Adriana Lisboa Der Sommer der Schmetterlinge

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Inhaltsangabe zu „Der Sommer der Schmetterlinge“ von Adriana Lisboa

Die Unmöglichkeit des Vergessens Ein fesselnder, poetischer Roman über große Gefühle und dunkle Leidenschaften: Nach Jahren treffen sich die beiden ungleichen Schwestern Maria Inês und Clarice wieder, um das Unerklärliche zu klären, das ihr Leben geprägt hat. Die beiden Mädchen wachsen in einem wohlhabenden Elternhaus auf einer Fazenda im Landesinnern des Bundesstaates Rio de Janeiro auf. Ihre Kindheit verläuft scheinbar harmonisch und behütet, tatsächlich aber ist ihre Welt bestimmt von den „verbotenen Dingen“, die man nicht aussprechen darf. Und so teilen Clarice und Maria Inês dunkle Geheimnisse, die jeden ihrer Schritte begleiten. Mit den Jahren verlieren sie sich aus den Augen, die eine lebt als Ärztin in Rio, die andere auf der heimatlichen Fazenda. Erst nach dem Tod der Eltern treffen die Schwestern in einer schicksalhaften Nacht wieder aufeinander und bringen all die unausgesprochenen Wahrheiten endlich ans Licht. „Der Sommer der Schmetterlinge“ erzählt in starken Bildern und mit viel Atmosphäre von Abhängigkeiten und Abgründen in Zeiten der Diktatur und Repression. „Wir haben es mit einer Autorin zu tun, der die Zukunft gehört. Ihr Schreiben verspricht Großes und hat bereits eine Menge davon erreicht.“ José Saramago „Eine mitreißende Geschichte, ein eleganter Stil: Mit Der Sommer der Schmetterlinge gelingt der brasilianischen Schriftstellerin Adriana Lisboa der faszinierendste Roman der Saison.“ ELLE

Eine brasilianische Familiengeschichte voller Schweigen und Wegsehen, Sehnsüchten und Schmerz. Eine alte Geschichte überschattet alles.

— Buchstabenliebhaberin
Buchstabenliebhaberin

Ein Familiendrama, das unglaublich poetisch erzählt wird. Der Schmerz wird greifbar und jeder Satz ist eine Anklage.

— Thala
Thala

Sehr poetisches Familiendrama aus Südamerika in einer Sprache, die nachwirkt.

— Xirxe
Xirxe

Eine bewegende Geschichte, die mich tief berührt hat!

— mabuerele
mabuerele

Verbotene Dinge aus der Vergangenheit, die sie nicht ansprechen dürfen

— Schnuck59
Schnuck59

Melancholische Geschichte über die Schatten der Vergangenheit

— Lilith79
Lilith79

Eine unglaublich mitreißende und tragische Geschichte.

— buecherherzrausch
buecherherzrausch

Ein wahrlich gekonnt komponierter, poetisch geschriebener Roman, der ein schwieriges Thema leise und eindringlich aufnimmt. Unbedingt lesen!

— Barbara62
Barbara62

Ein wunderschöner Schreibstil nimmt gefangen und enthüllt eine tragische Vergangenheit!

— sommerlese
sommerlese

Ein tiefgründiges Buch über eine Kindheit die tragischer nicht sein hätte können.

— claudi-1963
claudi-1963

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    Der Sommer der Schmetterlinge
    Buchstabenliebhaberin

