Das unvollendete Bildnis

von Agatha Christie 
4,1 Sterne bei76 Bewertungen
Das unvollendete Bildnis
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Fernweh_nach_Zamoniens avatar

Reise in die Vergangenheit - Poirot sucht fünf Zeitzeugen auf, um einen alten Mordfall aufzurollen: spannend mit überraschendem Ende

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dieses Mal in seiner Auflösung zwar nicht überraschend - dennoch sehr unterhaltend

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Inhaltsangabe zu "Das unvollendete Bildnis"

Seine Malerei und seine Leidenschaft für die Frauen haben Amyas Crale berühmt gemacht, sein Tod hingegen war eher unrühmlich. Vor sechzehn Jahren wurde seine Frau zu lebenslänglicher Haft verurteilt, weil sie ihn vergiftet hatte. Carla, die Tochter der Crales, ist immer noch von der Unschuld ihrer Mutter überzeugt. Sie fordert Hercule Poirot auf, den Fall erneut zu untersuchen: Er soll den Namen ihrer Mutter reinwaschen und herausfinden, was damals wirklich geschah, als Amyas Crale das Bildnis seiner Geliebten unvollendet lassen musste.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596175840
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:220 Seiten
Verlag:Fischer Taschenbuch
Erscheinungsdatum:20.06.2007

Rezensionen und Bewertungen

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    Daniel89s avatar
    Daniel89vor 4 Monaten
    Eine Familientragödie als Krimi

    Worum geht es in "Das unvollendete Bildnis";

    Carla Lemarchant sucht Herrn Hercule Poirot auf, weil sie heiraten möchte, aber bevor sie das kann, muss sie mit ihrer Vergangenheit abschließen. Ihre Mutter wurde wegen der Ermordung ihres Ehemannes zur Haftstrafe verurteilt, in dessen Verlauf sie starb.
    Nun möchte Carla wissen, was damals wirklich geschah.
    Poirot befragt die Anwälte und schließlich die Fünf "Zeugen" des Mordes.
    Jeder hat ein wichtiges Puzzleteil zur Lösung des Rätzels und schließlich gibt es noch ein Gemälde, das unbedingt begutachtet werden muss.


    Meine Meinung;

    Die Geschichte fand ich großartig.
    Am ende war ich einfach traurig, weil Caroline Crale (Mutter von Carla) mit einer bestimmten Gewissheit starb.
    Die Geschichte wurde, für mich, sehr überraschend aufgelöst. Ich habe alle beteiligten verstanden und warum die Geschichte so endete, wie sie geendet hat.

    Etwas verwirrt hat mich das ändern des Titels, besonders weil im Laufe des Buches auf den Originaltitel Anspielungen gemacht wurden.

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    annluvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: dieses Mal in seiner Auflösung zwar nicht überraschend - dennoch sehr unterhaltend
    Die eifersüchtige Ehefrau

    „Entschuldigen Sie meine Offenheit, aber ich brauche... den besten Mann.“ „Dann können Sie schon beruhigt sein – ich bin der beste Mann.“


    Vor sechzehn Jahren hat Caroline Crale ihren Mann umgebracht. Zumindest sagen das die Polizeiakten und die Öffentlichkeit. Nur ihre Tochter will das nicht glauben und heuert Hercule Poirot an um die Unschuld ihrer Mutter zu beweisen. Wenn aber nicht sie den Maler vergiftet hat, kommt nur einer der fünf anderen Anwesenden in Frage. So gräbt Poirot in der Vergangenheit.



    Die Geschichte ist in drei Teile geteilt. Den Ermittlungen, die sich auf Gespräche mit den damals Beteiligten reduzieren, folgen Berichte des Mordtages, die die fünf geschrieben haben um am Ende eine Auflösung zu bringen. Hercule Poirot entspricht in seiner Arbeit als Detektiv nicht den tatkräftigen Helden, hält sich eher im Hintergrund und lässt die anderen berichten. Seine Erkenntnisse basieren auf psychologische Profile, sodass nicht die Tat und Beweise, sondern die Persönlichkeiten sowohl des Opfers als auch aller Anwesender im Vordergrund stehen. Dadurch gelingt es ihm den Fall zu lösen.


