Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris

von Agnès Martin-Lugand 
3,6 Sterne bei10 Bewertungen
Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (7):
talishas avatar

Am Anfang nervig naiv, zum Ende hin Klasse: die faszinierenden Geschichte über ambivalente Persönlichkeiten überrascht.

Kritisch (3):
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Enttäuschend trivialer, überzogener Roman mit einer schrecklich naiven Protagonistin

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Inhaltsangabe zu "Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris"

Mit ihren Kleidern erobert sie ganz Paris – doch wer erobert ihr Herz?

Iris droht in ihrem kleinbürgerlichen Leben zu ersticken. Ihre Ehe verläuft schon lange nicht mehr glücklich, und ihr Job in einer Bank deprimiert sie. Einziger Lichtblick ist ihre Nähmaschine, mit der sie voller Herzblut wunderschöne Kleider schneidert. Nach einem Streit mit ihrem Mann reist sie kurz entschlossen nach Paris, um sich dort ihren Lebenstraum zu erfüllen und eine professionelle Ausbildung zur Schneiderin zu beginnen. Ihre ungewöhnliche neue Chefin Marthe ist sofort begeistert von ihrem Talent und bietet ihr ein kleines Atelier an. Iris' Glück scheint sich endlich zu wenden – bis sie Gabriel kennenlernt, der alles auf den Kopf stellt …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783734106880
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:288 Seiten
Verlag:Blanvalet
Erscheinungsdatum:19.11.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    talishas avatar
    talishavor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Am Anfang nervig naiv, zum Ende hin Klasse: die faszinierenden Geschichte über ambivalente Persönlichkeiten überrascht.
    Lächerliche Nähversuche

    Die französische Autorin erzählt die Geschichte von Iris, die Zeit ihres Lebens immer nur beleidigt oder belächelt wurde, sobald es um ihr grosses Hobby, dem Nähen, ging.  Lächerliche Nähversuche - hiess es seitens der Eltern, die etwas Besseres aus ihrer Tochter machen wollten.  Ihn ihrem Job ist sie unglücklich und ihr Mann Pierre belächelt sie ebenso. Als  Iris heraus findet, dass ihre Eltern ihr willkürlich etwas enorm Wichtiges verschwiegen haben, fühlt sich um ihr Leben betrogen. Jetzt reicht es ihr endgültig und endlich getraut sie sich ihr Talent zu entfalten und meldet sich für eine Nähschule in Paris an. Bald wird sie zur Wochenaufenthalterin in Paris, was für Spannungen mit Pierre führt.  

    In der Hauptstadt trifft sie auf Nähstudioleiter Philippe, Mäzenin Marthe und Jules, den Butler. Und Gabriel, Marthes Ziehsohn. Gabriel hat ein "Gschleick" mit den Frauen, alle liegen ihm zu Füssen und freuen sich, wenn er Einladungen ausspricht. Nicht so Iris. Doch durch soviel Beachtung von einem Mann wirkt Gabriels Charme schnell bei ihr - vielleicht auch nur um sich und Pierre zu zeigen, dass sie nach wie vor attraktiv ist und durchaus Chancen bei Männern hat. 

    Bis zur Mitte des Buches regte mich Iris auf: erst bricht sie aus, dann ist sie genau gleich wie zuvor, nämlich naiv und gefügig.  Zuerst lässt sie sich von ihren Eltern gängeln, dann von ihrem Mann unterdrücken und als hätte sie nichts gelernt, auch von Marthe.  Das nervte mich total - ich überlegte bereits, ob ich das Buch abbrechen soll. Zum Glück habe ich es nicht getan, denn n ach und nach rivalisieren sich einige der Charaktere und der eigentlich banale Roman entwickelt auf einmal eine grosse psychologische Tiefe. 
    Insbesondere die bipolare Marthe und die Macht, die sie ausstrahlt und anwendet, fand ich sehr faszinierend dargestellt. Wie da alles zusammenhing mit  Marthe, ihrem verstorbenen Ehemann Jaques und Gabriel, ja besonders dessen Charakter und Geschichte - und was am Ende dabei herauskam, wird einfach ergreifend erzählt. 

    Der Plot ist fast schon abgedroschen, also nichts, was man nicht schon irgendwo gelesen hätte. Doch die Ausarbeitung der Figuren macht diesen Roman zu etwas Besonderem. Die Autorin ist Psychologin, kein Wunder. 