    Buchstabenliebhaberin

    29. October 2016 um 09:41

    Dieses Buch ist melancholisch, er handelt davon, dass das Leben anders verläuft, als es sich die Menschen erträumt und erhofft haben. Quer durch alle Generationen wird spät verliebt und geheiratet, gibt es unnahbare Mütter und Töchter, die darunter leiden. Mütter mit Geheimnissen, Väter mit Geheimnissen. Familientabus, an denen nicht gerührt wird. Es wird gelebt, geliebt und gestorben, Freundschaften brechen auseinander und verändern sich, die Menschen kommen mal besser, mal schlechter mit ihrem Leben zurecht.Über allem lastet ein Fluch, ein altes Geheimnis, dass die beiden Schwestern nicht loslässt. Leider erschlägt dieses Geheimnis, dass doch recht schnell recht offensichtlich ist, die ganze Geschichte.Auch ist mir bis zum Schluss nicht ganz klar, inwiefern sie den weiteren Lebensweg der Schwestern beeinflusst oder beeinträchtigt hat. Auch wurden mir die beiden Schwestern bald langweilig. Uninteressant. Und auch Tomás, der ewig Liebende, hat nicht viel zu bieten. Wobei Figuren, um spannend und faszinierend zu sein, nicht viel bieten müssen. Aber diese sind seltsam "ausgeblichen", nicht greifbar, ich konnte weder Sympathie noch Abneigung entwickeln.Die letzten Seiten hab ich quer gelesen, da ich davon ausging, dass nichts Überraschendes mehr passieren wird. Doch, es passieren noch ein paar Dinge, aber die waren ähnlich voraussehbar und für mich nicht ernsthaft wichtig für die Geschichte.Das Buch ist nicht schlecht geschrieben, es spricht nur mich persönlich leider nicht an.

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  • Wortgewaltiger und zugleich leiser Roman

    Der Sommer der Schmetterlinge
    Thala

    Thala

    03. September 2016 um 11:06

    Dies ist das erste Buch, welches ich von Adriana Lisboa gelesen habe und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte bewegt sich immer wieder zwischen der Vergangenheit und dem Hier und Jetzt, wir verfolgen die beiden Schwestern in ihrem Leben und spüren ihre tiefe Traurigkeit. Clarice, die auf der Fazenda in Rio de Janeiro geblieben ist und sich das Leben nehmen wollte und Maria Ines, die Ärztin geworden ist und mit ihrem Mann Joao Miguel in Rio lebt. Über alldem herrscht das Schweigen und die klebrige Süße eines heißen Sommertages. Was ist das Geheimnis, welches die beiden Schwestern miteinander teilen? Und warum redet nie jemand in dieser Familie? Ich habe mir die Auflösung schon vorher gedacht, aber es ist meisterhaft, wie Lisboa uns zu dieser Auflösung führt. Jeder Satz passt und gleichzeitig ist jeder Satz wie eine Anklage. Die Geschichte hat mich mitgerissen und bekommt daher von mir eine klare Leseempfehlung. Es ist allerdings kein leichter Sommerroman, sondern ein Roman, der nachdenklich stimmt. Also nicht unbedingt als Strandlektüre gedacht.

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  • Poetisch geschriebene Familiengeschichte um ein lang gehütetes Geheimnis

    Der Sommer der Schmetterlinge
    bookgirl

    bookgirl

    15. March 2016 um 15:37

    Inhalt Die Schwestern Maria Ines und Clarice wachsen in einer nach außen hin sorgenfreien Welt auf. Ihre Eltern sind wohlhabend und angesehen, aber unter der perfekten Oberfläche gibt es ungesagtes, was lange verschwiegen wird. Clarice wird Bildhauerin, doch das erlebte wirft sie immer wieder aus der Bahn, sodass sie Drogen nimmt und sich die Pulsadern aufschneidet. Maria Ines wird Ärztin und meidet das Aufeinandertreffen mit ihrer Schwester. Erst nach vielen Jahren finden die zwei zueinander und der Pakt des Schweigens wird gebrochen. Meine Meinung Adriana Lisboa hat einen ungewöhnlich konzipierten Roman geschrieben. In Schleifen und zeitlichen Sprüngen nähert sie sich nach und nach der Enthüllung eines Familiengeheimnisses, welches man als Leser schon länger ahnt, welches mich aber dennoch mit einem beklemmenden Gefühl zurück gelassen hat. Stück für Stück offenbart die Autorin was vor 30 Jahren geschah, als die Mutter entschied, dass Clarice ihr Elternhaus verlassen soll. Mit starken Bildern und einer Thematik, die unter der Haut geht, macht sie so ihre Geschichte zu einem intensiven Leseerlebnis, für welches man jedoch ein wenig Geduld benötigt. Denn anfänglich wusste ich mit dem Buch nicht ganz so viel anzufangen. Es war sperrig und hat mich auf Grund der poetischen Erzählweise nur bedingt angesprochen. Aber nach ein paar Seiten konnte ich mich dem Sog nicht entziehen und muss die Autorin genau für das, was ich zuvor kritisiert habe, loben. Denn nur selten habe ich einen Schreibstil, wie den von Adriana Lisboa erleben dürfen, der sowohl visuelle als auch akustische Eindrücke in dem Text vereint. Dass Adriana Lisboa nicht nur Autorin, sondern auch Musikerin ist, spürt man auf jeder Seite. Fazit "Der Sommer der Schmetterlinge " ist die tragische Geschichte über ein lange verschwiegenes Familiengeheimnis. Anspruchsvoll, außergewöhnlich und bewegend. Empfehlung für ein besonderes Buch, mit einer besonderen Sprache!

