Agnès Desarthe

 3,5 Sterne bei 54 Bewertungen
Autorin von Mein hungriges Herz, Verliebt? Ich doch nicht! und weiteren Büchern.

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Neue Rezensionen zu Agnès Desarthe

Cover des Buches Die Chance ihres Lebens (ISBN: 9783772530159)miss_mesmerizeds avatar

Rezension zu "Die Chance ihres Lebens" von Agnès Desarthe

Agnès Desarthe - Die Chance ihres Lebens
miss_mesmerizedvor 8 Monaten

Eine Chance, die sie nicht ausschlagen können. Hector erhält das Angebot einer Gastprofessur an einer amerikanischen Universität. In Paris fühlen sie sich nach den Anschlägen auf Charlie Hebdo ohnehin nicht mehr wohl und so brechen sie gemeinsam in die neue Welt auf. Hector lebt sich sofort an seinem neuen Arbeitsplatz ein, der sonst eher zurückhaltende und unscheinbare Philosoph wird plötzlich bewundert, die Frauen scharen sich nur so um den 60-Jährigen. Seine Frau Sylvie hingegen hat größere Schwierigkeiten in der neuen Umgebung anzukommen, ihr bisherigen Dasein wird durcheinandergeworfen und darin verliert sie sich selbst. Ihr Sohn Lester, der im Flugzeug einer Eingebung folgend beschlossen hat, sich zukünftig nur noch „Absalom Absalom“ nennen zu lassen, lebt sich auf ganz eigene Weise in seiner High-School ein.

 

„Das Leben von ihnen dreien würde so radikal auf den Kopf gestellt, dass das Motto von Edwina, ihrer Schwiegermutter, hier doch einmal passte: „Sich immer wundern, aber nie die Fassung verlieren.““

 

Agnès Desarthe folgt in ihrem Roman dem klassischen dramatischen Aufbau. Der verheißungsvolle Aufbruch, erste Störungen des Gleichgewichts, der dramatische Höhepunkt und das etwas übereilte Ende, das einen Punkt hinter das Abenteuer Amerika setzt. Dazwischen explorieren die Figuren wo sie angekommen sind in ihrem Leben, vor allem Sylvie analysiert und hinterfragt, wo nach fast vier Jahrzehnten ihre Ehe steht, die sich in Paris noch in einer perfekt austarierten Balance befand, die durch Hectors unerwartete neue Popularität ins Wanken gerät.

 

„Sylvie weiß es nicht. Ich liebe dich, sagt sie in Gedanken, an Hector gerichtet. Dann sagt sie: Ich liebe dich nicht. Ihr scheint, dass keiner der beiden Sätze richtig ist.“

 

Die Ehe von Sylvie und Hector folgt ganz eigenen Gesetzen. Er der denkende Intellektuelle, der seine Frau benötigt, um ihm die Bestätigung zu geben, die ihm sonst verwehrt wird. Zwar hat er eine hohe Position erreicht, aber in Paris scheint er eher unscheinbar. Die eigensinnige Definition Sylvies von Freiheit - kein Beruf engt sie ein, keine Tätigkeit schreibt ihr einen Tagesablauf oder Gemütszustand vor - hat ihn von je her fasziniert und lässt Sylvie trotz der körperlichen Veränderungen, die mit dem Alter unweigerlich einhergehen, immer noch eine begehrenswerte Frau für ihn sein. Nichtsdestotrotz verfällt er der Bewunderung der Amerikanerinnen, stellt jedoch seine Ehe zu keinem Zeitpunkt in Frage.

 

„Sind Sie auch Professorin?“ „Nein“, antwortete Sylvie leise. „Ich bin nichts.“

 

Auch Sylvie empfindet ihre Verbindung ähnlich, sie weiß bald von den Affären, beobachtet diese sogar, doch mehr noch als an der Ehe zu zweifeln, hinterfragt sie ihr Selbstbild und die Art, wie sie ihr Leben eingerichtet hat. Sie ist nicht Hausfrau und Mutter, verweigert sich diesen Definitionen ganz aktiv, doch in der Ferne, herausgerissen aus dem bekannten Umfeld, stellt sie ihr Lebensmodell infrage und fühlt sich genötigt, neue Wege zu gehen.

 

Lester erfindet sich selbst völlig neu. In einem religiösen Wahn glaubt er, erleuchtet zu sein und schart seine Mitschüler wie ein Sektenführer um sich. Hörig folge sie ihm und lassen sich von seinem Geist beseelen.

 

Drei Figuren, die gemeinsam ausbrechen und sich selbst ganz neu erleben oder definieren. Eine Chance fürwahr, doch ob dieser Neuanfang auch Glück bringt? Ein ruhiger Roman, der sehr eng bei den Gedanken der Familienmitglieder ist und ihre Zweifel und Emotionen offenlegt. Außergewöhnliche Charaktere, von denen ebenso eigenwillig erzählt wird.

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Cover des Buches Die Chance ihres Lebens (ISBN: 9783772530159)Dominikuss avatar

Rezension zu "Die Chance ihres Lebens" von Agnès Desarthe

Französischer Stil
Dominikusvor 8 Monaten



Die französische Schriftstellerin Agnès

Desarthe beschreibt in ihrem Roman „Die Chance ihres Lebens“ das Leben einer Familie.

Hector, Sylvie und ihr 14jähriger Sohn Lester ziehen für einige Zeit von Paris in die USA. Hector hat dort eine Professur.


Sylvie erzählt in einem wahren Stakkato von ihren Emotionen und den Beobachtungen ihres Mannes und Sohnes.

Sie sind beide um die 60 Jahre alt, sie sind spät Eltern geworden.

Hector lebt sich gerne aus. 

Lester fängt an etwas eigenartig zu werden. Er nennt sich plötzlich Absalom- Absalom.


die Autorin schreibt über das Älter werden in einer Partnerschaft. Dazu gehört viel Geduld und Liebe.

Der Schreibstil ist echt französisch. Eigentlich ist das nicht ganz mein Geschmack, aber Agnes Desarthes Art in dieser Roman gefällt mir.


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Cover des Buches Die Chance ihres Lebens (ISBN: 9783772530159)yellowdogs avatar

Rezension zu "Die Chance ihres Lebens" von Agnès Desarthe

Eine französische Familie in den USA
yellowdogvor 8 Monaten

Das Buch erzählt die Geschichte von einer französischen Familie: Hector, Sylvie und der Sohn Lester, der gerne lieber Absolom Absolom genannt werden möchte.

Da Hector eine Gastprofessur an der Universität von South Carolina bekommen hat, ziehen sie für eine gewissen Zeit in die USA. Das ist besonders für Sylvie eine große Umstellung. Doch auch Hector gerät auf Abwege und Lester findet eine ganz eigene Rolle für sich und seine Freunde.


Nicht nur die Figuren sind ein wenig eigenwillig, auch die Erzählart ist es. Sowohl die Familie als auch die Autorin empfinde ich als so liebenswürdig wie versponnen.

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Agnès Desarthe wurde am 03. Mai 1966 in Paris (Frankreich) geboren.

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