Tod in den Wolken

von Agatha Christie 
3,9 Sterne bei91 Bewertungen
Tod in den Wolken
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Neue Kurzmeinungen

Fernweh_nach_Zamoniens avatar

Bisher an mir vorbeigegangen: Mord im Flugzeug, Poirot ermittelt in klassischer Art und Weise - geniale Wendung/Auflösung zum Schluss

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Wieder ein intelligenter Krimi mit verblüffender Auflösung!

Alle 91 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Tod in den Wolken"

Ein Hercule-Poirot-Roman in neuer Übersetzung Hercule Poirot fliegt nach England. Nicht nur die Turbulenzen in der Luft machen ihm zu schaffen - eine der Mitreisenden ist plötzlich tot, ermordet durch einen mit Schlangengift vergifteten Pfeil. Nur einer der beiden Flugbegleiter oder der elf Passagiere kann der Mörder gewesen sein …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596511969
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Fischer Taschenbuch
Erscheinungsdatum:01.05.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 01.10.2008 bei Hörbuchproduktionen erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    kingofmusics avatar
    kingofmusicvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Wieder ein intelligenter Krimi mit verblüffender Auflösung!
    Immer wieder verblüffend...

    Nach der nicht ganz ernst zu nehmenden „Anti-Rezension“ zu „Mord im Orientexpress“ versuche ich mich nun mal wieder an einer ganz sachlichen und nüchternen Betrachtung von „Tod in den Wolken“ der Queen of crime Agatha Christie und ihrem kongenialen Detektiv Hercule Poirot.

    Während eines Fluges von Frankreich nach England sackt eine der Passagierinnen tot in ihrem Sitz zusammen. Keiner der anwesenden Mitpassagiere will etwas gesehen oder mitbekommen haben. Zufällig befindet sich auch Hercule Poirot unter den Passagieren und sein von Agatha Christie verliehener unglaublicher Instinkt für die Lösung zu diesem komplizierten Fall wird wieder meisterhaft in Gang und Szene gesetzt.

    Es fällt mir mittlerweile schwer, bei Krimis von Agatha Christie objektiv bei der Bewertung zu bleiben, da ich bisher von keinem der in diesem Jahr gelesenen Bände wirklich enttäuscht war. Klar gibt es mal den ein oder anderen kleinen Ausrutscher nach unten bzw. oben, aber das spielt für mich nur eine eher untergeordnete Rolle.

    So sind auch in diesem Band wieder alle Trademarks der Queen of crime enthalten: Spitzen auf die französische und englische Gesellschaft und ihre Unterschiede, bitterböse und zugleich selbstironische Kommentare von Hercule Poirot über sich, seine teils skurrilen Methoden und seine Arbeit im Allgemeinen, undurchsichtige Wendungen, verblüffende Auflösungen und last but not least die starken „Ich nehme mein Genre selber auf´s Korn“-Passagen über Krimiautoren, die zu einem Running Gag in den Büchern von Agatha Christie geworden sind.

    Gute Unterhaltung!

    Kommentare: 2
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    vanessablns avatar
    vanessablnvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Unterhaltsamer Krimi von Agatha Christie. Schon alleine das altertümliche Flugzeug ist das Lesen wert.
    Etwas umständlich, aber unterhaltsam

    Ich habe das Buch in der alten Übersetzung von Dr. Otto Albrecht van Bebber gelesen. In dem Fischer-Buch von 2009 gibt es weder Kapitalüberschriften noch Sitzplan, was recht schade ist. Ich fand die Übersetzung auch etwas umständlich (meine damit nicht die veralteten Begriffe), außerdem fehlten manchmal Kommata. Die Geschichte selbst ist typisch für Agatha Christie. Auf einem Flug (natürlich noch mit altertümlichem Flugzeug) stirbt unbemerkt eine Geldverleiherin, wahrscheinlich von einem Giftpfeil getroffen. Nun gilt es für Poirot, der mal wieder zufällig dabei ist, den Täter zu finden, der sich unter den Passagieren befinden muss. Ein Sitzplan ist hier also für mitratende Leser nicht unwichtig.