    Fazit:   "Entre mes mains le bonheur se faufille" - In meine Hände schleicht sich das Glück - ob Iris das auf der letzten Seite wohl sagen kann? Lasst euch von der faszinierenden Geschichte über ambivalente Persönlichkeiten überraschen.
    5 Punkte.  

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    Buchfluestern82s avatar
    Buchfluestern82vor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Die ersten 200 Seiten fand ich spitzenklassen, mit dem Ende konnte ich mich aber nicht anfreunden.
    Meiner Meinung nach macht das Ende das ganze tolle Buch kaputt ... Schade!

    Die ersten 200 Seiten fand ich mehr als nur toll. Ich war mir sicher, dieses Buch bekommt eine 5*-Bewertung mit Sondersternchen. Die Geschichte las sich flüssig und es knisterte vor Spannung und Liebe.
    Nach zwei Dritteln erfährt die Geschichte aber eine Wendung, mit der ich mich nicht anfreunden konnte. Ohne zu viel zu verraten: Für mich war das Ganze nicht nachvollziehbar und komplett losgelöst vom ersten Teil der Geschichte. Dementsprechend blieb ich nach der letzten Seite enttäuscht zurück.

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    Frau_Kochleses avatar
    Frau_Kochlesevor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ungewöhnlich & irgendwie spannend ...
    Unerwartete Story...

    Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris
    von Agnés Martin-Lugand

    «Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris», ein Roman von Agnés Martin-Lugand, erschienen im November 2017 im blanvalet Verlag.

    Glücklich ist Iris schon lange nicht mehr. Weder ihre Ehe, noch ihr Job in einer Bank erfüllen sie. Ihr einziger Rückzugsort ist der Platz an der Nähmaschine. Mit ihr kreiert sie voller Herzblut wundervolle Kleider. Als ein Streit mit ihrem Mann seinen Lauf nimmt, beschließt Iris kurzentschlossen nach Paris zu reisen, um dort ihren Lebenstraum verwirklichen zu können und beginnt eine professionelle Ausbildung zur Schneiderin. Von ihrem Talent ist ihre ungewöhnliche Chefin Marthe sofort begeistert und bietet ihr ein kleines Atelier an. Alles scheint sich zum Guten zu wenden, wenn nicht plötzlich Gabriel vor ihr stehen würde, der alles auf den Kopf stellt...


    Der Roman «Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris» faszinierte mich zuallererst durch das Titelbild. Farbenfroh, fröhlich, kleine Details richtig positioniert & in Verbindung mit dem Titel, klang der Roman für mich sehr interessant. Dem Klappentext zu urteilen, musste der Roman genau das Richtige für mich sein.

    Ich startete das Buch und spürte schon am Anfang eine unglaubliche Taktlosigkeit - ob von Iris Familie oder ihrem Mann - von beidem wurde sie nicht verstanden und absolut nicht ernst genommen. Schon leicht klischeehaft wurde Iris in die Schublade der mittelalterlichen Zeiten gesteckt. Doch Iris Traum war ein ganz anderer, den ihre Familie damals nicht akzeptieren wollte und so Schicksal spielte. Gespannt verfolgte ich Iris Vorgehen und wurde in ein Strudel merkwürdiger und skurrilen Erlebnisse gezogen, die mich fesselten und ahnungslos da sitzen ließen. So war ich in der Geschichte gefangen und durch den unprätentiösen Schreibstil, der sehr angenehm und flüssig zu lesen war, konnte ich mich in Iris Geschichte unbeschwert hineinversetzen. Ab Mitte des Romans, während ich die Charaktere schon ein wenig kennenlernen konnte, und mir somit auch die etwas ungewöhnliche Chefin von Iris, Marthe, nahegebracht wurde, fragte ich mich des Öfteren, was mit dieser Frau nicht stimmte?! Ihre bestimmte, herrische und dominante Art, die im selben Moment aber auch von einer lieben und friedlichen Form abgeklatscht wurde, verwirrte mich und stellten ein paar offene Fragen da. Das Ende war für mich absolut nicht vorhersehbar und bis zum endgültigen Auflösen, hatte ich keinen Schimmer, was das Geheimnis dieser Geschichte war. Den Charakter «Gabriel» konnte ich erst im Laufe der Story Sympathie schenken. Überhaupt bekam die Geschichte zum Ende hin, einen etwas bitteren Beigeschmack, mit dem ich nicht gerechnet habe.

