Adriana Altaras

 3.9 Sterne bei 97 Bewertungen
Autorin von Titos Brille, Doitscha und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Adriana Altaras

Bestsellerautorin und renommierte Filmemacherin: Adriana Altaras wurde am 6. April 1960 in Zagreb, Kroatien geboren. 1964 erfolgte der Umzug nach Italien und später nach Deutschland, wo sie auch zur Schule ging. Nach ihrem Abitur 1979 in Marburg, studierte sie an der Hochschule der Künste in Berlin Schauspiel. Anschließend absolvierte Sie ein Aufbaustudium an der New York University. Seitdem ist sie als freie Autorin, Schauspielerin und Regisseurin tätig, später auch als Dozentin an der HdK Berlin. Gastengagements erhielt sie als Schauspielerin am Maxim-Gorki-Theater und an der Freien Volksbühne in Berlin, sowie in Stuttgart, Konstanz und Basel. Adriana Altaras wurde für ihre filmischen und schauspielerischen Tätigkeiten mehrfach ausgezeichnet unter anderem 1988 mit dem Bundesfilmpreis und 1989 Golden Horse Award for Best Foreign Actress, Taiwan. Zu ihren bekanntesten Werken zählen "Titos Brille", "Doitscha" und "Das Meer und ich waren im besten Alter". Sie lebt mit ihren beiden Söhnen Aaron und Lenny in Berlin.

Alle Bücher von Adriana Altaras

Titos Brille

Titos Brille

 (60)
Erschienen am 07.03.2013
Doitscha

Doitscha

 (21)
Erschienen am 23.06.2016
Die jüdische Souffleuse

Die jüdische Souffleuse

 (4)
Erschienen am 04.10.2018
Das Meer und ich waren im besten Alter

Das Meer und ich waren im besten Alter

 (3)
Erschienen am 09.03.2017
Titos Brille

Titos Brille

 (1)
Erschienen am 16.02.2011
Doitscha

Doitscha

 (0)
Erschienen am 10.11.2014

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Rezension zu "Die jüdische Souffleuse" von Adriana Altaras

Theateralltag und Suche nach der Familie
reneevor 7 Tagen

Die Schriftstellerin Adriana Altaras zeigte mir mit diesem Buch wieder, wie schön und fesselnd es sein kann, dem Sog eines Buches zu verfallen. Es liegt eine Stärke in der Art des Formulierens/des Schreibens der Autorin, der Humor in ihrer Sprache hat mich fasziniert, man kann ihn schon etwas schwarz nennen, den Humor der Frau Altaras. Aber gerade das tut der Geschichte sehr gut und hat mir sehr gefallen. Dieses Buch hat eine einfache und gut lesbare Sprache, aber auch jede Menge Inhalt, einen Inhalt, der die geneigte Leserin zum Nachdenken bringt. 

Einerseits erzählt Frau Altaras uns gewisse Feinheiten in der Welt einer Theaterregisseurin, vom Entstehen/Werden eines Stückes und den Gedanken der Akteure des Theaters. Und das wird in einer sehr humorvollen, empathischen und sehr interessanten Art geschildert. 

Und gleichzeitig wird auch ein tiefer Blick in die Geschichte geworfen. Bei der Entstehung des Stückes "Die Entführung aus dem Serail" von Mozart an einem Provinztheater kommt die Souffleuse Sissele der Regisseurin Adriana näher und erzählt ihr ihre Lebensgeschichte. Sie ist Jüdin, wurde kurz nach dem Krieg in Israel geboren, ist durch den frühen Tod der Mutter zur Halbwaise geworden, ist später mit dem Vater nach Kanada gegangen und jetzt, Jahrzehnte später, möchte sie ihre restliche Familie finden. Es wird ein Blick auf den Holocaust geworfen und die ebenfalls jüdische Adriana beginnt zu Sinnieren, wie auch die Leserin. Es geht um die Wichtigkeit der Betrachtung der Vergangenheit, aber auch darum wieviel Einfluss das Vergangene auf das heutige Leben haben soll/darf. Und es geht auch um die Folgegeneration der Juden nach dem Weltkrieg und ihr Leben mit dieser Vergangenheit. Eine sehr interessante Geschichte.

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Rezension zu "Die jüdische Souffleuse" von Adriana Altaras

Eine Suche
miro76vor 23 Tagen

Adriana Altaras ist selbst die Erzählerin dieser unglaublichen Geschichte. Sie ist Regisseurin und soll in einem beliebigen Theater in Deutschland "Die Entführung aus dem Serail" inszenieren. Das wäre alles ganz einfach, denn Komödien sind ihr Spezialgebiet, wäre da nicht diese eigensinnige Souffleuse, die ihr immer wieder in die Quere kommt.