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  • Der Sommer der Schmetterlinge

    Der Sommer der Schmetterlinge
    KerstinnI

    KerstinnI

    10. March 2016 um 21:39

    Clarice und Maria Ines sind Schwestern, die offensichtlich eine wohlbehütete Kindheit genießen durften. Dennoch trennen sich ihre Wege und erst Jahre später sollen sich ihre Wege wieder kreuzen. Maria Ines kehrt heim- auch um sich ihrer Vergangenheit zu stellen, denn sie und Clarice verbindet eine dunkle Geschichte. Wir finden uns in Brasilien wieder, in einer gut situierten Familie. Maria Ines ist das quirligere jüngere Mädchen, Clarice ist ehr still und unscheinbar. Beide Frauen werden erwachsen und haben sich sehr unterschiedlich entwickelt. Nach und nach wird der Leser mit ihrer Vergangenheit vertraut, erst ganz zum Schkuss wird das Geheimnis gelüftet. Auch wenn es Schlussendlich für mich nicht überraschend kam. Eher plätschert die Geschichte vor sich hin, mit unbekanntem Ziel, aber ohne einen Showdown in Erwartung kommen zu lassen oder die Spannung zu steigern. Nett ist das Buch nicht, eher verbreitet es eine traurige Grundstimmung. Ich bin nicht richtig begeistert, aber schlecht ist es auch nicht. Ein solides Buch. Nicht mehr und nicht weniger

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  • Buchverlosung zu "Der Sommer der Schmetterlinge" von Adriana Lisboa

    Der Sommer der Schmetterlinge
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    Der Sommer der Schmetterlinge und die Unmöglichkeit des Vergessens Wir verlosen 20 Rezensionsexemplare von Adriana Lisboas Roman "Der Sommer der Schmetterlinge": Adriana Lisboa - Der Sommer der Schmetterlinge Die beiden Schwestern Clarice und Maria Inês wachsen wohlsituiert im brasilianischen Hinterland auf. Auf den ersten Blick verläuft ihre Kindheit harmonisch und behütet, tatsächlich aber teilen die Mädchen dunkle Geheimnisse, die jeden ihrer Schritte begleiten. Viele Jahre später, nach dem Tod der Eltern, treffen sie in einer schicksalhaften Nacht in ihrem Heimatdorf wieder aufeinander und bringen all die unausgesprochenen Wahrheiten endlich ans Licht. „Wir haben es mit einer Autorin zu tun, der die Zukunft gehört. Ihr Schreiben verspricht Großes und hat bereits eine Menge davon erreicht.“ José Saramago „Eine mitreißende Geschichte, ein eleganter Stil: Mit Der Sommer der Schmetterlinge gelingt der brasilianischen Schriftstellerin Adriana Lisboa der faszinierendste Roman der Saison.“ ELLE Zur Leseprobe Mehr Informationen zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/index.php/der-sommer-der-schmetterlinge.html Was ihr tun müsst? Bewerbt euch über den blauen "Jetzt bewerben"-Button, indem ihr folgende Frage beantwortet: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen? Viele Grüße euer Team vom Aufbau Verlag * Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum zeitnahen Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlich haben. ** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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    • 295
  • Voll Poesie und Leid

