Die großen Vier

von Agatha Christie 
3,5 Sterne bei57 Bewertungen
Die großen Vier
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KEIN Christie für Einsteiger - etwas schräger Mix aus Weltverschwörung und Spionage, entstanden aus einer gewissen Notlage

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Nicht der beste Poirot-Roman: viele kurze Geschichten innerhalb eines großen Falles, zu viele Schauplätze und Reisen

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Inhaltsangabe zu "Die großen Vier"

Ein Unbekannter taucht bei Poirot auf und
bricht vor ihm zusammen. Wer ist der Mann?
Und was hat es mit »Den Großen Vier« auf sich,
von denen er murmelt? In einem ihrer schwie-
rigsten Fälle geraten der Meisterdetektiv und
sein Kollege Hastings in Lebensgefahr, während
sie versuchen, die Machenschaften einer inter-
nationalen Verbrecherorganisation aufzudecken.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783455650532
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Atlantik Verlag
Erscheinungsdatum:04.09.2015

Rezensionen und Bewertungen

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    StefanieFreigerichts avatar
    StefanieFreigerichtvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: KEIN Christie für Einsteiger - etwas schräger Mix aus Weltverschwörung und Spionage, entstanden aus einer gewissen Notlage
    Eher kein Agatha Christie für Einsteiger aufgrund der Entstehungsgeschichte (AC7, Poirot 4)

    Eher kein Agatha Christie für Einsteiger aufgrund der Entstehungsgeschichte

    O: The Big Four. Der siebte Roman von Agatha Christie, dabei
    der vierte Roman mit Poirot,
    der dritte mit seinem Helfer Arthur Hastings,
    der zweite mit Inspektor Japp

    Darüber hinaus sind noch zwei Anthologien der Autorin zu vermerken, eine mit Lyrik, eine mit Hercule-Poirot-Kurzgeschichten (die vorher einzeln in 1923 im Magazin Sketch veröffentlicht worden waren - die Relevanz erklärt sich noch anhand einer weiteren derartigen Anthologie)
    • „The Mysterious Affair at Styles“ 1920 / „Das fehlende Glied in der Kette“ D 1929 mit Poirot (1), Hastings (1) Japp (1)
    • „The Secret Adversary“ 1922/ "Ein gefährlicher Gegner" D 1932 mit den Beresfords (1)
    • “The Murder on the Links” 1923/ “Mord auf dem Golfplatz” D 1927 mit Poirot (2) Hastings (2)
    Dazwischen
    o 1924: Lyriksammlung: „The Road of Dreams”
    o Short Stories: Poirot investigates 1924 /“ Poirot rechnet ab“ Poirot
    o Achtung: einzeln veröffentlichte Kurzgeschichten gab es später erst als Anthologie – vgl. Trivia, wichtig ist hier „Double Sin“ 1928/“Die Doppelsünde“
    • “The Man in the Brown Suit” 1924/ “Der Mann im braunen Anzug” D 1963mit Anne Beddingfeld Colonel Race (1)
    • „The Secret of Chimneys“ 1925 / „Die Memoiren des Grafen“ D 1929 mit Anthony Cade Eileen „Bundle“ Brent (1) Superintendent Battle (1)
    • „The Murder of Roger Ackroyd“ 1926/ „Alibi“ bzw. „Roger Ackroyd und sein Mörder“ D 1928 mit Poirot (3)
    • „The Big Four“ 1927 / „Die großen Vier“ D 1963  mit Poirot (4) Hastings (3) Inspektor Japp (2)

    Meine Ausgabe ist vom Scherz Verlag, 11. Auflage 1984 in der Übersetzung von Hans Mehl – es gibt von 2015 eine Neuübersetzung von Giovanni Bandini, Hamburg: Atlantik. Nö, ich kaufe mir dann lieber die Facsimile-Ausgabe.

