Adrienne Friedlaender

 4.6 Sterne bei 7 Bewertungen

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Willkommen bei den Friedlaenders!

 (7)
Erscheint am 18.02.2019 als Taschenbuch bei Blanvalet.

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Rezension zu "Willkommen bei den Friedlaenders!" von Adrienne Friedlaender

Perfekte Mischung zwischen Ernsthaftigkeit und Humor
Azaleevor 8 Monaten

Adrienne Friedlaender beschreibt in ihrem Buch Willkommen bei den Friedlaenders ihre Erlebnisse mit dem Flüchtling Moaaz, der 2015 nach Deutschland gekommen ist. Sie und ihre vier Söhne nehmen Moaaz bei sich auf und holen ihn so aus der Erstaufnahmeeinrichtung heraus.
Adrienne Friedlaender widmet sich dem Thema mit einer gelungenen Mischung zwischen Humor und Ernsthaftigkeit und hat einen ruhigen Schreibstil. Es wird deutlich, dass das Zusammenleben ganz anders ist als sie es erwartet hat und für alle Beteiligten zum Teil sehr chaotisch ist - etwa dann wenn unterschiedliche Vorstellungen von Pünktlichkeit aufeinanderprallen. Zugleich wird sie an anderen Stellen wieder ernst, etwa wenn es um das Schicksal von Moaaz Familie geht, das exemplarisch für tausende andere in Syrien steht.
Zugleich ist das Buch sehr reflektiert und sie denkt auch über ihr eigenes Verhalten nach. So wird ihr bei einer Reise nach Katar bewusst, wie Moaaz sich in Deutschland fühlen muss. Gerade dadurch kann das Buch ein Denkanstoß für alle sein und ist ein gutes Beispiel für interkulturelle Begegnungen.

Anekdotisch erzählt sie einige Erlebnisse aus dem Zusammenleben mit Moaaz und ihrer Familie. Sie beschreibt den ganz normalen Alltag, den sie alle durch die neue Situation erleben. Zugleich ist sie nicht moralisch wertend oder stellt sich in eine überhöhte Position, sondern ist sich durchaus bewusst, dass auch ihr Verhalten nicht immer perfekt ist. Gerade dadurch wird das Buch aber authentisch.


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Osillas avatar

Rezension zu "Willkommen bei den Friedlaenders!" von Adrienne Friedlaender

Keine Angst vor Flüchtlingen!
Osillavor einem Jahr

"Willkommen bei den Friedlaenders!"ist ein Buch, welches zeigt, wie gut Integration funktionieren kann und dass man weder Angst vor Flüchtlingen haben muss, noch Vorurteile verbreiten sollte.

Adrienne Friedlaender (geboren 1962) ist Journalistin. Sie schreibt Artikel für Tageszeitungen, Magazine und Online-Medien. Sie hat vier Kinder im Alter von neun bis 21 Jahren. Drei von ihnen leben noch in ihrem Haushalt. 2016 nahm sie einen Flüchtling bei sich auf, der ihr inzwischen zum fünften Sohn geworden ist.

„Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind großzuziehen!“ (Seite 199) – afrikanische Weisheit

Ganz spontan entscheidet sich Adrienne Friedlaender nach Absprache mit ihren Söhnen, einen Flüchtling bei sich zu Hause aufzunehmen. Die Medien berichten über die vielen Flüchtlinge, die in unser Land kommen, um endlich in Sicherheit leben zu können. Keiner scheint so richtig zu wissen, wohin mit diesen Menschen. Wieso also nicht einen Flüchtling bei sich zu Hause aufnehmen? Der 22-jährige Moaaz aus Syrien zieht bei den Friedlaenders in eine eher chaotisch anmutende Familie ein. Die Autorin erzählt mit Witz und dem nötigen Ernst, was sie in jener Zeit erlebt hat. Sie erzähl von Ängsten, Vorurteilen aber auch von Freude und vielen bewegenden Erlebnissen. Integration kann ganz einfach sein, wenn man sich öffnet und ohne Vorurteile an die Menschen herantritt.