    Der Sommer der Schmetterlinge
    Xirxe

    Xirxe

    06. March 2016 um 17:28

    Es ist die Geschichte zweier Schwestern aus Brasilien, die völlig unterschiedliche Lebenswege einschlagen, sich aber trotzdem immer noch verbunden fühlen. Nach zehn Jahren steht ein Wiedersehen in ihrem Elternhaus bevor und in einem für europäische Verhältnisse ungewöhnlichen, aber dennoch wundervollen, poetischen Stil erzählt die Autorin über die Kindheit und das Erwachsenwerden dieser beiden Frauen. Klar ist, es gibt Etwas über das in dieser Familie niemand spricht, es herrscht eine Grabesstille im Zuhause der beiden Mädchen. Nur wenige wissen davon und die Geschichte selbst nähert sich diesem Etwas nur allmählich mit vagen Andeutungen, wohingegen seine Auswirkungen überdeutlich beschrieben werden. Alle leiden darunter: die Einen direkt, die Anderen indirekt. Es muss etwas Abscheuliches gewesen sein, doch dieses entsetzlich Unbeschreibliche wird auf eine solch stimmungsvolle und poetische Weise erzählt, dass der Kontrast zwischen Sprache und Erlebtem wohl kaum größer sein könnte. Doch der Roman lebt nicht nur von der wunderbaren Sprache der Autorin. Während es zu Beginn nur selten Hinweise auf das Unaussprechliche gibt, steigen diese mit zunehmender Seitenzahl. Und so rätselte ich mit, was denn geschehen sein könnte und wurde immer ungeduldiger, je näher das Treffen der beiden Schwestern rückte. Obwohl ich wie vermutlich viele Andere auch es schon früher ahnte (zumindest ungefähr), was passiert sein könnte, ist die 'Auflösung' dennoch schockierend - ich konnte das Unglaubliche kaum glauben. Es ist eine Geschichte, wie sie sich auch in unserer Gegend hätte ereignen können, voller Schweigen und Verschlossenheit. Doch durch die bilderreiche Sprache Adriana Lisboas wird schon nach wenigen Seiten klar: Man befindet sich mitten in Südamerika. Weshalb dann nicht die volle Punktzahl? Das Buch ist trotz des traurigen Themas sehr sehr poetisch - für meinen Geschmack etwas zu sehr. Um nicht falsch verstanden zu werden: Nein, das hier ist KEIN Kitsch und drückt nicht auf die Tränendrüse. Doch als durchschnittliche Mitteleuropäerin vertrage ich offenbar nur eine bestimmte Menge an Poesie - und die ist mit diesem Buch auf jeden Fall erreicht ;-)

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  • Beeindruckend und sprachgewaltig