    Hastings ist nach 18 Monaten in Argentinien auf Besuch in Europa – und will den Meisterdetektiv Hercule Poirot überraschen im früheren gemeinsamen Wohnsitz (wir erinnern uns: in „Das fehlende Glied in der Kette“ hatte Hastings seine große Liebe getroffen und mit ihr ausgewandert). Poirot nun hockt auf gepackten Koffern und war gerade drauf und dran, seinerseits Hastings einen Überraschungsbesuch abzustatten – mit einem derart üppig entlohnten Auftrag des US-Millionärs Ryland, dass er selbst eine Seereise nicht ablehnen konnten (für Neulinge: Poirot hat eine Phobie vor der Seekrankheit). Doch plötzlich bemerken die Freunde ein Geräusch in Poirots Schlafzimmer, ein fremder Mann! Bald gibt es die erste Leiche, eine zweite folgt,  Poirot und Hastings sind fortan auf einer wilden Jagd nach der Verbrecherorganisation „die Großen Vier“, wobei nicht immer klar ist, wer Jäger ist und wer Gejagter.

    Der Roman wartet auf mit einem Hastings undercover, einem hübschen Mädchen mit kastanienbraunem Haar (armer Hastings – er hat da gewisse Neigungen), einem dreifachen Bluff in einem Steinbruch, einem Läufer als Mordwerkzeug, diversen Mordanschlägen, …ziemlich viel. Allerdings fand ich bei meinem Re-Read nach langer Zeit auch diverse Logiklücken und Stolpersteine: was passierte mit der gefesselten und geknebelten Dame im begehbaren Safe in Paris? Hat Poirot sie verhungern lassen – doch sie taucht später wieder auf, wie das? Dazu gibt es etwas viele Personen, die man austauschen kann, weil ihre Verwandten sie lange nicht gesehen haben. Und der nicht wirklich lange verheiratete Hastings, der seine Frau innig liebt, ist nach seiner Ankunft im Juli nach einem Jahr immer noch bei Poirot, obwohl sich so viel dann doch nicht wirklich ereignet beziehungsweise immer mit sehr großen Pausen.

    Das hier wurde lange davor geschrieben, aber irgendwie erinnert der Grund-Plot sehr an Blofield bei James Bond. Es gibt keinen üblichen Whodunnit, dafür die große Weltverschwörung mit Mitverantwortung selbst für Trotzki und Lenin und dem Bau irgendeines Radium-Energie-Strahlen-Zerstörungs-Dings, dazu eine geheime Kommandozentrale in einem Berg (ernsthaft, da haben Fleming und die Filmemacher recht viel geklaut, wenn ich das zeitlich richtig einordne). Ja, ich weiß – aber, ernsthaft – bei James Bond hat sich das auch wirklich jeder angesehen – und das hier ist von 1927, also bitte ich um Nachsicht. Wobei, wir haben März 2018, ein Giftanschlag in London, ein Beteiligter ist aus Russland – vielleicht möchte man es sich einfach nicht vorstellen.