    Wie immer ist es Agatha Christe gelungen einen flüssig zu lesenden Krimi zu schreiben. Obwohl die Handlung an sich nicht spannend ist – schließlich besteht sie hauptsächlich aus Gesprächen – konnte mich die Geschichte bei der Stange halten. Die Erkenntnisse wurden zwar langsam gewonnen, die unterschiedlichen Ansichten ein und derselben Situation empfand ich aber als ebenso aufschlussreich, wie der Detektiv. Zwar ist es dieser Geschichte nicht gelungen mich mit der Auflösung zu überraschen, nichtsdestotrotz empfand ich sie als sehr unterhaltend.

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    HonestMagpies avatar
    HonestMagpievor einem Jahr
    Kurzmeinung: Kurzweilig, unterhaltsam, ohne Schnörkel auf den Punkt gebracht. Ein hervorragender Krimi!
    Ein toller Krimi - kurzweilig und unterhaltsam!

    Es ist erstaunlich wie Agatha Christie es schafft, mit simplen Mitteln einen hervorragenden Krimi zu konstruieren.

    Die Handlung ist schnell erklärt: Carla Lemarchant möchte vor ihrer Hochzeit Klarheit über die Ereignisse vor 16 Jahren, als ihre Mutter für dem Mord ihres Mannes angeklagt und verurteilt wurde. Poirot spricht mit den Beteiligten, um das Geschehen zu rekonstruieren.

    Man steigt gleich in die unmittelbare Handlung ein, als Carla Poirot aufsucht und ihn mit der Aufklärung des Falles beauftragt (das alles passiert im Prolog auf wenigen Seiten). Danach geht es ohne Umschweife zu den Befragungen der beteiligten Personen des lange zurückliegenden Falls. Das nimmt 10 kurze Kapitel in Anspruch. Danach bittet Poirot die Zeugen zusammenzukommen und löst den Fall. Ganz simpel.

    Das Tempo ist schnell, es gibt keine unnötigen Schnörkel oder Beschreibungen, keine Nebenhandlungen etc. – in jedem Kapitel befragt Poirot einen anderen Zeugen ohne großes Gerede, auf den Punkt gebracht. Somit besteht ein Großteil des Buchs aus Dialogen bzw. Monologen, was das Lesen sehr kurzweilig macht.

    Obwohl die Zeugenaussagen sehr nüchtern und sachlich aufgeführt werden, schafft es Christie trotzdem ein lebendiges Bild der Handlung und der Personen zu erschaffen. Schreibstil und Aufbau des Romans glänzen durch ihre Schlichtheit und Direktheit und es entsteht eine gespannte Erwartung beim Lesen.

    Ich dachte anfangs, dass es doch sehr vorhersehbar ist, wer der Mörder ist, weil so viele subtile Hinweise gestreut wurden. Doch am Ende musste ich feststellen, dass ich mit meiner Vermutung knapp danebenlag. Insofern kann ich das auch nicht als Kritik angeben.

    Da der Text sich überwiegend auf Dialoge und Sachverhalte stützt, wirkt der hier verwendete auktoriale Erzählstil, den Agatha Christie übrigens sehr gut beherrscht, sehr stimmig, sodass er weder aufdringlich noch verwirrend ist.


    FAZIT:
    „Das unvollendete Bildnis“ ist rückblickend betrachtet eine sehr tragische Geschichte! Das Ende hat mich jedenfalls ein wenig traurig gestimmt. Zur Umsetzung kann ich nur sagen: weniger ist manchmal mehr! Agatha Christie ergeht sich nicht in unnötigem Drumherum, sie bringt die Handlung auf den Punkt und das ist zur Abwechslung mal richtig schön zu lesen!

    An alle, die klassische Krimis mögen (oder es gerne mal ausprobieren wollen), kann ich dieses Buch bzw. alle Bücher der Autorin wärmstens empfehlen!

    >> http://honest-magpie.blogspot.de/2017/10/rezension-das-unvollendete-bildnis.html

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    Notizheftes avatar
    Notizheftevor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Mordfall, der vor sechzehn Jahren geschah, soll aufgeklärt werden.
    Queen of Crime: forever young?