    Die Personen werden nur kurz beschrieben (manche kommen auch zu kurz) und das Buch liest sich schnell und unterhaltsam. Immer wieder gibt es neue Verdächtige und sogar sich anbahnende Paare. Die Auflösung fand ich dann etwas umständlich, weil die Details nicht wirklich überzeugend sind. Trotzdem gute Unterhaltung und sehr einfallsreich gemacht! Am besten ist es sicher, den Krimi im Original zu lesen.

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    Sonnenschein12s avatar
    Sonnenschein12vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Typisch Agatha Christie... Meiner Einschätzung nach gibt es bessere Bücher von ihr, aber spannend war es auf jeden Fall.
    Spielt in einer anderen Zeit


    Um es vornweg zusagen: es war mein erster Agatha Christie seit langer Zeit. Ich fand ihn spannend, gut zu lesen, teilweise amüsant - aber ich glaube, dieses Buch kann die Konkurrenz mit anderen Krimis von Agatha Christie nicht halten (z.B. mit "Tod auf den Nil" oder Mord im Orientexpress". Aber es mag auch daran liegen, dass ich immer die Figur von Peter Ustinov vor Augen hatte.
    Dieses Buch ist 1935 erschienen, die Beförderung von Passagieren per Flugzeug ist nicht mit den heutigen Maßstäben vergleichbar: 11 Personen (u.a. Hercule Poirot) fliegen von Paris nach London, bekommen während ihres Flugzeugs ein komplettes Menü serviert.  Kurz vor der Landung stellt man fest, dass ein weiblicher Gast gestorben ist. Hercule Poirot stellt schnell fest, dass hier ein Mord geschehen ist. Schnell ist deutlich, dass der Mörder nur einer der anderen Passagiere oder der beiden Stewarts sein kann. Kurz wird sogar Hercule Poirot des Mordes verdächtigt.
    Während der Spurensuche in Paris und London erfährt man einiges über den Zeitgeist in jener Zeit, z.B. wie Reporter die Garderobe der Damen beurteilen, dass ein Arzt in der Harley Street nicht mehr tragbar ist, wenn er ein Verhältnis mit einer verheirateten Frau beginnt, dass einige Menschen "Neger verabscheuen".
    Einige Personen werden von der Autorin sehr detailliert und fast liebevoll beschrieben, während andere etwas blass im Hintergrund bleiben.
    Sowohl die englische als auch die französische Polizei tappen im Dunklen, Hercule Poirot folgt seinen "kleinen grauen Zellen" und kann den Mörder selbstverständlich überführen - nachdem der Leser fast alle Beteiligten im Geist des Mordes bezichtigt hat. Auch andere Verwicklungen warten auf Enthüllung: wer ist denn nun die langverschollene Tochter und Erbin der Verstorbenen? Ja, alles erfährt eine Erklärung: einiges ist gut nachvollziehbar, anderes hinterlässt zumindest ein kleines Fragezeichen - aber wir haben eben alle nicht die "kleinen grauen Zellen" von Hercule Poirot!


    Fazit: ein netter, spannender Krimi. Ich habe es genossen, ihn zu lesen, Interessant auch für Menschen, die auch mal etwas "historisches" Lesen möchten. 

    Kommentare: 5
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    histerikers avatar
    histerikervor einem Jahr
    Ein typischer Agatha Christie Krimi

    Inhalt:
    Eine Frau wird im Flugzeug während der Reise von Frankreich nach England ermordet. Hercule Poirot ist auch einer der Passagiere der erten Klasse und wird sogar zum Teil des Mordes verdächtigt.

    Bewertung:
    Typisch Agatha Christie - nur eine begrenzte Anzahl der Verdächtigen, fast jeder hatte einen Motiv und die Gelegenheit. Nur die Mordwaffe macht einen stutzig.
    Man liest und hat zwar einige Verdächtige immer auf dem Schirm, aber Ahnung hat man keine. Gleichzeitig ist das Ende aber schon plausibel und man kann sich gut vorstellen, wie es passiert ist. Es erfordert zwar etwas Vorstellungskraft, ist aber nicht schlimm.
    Die Charaktere sind auch typisch für Agatha Christie Romane, weites Spektrum der Gesellschaft und der lebensentwürfe wird abgedeckt. So ist das Buch auch ein Spiegel der damaligen Gesellschaft.