Adriana möchte sie loswerden, doch der Intendant bitte sie, sich die Geschichte der Souffleuse Sissele erst mal anzuhören. So kommt es, dass Adriana bei Fissele zuhause auf dem Sofa sitzt, einer Geschichte lauscht, die sie nicht mehr loslässt und schließlich bittere Tränen weint, um ein Mädchen, dem die Kindheit gestohlen wurde.

Adriana und Fissele begeben sich auf eine Reise, um Sisseles noch lebende Verwandte zu finden. Es müsste zwei Cousins geben, doch sie erinnert kaum mehr den Namen. Die Reise scheitert kläglich. Sie finden zwar diverse Aufzeichnungen, doch nichts, was sie weiterbringt. Es braucht eine ordentliche Portion Chuzpe, diese Geschichte zu einem Ende zu bringen. 

Seit langem wage ich mich mal wieder literarisch an das Thema Shoa und die zweite Generation der Überlebenden. Hier ist das Thema interessant aufgearbeitet. Einerseits lässt es niemals los, andererseits gibt es das Bewusstsein, dass es nicht das ganze Leben bestimmen soll und den Versuch, das zu überwinden.

Schwarzer Humor ist ein wichtiges Werkzeug bei diesem Versuch und daher ist das Buch gespickt voll mit "Judenwitzen" - natürlich politisch korrekt von Juden vorgetragen. 

Schön fand ich auch den Einblick in die Welt des Theaters, der einem als Zuseher normalerweise verwehrt bleibt. Das Entstehen einer Operninszenierung fand ich schon sehr beeindruckend und die Beziehungen und Netzwerke hinter der Bühne sehr erheiternd. Sisseles Geschichte ist wahnsinnig berührend das Ende ist einfach nur schön! Eine klare Leseempfehlung!

Ach ja, kennt ihr den:
"Frau Rosenkranz und Frau Beerentraub sitzen auf einer Parkbank. 'Was machen Ihre Kinder?', fragt Frau Beerentraub.
'Einer Arzt, der andere Anwalt', antwortet Frau Rosenkranz.
'Und wo sind sie jetzt?', fragt Frau Beerentraub.
'Dort!', sagt Frau Rosenkranz und zeigt auf zwei im Sandkasten spielende Kinder."
S. 63

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W

Rezension zu "Die jüdische Souffleuse" von Adriana Altaras

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen
WinfriedStanzickvor 3 Monaten


 

Adriana Altaras gehört seit ihrem Roman „Titos Brille“ über ihren Vater und ihre Familie zu den bekannten deutschen Schriftstellern. Mit viel jüdischem Witz und großer Schlagfertigkeit hat sie seither etliche Romane veröffentlicht, die sich alle um ihre Familie drehen und wie deutsche Juden in diesen Zeiten ihr Leben im Land erleben.

Adriana Altaras arbeitet nicht nur als Schriftstellerin, sondern auch als Schauspielerin und Regisseurin. Im Rahmen dieser Tätigkeit soll sie eines Tages in einem deutschen Provinztheater eine Mozartoper einstudieren. Normaler Alltag für die wieder ich-erzählenden Adriana, wäre da nicht Sissele, die jüdische Souffleuse, die es aus einem bestimmten Grund auf Adriana abgesehen hat. Sie hat alle Bücher von ihr gelesen, und als sie ihr nun begegnet, erhofft sie sich von Adriana Hilfe bei der Suche nach ihren Verwandten. Schon Jahrzehnte hat sie selbst vergeblich nach ihnen gesucht, nachdem sie nach dem Zweiten Weltkrieg in alle Winde zerstreut wurden.

Sissele wurde nach dem Krieg in Israel geboren, und ist als sie etwa ein Jahr alt war mit ihren Eltern nach Deutschland gekommen. Nach dem frühen Tod der Mutter führt sie mit dem unzuverlässigen Vater ein unstetes Leben und landet schließlich in einem katholischen Kloster, wo der Vater sie den Nonnen übergibt.

 

Nach einigen Widerstanden lässt sich Adriana auf eine gemeinsame Suche ein. Sie rollt Sisseles Leben auf, erzählt von jüdischem Leben, von Verfolgung  und den nationalsozialistischen Vernichtungslagern.

Mit hinreißender Tragikomik erzählt Adriana Altaras von den Absurditäten des Theateralltags und ihrer abenteuerlichen Reise mit Sissele, der jüdischen Souffleuse. Sie erzählt mit viel Witz und etlichen Nebenhandlungen von einer unverhofften Familienzusammenführung und davon, wie sich unvergessliche Geschichten des 20. Jahrhunderts mit jenen der Nachgeborenen verbinden.

 

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen.

 

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Adriana Altaras wurde am 06. April 1960 in Zagreb (Kroatien) geboren.

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