Agnes Hammer

 3,7 Sterne bei 212 Bewertungen
Autorin von Ich blogg dich weg!, Herz, klopf! und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Agnes Hammer

Agnes Hammer wurde 1970 in Kirchen/Sieg geboren und wuchs in einem kleinen Dorf im Westerwald auf. Sie ging dann nach Köln, um Deutsche Philologie, Philosophie und Soziologie zu studieren. Nach ihrem Studium begann sie in einem großen Bildungszentrum zu arbeiten. Im Sept. 2008 veröffentlichte Loewe dann "Bewegliche Ziele", das vom Deutschlandfunk unter die "Besten 7" des Monats November gewählt wurde. Für "Herz, klopf!" wurde ihr vom Deutschen Literaturfond e.V., dem Arbeitskreis für Jugendbuchliteratur und dem Maison Heinrich Heine (Paris) das "Kranichsteiner Stipendium für Jugendliteratur" verliehen, eines der höchstdotiertesten Stipendien im Bereich der Jugendliteratur. Im gleichen Jahr folgte das "Kurd-Laßwitz-Stipendium" der Stadt Gotha, das es Hammer ermöglicht, im Sommer 2011 in Gotha zu leben, dort ihr nächstes Buch zu schreiben und das kulturelle Leben mitzugestalten.

Alle Bücher von Agnes Hammer

Cover des Buches Ich blogg dich weg! (ISBN: 9783785577066)

Ich blogg dich weg!

 (83)
Erschienen am 18.03.2013
Cover des Buches Herz, klopf! (ISBN: 9783407744579)

Herz, klopf!

 (34)
Erschienen am 03.03.2014
Cover des Buches Dorfbeben (ISBN: 9783732004249)

Dorfbeben

 (30)
Erschienen am 12.12.2016
Cover des Buches Nacht, komm! (ISBN: 9783407744951)

Nacht, komm!

 (27)
Erschienen am 14.07.2014
Cover des Buches Regionalexpress (ISBN: 9783839001301)

Regionalexpress

 (16)
Erschienen am 09.01.2012
Cover des Buches Bewegliche Ziele (ISBN: 9783732007790)

Bewegliche Ziele

 (15)
Erschienen am 22.08.2016
Cover des Buches Nächster Halt: Dschihad (ISBN: 9783785583043)

Nächster Halt: Dschihad

 (7)
Erschienen am 18.01.2016

Interview mit Agnes Hammer

Beschreibung

Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich schreibe eigentlich Geschichten, seit ich lesen und schreiben kann, wenn auch mit Unterbrechungen. Vieles ist nie für eine Veröffentlichung gedacht, sondern eher ein Ausprobieren. Der erste Text, der von mir erschienen ist („Bewegliche Ziele“), wurde in der ersten Fassung in ein paar Wochen im Sommer geschrieben und dann – mit großen Pausen dazwischen- zwei Jahre lang immer wieder verändert. Ich habe ihn dann im „Hans-im-Glück“-Wettbewerb der Stadt Limburg eingereicht, und er erreichte dort den dritten Platz. Dann habe ich mich nach einer Agentin umgesehen, und Alexandra Legath von der Agentur Weniger konnte ihn dann bei Loewe unterbringen.

Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Momentan lese ich alles von Christine Nöstlinger, was ich in die Finger kriegen kann. Vieles habe ich als Jugendliche schon einmal gelesen, und ich bin oft ganz verwundert, an wie viel ich mich erinnere: An bestimmte Wendungen und an bestimmte Ausdrücke, die Nöstlinger in ihren Texten erfindet und die bei mir anscheinend in einem „passiven Lese/Wortschatz“ gespeichert sind. Ich mag Nöstlingers Wienerisch und wie sie „Geschichten von nebenan“ erzählt.

Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Das ist ganz unterschiedlich. Bei „Bewegliche Ziele“ hatte ich ein Bündel Briefe, die mit mein damaliger Freund aus den JVAs, in denen er saß, geschrieben hat. Damals war ich sechzehn, und lebte nicht gerade in einem behüteten Umfeld. Als ich die eigentliche Idee zu den fünf Jugendlichen in „Bewegliche Ziele“ hatte, machte ich gerade die Weiterbildung zur Anti-Aggressions-Trainerin und musste irgendwohin mit den ganzen Gefühlen, die diese Weiterbildung bei mir ausgelöst hat. Bei „Herz, Klopf!“ habe ich Lissy geträumt und bin mit der Figur im Kopf aufgestanden. Das war merkwürdig, weil alles, was ich mir später für Lissy ausgedacht habe, schon in diesem Traum angelegt war. Die erste Idee zu „Dorfbeben“ hatte ich, als ich meine Mutter auf einer Seniorenfahrt bis nach Rom und Assisi begleitet habe. Das war in den frühen Neunzigern. Ich saß meistens im Bus, schaute auf die Autobahn und träumte mir die Geschichte zusammen. Die Annahme, die ich oft über mich lese, nämlich, dass ich diese Texte schreibe, weil ich sozial benachteiligte Jugendliche unterrichte, ist ziemlich verkürzt. Ich unterrichte diese Jugendlichen, weil ich vieles aus ihrem Leben kenne. Und diese – meine eigenen Erfahrungen – kommen auch in meinen Texten vor.

Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Natürlich mache ich Lesungen, und treffe dort Leser und Leserinnen. Oft ergibt sich dann eine Diskussion, die sich um „Gewalt“ dreht und wie man damit umgehen soll. Gewalt, Mobbing und wie man sich dagegen wehrt, ist einfach ein großes Thema. Aber ich lese im Internet auch Blogs, wo sich Leser – meistens sind es ja Leserinnen – ganz unbefangen austauschen. Richtig berührt bin ich, wenn eine Schulklasse eines meiner Bücher gelesen hat, und dann eine Sammelrezension im Netz schreibt. Oft sind das Jugendliche, die sonst nicht lesen, und wenn sie dann etwas mit meinen Texten anfangen können… Das ist schön! Im letzten Jahr habe ich Ausschnitte aus „Bewegliche Ziele“ in die Klasse für den Externen Hauptschulabschluss mitgenommen und daran geübt, Personen zu charakterisieren. Das war für mich sehr spannend, weil die Schüler nicht wussten, dass es Texte von mir waren. Ich hab’s ihnen aber zum Schluss gesagt und mich bedankt. Meine Schüler und Schülerinnen im Berufsbildungszentrum wissen normalerweise nicht, dass Bücher von mir erschienen sind. Die Leseeindrücke der Jugendlichen in meinem privaten Umfeld, meine Nichten und von Mädchen, die ich vom Reitstall her kenne, sind oft ehrlicher und in gewisser Weise „unverbildeter“ als die der Erwachsenen, und das hilft mir viel für den Text, an dem ich arbeite.

Wann und was liest Du selbst?

Da ich kein Auto habe, lese ich oft in der Straßenbahn und im Zug. Und abends im Bett, oder Sonntag nachmittags auf dem Sofa. Wenn mich ein Buch richtig packt und ich am nächsten Tag nicht früh aufstehen muss, lese ich auch schon mal eine Nacht durch. Ich lese alles – also momentan bin ich ja in der Nöstlinger-Phase - und halte die Unterscheidung zwischen Unterhaltungs- und ernster Kultur für Quatsch. Ein Text darf anstrengend sein, darf mich ärgern oder mich zum Heulen bringen. Ansonsten halte für mich an das, was Joyce Carol Oates sagt: „Lies viel und ohne dich dafür zu entschuldigen. Lies, was du lesen willst und nicht, was du lesen sollst.“

Neue Rezensionen zu Agnes Hammer

Cover des Buches Herz, klopf! (ISBN: 9783407744579)Sally_Pagehearts avatar

Rezension zu "Herz, klopf!" von Agnes Hammer

Denken und Erleben der Randgruppen
Sally_Pageheartvor 2 Monaten

Inhalt (direkte Abschrift vom Buch): 

 Franka ist verschwunden. 

Seit Weiberfastnacht. 

Sie kauert in einer kleinen dunklen Kiste und spürt ihr Herz klopfen. 

Noch. 

Draußen macht sich Lissy auf die Suche nach ihrer Freundin. 

Aber wer immer Franke in seiner Gewalt hat, er ist jetzt auch hinter Lissy her… 

 

Meine Meinung: 

Zu Beginn der Geschichte wird Lissy und ihre Freundin personifiziert. Lissy wird als Hauptprotagonistin in den Vordergrund gerückt. Die Freundinnen verarbeiten gerade aktuelle Ereignisse ihres Heimatortes – ein Mädchen wird vermisst. 

 Lissy lebt mit ihrer Mutter am Existenzminimum, sie ist verhaltensauffällig. Der Vater ist ein obdachloser Alkoholiker. Agnes Hammer zeichnet da Bild einer Jugendlichen, zwischen Angst, Wut, Unsicherheit und dem Wunsch nach Sicherheit. Dabei geht die Autorin dynamisch und präzise vor. 

Lissy balanciert zwischen den Welten. Mutter und Vater trennten sich, doch Lissy hält an beiden Beziehungen fest. Beide Elternteile leben in extremen Lebenssituationen. 

Lissys jüngere Freundin, Franka, ist für sie eine wichtige Bezugsperson. Sie beschützt und umsorgt Franka. 

 Als Franka plötzlich vermisst wird, zögert Lizzy nicht. Sie beginnt sofort die gefährliche Suche nach ihrer Freundin, dabei erträgt sie viele Schicksalsschläge und verändert ihre Persönlichkeit drastisch, ohne es bewusst wahrzunehmen. 

 Die Geschichte bringt viele Gefühle zum Ausdruck, bietet Einblicke in extreme Lebensformen und sensibilisiert für Jugendschutz im Internet. 

 Agnes Hammer haucht ihren Protagonisten Leben ein. Sie hat ein gutes Gespür dafür, besonders wichtige Persönlichkeitsaspekte in den Vordergrund zu stellen. 