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    ShineOns avatar
    ShineOnvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein ausgezeichneter Krimi mit einem Ende, das man so nie erwartet hätte.
    Mord in einem Flugzeug

    Anfang:

    Die Septembersonne brannte heiß auf den Flughafen Le Bourget, als die Passagiere über das Rollfeld liefen und in die Prometheus stiegen, die in Kürze nach Croydon abheben sollte.


    Hercule Poirot sitzt in einem Flugzeug nach Croydon. Während des Fluges wird jedoch die Leiche eine älteren Frau entdeckt, namens Madame Giselle. Der Detektiv kann es natürlich nicht lassen und mischt sich in die Ermittlungen der britischen Polizei ein. Natürlich kann der Mord nur von den Anwesenden im vorderen Teil des Flugzeugs begangen worden sein. Doch wer von ihnen hatte die Gelegenheit und das Motiv?

    Während seinen Ermittlungen stößt Poirot auf die unterschiedlichsten Informationen und muss die wichtigen von den unwichtigen trennen. Wird er den Mörder finden oder war es der perfekte Mord, denn niemand in dem Flugzeug scheint etwas gesehen zu haben...

    Mein erster Krimi mit Hercule Poirot und ich bin schon ganz in den kleine Belgier vernarrt. Poirot begeistert sowohl mit Charme, als auch mit Intelligenz. Ein wirklich spannendes Buch, das für jeden Krimi Fan, ob jung oder alt, geeignet ist.

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    JuliaSchus avatar
    JuliaSchuvor 3 Jahren
    Tolle Handlung zum Mitraten


    Wer liebt sie nicht? Diese überaus charmanten Abenteuer des belgischen Detektives Hercule Poirot. Eine Mischung aus Charme, Intelligenz und Arroganz macht ihn zu einem der wunderbarsten Literaturdetektive unserer Zeit. Bei dem Roman „Tod in en Wolken“ hat sich Frau Christie wieder etwas besonders schönes ausgedacht, was sich in der Vergangenheit als Erfolg erwies: Ein Mord in einem geschlossenen Raum – einem Flugzeug. Der Täter muss unter den Fluggästen sein, oder etwa nicht? Eine spannende Geschichte, der sich der Meisterdetektiv annimmt.


    Hercule Poirot fliegt von Frankreich nach England. Nicht zu glauben, aber wahr: Vor seinen Augen wird eine der Damen an Bord umgebracht. Doch niemand hat etwas gesehen – nicht nur das: Hercule Poirot hat nichts gesehen. In Frage kommen nur 13 Personen, doch wer hatte Kontakte zu der alten Lady und wer hatte ein Motiv? Es wird noch brisanter, denn scheinbar wurde die Dame mit einem vergifteten Pfeil aus einem Blasrohr ermordet. So viel Exotik auf so kleinem Raum. Wer der 13 Anwesenden konnte unbemerkt einen Pfeil abschießen? Und warum hat niemand etwas bemerkt oder war in der Nähe des Opfers? Die grauen Zellen des Detektivs arbeiten bereits auf Höchsttouren.