    Der Atlantik-Verlag brachte 2015 aus Anlaß des 125. Geburtstags von Agatha Christie eine Reihe ihrer Kriminalromane in neuer Übersetzung heraus. Ich erhielt ein Exemplar des klassischen Hercule-Poirot-Romans »Das unvollendete Bildnis« zugeschickt. Da ich in einer frühen Phase meines Leselebens alle Romane von Agatha Christie gelesen habe, konnte ich mein altes Taschenbuch aus dem Regal ziehen und danebenlegen. Mehr zum Vergleich der Übersetzungen siehe am Ende der Besprechung.

    Ein Mordfall, der vor sechzehn Jahren geschah, soll aufgeklärt werden. Die Tochter der als Täterin Verurteilten ist volljährig geworden und will mit der Gewißheit in ihr Erwachsenenleben treten, daß ihre Mutter unschuldig war.

    Hier sind Opfer, Täter, Verdächtige und Detektiv nicht zusammen an einem Ort, sondern der Detektiv rekonstruiert das längst vergangenen Geschehen nur durch Gespräche mit den damals Beteiligten, die ihm überdies schriftliche Zusammenfassungen liefern, und fügt aus den solcherart erhaltenen Informationen, die auch der Leser sämtlich kennt, die Lösung zusammen. Die Frage ist stets, ob man die Hinweise richtig zu deuten versteht und als Leser mit dem Detektiv Schritt halten kann.

    Die komplette Besprechung gibt es unter: https://notizhefte.com/2016/04/27/queen-of-crime-forever-young/

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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 3 Jahren
    Mord - rückblickend betrachtet

    In kaum einer anderen Phase ihrer langen Karriere als Schriftstellerin war die „Queen of Crime“, Agatha Christie, derart produktiv wie während der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Allein zehn ihrer Werke erschienen in den 40er Jahren, darunter vier aus der Reihe um den Meisterdetektiv Hercule Poirot. Einer davon ist „Das unvollendete Bildnis“. Ein Titel, welcher insofern bemerkenswert ist, weil Christie hier zu den Wurzeln des klassischen britischen Kriminalromans zurückkehrt und die Tradition des Armchair-Detectives fortführt, der keinerlei Notwendigkeit darin sieht, den Schauplatz des Verbrechens zu betreten oder gar das wohlige Wohnzimmer zu verlassen und rein anhand der vorliegenden Fakten und mithilfe der Aussagen der Beteiligten in der Lage ist, den Fall zu lösen. Auch wenn sich der kleine Belgier im vorliegenden Buch dann doch etwas mehr bewegen muss, sieht er doch keinerlei Sinn darin, sich „zu bücken, um Fußabdrücke zu messen oder Zigarettenstummel aufzulesen oder niedergetretenes Gras zu studieren".

    „Das unvollendete Bildnis“ (in Großbritannien als „Five Little Pigs“, in den USA als „Murder in Retrospect“ erschienen) zeigt deutlich auf, dass sich die Zeit des „Golden Age“ der Kriminalromane Mitte der vierziger Jahre langsam aber sicher dem Ende zuneigt. Der Plot wirkt inzwischen wie das Relikt einer vergangenen Epoche, die Erzählung – im Kontext zu den Schrecknissen des Krieges und dem aufstrebenden Hardboiled auf der anderen Seite des Atlantiks – einfach nicht mehr zeitgemäß. Christies Versuch, nochmal in Sherlock Holmes' Fußstapfen zu wandeln, ist dabei auch das Spiegelbild eines aufkommenden Überdrusses bezüglich ihrer Schöpfung Poirot, welche zwar zum damaligen Zeitpunkt noch den Großteil ihres Einkommens sicherte, aber auch einen Mühlstein verkörperte, den abzulegen sie genauso wenig in der Lage war, wie Sir Arthur Conan Doyle seinen Helden, der selbst einen tiefen Sturz in die Wässer des Reichenbachfalls überleben „musste“, um den Unmut seines Lesepublikums zu besänftigen. Geforderte Auftragsliteratur und Kreativität – das geht selten und äußerst schwer Hand in Hand, wenngleich man im Fall von „Das unvollendete Bildnis“ auch vorab betonen muss: Selbst eine etwas schwächere Agatha Christie ist die aufgebrachte Lesezeit durchaus immer noch wert.