    Nun ja – KEINE Empfehlung für Christie-Einsteiger, sie scheint es selbst nicht so gemocht zu haben. Wikipedia hilft aus: Der Roman wurde kompiliert aus zwölf zuvor erschienenen Kurzgeschichten. Mrs. Christie brauchte 1926 Geld, weil Mr. Christie erst sehr viel Golf spielte mit seiner Golfpartnerin, dann wohl nur noch mit ihr (diese Ehe hielt dann bis zu seinem Lebensende). Dazu war Agatha Christies Mutter gestorben. Und die Autorin konnte in dieser Situation nicht schreiben – interessanterweise kam der Vorschlag gerade vom Bruder ihres Noch-Mannes, von Campbell Christie, der auch die Einzelgeschichten mit „zusammenformte“. Ich fasse zusammen nach Wikipedia:
    Erste Veröffentlichung der Kurzgeschichten
    Alle Kurzgeschichten, aus denen The Big Four zusammengestellt ist, wurden zuerst 1924 im The Sketch Magazine mit dem Untertitel The Man who was No. 4 (Der Mann der Nr. 4) wie folgt (ohne Illustrationen) veröffentlicht:
    • The Unexpected Guest (Ein unerwarteter Gast): 2. Januar 1924, Ausgabe 1614. Grundlage für Kapitel 1 und 2: - The Unexpected Guest / The Man from the Asylum (Ein unerwarteter Gast / Der Mann aus dem Asyl).
    • The Adventure of the Dartmoor Bungalow (Das Abenteuer des Dartmoor Bungalow): 9. Januar 1924, Ausgabe 1615. Grundlage für Kapitel 3 und 4: We hear more about Li Chang Yen / The Importance of a Leg of Mutton (Wir hören mehr über Li Chang Yen / Die Bedeutung der Hammelkeule).
    • The Lady on the Stairs (Die Frau auf der Treppe): 16. Januar 1924, Ausgabe 1616. Grundlage für Kapitel 5 und 6: Disappearance of a Scientist / The Woman on the Stairs (Das Verschwinden des Wissenschaftlers / Die Frau auf der Treppe).
    • The Radium Thieves (Der Raub des Radiums): 23. Januar 1924, Ausgabe 1617. Grundlage für Kapitel 7 mit demselben Titel.
    • In the House of the Enemy (Im Haus des Feindes): 30. Januar 1924, Ausgabe 1618. Grundlage für Kapitel 8 mit demselben Titel.
    • The Yellow Jasmine Mystery (Das Geheimnis des gelben Jasmins): 6. Februar 1924, Ausgabe 1619. Grundlage für Kapitel 9 und 10: The Yellow Jasmine Mystery / We investigate at Croftlands (Das Geheimnis des gelben Jasmins / Wir ermitteln auf einem kleinen Bauernhof).
    • The Chess Problem (Das Schachproblem): 13. Februar 1924, Ausgabe 1620. Grundlage für Kapitel 11 mit dem leicht veränderten Titel A Chess Problem (Ein Schachproblem).
    • The Baited Trap (Eine Falle mit einem Köder): 20. Februar 1924, Ausgabe 1621. Grundlage für Kapitel 12 und 13: The Baited Trap / A Mouse walks in (Eine Falle mit einem Köder / Die Maus tappt hinein).
    • The Adventure of the Peroxide Blond (Das Abenteuer der Wasserstoffblondine): 27. Februar 1924, Ausgabe 1622. Sie bildet die Grundlage für Kapitel 14 mit dem leicht veränderten Titel The Peroxide Blond (Die Wasserstoffblondine).
    • The Terrible Catastrophe (Eine schreckliche Katastrophe): 5. März 1924, Ausgabe 1623. Sie bildet die Grundlage für Kapitel 15 mit dem gleichen Titel.
    • The Dying Chinaman (Der sterbende Chinese): 12. März 1924, Ausgabe 1624. Sie bildet die Grundlage für Kapitel 16 mit dem gleichen Titel.
    • The Crag in the Dolomites (Der Kletterfelsen in den Dolomiten): 19. März 1924, Ausgabe 1625. Sie bildet die Grundlage für Kapitel 17 und 18: Number Four wins the trick / In the Felsenlabyrinth (Nummer Vier gewinnt einen Trick / Im Felsenlabyrinth). Diese Geschichte war auch die letzte Poirot Geschichte die Christie für das Sketch Magazine schrieb.


    Trivia:
    Nicht wichtig für das Verständnis der Handlung, jedoch interessant für die Chronologie ist das Auftauchen zweier Personen im Roman:
    Joseph Aarons, Theateragent. Er taucht nach dem Debüt “The Murder on the Links”/ “Mord auf dem Golfplatz” hier zum zweiten Male auf und tritt auch später in Erscheinung – so in der Kurzgeschichte von 1928 “Double Sin”/”Die Doppelsünde”, veröffentlicht in Poirot's Early Cases 1974/Poirots erste Fälle sowie in “The Mystery of the Blue Train 1928 /“Der blaue Express“ D 1930

    Vera Rossakoff: Wie Joseph Aarons taucht auch sie in der Kurzgeschichte von 1928 auf “Double Sin”/”Die Doppelsünde”, veröffentlicht in Poirot's Early Cases 1974/Poirots erste Fälle. Mit ihr wird der Vergleich zu Conan Doyle rund: so ist Watson für Sherlock Holmes, was Hastings für Poirot ist, und ebenso ist Vera Rossakoff für Poirot, was Irene Adler für Holmes ist - wir wissen ja, wohin die bösen Mädchen kommen, während die guten nur den Himmel zur Auswahl haben... Vera wird ein drittes und letztes Mal in Erscheinung treten in The Capture of Cerberus (in the Labours of Hercules) Sie benutzt dort wie in diesem Roman das Pseudonym Inez Véroneau.

