Und dann gab's keines mehr

von Agatha Christie und Sabine Deitmer
4,5 Sterne bei238 Bewertungen
Und dann gab's keines mehr
Bestellen bei:

Neue Kurzmeinungen

Buchgespensts avatar

Ein genialer Krimi, perfekt konstruiert, doch das Motiv am Ende ist schwach. 4 1/2 Sterne!

StefanieFreigerichts avatar

Der meistverkaufte Krimi aller Zeiten, aber dennoch irgendwie nie einer meiner Favoriten gewesen. Ich mag diese Kammerspiele nicht...

Alle 238 Bewertungen lesen

Auf der Suche nach deinem neuen Lieblingsbuch? Melde dich bei LovelyBooks an, entdecke neuen Lesestoff und aufregende Buchaktionen.

Inhaltsangabe zu "Und dann gab's keines mehr"

§Eine kleine Insel vor der Küste Devons, ein geheimnisvoller Gastgeber und ein gnadenloses Unwetter - sobald das Meer sich beruhigt, werden vom Festland Boote und Menschen kommen. Und sie werden zehn Tote und ein ungelöstes Problem auf der Insel finden.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783596511143
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Fischer (TB.), Frankfurt
Erscheinungsdatum:13.10.2009
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.07.2006 bei Der Hörverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

Neu
4,5 Sterne
Filtern:
  • 5 Sterne153
  • 4 Sterne67
  • 3 Sterne14
  • 2 Sterne2
  • 1 Stern2
  • Sortieren:
    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor 15 Tagen
    Kurzmeinung: Ein genialer Krimi, perfekt konstruiert, doch das Motiv am Ende ist schwach. 4 1/2 Sterne!
    Großartig konstruierter Gänsehautkrimi

    Eine mysteriöse Einladung lockt zehn einander völlig fremde Menschen auf eine einsame Insel. Der erste Abend im luxuriösen Herrenhaus stellt ihnen nicht wie erhofft den Gastgeber vor, sondern kündigt ihren baldigen Tod an: Jeder von ihnen sei ein Mörder und würde die Insel nicht wieder verlassen. Noch am selben Abend beginnt der grausige Countdown.

    Mit diesem Krimi hat Agatha Christie ein geniales Schauerstück vorgelegt, das den Leser zum elften Gast der Insel macht. Man spürt beim Lesen förmlich wie sich die Schlinge zuzieht. Wenn man sich den Originaltitel „Zehn kleine Negerlein“ vor Augen führt, weiß man wie perfide der unbekannte Mörder hier herunterzählt. Bitterböse, undurchschaubar und gnadenlos ist der Leser den Ereignissen ausgeliefert. Auch wenn jeder der Protagonisten zum Mörder gestempelt wird, sind sie bei weitem nicht alle unsympathisch. Im Gegenteil. Von der schüchternen Sekretärin über den warmherzigen Arzt bis zum liebenswerten General wachsen einem die Charaktere ans Herz. Als Leser steht man den Morden genauso hilflos gegenüber wie die Figuren. Obwohl man immer wieder die Perspektive wechselt und so stets einen neuen Blickwinkel gewinnt, kommt man dem Mörder nicht auf die Spur.

    So brillant die Geschichte auch ist, das Motiv war mir am Ende zu dürftig. Deswegen bleiben 4 ½ Sterne.

    Kommentieren0
    20
    Teilen
    StefanieFreigerichts avatar
    StefanieFreigerichtvor einem Monat
    Kurzmeinung: Der meistverkaufte Krimi aller Zeiten, aber dennoch irgendwie nie einer meiner Favoriten gewesen. Ich mag diese Kammerspiele nicht...
    Der erfolgreichste Kriminalroman aller Zeiten laut Wikipedia

    Zehn kleine Negerlein (AC 26) 
    1944 in deutscher Erstausgabe im Scherz Verlag erschienen unter dem Titel „Letztes Weekend“, übersetzt von Anna Katharina Rehmann-Salten, ab 1982 unter dem Titel „Zehn kleine Negerlein“ (meine Ausgabe). Nach 1985 neue Übersetzung durch Ursula Gail, dann wieder neu 2003 durch Sabine Deitmer, jetzt mit dem Titel „Und dann gabs keines mehr“. 
    O: 1939 „Ten Little Niggers“. In den USA 1940 als „And Then There Were None“ – mit Rücksicht auf die afroamerikanische Bevölkerung. Informationen aus Wikipedia.