    Kurz zum Inhalt: Seine Malerei und seine Leidenschaft für die Frauen haben Amyas Crale berühmt gemacht, sein Tod hingegen war eher unrühmlich. Vor sechzehn Jahren wurde seine Frau wegen Giftmordes an ihm zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Der Fall schien anhand der Beweislage klar, selbst der damalige Verteidiger sah keine Chance, das Urteil anzufechten. Die notorische Untreue ihres Gatten trieb dem Gericht nach Caroline Crale zu ihrer Tat. Fünf Zeugen stützten diese Ansicht, wobei einige sogar Sympathie für die gedemütigte Ehefrau aufbrachten, andere wiederum den Mord als logische Konsequenz ihres rachsüchtigen, kalten Wesens titulierten. Zur Überraschung aller Anwesenden fügte sich Caroline Crale vor Gericht widerstandslos in ihr Schicksal. Mehr noch: Schon nach kurzer Zeit in Haft beging sie im Zuchthaus Selbstmord.

    Inzwischen ist die damals fünfjährige Tochter Carla volljährig und erhält zu ihrem Geburtstag nicht nur das Verfügungsrecht über das Erbe der Crales, sondern auch einen Brief ihrer Mutter, in dem diese beteuert, den Mord an ihrem Vater nicht begangen zu haben. Carla ist von den Worten und ihrer Unschuld überzeugt, und wendet sich an Hercule Poirot, um diesen zu beauftragen, nach all den Jahren die Wahrheit ans Licht zu bringen. Eine große Herausforderung und damit genau das Richtige für den eierköpfigen Belgier und dessen graue Zellen. Nach und nach sucht er die fünf Zeugen von damals auf, hört sich deren Versionen der damaligen Ereignisse an und stößt dabei gleich auf einige interessante Indizien, welche den Fall in einem neuen Licht erscheinen lassen. Doch reichen diese, um die Ehre Caroline Crales wieder herzustellen? Als Poirot die relevanten Fakten gesammelt hat, ruft er alle fünf zusammen …

    Wie auch schon zuvor in „Das Geheimnis der Schnallenschuhe“ und „Und dann gabs keinen mehr“ (und später auch in „Das Geheimnis der Goldmine“ und „Die Kleptomanin“) verwendet Agatha Christie auch hier ein Leitthema aus einem Kinderreim als Titel – in diesem Fall „This little Pig“, der sich wie folgt zusammensetzt:
    „This little piggy went to market.
    This little piggy stayed at home.
    This little piggy has roast beef,
    This little piggy had none.
    And this little piggy cried "Wee! Wee! Wee!" all the way home."

    Dies ist nur oberflächlich betrachtet eine Spielerei seitens Christie, sind doch bei genauerem Hinsehen damit die fünf Zeugen gemeint, welche Poirot auf den Kinderreim überträgt, um seine Gedanken während der Ermittlungen zu ordnen. Und Ordnung tut dringend Not, muss der Detektiv doch dieses Mal mit den verblassenden, subjektiv gefärbten Erinnerungen seiner Zeugen arbeiten, welche in all den Jahren Zeit genug hatten, um ihre Gedanken zu sortieren und im richtigen Moment das Richtige zusagen, damit die eigenen Interessen gewahrt werden. Das ist auch ein Grund warum Poirot in „Das unvollendete Bildnis“ zuallererst den damaligen Justizapparat (Ankläger, Verteidiger, Polizeibeamte) aufsucht, in der Hoffnung, einen einigermaßen neutralen Blick auf die Vorgänge rund um den Mord an Amyas Crale zu erhalten. Wenngleich eine Notwendigkeit, so setzt doch dieses Vorgehen ein gewisses Maß an Geduld beim Leser voraus, muss sich dieser doch die Geschehnisse, wenn auch in veränderter Form, gleich mehrfach erzählen lassen. Wer Agatha Christie kennt, weiß allerdings, dass genau inmitten dieser augenscheinlich unschuldigen Wiederholungen der Schlüssel zur Lösung des Falls steckt, den ich abermals nicht zu entdecken in der Lage war, weil ich mich dann doch lieber überraschen und unterhalten lasse, als selbst investigativ tätig zu werden. Spürnasen sollten die schriftlichen Berichte, welche die fünf Zeugen Poirot zukommen lassen, jedenfalls genauso mit scharfen Auge betrachten, wie das titelgebende unvollendete Bildnis. 