    Man ist viel unterwegs im Buch (weite Reisen sind nicht ungewöhnlich in AC’s Romanen, aber es gibt eher selten so viele – wohl geschuldet der ursprünglichen Veröffentlichungsform als einzelne Kurzgeschichten, ebenso wie die hohe Personenanzahl):
    Von Poirots Appartment in London, Farraway Street, 14, fast nach Southampton und zurück, dann irgendwohin in Devon, nahe Dartmoor.  Darauf nach Surrey, ins Dorf Chobham, nach Paris, Passy, ins fiktive britische Hatton Chase, dann Market Hanford, Worcestershire, wieder London, dort in Londons Chinatown. Dazu ein Restaurant in Soho, dann nach Belgien. Zwei Schiffsreisen. Dann von London nach Paris und zuletzt ins italienische Südtirol.

    Zeitgeist:
    Wieder bekommt man bei Schock einen Brandy, bei schwereren Fällen spritzt der Hausarzt Strychnin. Hält der Zug auf freier Strecke, können Passagiere munter herausklettern und die Reise unterbrechen (zweimal). Selbst ein versoffener Ex-Seemann kann sich einen Diener leisten (Whalley), einem des Mordes verdächtigen Chinesen kann die Polizei heidnische Rachgier unterstellen und überhaupt hat der gute Hastings, der hier als Ich-Erzähler der Geschichte fungiert, so seine Vorbehalte, gegenüber Asiaten, Slawen, Künstlern,…

    Man merkt die Brüche zwischen den Einzelteilen der Handlung – das geht, wenn dazwischen die Woche bis zu nächsten Ausgabe von Sketch liegt, im Buch wirkt es als seltsam abrupte Handlungsstränge mit extrem vielen Personen. Dazu die reichlich überdrehte Verschwörungsgeschichte – im Film kaufe ich so etwas tatsächlich immer leichter. Dennoch gefällt mir das Konstrukt besser als die „echten“ Kurzgeschichtensammlungen wie „Poirot investigates“/ „Poirot rechnet ab“.

    3 1/2 Sterne - ich mag nicht aufrunden.



    1. The Missing Link (1920) = Das fehlende Glied in der Kette (1929). Gleichzeitig erstes AC überhaupt. https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-fehlende-Glied-in-der-Kette-142905060-w/rezension/1244913044/1244917397/

    2. Murder on the Links (1923) = Mord auf dem Goldplatz D (1927) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Mord-auf-dem-Golfplatz-142810680-w/rezension/1245744308/

    Anthologie: Poirot Investigates (1924) = Poirot rechnet ab (1924)(Kurzgeschichten) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Poirot-Investigates-144867380-w/rezension/1248721044/

    3. (1926) The Murder of Roger Ackroyd = Alibi  (1928)https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/The-Murder-of-Roger-Ackroyd-The-Detective-Club-1246094036-w/rezension/1432047893/

    chronologisch wurden dazwischen die (periodisch veröffentlichten) Kurzgeschichten aus "Poirot's Early Cases" geschrieben, sie wurden jedoch erst 1974 gemeinsam herausgebracht als genannte Anthologie. Deutsch Hercule Poirot's grösste Trümpfe - jedoch später, nur in Teilen. Siehe Wikipedia.

    4. O: The Big Four(1927)/ D: Die großen Vier (1963)

    5. The Mystery of the Blue Train (1928) = Der blaue Express (1930)https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-blaue-Express-142805430-w/rezension/1545411714/

    Dazwischen liegen die Stücke

    Alibi (1928) - so derTitel im Englischen - dem zugrunde liegt natürlich der deutsche Titel des oben genannten dritten Poirot-Romans

    Black Coffee (1930) - später novellisiert durch Charles Osbourne (1998)


    6. Peril at Endhouse (1932) = Das Haus an der Düne (1933) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-Haus-an-der-D%C3%BCne-Kriminalroman-Peril-at-Endhouse-Goldmann-98-Goldmann-Krimi-Rote-Krimi-344200098X-Aus-d-Engl-%C3%BCbertr-von-Otto-Albrecht-van-Bebber-1545885014-w/rezension/1545912425/


    7. Lord Edgeware Dies (1933) = Dreizehn bei Tisch (1934) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Dreizehn-bei-Tisch-297993841-w/rezension/1546436580/