    Eine Insel vor der Küste von Devon, in meiner Ausgabe namens „Nigger Island“ (in späteren Ausgaben wurde wohl „Nigger“ ersetzt durch „Indian“). Zehn Personen befinden sich fast gleichzeitig auf dem Weg zu dieser Insel und treffen spätestens dort aufeinander, alle entweder auf eine Einladung hin oder wegen eines Arbeitsplatzes. Bald wird einer von ihnen nach einem Schluck aus seinem Glas zusammenbrechen – tot. Und direkt vorher erhielt jeder von ihnen eine schwerwiegende Anklage.

    • Richter Lawrence Wargrave
    • Vera Claythorne
    • Captain Philip Lombard
    • Miss Emily Brent
    • General Macarthur
    • Dr. Armstrong 
    • Tony Marston 
    • Mr. Blore
    • Dienerehepaar Mr. Und Mrs. Rogers.
    Sowie Fred Narracott

    Die Handlung entspricht dem klassischen Kammerspiel-Plot,. Der Täter kann nicht von außen stammen – oder doch? Dann müsste er unter den Anwesenden zu finden sein, doch was ist das Motiv? Das Buch ist Christies erfolgreichstes und laut Wikipedia der meistverkaufte Kriminalroman aller Zeiten, jedoch kein Favorit von mir. Warum? Ich mag keine Kammerspiel-Plots, wenn dabei einer nach dem anderen stirbt (im Gegensatz zu beispielsweise "Mord im Orientexpress", den liebe ich), möchte die Option eines Außenstehenden zumindest hypothetisch haben (bei Christie ist es NIE ein Außenstehender). Außerdem zweifele ich an, wie bei den Morden die korrekte Reihenfolge einhaltbar gewesen sein soll, von den offensichtlich „leichteren“ Taten zu Beginn abgesehen. Speziell die Reihenfolge zum Ende, das ist…naja. 

    Auch die Auswahlkriterien für die „Angeklagten“ stören mich, teils kann man wirklich eher von grob fahrlässiger Tötung ausgehen (Armstrong, Marston). Bei Brent und Blore findet sich nicht einmal das, nur Meineid und vielleicht unterlassene Hilfeleistung (Bigotterie ist nun mal kein Verbrechen).

    Es bleibt, dass Christie wirklich ein Schelm ist. U.N.Owen? Bitte einmal laut aussprechen, daraus wird dann „unknown“. Zeitgeist: S. 8 „Der kleine Jude hatte verdammt geheimnisvoll getan.“ sowie „Allerdings hatte er das Gefühl gehabt, dass sich der kleine Jude nicht täuschen ließ – das war das verdammte bei den Juden, man konnte ihnen in Geldsachen nichts vormachen..." Das wird ja Christie immer gerne vorgeworfen, ich lese das aber zunehmend so, als dass sie den Antisemitismus ihrer Zeit oft durch einen ihrer Charaktere (und NIE durch einen der netten, unschuldigen) darstellt (so wie auch die Vorbehalte gegen Ausländer, Künstler, ...die "üblichen Verdächtigen", an anderer Stelle). Beim Täter bleibt hier der Beigeschmack, dass es definitiv seit frühester Jugend gewisse zweifelhafte Neigungen gab – das Recht zu Selbstjustiz bleibt damit nach meiner Meinung durch die Autorin in der Diskussion.

    3 Sterne. Ich mag diesen Roman einfach nicht wirklich.

    Kommentieren0
    16
    Teilen
    FriederikeAs avatar
    FriederikeAvor einem Monat
    Kurzmeinung: Eine Insel. Ein Sturm. 10 Männer und Frauen. Jeder kann ein Mörder sein....
    ein spannendes Kammerspiel