„Wer unter Höhenangst leidet, soll auf einen Turm klettern, wer Angst vor dem Fliegen hat, soll ein Flugzeug besteigen, wer Angst vor Hunden hat, soll sich ihnen immer wieder nähern. So funktioniert die Verhaltenstherapie. Wer also Angst vor Flüchtlingen und fremden Kulturen hat – der sollte den Kontakt suchen.“ (Seite 145)

Locker und leicht erzählt die Autorin von ihren Erfahrungen mit ihrem Ziehsohn Moaaz. Viele Anekdoten aus dem täglichen Leben beschreibt sie humorvoll und mit dem nötigen Respekt. Auch die Eigenkritik kommt nicht zu kurz, denn wir alle haben unsere Vorurteile und Fehler. Adrienne Friedlaender stellt sich viele Fragen, die wohl auch den meisten anderen Deutschen durch den Kopf gehen. Kann ein Miteinander funktionieren, wenn zwei völlig unterschiedliche Kulturen aufeinander treffen? Wie ist das Frauenbild in Syrien, wie ist es bei uns? Gibt es wirklich so viele Unterschiede zwischen uns? Wo muss ich mich ändern und Rücksicht nehmen und ab wann muss ein Flüchtling sich an unsere Kultur anpassen? Sie schreibt von Missverständnissen, Unterschieden, aber auch vielen Gemeinsamkeiten. Zwei syrische Rezepte sind zu finden und ein Textauszug in arabischer Schrift mit Übersetzung.
Es war sehr spannend die Erfahrungen der Autorin zu lesen und mehr über das Frauenbild im Islam zu erfahren. Denn es ist eben nicht überall so, dass die Frau untergeordnet ist und sich verhüllen muss. Es gibt auch sehr erfolgreiche Frauen, die Achtung erfahren. Und in der Gesellschaft hat das Alter (und damit die Weisheit von Mann und Frau) einen hohen Stellenwert. Da wird viel höflicher miteinander umgegangen, als es bei uns oftmals der Fall ist. Vielleicht sollte man sich da einmal ein Stückchen abschneiden. So kann man auch viel durch das Zusammenleben mit fremden Kulturen lernen und seinen Horizont erweitern.

Ich hätte gerne noch mehr von Moaaz Seite erfahren. Welche Ängste musste er durchleben? Wie war es für ihn, in eine völlig fremde Familie aufgenommen zu werden? Was ist mit seiner Familie in Syrien, kann er von Deutschland auf regelmäßig Kontakt aufnehmen? Aber das ist wohl eine Geschichte für sich.
Die Autorin räumt in ihrem Buch "Willkommen bei den Friedlaenders!" mit Vorurteilen auf und zeigt wie groß die Willkommensgesellschaft doch ist und wie mit kleineren Hilfestellungen von außerhalb das Leben so einfach sein kann.

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kassandra1010s avatar

Rezension zu "Willkommen bei den Friedlaenders!" von Adrienne Friedlaender

Gelebte Integration!
kassandra1010vor einem Jahr

Die freie Journalistin Adrienne Friedlaender nimmt ohne lange zu zögern aus der Hamburger Erstaufnahme den syrischen Flüchtling Moaaz bei sich auf.

Als ob der Alltag mit vier Kindern, einer 90-jährigen Großmutter, einem senilen Kater und einem neurotischen Hund nicht schon anstrengend genug wäre, beschließt der Familienrat sich dennoch für eine Aufnahme.

Mit Moaaz tritt eine völlig andere Kultur in ihr gemeinsames Leben. Die deutsche Kultur und das Leben als freier Mensch mit einem Zuhause muss erst gelernt werden.

Die Friedlaenders stolpern über Sprachbarrieren, Kulturunterschiede und über die Zeit.

Die Willkommenskultur wird gelebt und man erhält als Leser auch einen Einblick in den normalen Alltag, der bei Flüchtlingen aus Warten, Schlafen und der Sehnsucht nach der Heimat und der fernen Familie besteht.

Dankbar und offen erleben wir die hautnahe Integration und das Flüggewerden eines Menschen, dem man ein kleines Stückchen Heimat und ein Teil seines Herzens geboten hat, und mit Geduld sowie dem Mut, auch mal einen realistischen Blick in andere Kulturen zu werfen.

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