    Der Sommer der Schmetterlinge
    mabuerele

    mabuerele

    „...Ihre Eltern hatten ihnen Schweigen und Heimlichkeit beigebracht. Bestimmte Dinge, Tatsachen, waren nicht benennbar. Nicht einmal denkbar...“ Maria Ines und ihre ältere Schwester Clarice wachsen in einem kleinen Ort in Brasilien auf. Maria Ines genießt ihre unbeschwerte Kindheit, bis im Alter von neun Jahren ihre kleine Welt zerbricht. Sie hat etwas gesehen, was nicht für ihre Augen bestimmt war .Die Wege der Schwestern trennen sich. Viele Jahre sind vergangen. Jetzt ist Maria Ines zusammen mit ihrer Tochter auf den Weg zu ihrer Schwester. Dort aber wartet auch Tomas, ein Maler, für den Maria einst die Frau in Weiß war. Die Autorin hat ein berührendes Buch geschrieben. Die Geschichte lässt sich zügig lesen. Dazu tragen die kurzen Abschnitte bei, die in sich gegliedert sind, und häufig Zeit und Art wechseln. Das verlangt Konzentration. Maria Ines, die jüngere Schwester, war ein lebhaftes Kind, das gern seine Grenzen austestete und viel Phantasie hatte. Clarice gilt als fügsam, zurückhaltend, demütig, wohlerzogen. Die Mutter Otacilias, in einer unglücklichen Ehe gefangen, sah, was geschah und schwieg. Erst als es zu spät war, wurde Clarice zur Tante nach Rio de Janeiro geschickt. So unterschiedlich wie der Charakter, so verschieden waren die Lebenswege der Schwestern. Dunkle Geheimnisse überschatteten die Jahre und bestimmten das Geschehen. Beeindruckend ist der Sprachstil des Buches. Die Autorin versteht das Spiel mit Worten. Metapher reiht sich an Metapher. Häufig werden Aufzählungen von Vergleichen gewählt. Kurze Sätze, markante Wortgruppen wirken eindringlich und machen nachdenklich. Die Gespräche sind leise, kurz, behutsam, mehr verschweigend als aussprechend. Manche Aussagen kehren mehrmals wieder und erhalten dadurch eine besondere Bedeutung für das Geschehen. Nur an einer Stelle werden Beziehungen zur politischen Situation erwähnt. Das gibt dem Ganzen eine weiteren bedrückenden Aspekt. Über aller aber erscheint häufig das Bild der unbeschwerten Kindheit, wo es einen Hügel gab und bunte Schmetterlinge ins Tal schwebten. Die entscheidenden Szenen des Buches finden auf diesen Hügel statt. Der Autorin gelingt es, in die Tiefe der Psyche ihrer Protagonisten einzudringen. Angst und Schmerz, Hass und Verlorenheit durchziehen die Geschichte. Wie obiges Zitat zeigt, durchzieht das Schweigen die Jahre des Lebens. Das ist auch für die Männer an der Seite der Schwestern nicht einfach. Doch auch sie schweigen und akzeptieren, was geschieht. Und da ist der Vater, ein Vater, der Angst vor seinem Kind hat, der die Schuld im Alkohol ertränkt und ihr Ausmaß nicht begreift. Das Cover mit den beiden Mädchen passt zum Thema. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es hat auf überzeugende und eindringliche Weise dargestellt, wie schnell ein Leben zerbrechen kann und wie schwer es ist, die Verletzungen der Vergangenheit zu überwinden.

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    • 6
  • Eine tragische Familiengeschichte

    Der Sommer der Schmetterlinge
    Schnuck59

    Schnuck59

    28. February 2016 um 14:43

    In ihrem Roman „Der Sommer der Schmetterlinge“ schreibt die brasilianische Autorin Adriana Lisboa die Geschichte zweier Schwestern, die unausgesprochene Wahrheiten verbirgt.  Cover und Titel könnten auch auf einen leichten Sommerroman hinweisen. Hier geht es aber um dunkle Geheimnisse, verbotene Dinge aus der Vergangenheit der Schwestern Clarice und Maria Inês, die wohlbehütet in einem wohlsituierten Elternhaus im Landesinneren des Bundesstaates Rio de Janeiro aufgewachsen sind.   Diese eher düstere Familiengeschichte wird nicht chronologisch sondern mit vielen Zeitsprüngen erzählt. Adriana Lisboa hat viele sehr kurze Sätze und Wiederholungen eingebaut. Dies ergibt für mich keinen flüssigen Schreibstil. Eine eher düstere Grundstimmung entsteht. Verbote, Geheimnisse und Schweigen spielen eine große Rolle. Im Gegensatz dazu gibt es einige fast schon poetische geschriebene Abschnitte. „Die Zeit steht still, aber die Lebewesen leben weiter.“ Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und das Ausmaß der psychischen Folgen des Familiendramas ist nachvollziehbar. Die Symbolik der oft angesprochenen Schmetterlinge interpretiere ich als Sinnbild für die Seele.  Mich haben der Schreibstil und die Ausarbeitung des sensiblen Themas in diesem Roman nicht angesprochen.