    Eine Insel. Ein Sturm. 10 Männer und Frauen. Und ein Mord nach dem anderen…
    Agatha Christies 1939 erstmals erschienener Roman „Und dann gabˋs keines mehr“ ist ein spannend konstruierter Krimi in Form eines Kammerspiels. 10 Männer und Frauen treffen auf einer kleinen, von der Umwelt abgeschiedenen Insel in einem Hotel zusammen. Alle wurden eingeladen oder eingestellt, doch der Gastgeber bzw. Arbeitgeber ist nicht vor Ort. Und jeder hat einen dunklen Punkt in der Vergangenheit…
    Was wie ein idyllischer Urlaub beginnt, entwickelt sich schnell zu einem Albtraum. Denn schon am ersten Abend meldet sich – über ein Grammophon – die Stimme des ominösen Gastgebers und klagt alle Anwesenden an, einen Mord begangen zu haben. Und dann stirbt einer nach dem anderen, das Drehbuch der Morde scheint einem makabren zehnstrophigem Kinderlied zu folgen, das noch dazu in den Zimmern des Hotel nachzulesen ist. Und draußen tobt der Sturm.
    Wer ist der Täter? Zusammen mit den – immer weniger werdenden – Inselgästen rätseln wir. In kurzen Kapiteln erfahren wir nach und nach mehr über die Beteiligten. Dabei gerät so gut wie jeder in Verdacht. Das Misstrauen unter den Überlebenden wird immer größer… ob es gelingt, den Täter zu enttarnen, die Morde zu stoppen? Die Nerven liegen blank. Auch beim Lesen… 
    Agatha Christie versteht ihr Handwerk. „ Und dann gabˋs keines mehr“ ist ihr meistverkauftes Werk und noch heute – nach beinahe 80 Jahren – spannender als viele aktuelle Krimis, die ich gelesen habe. Die Spannung baut sich eindringlich auf, die Handlung lädt zum Miträtseln und Mitfiebern ein, es gibt überraschende Wendungen (nicht nur, wenn wieder einmal ein Hauptverdächtiger ums Leben kommt) und am Ende wird auch noch alles nachvollziehbar aufgeklärt. Dass es dabei an einigen Stellen ein wenig konstruiert wirkt, hat mich nicht gestört. Wer diesen Krimiklassiker noch nicht kennt, sollte sofort loslegen sich auf ein paar wunderbar kurzweilige Lesestunden freuen. 

    Kommentare: 2
    9
    Teilen
    Tobias_Damaschkes avatar
    Tobias_Damaschkevor einem Monat
    Kurzmeinung: Einer der besten Krimis aller Zeiten.
    Agatha Christie in Höchstform.

    Und dann gab's keines mehr mit nur zehn Jahren zu lesen kann einen durchaus prägen. Es war mein erstes Agatha Christie-Buch und gleichzeitig mein erster Krimi. Auf der einen Seite großartig, denn so wurde mir schon sehr früh vor Augen geführt, welche Sogwirkung dieses Genre entfalten kann. Auf der anderen Seite vielleicht etwas nachteilig, denn bis heute habe ich keinen anderen Krimi gefunden, der mich ähnlich fesseln konnte.
    Wenn man nicht weiß, was gespielt wird, ist das hier Spannung pur. Es ist nicht besonders schlimm, dass wir die vielen Charaktere am Anfang nicht näher kennenlernen, denn im Verlauf der Handlung wird vieles klarer und am Ende sowieso. Wie es die Autorin schaffte, ab einem bestimmten Punkt im Buch jede einzelne Szene auf gleichbleibend hohem Spannungsniveau zu halten, ist sehr beeindruckend. Man kann prima miträtseln, die eigenen Theorien spinnen und am Ende trotzdem überrascht werden. Klar, vollkommen realistisch ist das hier nicht - aber wenn es so fesselnd ist wie hier, stört mich das überhaupt nicht.

    Kommentieren0
    2
    Teilen
    katzenminzes avatar
    katzenminzevor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Toller Fall der Queen of Crime! Spannend und gruselig.
    Eine Insel voller Mörder...

    Eine Insel voller Mörder...

    Hier haben wir einen Krimi der unbestrittenen Queen of Crime, der einmal mehr ohne einen ihrer bekannten Ermittler auskommt. Dafür haben wir ein äußerst spannendes Setting: Zehn Leute werden unter verschiedensten Vorwänden auf eine Insel gelockt und dort damit konfrontiert, dass jeder von ihnen in seiner Vergangenheit für den Tod eines Menschen verantwortlich war. Nun will sie offenbar jemand dafür zur Rechenschaft ziehen. Genau wie in dem Kinderreim „Zehn kleine Negerlein“ stirbt nach und nach einer der Zehn. Da sie abgeschnitten auf einer Insel festsitzen ist Rettung erst einmal nicht in Sicht und was die Spannung noch erhöht: Der Mörder muss einer von ihnen sein! Nur wer?