    8. Murder on the Orient Express (1934) / Murder on the Calais Coach = Mord im Orient-Express / Die Frau im Kimono (1934) / Der rote Kimono https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-rote-Kimono-145149940-w/rezension/1546781789/


    9. Three Act Tragedy US: Murder in Three Acts (1935) = Nikotin (1935) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Nikotin-142687260-w/rezension/1551091753/


    10. Death in the Clouds/Death in the Air (1935) = Tod in den Wolken (1937)


    11. The A.B.C. Murders (1936) = Die Morde des Herrn ABC (1937)

    12. Murder in Mesopotamia (1936) = Mord in Mesopotamien (1939)
    13. Cards on the Table (1936) = Mit offenen Karten (1938)
    14. Death on the Nile (1937) = (Der) Tod auf dem Nil (1959)
    15. Dumb Witness (1937) = Der ballspielende Hund (1938)
    Anthologie Murder in the Mews (1937) = Hercule Poirot schläft nie oder Auch Pünktlichkeit kann töten (1984?)
    17. Appointment with Death (1938) = Der Tod wartet/Rendezvous mit einer Leiche (1944)
    18. Hercule Poirot's Christmas (1938) =  Hercule Poirots Weihnachten (1961)
    19. Sad Cypress (1940) = Morphium (1943)
    20.One, Two, Buckle My Shoe (1940) = Das Geheimnis der Schnallenschuhe (1951)
    21. Evil under the Sun (1941) = Das Böse unter der Sonne (1945)
    22. Five Little Pigs (1942) = Das unvollendete Bildnis (1957)
    23. The Hollow (1946) = Das Eulenhaus (1947)
    24. The Labours of Hercules (1947) = Die Arbeiten des Herkules (2 Bände)
    25. Taken at the Flood (1948) = Der Todeswirbel (1950)
    26. Mrs. McGinty's Dead (1951) = Vier Frauen und ein Mord (1956)
    27. After the Funeral (1953) = Der Wachsblumenstrauß (1954)
    28. Hickory Dickory Dock (1955) = Die Kleptomanin (1958)
    29. Dead Man's Folly (1956) = Wiedersehen mit Mrs. Oliver (1959)
    30. Cat among the Pidgeons (1959) = Die Katze im Taubenschlag (1961)
    31. The Clocks (1953) = Auf doppelter Spur (1965)
    32. Third Girl (1956) = Die vergessliche Mörderin (1968)
    33. Hallowe'en Party (1959) = Die Schneewittchen-Party (1971)
    34. Elephants Can Remember (1972) = Elefanten vergessen nicht (1973)
    35. Poirot's Early Cases (1974) = Poirots erste Fälle ()

    Vorhang

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    Karin_Kehrers avatar
    Karin_Kehrervor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nicht ganz die gewohnte Klasse - zusammengestoppelte Kurzgeschichten, die man ähnlich schon woanders lesen kann.
    Allein gegen vier


    Diesmal scheinen selbst Hercule Poirots berühmte graue Zellen machtlos zu sein. Denn eine Organisation von Superverbrechern, die Großen Vier, hat nichts geringeres als die Ergreifung der Weltherrschaft im Sinn. Da nützt es auch nicht viel, dass Poirots Freund Captain Hastings seine Frau und die Ranch in Argentinien im Stich lässt, um dem Meisterdetektiv beizustehen. Stets scheinen die Verbrecher einen Zug voraus zu sein, jagen Poirot von einem Ort zum andern. Nur eine ganz ungewöhnliche Finte kann hier Abhilfe schaffen.

    „Die großen Vier“ entstanden nach einer persönlichen Krise der Autorin – ua. ihr geheimnisvolles Verschwinden für zehn Tage, das nie richtig aufgeklärt wurde – und das merkt man der Geschichte auch an. Eigentlich eher eine Aneinanderreihung von Kurzgeschichten, die man ähnlich schon irgendwo gelesen hat, etwas hektisch zusammengeschustert und mit einigen Unwahrscheinlichkeiten gespickt. Natürlich schimmert ab und an das Können der Autorin durch, raffinierte und gut durchdachte Situationen zu schaffen, wichtige Tatsachen geschickt zu verschleiern und mit Identitäten zu spielen. 
    Das Ende gerät eher ungewohnt und James-Bond-mäßig, wenn es den schon zu dieser Zeit gegeben hätte. 
    Alles in allem nicht der beste Krimi von Agatha Christie mit einigen ungewohnten Schachzügen und Wendungen. 