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  • Die Schatten der Vergangenheit

    Der Sommer der Schmetterlinge
    Arizona

    Arizona

    25. February 2016 um 21:27

    Die beiden Schwestern Clarice und Maria Ines leben mit ihren Eltern in einem ländlichen Teil von Brasilien. Doch ihre Kindheit ist überschattet von einem Übergriff auf Clarice, der im Roman jedoch zunächst im Dunklen bleibt, es gibt nur zarte Andeutungen auf die ungeheurliche Tat. Jedoch hängen dicke Wolken über der Familie, die Mutter zieht sich mehr und mehr zurück, und die Mädchen leiden still unter den Vorkommnissen. Die ältere Schwester Clarice wird dann von der Mutter auf ein Gymnasium nach Rio de Janeiro geschickt, wo sie bei ihrer Tante wohnen kann. Maria Ines tirfft sich viel mit ihrem Cousin Joao Miguel, der seine Urlaube bei ihnen auf dem Land verbringt, die beiden freunden sich mehr und mehr an und werden schließlich ein Paar. Clarice kommt später zurück und heiratet den Nachbarsohn. Maria Ines geht indessen nach Rio, um dort Medizin zu studieren und wohnt auch bei ihrer Tante. Dort lernt sie den benachbarten Maler Tomas kennen und die beiden beginnen eine Affäre. Das Buch beginnt damit, dass Clarice und Tomas im alten Elternhaus auf die Rückkehr von Maria Ines warten, die sie schon seit vielen Jahren nicht mehr gesehen. Tomas scheint ein Einzelgänger zu sein, der sich von allem zurückgezogen hat. Die geschiedene Clarice hat einen gescheiterten Selbstmordversuch hinter sich. Die Stimmung ist also nicht gerade sehr rosig. Erinnerungen an Maria Ines, als Schwester von Clarice, als Geliebte von Tomas ziehen herauf. So werden zwischen diese Warteszenen immer wieder die Geschehnisse aus der Vergangenheit aufgerollt, zum einen die Kindheit von Maria und Clarice, zum andern auch die Szenen als junge Frauen, der Tod ihrer Eltern etc. Und über allem liegt der dunkle Schatten der Vergangenheit mit der Tat, von der der Leser aber nur erahnen kann was genau dort vorgefallen ist.  Die Sprache ist für meine Begriffe zwar schön, aber auch sehr schwergängig, die Autorin erzählt sehr blumig und ausschweifend. Für mich kam leider kein richtiger Lesefluss in Gang. Obwohl mich die Geschichte an sich schon interessiert hat konnte ich kaum mal mehr als 20 Seiten am Stück lesen, das war insgesamt sehr mühselig. Es gab auch viele Wiederholungen, die Schlüsselszenen tauchten immer mal wieder auf, das war etwas langweilig. Die Stimmung ist sehr düster, es gibt eigentlich überall nur Eheprobleme. Die Vergangenheit und Gegenwart sind sehr verwoben und folgen teils in enger Folge aufeinander, nicht in einzelnen Kapiteln, sondern es gibt Sprünge von Absatz zu Absatz, was manchmal etwas verwirrend war. 

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  • Schatten der Vergangenheit

    Der Sommer der Schmetterlinge
    buchfeemelanie

    buchfeemelanie

    21. February 2016 um 14:21

    Der Schreibstil ist gut. Ich bin auch ganz gut in das Buch hineingekommen. Besonders das Leben in Brasilien wurde sehr bildhaft beschrieben, sodass bei mir als Leserin ein bisschen das Gefühl aufkam, dass ich schon mal dort war. Die beiden Schwestern sind sehr unterschiedlich  in ihrer Art. Trotzdem kann man beide mögen. Das Buch ist einerseits ein zartes und poetisches Buch. Andererseits spürt man solch eine Sehnsucht und Schuld. Ich persönlich empfand es oft als traurig. Ich habe  mir beim Lesen des Öfteren die Frage gestellt, wie die Leben wohl verlaufen wären, und hätte es nicht diesen Bruch gegeben. An manchen Stellen war es dann ein bisschen langatmig. Generell ist dies ein Buch für mich gewesen, für das  ich ein wenig Zeit zum lesen brauchte.