    Das war wieder ein toller Fall zum mitraten, rätseln und ein bisschen gruseln. Die Zusammensetzung der Charaktere ist gut gelungen, es gibt einen Arzt, eine Sportlehrerin, einen pensionierten Richter, einen Lebemann, einen Polizisten, ein Butlerehepaar und einige mehr. Das Misstrauen untereinander ist natürlich enorm. Wem kann man trauen? Wer hat sich wo aufgehalten? Wer muss als nächstes sterben? Und stimmen die Anschuldigungen, dass sie alle Mörder sind? Ich könnt mir die Geschichte auch ganz wunderbar in einer moderneren und etwas reißerischen Form vorstellen. Aber auch bei Christie mit dem Fokus auf dem „Whodunnit“-Rätsel ist es eine sehr spannende Geschichte. Einzig die Auflösung fand ich nicht komplett gelungen und an der ein oder anderen Stelle ein klein wenig zu konstruiert. Bis dahin aber ein großartiger Fall ohne Längen, der beste Unterhaltung in Christie-Stil verspricht!

    Kommentieren0
    11
    Teilen
    J
    Jana_Engelsvor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Gutes Buch für Krimifans. Die Story liest sich spannend, obwohl ich die Auflösung letztlich etwas abwegig fand.
    Spannend aber sehr unwahrscheinlich

    Die Story greift den alten Kinderreim "Zehn kleine Negerlein" auf und hangelt sich mit den zehn beteiligten Personen daran entlang. Alle zehn reisen einer Einladung folgend auf die Insel des ihnen unbekannten Mr. Owen. Zu Beginn des Buches werden alle Charaktere vorgestellt, es wirkt anfangs ein bisschen unübersichtlich, aber da getreu des Abzählreims einer nach dem anderen verschwindet, relativiert sich das im Laufe der Story.

    Die Geschichte ist spannend erzählt. Es gibt häufige Perspektivwechsel, in jeden der Protagonisten kann man sich hineinversetzten. Zwischenzeitlich war ich irritiert davon, dass die Überlegungen der Figuren einerseits recht scharfsinnig waren und sie andererseits sagen wir mal sehr naiv unterwegs waren.

    Die Story an sich ist schlüssig, obwohl mir das Ende recht gezwungen und mehr als abwegig erscheint. Es ist wohl Geschmacksache, dass mir das Buch mit offenem Ende, mit Blick auf die eigentliche Tragik und ohne zusammenfassende, detaillierte Erklärung der Beweggründe und Geschehnisse besser gefallen hätte.

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    Ascari0s avatar
    Ascari0vor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ein Klassiker, der auch heute noch Spannung erzeugen kann!
    Und dann gab's ...

    Agatha Christie kann es einfach. Man merkt dem Buch zwar seine Entstehungszeit an, besonders was den Schreibstil betrifft, aber es braucht keine nervenzerfetzenden Szenen, um hier Spannung zu erzeugen! Sie entsteht auch mit einfachen Worten aus der Situation heraus, in der sich die "Gäste" auf der Insel befinden ...

    Der Epilog löst die Geschichte und den Fall dann sehr ungewöhnlich auf, auch wenn ich zwischendurch auch den Gedanken hatte, dass ... Aber halt, mehr schreibe ich jetzt nicht, wäre ja unfair :D.

    Wie auch immer: Das Buch verdient sein Prädikat "meistverkaufter Kriminalroman aller Zeiten" meiner Meinung nach zurecht!

    Kommentieren0
    8
    Teilen
    Effi86s avatar
    Effi86vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Wow! Ein richtig spannendes Buch, das mich bis zum Ende hat rätseln lassen.
    Bis zum Ende spannend!

    Die Story: Zehn völlig unterschiedliche Menschen werden auf eine abgelegene Insel eingeladen. Doch was zur eigentlichen Erholung gedacht ist, wird bald zu einer tödlichen Angelegenheit.

    Auf den Punkt gebracht: Ein unglaublich spannender Mystery-Roman, dessen Rätsel man bis zum Ende kaum erraten kann.

    In mehr Worten:

    "In der Ecke des Raucherabteils erster Klasse saß Richter Wargrave, frisch pensioniert, paffte eine Zigarre und überflog mit aufmerksamen Auge die politischen Nachrichten in der Times."