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    CelinaSs avatar
    CelinaSvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Eines von Christies schwächeren Büchern - konnte mich nicht komplett überzeugen.
    Poirot rettet die Welt

    Die Großen Vier ist ein Buch von Christie, das sich ganz schön von den anderen Poirot-Büchern, wie ich sie kenne (und liebe) unterscheidet. Wo man es sonst gewohnt ist, dass Poirot mit den Leuten spricht und dann seine "kleinen grauen Zellen" bemüht, hat Die Großen Vier mehr Ähnlichkeit mit einem Spionageroman.
    Es gibt entschieden mehr Action, als dies sonst der Fall ist - Entführungen, Morddrohungen und lauter kleine Dinge, die Poitor in anderen Büchern als Mummpitz ansieht. Die "kleinen grauen Zellen" werden zwar auch hier wieder bemüht, allerdings deutlich weniger als ich das gewohnt bin.
    Außerdem erschien es mir oft, als hätte dieses Buch unter der Übersetzung gelitten. Ich kann zwar keinen Vergleich anstellen, da ich es nur auf deutsch gelesen habe, aber es kam mir so vor, als hätte man sich hier besonders Mühe gegeben, die Eigenarten Poirots herauszustellen. Das wirkte bemüht und geht im Original subtiler, letztendlich aber eindrücklicher, von Statten.
    Gut gefallen haben mir aber die regelmäßigen Wendungen, die weder übertrieben noch unlogisch, aber überraschend sind. Außerdem hat Christie hier mit deutlich mehr Cliffhanger gearbeitet und das hat dem Buch doch Würze gegeben.


    Meine Erwartungen konnte dieses Buch zwar nicht erfüllen, da ich mit einem typischen Poirot gerechnet habe, und dies hier nicht der Fall ist. Es hat dennoch Spaß gemacht, es zu lesen und war zudem spannend.

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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 7 Jahren
    Mein Name ist Poirot, Hercule Poirot

    Während sie in ihrer schriftstellerischen Tätigkeit immer größeren Erfolg verbuchen kann, verlaufen die 20er Jahre privat für Agatha Christie eher unglücklich. Aus beruflichen Gründen lässt ihr Mann sie häufig allein und Ende 1926 stirbt ihre Mutter, die als erstes ihr schriftstellerisches Talent erkannt hatte. Dieses Ereignis, und die Tatsache, dass sie die Villa Ashfield, das Zuhause in dem sie aufgewachsen war, räumen muss, nehmen sie stark mit. Dem Geständnis ihres Mannes, er habe eine Affäre mit einer Golfpartnerin, folgt schließlich der totale Zusammenbruch. Sie verlässt das Haus und wird nach einer spektakulären Suchaktion erst zehn Tage später in einem Hotel in Harrogate aufgefunden - mit einem fast kompletten Gedächtnisschwund bezüglich dieser zehn Tage. In den folgenden Monaten gerät sie zunehmend in Geldnot und damit unter Zeitdruck, dringend ein weiteres Buch herauszubringen. Was folgt ist \"Die großen Vier\", der vierte Fall um den belgischen Detektiv Poirot und seinen Freund Captain Hastings.

    Und diesem Werk merkt man auch leider heute noch die Hast an, in der das Buch wohl damals verfasst worden sein muss. Ursprünglich als Kurzgeschichten konzipiert, fügt Christie diese hier einfach zusammen und verbindet sie mit dem Handlungsstrang über eine geheime Weltorganisation des Verbrechens. Was sich auf den ersten Blick ein wenig wie ein James Bond Roman anhört, liest sich auch, besonders im letzten Drittel des Romans, wie einer. Sind die einzelnen Fälle für sich noch interessant, da Poirot sie mit der ihm eigenen Genialität und mithilfe der \"kleinen grauen Zellen\" löst, bilden sie im Verbund, eine verwirrende, oftmals unlogische Geschichte, der der roten Faden fast komplett fehlt.

