ein bisschen zu wenig, aber das ändert sich schnell, wir werden eben wie die Ermittler ins kalte Wasser gestupst. Dadurch ist man einfach gebannt, von dem Fall, der sich immer mehr im unklaren verstrickt und den Konflikten zu jener Zeit. Dazu kommt noch das Mr. McKinty einen tollen Hauptcharakter geschaffen hat, den wir Leser doch direkt ins Herz schließen. Sean Duffy ist interessant, belesen, mag Musik und weiß sich zu kleiden. Allerdings trinkt er auch gern mal was und ist weiblichen Abenteuern nicht gerade abgeneigt. Was man ihn aber ganz hoch anrechnen muss, ist einfach er stellt sich seinen Herausforderungen, lässt sich dabei nicht unterkriegen und versucht sich in einer Welt aus Hass und Misstrauen zu bewähren. Die Mordfälle an sich sind hier etwas verzwickt und schweben viel in Nebel, denn die Zeit in der sie spielen, ist der eigentliche Star der Geschichte. Dabei führt der Autor viele Konflikte und auch Situation an, die überraschen, sich Neuentwickeln, oder recht brutal sind. Er lässt seinen Ermittler einiges erfahren, durchleben und kämpfen. Wir sind immer hautnah dabei und bibbern des Öfteren mit und das macht die ganze Sache einfach spannend, man bleibt lange in unklaren und möchte einfach nur, dass Sean da heil wieder raus kommt. Für mich ist dieser Auftakt zur Sean Duffy Reihe mehr als gelungen. Ich fand die Atmosphäre toll, die Art wie die Geschichte aufgebaut ist, die Verwicklungen des Falls, die Geschichte die so brutal und hautnah erzählt wurde und natürlich den Ermittler. Ich freu mich auf den nächsten Fall und Sean Duffy.

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  • andere Zeiten

    Der katholische Bulle

    brauchnix

    18. December 2014 um 08:49

    So lange ist es ja gar nicht her, die Zeit, in der dieser Krimi spielt. Und in den 80-gern war damals bereits ein Teenager - aber dennoch war es richtig exotisch für mich, in diesem Buch nochmal zu lesen, was es alles gab und was nicht. Damit meine ich nicht nur technische Errungenschaften und forensische Mittel sondern auch Leute und Geschehnisse - Papstattentat, Dianas Hochzeit etc. - die mich ständig innehalten und in der Vergangenheit schwelgen ließen. Dazu kommt noch die hochexplosive Stimmung von Bombenattentaten und IRA-Kämpfen, die mir damals wie heute erschreckend für ein westliches ja europäisches Land anmuten. Diesen Teil der Geschichte fand ich besonders gut beschrieben. Die Atmosphäre kam gut rüber, auch die Ambivalenzen gegen Sean als katholischen Bullen in seinem neuen Wohnviertel und bei der Arbeit. Dennoch hatte ich leichte Schwierigkeiten mich für Sean zu erwärmen und er bleib mir trotz allem eher fremd und und undurchschaubar. Geschätzt habe ich an ihm seine sture irische Ader, die ihn hartnäckig nach den wahren Schuldigen suchen lässt. Nie verliert er das Ziel aus den Augen, wirkt integer in einer Welt des Chaos und der Umstrukturierung. Der Kriminalfall ist verwickelt und lässt den Leser zappeln, bevor man der Lösung näher kommt. Mir war der Schreibstil oft etwas zu knapp und abgehackt. Zeitweise hastet die Handlung etwas dahin und ich hätte mir etwas mehr Tiefgang und Genauigkeit gewünscht. Alles in allem war es spannend und auf Grund des interessanten Settings habe ich das Buch sehr schnell durchgelesen und einiges über Zeit und Ort erfahren, was mir an Büchern immer sehr gefällt. Es ist noch Raum nach oben zur Verbesserung.

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