    Dieses Buch wird aus allen zehn Sichten erzählt, sodass man schnell zwischen den verschiedenen Charakteren wechselt und die Spannung dadurch erhalten bleibt. Ohne ihr Wissen werden diese zehn Menschen auf eine Insel bestellt, weil sie sich eines Mordes schuldig gemacht haben sollen, der ihnen gesetzlich nicht nachweisbar ist.

    Zu ihnen zählen der pensionierte Richter Wargrave, eine junge Sportlehrerin namens Vera Claythorne, das charmante Schlitzohr Philip Lombard, der unmoralische Lebemann Anthony Marsten, der grobe Polizist Blore, der erfolgreiche Arzt Armstrong, das bewirtende Ehepaar Rogers, der alternde General MacArthur und die höchst gläubige Emily Brent.
    Richtig sympathisch wirkt keiner der zehn und sobald der erste Mord geschieht, beginnt man als Leser diese seltsamen Menschen genauer unter die Lupe zu nehmen und vertraut ihnen von Seite zur Seite weniger.

    Angelehnt sind die Morde an einen Kinderreim, was die Taten noch gruseliger macht und nicht nur einmal eine Gänsehaut beschert, obwohl das Buch weder sehr blutig, noch – im Vergleich zu etlichen Büchern der heutigen Zeit – übermäßig gewalttätig daherkommt.
    Vielleicht entwickelt das Buch gerade deshalb eine ihm eigene Sogwirkung. Selten habe ich derart mitgefiebert und gerätselt, um am Ende dennoch nicht auf die Lösung zu kommen.

    "Man spielte sich nichts mehr vor – auf oberflächliche Konversation wurde verzichtet. Aus ihnen waren fünf Feinde geworden, einzig durch den gemeinsamen Trieb zur Selbsterhaltung aneinander gekettet." (S. 195)

    Neben der Neugierde wissen zu wollen, wer die zehn für ihre Taten büßen lässt, fragt man sich zugleich auch, ob sie ein solches Schicksal verdient haben. Auf eine verdrehte Art ist es durchaus gerecht, dass sie zur Rechenschaft gezogen werden, auch wenn die Umsetzung und Art natürlich eine ganz andere Geschichte ist.

    Was Agatha Christie hier geschaffen hat, ist meiner Meinung nach ein kleiner Geniestreich, der zu recht hoch gehandelt wird und mich sehr beeindruckte.

    Fazit:
    Und dann gabs keines mehr ist spannend, unvorhersehbar und fesselt durch seinen rätselhaften Plot von der ersten bis zur letzten Seite. Unbedingt lesen!

    Kommentieren0
    1
    Teilen
    sechmets avatar
    sechmetvor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Ein bekannter Kinderreim als Grundlage für den vielleicht perfekten Mord.
    Ein Kinderreim als Krimi / Thriller

    Eine Gruppe von zehn Personen, Männer und Frauen, aus den verschiedensten Gesellschaftlichen Kreisen, bekommen eine Einladung, welche sie auf eine abgeschiedene Insel vor der Küste Devons lockt. Der Gastgeber ist ein gewisser U.N. Owen, welcher unsichtbar bleibt. Während die Gesellschaft zum Dinner zusammen sitzt, ertönt von einem alten Grammophon die Stimme des Gastgebers und verheißt nichts Gutes. Ein Gast nach dem anderen kommt zu Tode und die verbliebenen versuchen herauszufinden, wer der Mörder unter ihnen ist…

    Agatha Christie hat hier wohl eines ihrer Meisterwerke geschaffen. Wenn nicht sogar das Meisterwerk. Morde, die nach einem Kinderreim von 1869 geschehen. Dementsprechend wird dieser alte Zählreim auch mehrfach zitiert. Es ist einfach grandios, wie von den sieben Männern und drei Frauen einer nach dem anderen exakt dem Kinderreim folgend ermordet wird. Und die ganze Zeit fragt man sich, wer die elfte Person, also der Mörder, auf der Insel ist. Oder ist es doch einer der Gruppe?