    Das Feld der Verdächtigen setzt sich dabei aus Figuren zusammen, die geradezu charakteristisch für die Kriminalromane der „Queen of Crime“ sind. Von der resoluten, feministischen Haushälterin über den oberflächlichen Dandy bis hin zur leidenschaftlichen jungen Dame ist fast alles vertreten, was auch sonst die Sets des klassischen Whodunits bevölkert, wobei es schon erstaunlich ist, wie die Autorin es in ihrer Karriere geschafft hat, diesen stereotypen Persönlichkeiten stets ein paar neue Facetten abzuringen. Das Konstrukt bleibt letztlich aber trotzdem ein künstliches. Ein Zugeständnis an die zwanzig Regeln des Detektivromans (aufgestellt von S. S. Van Dine), welche Christie zwar selbst das ein oder andere mal gebrochen, jedoch immer auch in Teilen für ihre Handlungen verwandt und im Hinterkopf behalten hat.

    „Das unvollendete Bildnis“ ist ein Poirot-Fall, der nicht lange im Gedächtnis haften bleibt, wenngleich auch diesmal wieder alles stimmig zu Ende geführt, die Identität des Mörders mit Logik und dank Poirots Finesse offenbart wird. Wie das weitere Schicksal des Täters/der Täterin aussieht – darüber schweigt Christie sich in diesem Roman (und zum einzigen Mal in ihrer Karriere als Krimi-Autorin) allerdings aus.

    Trotzdem: Der große Funke, er zündet nicht. Auch weil der Spannungsbogen durchgehend flach und der belgische Detektiv über die gesamte Distanz emotional ziemlich unbeteiligt bleibt. Ein Job, nicht mehr, so die Wirkung auf den Leser, der Poirots Akribie und Sturheit aus früheren Tagen schmerzlich vermisst. Inwieweit sich hier der bereits oben erwähnte Überdruss ob ihrer eigenen Schöpfung offenbart, mag jeder für sich beurteilen. Es ist jedenfalls auffällig, dass Christie allein zwischen den Jahren 1935 bis 1942 dreizehn Romane mit den belgischen Detektiv schrieb (nur fünf mit anderen Hauptfiguren), in den kommenden acht Jahren diesen jedoch nur noch zweimal auftreten ließ.

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    KruemelGizmovor 3 Jahren
    Kurzmeinung zu Das unvollendete Bildnis

    Um jeden Preis will Amyas Crale das Porträt seiner Geliebten,  der schönen Elsa Greer, zu Ende malen. Das kostet ihm das Leben. Und um jeden Preis will seine Frau ihre Ehe schützen. Das bezahlt auch sie mit dem Leben. Sechszehn Jahre später will die Tochter endlich die ganze Wahrheit wissen.

    Dieser Hercule Poirot Krimi von Agatha Christie wurde 1942 das erste mal veröffentlicht. 

    Das Verbrechen,  das Hercule Poirot untersuchen soll, ist 16 Jahre her und eine Verurteilung gibt es auch. Die Tochter des Opfers und der verurteilten Mörderin glaubt aber nicht an die Schuld ihrer Mutter, die in ihrem Abschiedsbrief kurz vor ihrem Tod ihre Unschuld beteuert, und bittet Hercule Poirot den Fall nochmal zu untersuchen. Natürlich gibt einfach all diesen Jahren keine Beweise mehr und so muss sich Poirot mit den Aussagen der Anwälte, Rechtspflege und Zeugen des Tattages zufrieden geben. Nach und nach entwickelt sich ein Bild des Tatherganges. 

    Mich könnte dieser Krimi aus der Hercule-Poirot-Reihe begeistern. Hier stehen die verschiedenen Charakteren der am Tattag anwesenden Personen im Vordergrund. Jeder erzählt die Geschehnisse aus seiner Sicht,  garniert mit seinen Empfindungen und Ansichten vor allem  der des Mordes verurteilten Ehefrau gegenüber. 

    Ich persönlich tappte fast bis zum Schluss im Dunkeln und konnte so die verschiedenen Blickwinkel genießen und sehr lange miträtseln.

    Mein Fazit:
    Ein toller Krimi, den ich begeistert gelesen habe. Leseempfehlung für Freunde des klassischen Krimis. 