    „Tod in den Wolken“ ist ein tolles Buch, das alles hat, was man sich bei einem guten Poirot so wünscht. Die Handlung ist durchdacht und die Auflösung unerwartet. Schon bei „Tod auf dem Nil“ und „Mord im Orientexpress“ fand ich es spannend, dass der Täter niemand unbekanntes sein kann. Wie langweilig wäre es doch, wenn der Täter erst auf den letzten Seiten mitspielen würde. Nein, hier ist er von Anfang an involviert und der Leser kann kunterbunt herumraten, wer es wohl sein könnte.
    Die Figuren sind gut gezeichnet, auch wenn man manchmal nicht genau weiß, wer noch mal der-und-der war, allerdings bekommt man die wichtigen Menschen schnell unter einen Hut. Im Mittelpunkt steht ja sowieso immer Poirot, der mit seinem Verstand besticht – und meiner Meinung nach auch mit seiner Arroganz. Manchmal schweift die Handlung ein wenig ab, doch man kommt atemberaubend schnell durch den Roman, da der flüssige Stil perfekt zum Buch passt. Man liest dieses Buch gern und wartet geradezu auf die berühmte Auflösung, die zumeist auf den letzten 40 Seiten beginnt.

    Wer noch keinen Hercule Poirot Roman gelesen hat, sollte möglichst schnell damit beginnen. „Tod in den Wolken“ ist ein gelungenes Buch, wenn es auch nicht unbedingt mit den Topsellern von Agatha Christie mithalten kann. Dennoch – Spannung garantiert! Von mit gibt’s 4 Sterne für den charmanten Belgier, der sich mit Flugübelkeit herumschlagen muss und deshalb einen Mord verpasst.

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    swantjesbuechers avatar
    swantjesbuechervor 5 Jahren
    Tod in den Wolken

    "Hercule Poirot fliegt für sein Leben ungern. Erst recht nicht mit einer Leiche an Bord. Es bedarf schon seiner kleinen grauen Zellen, um dahinter zu kommen, wie Marie Morisot hoch über den Wolken zu Tode kam. Der Meisterdetektiv hat die Wahl zwischen einer Wespe und einem Blasrohr …Doch richtig staunt Poirot erst, als er erkennt, warum die Dame daran glauben musste …"

    Hach :-(  Ich bin ein bisschen traurig.
    Dies war für's erste der letzte Agatha Christie - Roman, den ich lesen werde. Die 6-teilige Box, die Bianca mir geliehen hat ist ausgelesen. (Wobei die Rezensionen zu "Mord im Pfarrhaus" und "Der Tod auf dem Nil" noch folgen.) Jetzt wird erst einmal eine Pause eingelegt.
    (Aber ich habe schon in sämtlichen Büchereien in der Nähe nachgeschaut -> Die Auswahl ist sehr vielversprechend!!!)

    Wieder einmal gehen meine Gefühle am Ende des Buches in zwei völlig verschiedene Richtungen: Begeisterung und Enttäuschung.
    Zum einen kann ich einfach nicht anders als total beeindruckt und begeistert von dem Fall und seiner Lösung durch Hercule Poirot zu sein! Wie er sie am Ende der Geschichte mal wieder präsentiert und dabei jeden seiner Gedankenschritte genau erläutert... ich liebe das einfach!
    Und dann gleichzeitig diese Enttäuschung: Schon wieder falsch... Mein super genialer Verdacht war mal wieder ein Schuss in den Ofen. Dabei fand ich meine gedankliche Vorgehensweise wirklich gut! Ich glaubte dieses Mal nicht nur einfach irgendeinen Verdacht zu haben, der eher durch den Zufall begründet wurde, sondern sogar die Zusammenhänge hinter dem Mord zu verstehen! Pustekuchen. Nicht einmal annähernd.

    Geht es euch eigentlich auch so? Oder schüttelt ihr nur die Köpfe über mich, weil ich nie auf die Lösungen komme?
    Also ich finde hier ist überhaupt nichts vorhersehbar...

    Zu Beginn des Buches werden die verschiedenen Passagiere an Bord des Fliegers auf besondere Art vorgestellt. Man erfährt über jeden eine Kleinigkeit, indem ihre Gedanken wiedergegeben werden. Immer wieder taucht diese Gedankenwiedergabe verschiedener Personen auf. Mir hat das sehr gut gefallen und ich darf darauf hoffen, dass diese Methode auch in weiteren Hercule Poirot - Romanen angewandt wird! Eigentlich wollte ich an dieser Stelle wieder verschiedene Zitate aus dem Buch einfügen, doch waren leider keine Post-Its in der Nähe, so dass ich mir die Stellen leider nicht merken konnte.
    Ihr müsst mir also wohl oder über vertrauen, wenn ich euch von dem Charme und Witz vorschwärme, die dieses Buch umgeben!