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  • Der Sommer der Schmetterlinge

    Der Sommer der Schmetterlinge
    Booky-72

    Booky-72

    20. February 2016 um 18:14

    Zwei Schwestern mit einem Geheimnis, das tief in ihrer Kindheit begründet ist. Eigentlich leben sie in einer harmonischen Familie. Sie haben eine schöne Kindheit, bis zu dem Tag, als Clarice nach Rio de Janeiro geschickt wird. Doch was ist der Grund? Was soll verschwiegen werden? Erst nach dem Tod der Eltern treffen sich die beiden Mädchen wieder und können ihre Erlebnisse aufarbeiten. Die Schmetterlinge vom Titel haben im Roman eine sehr wichtige Rolle übernommen, die mich beim Lesen sehr gerührt hat. Ein wundervoller Roman  mit so viel Gefühl, der mich gefesselt hat. 4 Sterne.

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  • Missbrauch und seine Folgen

    Der Sommer der Schmetterlinge
    buecherwurm1310

    buecherwurm1310

    20. February 2016 um 14:23

    Die ungleichen Schwestern Clarice und Maria Inês erleben in den 50er Jahren eine scheinbar behütete und schöne Kindheit. Doch es gibt Dinge, über die nicht geredet werden darf. So bewahren sie das dunkle Geheimnis, das immer Einfluss auf ihr Leben hat. Nach mehr als zwanzig Jahren treffen sie sich wieder auf der Fazenda im Hinterland Rio de Janeiros, wo sie aufwuchsen. Erst jetzt, nach so vielen Jahren und nach dem Tod der Eltern, kommt das zur Sprache, was damals geschah. Da der Schreibstil sehr bildhaft und poetisch, manches Mal sogar langatmig ist, habe ich mich anfangs schwer getan beim Lesen dieses Buches. Diese tragische Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Das Leben auf der Fazenda und die schöne Umgebung wurden sehr gut beschrieben. Clarice ist die ältere der beiden Schwestern. Sie ist brav und daher beliebter als die rebellische Maria Inês. Clarice wird während ihrer Pubertät vergewaltigt. Das hinterlässt natürlich Spuren. Sie wird dann von der Familie als Verrückt angesehen, denn Depressionen und Selbstmordversuche erfordern psychiatrische Behandlungen. Aber auch Maria Inés, die damals alles beobachtet hat, leidet noch, denn das, was sie sah, konnte sie sich nicht von der Seele reden. Es hat sie zu einem misstrauischen Menschen gemacht, der sich vor anderen zurückzieht. Keiner der Charaktere kam mir wirklich nah, obwohl die Geschichte nach Mitgefühl und Empathie schrie. , denn das Innere der Schwestern blieb mir verschlossen. Nachdem nun das Unaussprechbare endlich angesprochen wurde, scheint es möglich, dass sich die Schwestern nach langer Zeit einander annähern. Ein Roman über ein brisantes Thema, der mich aber nicht so ganz packen konnte.

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  • Die Unmöglichkeit des Vergessens

    Der Sommer der Schmetterlinge
    buecherherzrausch

    buecherherzrausch

    Der Roman "Der Sommer der Schmetterlinge" von Adriana Lisboa wurde mit dem Premio José Saramago (bedeutender portugiesischer Literaturpreis) ausgezeichnet und thematisiert das Leben der beiden Schwestern Clarice und Maria Ines, deren Vergangenheit durch dunkle Geheimnisse geprägt ist, die sich wie Schatten an ihre Zukunft ketteten und dann in einer schicksalhaften Nacht entfesselt wurden. "In die Nacht getaucht, erschienen die Bäume wie große, verschlafene Geister, sie schwanken und schlingerten, vielleicht, weil ein schwacher Wind blies, [...] oder aber die Nacht verlieh ihnen besondere Fähigkeiten. Zwischen den Zweigen leuchteten Glühwürmchen auf und weit, weit dahinter unzählige Sterne" (S. 28). Für diesen Roman muss man sich Zeit nehmen, jede einzelne Zeile bewusst erleben und verstehen. Ein unglaublich poetischer Stil zeichnet die Autorin aus. Wie ein Schmetterling wird man durch die Zeichen der Zeit getragen und lernt zwei Schwestern kennen, deren traumatischen Erlebnisse in der Kindheit die gesamte Zukunft beeinflussen. Die Autorin erläutert unglaublich mitreißend und mit beeindruckender Sprache die innere Zerrissenheit und die seelischen Narben ihrer Protagonisten. Nach dem Tod der Eltern kommen die unausgesprochenen Wahrheiten endlich ans Licht und zeigen einen Weg auf, die Schatten der Vergangenheit hinter sich zu lassen. Dieser Roman fesselte mich von Anfang an, aber ich habe einige Zeit benötigt, die Geschichte zu lesen - mich auf dieses schwierige Thema einzulassen, die innere Zerrissenheit zu spüren und in die Seele der Protagonisten zu blicken. Es war keine einfache Reise, auf die mich die Autorin mitgenommen hat. Eine Reise voller Tragik und großen Gefühlen, mit Abgründen und Abhängigkeiten - eine Reise, die einen nachdenklich zurücklässt. Fazit: Eine unglaublich mitreißende und tragische Geschichte.