    \"Die großen Vier\" setzt einige Monate nach \"Alibi\" an. Hastings kehrt aus Argentinien zurück, um in London seinen Freund Poirot zu überraschen. Dieser ist selbst gerade im Begriff nach Südamerika abzureisen, gelockt von einem gut bezahlten Job. Doch ein abgerissener Mann, der ihre Wiedersehensfeier sprengt und kurz vor seinem Tod noch etwas von Li Chang Yen und dem Geheimnis der Großen Vier murmelt, hält beide in London und führt sie auf die Spur des internationalen Verbrecherkartells. Wenn der geneigte Krimileser schon hier einige Parallelen zu Doyles Geschichte \"Sein letzter Fall\" erkennt, wird er im weiteren Verlauf noch viele mehr davon finden. Christie klaut leider schamlos bei ihrem Genrekollegen, was dazu führt, dass das Buch an einer sonst von ihr nicht gekannten Vorhersehbarkeit krankt. Die Tatsache, dass der Klappentext zusätzlich viel zu viel verrät, trägt sein übriges dazu bei. Über weite Strecken vermag kaum Spannung aufzukommen, was unter anderem auch daran liegt, das man sich nur schlecht auf den Plot einlassen kann. Die sonst genreübliche Armchair-Ruhe fehlt hier völlig. \"Die großen Vier\" wirkt hektisch, der Stil verkrampft. Das einfach nur enttäuschende Ende rundet das Gesamtbild ab.

    Insgesamt ist \"Die großen Vier\" wohl eins von Christies schlechtesten Werken, das man ihr aber schon aufgrund der oben genannten Umstände verzeihen kann. Eine Leseempfehlung nur für absolute Fans der Queen of Crime.

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    ralluss avatar
    rallusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die großen Vier" von Agatha Christie

    Eine Ihrer größten Erfolge - mehr ein Spionageroman als ein Krimi. Die Suche nach einer Geheimorganisation nachdem in Poirots Wohnung ein Mann verstarb, der nur noch Fragmente weitergeben konnte.

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    DieBuchkolumnistins avatar
    DieBuchkolumnistinvor 9 Jahren
    Rezension zu "Die großen Vier" von Agatha Christie

    Hercule Poirot hat sich durch viele Fälle bereits einen weltweiten Ruf als großer Detektiv geschaffen und nicht jeder Verbrecher hat genug Mut, um sich mit ihm anzulegen. Dennoch wagen es vier Großkriminelle, genauer gesagt die "Grossen Vier", ein weltweit agierender Geheimbund. Als Captain Hastings für einen Spontanbesuch aus Argentinien nach London kommt, platzt er mitten in einen Poirots erste Ermittlungen. Doch hier geht es nicht um einen dummen Handtaschendieb oder eine eifersüchtige Ehefrau, die großen Vier lassen sich nicht so einfach schnappen und planen Großes, um der Welt zu schaden. Am Ende muss Hastings sogar zur Beerdigung seines Freundes kommen - doch Poirots Wirken geht auch noch über seinen Tod hinaus...

    So sehr ich die Romane um Hercule Poirot liebe, nicht jeder Krimi mit ihm ist gleich und dieser hier hat mir nicht ganz so gut gefallen. Viele Handlungsstränge lassen sich nicht wirklich nachvollziehen, allgemein wirkt alles ein bisschen unrealistisch - Poirot ist eben kein James Bond und sich gleich mit Großkriminellen und deren Atomwaffen anzulegen, das ist meiner Meinung nach kein Fall für den britischen Meisterdetektiv. Auch das Ende ist vorhersehbar und selbst der Leser hat in diesem Roman wenig Möglichkeiten, selber zu ermitteln. Schade, aber für Agatha-Christie-Fans natürlich trotzdem lesenswert!

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    Fernweh_nach_Zamoniens avatar
    Fernweh_nach_Zamonienvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht der beste Poirot-Roman: viele kurze Geschichten innerhalb eines großen Falles, zu viele Schauplätze und Reisen
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    ShineOns avatar
    ShineOnvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Nicht der beste Fall von Hercule Poirot, aber sicher einer der trickreichsten und immer noch besser, als viele andere Krimis
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    Julitraums avatar
    Julitraumvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: gut
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    Nmayes avatar
    Nmayevor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Für gerade mal 207 Seiten habe ich 4Tage gebraucht :( Leider kein soooo guter Band!
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