    Ich muss zugeben, ich bin in der Zwischenzeit (,wenn nicht schon von Anfang an) etwas voreingenommen. Wenn ich schon lese, dass Hercule Poirot derjenige ist, der ermitteln wird, stiehlt sich bereits ein Lächeln in mein Gesicht. Ich gehe automatisch davon aus, dass dieses Buch ebenfalls gut sein wird, und so wurde ich auch bisher nicht enttäuscht!

    Es wäre mir ein Vergnügen den kleinen Belgier einmal persönlich kenne zu lernen :-) Doch da das so gut wie unmöglich ist, werde ich mich wohl damit zufrieden geben müssen, seine Bücher zu verschlingen!
    (Die oben erwähnte Pause, wird wohl nicht allzu lange andauern!)

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    Stefan83s avatar
    Stefan83vor 7 Jahren
    Hercule Poirot geht in die Luft

    Wer hat es denn bloß getan?

    Auch im elften Krimi aus der Reihe um den belgischen Meisterdetektiv ist dies die zentrale Frage für den Leser. Und wieder einmal schafft es die Queen of Crime, Agatha Christie, darauf in äußerst spannender Form eine Antwort zu geben. Die Herausforderung, stets etwas Neues zu finden, um ihr Publikum zu unterhalten, hat die Autorin ihr Leben lang begleitet. Und stets, dies zeigen ihre Werke ganz deutlich, hat sie diese auch zu meistern gewusst. "Tod in den Wolken" ist da keine Ausnahme.

    In der Glanzzeit der klassischen "Whodunit"-Krimis veröffentlicht, greift sie das Motiv des geschlossenen Raums auf, welches schon John Dickson Carr exponentiell häufig in seinen Büchern verwandt hat, und wählt für die Handlung des Plots einen für die damalige Zeit ungewöhnlichen Schauplatz aus - ein Flugzeug. Obwohl Mitte der 30er Jahre der Flugverkehr in Europa stark zunahm, war das Reisen in der Luft immer noch nur den Privilegierten vorbehalten, größere Passagiermaschinen gar eine extreme Seltenheit am Himmel. Umso besser, muss sich Christie gedacht haben. Kommt wenigstens niemand anderes auf die Idee.

    Die Story sei kurz angerissen: Hercule Poirot will schnellstmöglich nach England zurückkehren und wählt daher, trotz ausgeprägter Flugangst, die Mittagsmaschine in Le Bourget, Frankreich. Die "Prometheus", mit 21 Plätzen in zwei Abteilen, ist voll besetzt. Zwei Stewards kümmern sich um das leibliche Wohl der Gäste und versuchen den Flug über den Kanal so angenehm wie möglich zu gestalten. Poirot selbst zieht die Sicherheit des Schlafes vor, um einen peinlichen Panikanfall zu vermeiden und entschlummert schon kurz nach dem Start. Ein Fehler, wie sich nur allzu bald herausstellt, denn Madame Giselle, eine bekannte Geldverleiherin aus Paris, segnet kurz darauf das Zeitliche. Ein Herzanfall wird schnell ausgeschlossen, denn Poirot, durch den mysteriösen Tod die Turbulenzen des Flugs vergessend, entdeckt eine kleine Wunde am Hals samt vergifteten Pfeil. Einen Mord direkt unter seinen Augen kann der belgische Detektiv keineswegs dulden, schon gar nicht wenn der Täter die Dreistigkeit besitzt, das offensichtlich für die Tat benutzte Blasrohr unter seinem Platz zu platzieren. Fieberhaft setzt er von nun an alles daran, das unentwirrbare Dickicht um eine Wespe, einen doppelten Kaffeelöffel und eine Vielzahl unter der Oberfläche schwelender Liebeleien zu lüften...