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    • 3
    buecherherzrausch

    buecherherzrausch

    16. February 2016 um 10:33
  • zwei brasilianische Schwestern

    Der Sommer der Schmetterlinge
    irismaria

    irismaria

    14. February 2016 um 16:18

    In Adriana Lisboas Roman "Der Sommer der Schmetterlinge" geht es um die beiden Schwestern Clarice und Maria Inês. Sie gehören einer wohlhabenden brasilianischen Familie an, verleben ihre Kindheit im brasilianischen Hinterland und gehen als Jugendliche zum Studium zu einer Tante nach Rio. Das Buch erzählt ihre Lebensgeschichte voller Melancholie und Erinnerungen an vergangene Tage. Gut gefallen haben mir die Beschreibungen des Lebens und der Natur auf der Fazienda, die den Charakter des Landes widerspiegeln. Die Geschichte selbst war mir allerdings etwas langatmig erzählt. Manche belanglosen Szenen wurden wieder und wieder aufgegriffen, während wichtige Ereignisse nur am Rande erwähnt wurden. Die Thematik mit dem dunklen Geheimnis fand ich auch nicht so gelungen umgesetzt.

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  • Melancholische Geschichte über die Schatten der Vergangenheit

    Der Sommer der Schmetterlinge
    Lilith79

    Lilith79

    09. February 2016 um 07:22

    Der Roman"Der Sommer der Schmetterlinge" erzählt vom Leben der beiden brasilianischen Schwestern Clarice und Maria Ines, die im brasilianischen Hinterland auf den ersten Blick recht wohlbehütet in einer gut situierten Familie aufwachsen. Clarice, die Ältere ist brav, wohlerzogen, beliebt, gefällig, ihre Schwester Maria Ines hingehen wild, rebellisch und verspielt. Der Roman erzählt nicht chronologisch und in Rückblenden von der Entwicklung der beiden Schwestern, von ihrer Kindheit, ihrer Jugend und ihrem Zusammentreffen nach vielen Jahrzehnten, in denen sie sich nicht gesehen haben. Recht schnell wird klar, dass das ganze Leben beider Schwestern und ihre Entscheidungen stark von Geschehnissen ihrer Kindheit beeinflusst wurden und dass die Vergangenheit einen Schatten über ihr Leben und auch das Leben aller anderen in ihrem Umfeld wirft. "Der Sommer der Schmetterlinge" ist ein sehr ruhiges Buch, es fließt die meiste Zeit ohne große Geschehnisse dahin (was aber irgendwie auch nur ein Lesegefühl ist, das sich einstellt, denn objektiv betrachtet passiert in der Handlung eigentlich doch sehr viel), in einem poetischen melancholischen Ton, der einen direkt in die Welt der Schwestern und das Brasilien der Gegenwart und der Vergangenheit ersetzt. Insgesamt schafft es das Buch trotz dramatischer Ereignisse und starker Gefühle den Eindruck zu erwecken, als wäre alles irgendwie träge und im Fluss, es ist irgendwie ein romantisches Buch über unromantische Ereignisse und dieser Gegensatz hat mir sehr gut gefallen. Gewonnen wird dieser Eindruck denke ich vor allem dadurch, dass sich fast alles im Buch rein in den Köpfen und in der Gefühlswelt der beiden Schwestern abspielt. Trotzdem hätte mir etwas mehr Straffung und ein bisschen mehr Dynamik glaube ich noch etwas besser gefallen.

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