    Dieser Roman hat mich überrascht! Ich hatte irgendwie andere Erwartungen und wurde trotzdem von dieser Story gefesselt. Das Nähen rückt keinesfalls in den Hintergrund und doch spielen noch ganz viele andere Emotionen in diesem Buch eine große Rolle.

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    Monika58097s avatar
    Monika58097vor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Anders als erwartet, aber gut!
    Anders als erwartet, aber gut!

    Iris ist eine junge Frau Anfang 30, gefangen in einer langweiligen Ehe und einem ebenso langweiligen Job bei einer Bank. Dabei gilt ihre größte Leidenschaft doch dem Schneidern von Kleidung. Von ihrer Familie wird sie deshalb nur belächelt. Doch dann erhält Iris die Chance ihres Lebens. Sie kündigt ihren Job bei der Bank und fährt für ein halbes Jahr nach Paris, um dort an einem Kurs im Atelier der außergewöhnlichen Marthe teilzunehmen. Die ältere Dame erkennt sofort Iris´ Talent und fördert sie von Stund an. Allerdings will Marthe sie nicht nur zu einer der besten Schneiderinnen ausbilden, sie versucht sie auch zu formen, zu einem Geschöpf, das allein ihr gehört. Doch da ist auch noch Gabriel, der Mann, dem alle Frauenherzen zuzufliegen scheinen. Auch Iris fühlt sich zu ihm hingezogen...

    Verwirrend finde ich den Titel der Geschichte, denn bei Iris handelt es keinesfalls um eine Mademoiselle, sondern um eine Madame. Iris ist schließlich eine verheiratete Frau. Wer hier wie ich zu Beginn eine verträumte Geschichte vermutet, die im malerischen Paris angesiedelt ist, wird schnell erkennen müssen, dass diese Geschichte ganz anders ist. Ich habe mir zwar etwas ganz anderes unter Titel und Cover vorgestellt, dennoch hat mir die Geschichte sehr gut gefallen. 

    Natürlich weiß man zu Beginn des Buches, wie die Geschichte ausgehen wird, aber ist das schlimm? Nein. Ich erwarte hier gar keine tiefer greifende Geschichte. Ich erwarte eine Geschichte, die mich verzaubert, die mir einen schönen Nachmittag bei einer wunderbaren Kanne Tee bereitet. 

    "Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris" ist unterhaltsam, aber auch geheimnisvoll und spannend, was an der Person der Marthe liegt. Marthe, der die Menschen zu Füßen liegen, die aber auch eine geheimnisvolle Macht auszuüben scheint. Die Geschichte selbst ist wie ein modernes Mädchen mit der Hauptperson Iris, die sich vom Aschenputtel zur schönen Prinzessin mausert. 

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    zauberblumes avatar
    zauberblumevor 10 Monaten
    Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum!

    "Das kleine Atelier der Mademoiselle Iris" ist nun mein zweiter Roman, den ich von der französischen Autorin Agnés Martin-Lugand gelesen habe. Und dieses Mal entführt uns die Autorin wieder in meine Lieblingsstadt Paris. Hier dürfen wir eine aufregende Zeit verbringen.

    Die Geschichte: Iris hat schon immer gerne geschneidert und Kleider entworfen. Doch sie hat sich dem Willen ihren Eltern gebeugt. Nun arbeitet sie in einer Bank und ist ständig frustriert. Auch ihre Ehe mit einem Arzt ist in einer Sackgasse gelandet. Ihr einziger Lichtblick ist nun ihre Nähmaschine, mit der sie in ihrer Freizeit voller Herzblut wunderschöne Kleider schneidert. Eines Tages ist sie mutig, sie kündigt ihre Arbeit in der Bank und bewirbt sich um eine Ausbildungsstelle zur Schneiderin. Nach einem Streit mit ihrem Mann reist sie nach Paris, um sich endlich ihren Traum zu erfüllen. Ihre ungewöhniche Chefin Marthe ist sofort begeistert von ihrem Talent und bietet ihr ein kleines Atelier an. Iris´ Glück scheint sich endlich zu wenden - bis sie Gabriel kennenlernt, der alles auf den Kopf stellt .....