    Nach dem eher faden Vorgänger "Nikotin" hat Christie hier wieder bewiesen, wie sehr sie die Grenzen des Genres zu beherrschen weiß: Ein Täter, der aus dem Kreis der uns vorgestellten Personen stammt, ein übersichtlicher Schauplatz und versteckte Hinweise, die es dem Leser ermöglichen, selbst den Täter zu enttarnen. Natürlich findet nicht der gesamte Krimi an Bord der Maschine statt, ein Flug über den Kanal wäre dafür zu kurz, aber auch die nachträglichen Ermittlungen Poirots, dem von Seiten der Friseurin Jane Grey und dem Zahnarzt Norman Gale einiges an Hilfe zuteil wird, versprühen den typisch britischen Whodunit-Charme.

    Der ein oder andere wird vielleicht den tapsigen Captain Hastings vermissen. Mich persönlich hat dies wenig gestört, da man seine Rolle mit Inspector Japp und Fournier von der Pariser Sureté quasi doppelt besetzt hat und die stattseiner für deduktive Fehler und übereifrige Schlussfolgerungen zuständig sind. Fehler, die der Meisterdetektiv natürlich geduldig und wie immer arg selbstgefällig korrigiert. Im Finale erläutert er uns (ich habe wieder mal daneben getippt) die wahren Geschehnisse und sorgt mit der Enttarnung des wahren Täters wieder mal für überraschtes Staunen.

    Insgesamt ist "Tod in den Wolken" ein wendungs- und temporeicher "Whodunit", der mit einer gehörigen Prise Nostalgie und viel kriminalistischer Finesse blendend unterhält und für mich zu den besten Werken von Agatha Christie zählt. Allen Fans dieses Genres bedenkenlos zu empfehlen.

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    Penelope1s avatar
    Penelope1vor 8 Jahren
    Rezension zu "Tod in den Wolken" von Agatha Christie

    Hier hat die "Queen of Crime" wieder einmal einen "Mord in geschlossenen Räumen" dargestellt: eine Passagierin des Fluges von Le Bouget nach England verlässt das Flugzeug nicht lebend - Madame Giselle, eine Geldverleiherin. Sie wurde vergiftet, mit einem Giftpfeil, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Biene hat... Doch wie war es möglich, inmitten der anderen anwesenden Passagiere - einen Mord zu begehen,, ohne dass es einen Zeugen gibt? Sogar der berühmte belgische Detektiv Hercule Poirot, selbst einer der Passagiere, steht zunächst vor einem Rätsel. #Wer von den Mitreisenden hatte am ehesten die Möglichkeit, an das Gift heranzukommen, wer die passende Mord-Gelegenheit, wer ein mögliches Motiv... ? Doch er behält die Kontrolle, die Übersicht und ermittelt auf seine eigene Art...

    Ein Krimi von Agatha Christie, der mir bisher unbekannt war. Gespannt verfolgte ich die Ermittlungen des Belgiers H. Poirot und versuchte ebenfalls, den Mörder/die Mörderin zu ermitteln. Doch wie immer gelingt es Agatha Christie gekonnt, falsche Fährten zu legen und jeden der Passagiere verdächtig erscheinen zu lassen.
    Mir gefällt an diesem Werk, dass es eben wirklich der Unterhaltung dient, keine allzu großen Ansprüche stellt und es somit auch für eine "leichte" Lektüre geeignet ist. Die Charaktere bleiben in ihrer Anzahl begrenzt und somit überschaubar, sodass es nicht schwer fällt, den Überblick zu behalten.

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    ralluss avatar
    rallusvor 8 Jahren
    Rezension zu "Tod in den Wolken" von Agatha Christie

    Spannendes Buch um einen Mord in einem Flugzeug, plötzlich ist auch Poirot verdächtigt. Und das bei seiner Höhenangst, doch Poirot meistert auch diesen Fall gekonnt und souverän. Durch die Kammerspielartige Atmosphäre hat dieser Fall seinen eigenen Reiz

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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Apfelgruens avatar
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    Diesmal wollen wir gemeinsam einen weiteren Fall Hercule Poirots lesen: "Tod in den Wolken".

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