    Kommentare: 8
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    janett_marposnels avatar
    janett_marposnelvor 6 Jahren
    Rezension zu "Das unvollendete Bildnis" von Agatha Christie

    Carla Lemarchant ist 21 Jahre alt und möchte heiraten. Doch sie kann nicht heiraten, bevor nicht die Frage geklärt ist, ob ihre Mutter, Caroline Crale, ihren Vater, den berühmten Maler und Frauenhelden, Amyas Crale, vor 16 Jahren vergiftet hat. Caroline hat den Mord an ihrem Mann nie abgestritten und sich während des gesamten Prozesses merkwürdig passiv verhalten und alle waren davon überzeugt, dass sie ihren Mann ermordet hat. Jedoch in einem letzten Brief an ihre Tochter teilt sie ihr mit, dass sie ihren Vater nicht umgebracht hat. Mit diesem Brief sucht Carla nun Hercule Poirot auf und bittet ihn, den Fall noch einmal aufzurollen. Carlas Mutter nahm sich nach der Verurteilung ein Jahr später im Gefängnis das Leben. Sie starb glücklich und zufrieden. Fünf Zeugen leben noch, die damals, zum Zeitpunkt des Todes, auf dem Grundstück Alderbury weilten. Hercule Poirot besucht und befragt sie alle und anschließend schreiben ihm alle fünf den Tathergang aus ihrer Sicht zusammenfassend auf. Und der Leser sitzt in der ersten Reihe und rätselt mehr oder weniger erfolgreich mit.
    „Das unvollendete Bildnis“ gehört zu meinen Agatha-Christie-Favoriten. Mir gefällt der beschriebene Tatort, Landsitz Alderbury, sehr gut und die verdächtigen Charaktere sind vielschichtig und passen hervorragend in diese Umgebung. Alles ist aufeinander abgestimmt und das Miträtseln bereitet viel Spaß, weil man jeden Beteiligten, mal mehr, mal weniger, verdächtigt. Zum Schluss bekommt der Leser nicht nur den Mörder präsentiert, sondern auch noch eine traurige Tatsache.

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    melli.die.zahnfees avatar
    melli.die.zahnfeevor 6 Jahren
    Rezension zu "Das unvollendete Bildnis" von Agatha Christie

    Einen Tag bevor A.Crale das Porträt der schönen Elsa vollenden kann, wird er vergiftet. Natürlich fällt der Verdacht sofort auf seine eifersüchtige Ehefrau. Obwohl diese immer wieder ihre Unschuld beteuert wird sie zu lebenslanger Haft verurteilt. Jahre später wendet sich Crales Tochter an Hercule Poirot um die Wahrheit über den Tod ihres Vaters herauszufinden. Als Poirot das unvollendete Bildnis betrachtet, hat er sofort eine heiße Spur...
    Diese allerdings verfolgt er auf seine Poirot´sche Manier. Behäbig , aber messerscharf kombinierend, und das in Zeiten ohne CSI :), oder Spurensicherung. Respekt Herr Poirot, das ist sehr vergnüglich zu lesen.
    Auch stilistisch ist dieses Buch von Agatha Christie ein absoluter Hochgenuss. Man bedenke , es wurde 1943 geschrieben und ist heutzutage immernoch lesenswert. Dies macht meiner Meinung ein gutes Buch aus. Zeitlosigkeit :)

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    ralluss avatar
    rallusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das unvollendete Bildnis" von Agatha Christie

    Hier ermittelt Poirot wie gewohnt alleine nur mit seinen grauen Zellen, ohne den Schauplatz der Tat betreten zu haben. Toller Krimi auch verfilmt, wo agatha Christie einen leitthema aus einem Kinderreim verwendet.

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    dmuellers avatar
    dmuellervor 10 Jahren
    Rezension zu "Das unvollendete Bildnis" von Agatha Christie

    Ein typischer Christie. Eine geniale Milleustudie mit Personen, die auf den ersten Blick anders sind. Mit absoluter Präzision wird man in die Wüste geschickt und jeder tropfen den der Autor einem zuwirft scheint vergiftet. En drehen und wenden des Plots bis einem fast schwindlig ist. Schön geschrieben und wertvoll für jeden der die Sprache liebt.

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