    Wieder einmal hat mich die Autorin mit ihrer Geschichte total begeistert. Ich war sofort mittendrin im Geschehen. Ich lerne unsere Protagonistin Iris kennen, verstehe ihren Frust und ihren Ärger. Wie würde man sich verhalten, wenn man nach vielen Jahren einem Geheimnis auf die Spur kommt? Nicht einfach. Für mich hat Iris das einzig Richtige gemacht. Eine mutige Frau, die ihren Weg geht. In ihrer Ehe hat sich auch ganz schön einstecken müssen. Die Arztgattin - eigentlich müßte sie sich doch glücklich schätzen oder etwa nicht? Ich bin mit Iris nach Paris gereist, sehe das kleine Atelier vor mir. Iris Begeisterung ist förmlich zu spüren und ihre Kreationen ein Gedicht. Ich sehe all die wunderbaren Kleider vor mir. Nur die Chefin war mir etwas suspekt. Bei manchen Dingen stockte mir beim Lesen der Atem. Und dann ist da Gabriel. Auch ihn umgibt ein Geheimnis. Doch wird Iris hier in Paris ihr Glück finden und wird sich ihr Traum erfüllen? Ich habe meinen Aufenthalt in Paris sehr genossen.

    Ein absolutes Gute-Laune-Wohlfühlbuch für unterhaltsame Lesestunden. Das Cover ist ja auch ein echter Hingucker. Gerne vergebe ich für diese traumhafte Lektüre 5 Sterne und freue mich auf das nächste Buch der Autorin.

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    Ritjas avatar
    Ritjavor 10 Monaten
    Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Schade.

    Das dieses Buch keine anspruchsvolle Lektüre sein wird, war mir schon vor dem Lesen klar. Aber so eine leichte Geschichte für zwischendurch kann ja auch etwas Schönes sein. Bei diesem Buch war ich jedoch schnell von Mademoiselle Iris genervt und konnte ab der Hälfte des Buches nur noch mit dem Kopf schütteln. Hier wurden alle Klischees ausgepackt, die es so gibt. Iris ist unglücklich in ihrem Beruf und in ihrer Ehe und so nimmt sie noch einmal ihren Traum in Angriff. Nun dachte ich, dass da eine schöne Geschichte rund um die verrückte Modewelt mit einem Blick hinter die Kulissen kommt und die kleine Liebesgeschichte dazu - perfekt. 
    Leider durfte Iris sich in dieser Geschichte nicht weiterentwickeln. Sie kam aus der Provinz und war verhuscht, naiv und ohne Selbstbewußtsein. Auch im Laufe der Zeit blieb sie es. Erst ließ sie sich von ihrem Mann vorschreiben, was geht und was nicht und dann schrieben es ihr andere Menschen vor. Und Iris? Sie passte sich Paris an und empfand es als stark und selbstbewußt. Da muss man sich doch wundern. Was hat sich denn geändert? Von einer Abhängigkeit in die nächste Abhängigkeit zu wechseln, hat nichts mit gewachsenen Selbstbewußtsein zu tun. 
    Die Autorin versucht zudem mit Gabriel und ihr die kleine Version eines berühmten Buches nachzuspielen. Aber es wirkte nur plump und so vorhersehbar, dass man schon ahnte, was kommen wird und dadurch wurde es langweilig. Die Unterwürfigkeit von Iris nervte mich schnell, denn sie war nicht, wie man vielleicht annehmen könnte 20 Jahre, sondern schon Anfang 30 und benahm sich phasenweise wie ein Teenager. Außerdem wurde ihr mangelndes Selbstbewußtsein immer wieder in kleinen Dosen der Provinz, in der sie lebte, zugeschrieben, was für ein wunderbares Klischee.
    Das Ende war zwar einerseits überraschend (Marthe), aber wenig überzeugend und aus meiner Sicht auch überzogen und unglaubwürdig. Andererseits ist das eingetreten, was man schon lange ahnte (Gabriel und Iris).

    Ichhabe schon einige gute Bücher von französischen Schriftstellern gelesen. Sie hatten meistens diese typische französische Leichtigkeit und den Charme, der hier völlig fehlte. Mich konnte das Buch nicht überzeugen. Schade. 

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    schnaeppchenjaegerins avatar
    schnaeppchenjaegerinvor 10 Monaten
    Kurzmeinung: Enttäuschend trivialer, überzogener Roman mit einer schrecklich naiven Protagonistin
    Enttäuschend trivialer, überzogener Roman mit einer schrecklich naiven Protagonistin