    Dieser Roman erschien 1939 noch unter dem Titel „Ten Little Niggers“ wurde dann aber für die USA bereits in „Ten Little Indians“ umbenannt und dann später in den noch heute gebräuchlichen Titel „And Then There Where None“. Selbst in Deutschland erfuhr dieser Roman Umbenennungen. So lautete der Titel 1944 noch „Letztes Weekend“. Erst 1982 bekam der Roman den Titel „Zehn kleine Negerlein“ welcher dann 2002 / 2003 dem internationalen Titel entsprechend in „Und dann gab’s keines mehr“ umbenannt wurde. Somit erfuhr auch dieser Roman im Laufe der Jahre die politische Korrektheit. Hier betraf es nur den Titel, dafür enthält der Roman als Einleitung eine Entschuldigung für die rassistischen Wörter des Kinderreims bzw. des Namens der Insel.

    Abschließend bleibt aber die Tatsache, dass dieser Thriller ein zeitloser Klassiker ist. Die Morde nach einem Kinderreim zu konstruieren ist einfach genial. Nicht nur für Fans von Agatha Christie ein absolutes Muss. Ich kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen, der gerne mal einen Krimi oder Thriller liest. Aber auch jedem, der mal in dieses Genre rein schnuppern möchte.

    Kommentieren0
    12
    Teilen
    grules avatar
    grulevor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Super spannend, ich bin kaum weggekommen :-)
    Und es waren alle tot...

    Man nehme 10 Personen, eine Insel, ein Gedicht und einen Mörder und es ergibt....

    einen unglaublich spannenden Krimi zumindest wenn man Agatha Christie heißt.

    War ich doch zunächst etwas skeptisch, ob mich diese 10 Personen, die ich als Leser doch ein wenig verwirrend fand, auch ausreichend sortieren könnte, so war es doch kein Problem. Spätestens als sie begannen zu sterben.

    Auf einer einsamen Insel landen 10 völlig verschiedene Personen, die aus den unterschiedlichesten Gründen, manche sehr seltsam, kommen. Schnell stellt sich heraus, das nicht alles ist wie es scheint und eine rätselhafte Stimme, die mit Mordbeschuldigungen um sich schmeißt, bringt die Sache dann ins Rollen.

    Ich kann dieses Buch echt empfelen für jeden, der einen guten, sehr spannenden Krimi sucht. Er ist toll geschrieben, in einer fließenden und schönen Sprache und zog mich regelrecht in seinen Bann. Das alte Mörderspiel "Wer war es" lebendig und mit jedem Opfer packender. :-) 

    Kommentieren0
    1
    Teilen

    Gespräche aus der Community zum Buch

    Neu
    Apfelgruens avatar
    Herzlich willkommen zu einer weiteren Agatha-Christie-Leserunde!

    Im September lesen wir zusammen "Und dann gab's keines mehr".

    Und dann gabs keines mehr ist der 26. Kriminalroman von Agatha Christie. Er erschien im Vereinigten Königreich am 6. November 1939 im Collins Crime Club unter dem Titel Ten Little Niggers.

    In den USA erschien der Roman mit Rücksicht auf die afroamerikanische Bevölkerung im Januar 1940 bei Dodd, Mead and Company unter dem seit 1985 auch in Großbritannien und international verwendeten Titel And Then There Were None. Die erste deutschsprachige Ausgabe erschien 1944 im Scherz Verlag (Bern) unter dem Titel Letztes Weekend in der Übersetzung von Anna Katharina Rehmann-Salten.  Ab 1982 wurde dann der Titel Zehn kleine Negerlein verwendet. 1985 wurde der Roman von Ursula Gail neu übersetzt. Für die Neuübersetzung von Sabine Deitmer 2003 wurde dann der bis heute verwendete Titel Und dann gabs keines mehr gewählt.

    In den englischsprachigen Ausgaben wurde ab 1985 nicht nur, sofern nicht bereits früher geschehen, der Titel geändert, sondern auch der Schauplatz von Nigger Island in Indian Island umbenannt und alle sonstigen Verwendungen des heute als massiv rassistische Beleidigung geltenden Begriffs Nigger durch Indian ersetzt. Dies bot sich an, da der Kinderreim in seiner ältesten bekannten Fassung tatsächlich Ten Little Indians heißt. (Quelle: Wikipedia)


    Die Leserunde beginnt am 20.9. und wir freuen uns über jeden, der mit uns lesen möchte!
    Zur Leserunde

    Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

    Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach

    Hol dir mehr von LovelyBooks