    Seit ihrer Kindheit hat Iris eine Leidenschaft für das Nähen liebt es Modelle zu entwerfen und zu schneidern. Ihre Eltern haben ihre Pläne nie unterstützt, weshalb Iris letztlich keine Schneiderlehre machte, sondern auf eine Handelsschule ging. Als die 32-Jährige von ihrem Bruder erfährt, dass sie nach der Schule doch bei einer Schneiderschule angenommen worden war, ihre Eltern ihr die Zusage allerdings vorenthalten hatten, beschließt sie - trotz der Einwände ihres Ehemannes, der ohnehin kaum Zeit für sie hat - eine Ausbildung zur Schneiderin in Paris zu beginnen. 
    Inhaberin des Ateliers, in welchem Iris unterrichtet wird, ist die ältere Dame Marthe, die das Talent von Iris nach ihren ersten Entwürfen erkennt und sie unter ihre Fittiche nimmt. Iris soll für Marthe eine ganz neue Garderobe schneidern. Iris fährt an den Wochenenden zurück zu ihrem Ehemann Pierre, der jedoch weiterhin kaum Zeit für sie hat und seine Arbeit im Krankenhaus vorschiebt. Iris ärgert sich über ihn und sein Desinteresse an ihrer Arbeit. 
    In Paris geht sie schon bald nicht mehr zur Schule, da sie den Unterricht in den Augen von Marthe gar nicht nötig habe. Sie arbeitet in dem Atelier fortan für Marthe, die sie an den Abenden in die feine französische Gesellschaft einführt. Von den Damen erhält sie zahlreiche Aufträge für neue Kleider. Im Rahmen dieser Soirées lernt sie Gabriel, den Ziehsohn von Marthe kennen, der mit jeder Frau flirtet und auch Iris hemmungslos umgarnt. Sie ist seinem Charme schnell verfallen, hält sich aber aufgrund ihrer Ehe, obwohl sie in ihr unglücklich ist, zurück. Auch Marthe sieht die Verführungsversuche Gabriels kritisch und scheint Iris vor ihm zu schützen. 
    Als die Streitereien des Ehepaares an den Wochenenden zunehmen und Pierre bewusst wird, dass er Iris verliert, wenn er sich nicht ändert, nimmt er sich Zeit für sie und beginnt Interesse an ihrer Arbeit zu zeigen. Er besucht sie sogar in Paris, wo er sieht, wie erfolgreich seine Frau inzwischen ist. Zur Rettung ihrer Ehe beschließt Iris, nach Hause zu kommen, um dort ein Atelier zu eröffnen und bekommt daraufhin die Wut von Marthe zu spüren...
    Iris ist eine Frau, die sich erst von ihren Eltern ihr Leben hat bestimmen lassen und sich dann ihrem Mann untergeordnet hat, der ihn ihr nicht viel mehr sah, als die zukünftige Mutter seiner Kinder. Als sie sich mit 32 Jahren endlich dazu entschließt, ihren Traum zu leben und ihre Leidenschaft des Nähens zu ihrem Beruf zu machen, begibt sie sich nach Paris, wo sie sich nicht emanzipiert, sondern sich von der autoritären und herrischen Marthe herumkommandieren und wie ein kleines Kind behandeln lässt. Für Gabriel wird sie dagegen zu seinem Lustobjekt, das vermeintlich unerreichbar erscheint. Die unsichere Iris gerät von einer Unterdrückung in die nächste, auch wenn sie endlich ihren Traum an der Nähmaschine auslebt. 
    Der Roman spielt in der Welt der Mode, der Kreativen und der Schönen und Reichen. Es ist ein Buch über eine Frau, die im Schatten ihres Mannes steht, dann aus dem kleinbürgerlichen Leben ausbricht, nur um dann einer tyrannischen Mentorin zu gefallen, die in Iris mehr sieht, als ihre Schülerin bzw. Assistentin. Iris ist naiv und merkt viel zu lange nicht, wie sie von Marthe vereinnahmt wird, sie zu einem Klon ihrer Gönnerin wird. 
    Ich hatte mir von dem Roman mehr Charme und vor allem mehr Selbstbewusstsein der Protagonistin auf der Suche nach ihrem persönlichen Glück versprochen. Ich war regelrecht genervt von ihrer unterwürfigen Art, der sehr stereotypen Charaktere und der flachen, belanglosen Handlung sowie der klischeehaften Darstellung des Gegensatzes Provinz - Hauptstadt. Auch wenn die Zukunft von Iris letztlich vorhersehbar war, hatte ich die im letzten Drittel offenbarten Enthüllungen in Paris nicht so erwartet. Das Ende war dann unnötig spektakulär und übertrieben inszeniert.  

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    K
    KENAvor 6 Monaten
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    Datahavor 9 Monaten
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    ThePassionOfBooksvor 10 Monaten

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