Sie schildert die Wahrnehmung und Wandlung Lissys präzise und realistisch. Hammer verbindet viele wichtige Themen in ihrem Buch und wird allen gerecht. 

 Lediglich das Ende des Buches empfand ich als unbefriedigend. Die Story fand einen klaren Abschluss. Ich hätte mir jedoch nähere Informationen zum Täter und zum Opfer gewünscht, nachdem die Szene aufgelöst wurde. Die traumatischen Schäden nach so einem Erlebnis hätten mehr Raum finden müssen. Lissys Persönlichkeitsveränderung wird am Ende durch ein Schlüsselerlebnis reflektiert, an dieser Stelle hätte ich mir tiefere Einblicke in das Denken und Fühlen von Lissys Opfer gewünscht. 

 

 Alles in Allem war das Buch überwältigen. 

Eine klare Leseempfehlung. 

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Cover des Buches Ich blogg dich weg! (ISBN: 9783785577066)Annabeth_Books avatar

Rezension zu "Ich blogg dich weg!" von Agnes Hammer

Ich blogg dich weg!
Annabeth_Bookvor einem Jahr


Klappentext:


Julie ist schön, beliebt und kann wundervoll singen. Zusammen mit ihrer Band will sie beim Schulfest auftreten. Doch wie aus dem Nichts erhält Julie gemeine E-Mails, Beschimpfungen, Drohungen. Dann taucht im Internet ein gefaktes Facebook-Profil auf, das Julie als arrogante Zicke darstellt. Um Nu lästern Klassenkameraden und wildfremde User online über sie ab. Julie verzweifelt daran. Wer tut ihr das an? Die Situation eskaliert, als sie auch noch die Band verlassen soll und die Drohungen in Gewalt umschlagen.


Autor:


Agnes Hammer wuchs mit fünf Geschwistern im Westerwald auf, bevor sie wegen ihrem Studium nach Köln zog. Sie studierte Germanistik und Philosophie und unterrichtete mehrer Jahre sozial benachteiligte Kinder. 

Inhalt:


Julie ist beliebt, doch als sie plötzlich im Internet gemobbt wird, verändert sich alles. Die anderen wenden sich von ihr ab und Julie weiß nicht mehr was sie tun soll.


Erster Satz:


Nacht, Wald und alles ist dunkel.


Meine Meinung:


Das Buch hatte ich vor länger Zeit bei rebuy bestellt und irgendwann wurde ich so neugierig das ich es damals in mein meine Leseliste reingequetscht habe und ich wurde nicht enttäuscht, den das Buch zeigt auf, was Internetmobbing mit einem macht.


Als erstes zum Cover :)

Das Cover sticht dank seiner gelben Farbe einem direkt ins Auge und es macht damit auch aufmerksam. Ansonsten ist es eher schlicht gehalten was ich auch gut finde, da das Thema umso spannender und packender ist.


Der Schreibstil der Autorin ist packend und fesselnd. Ich konnte das Buch nach kurzer Zeit nicht mehr aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es mit Julie weitergeht und vor allem von wem sie eigentlich so gemobbt wird.


Man lernt Julie als Leser gleich am Anfang kennen, man merkt das sie ein sehr nettes und sympathisches Mädchen ist und das wirklich tolle singen kann und auch auf ihrer Schule einen bestimmten Beliebtheitsgrad hat.  


Aber auch kann man alles Leser teilweise kleine Einblicke zum Mobber bekommen, aber man kommt erst am Schluss darauf wer es wirklich ist.


Am Anfang ist das Mobbing noch harmlos und Julie lässt es einfach links liegen und macht sich nichts daraus. Doch als dann das Facebookfaceprofil online kommt, kommen immer größere Steine ins Rollen.

Julie wird plötzlich von wildfremden Menschen im Internet gemobbt und auch ihre Klassenkameraden wenden sich immer mehr von ihr ab.

Man merkt immer mehr wie Julie daran zu zerbrechen scheint, aber sie traut sich auch nicht damit zu ihrem Eltern zu gehen, weil sie sich dafür schämt, das es ausgerechnet ihr passiert ist.

Als sie dann körperlich angegriffen wird, ist es schon lange kein Spaß mehr.

Als am Ende dann auch noch rauskommt, wer Julie wirklich gemobbt hat und mit welchem Grund ist man als Leser einfach nur fassungslos.


Mittlerweile ist Mobbing im Internet Alltag, da es den Menschen viel leichter fällt dort ihre Meinung zu sagen, wozu sie sich in Wirklichkeit nie trauen wurden.

Ich finde es traurig, wie Menschen sich gegenseitig kaputt und fertig machen, teilweise wegen nichts und fremden Menschen die diese Person nicht mal kennen mitmachen.


Alles in einem kann ich sagen, dass das Buch einem wirklich schockierende Seiten von Mobbing aufzeigt und man kommt als Leser auch ins nachdenken.

Wie wurde man reagieren wenn man selbst gemobbt wird?


Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, da ich das Thema wirklich mega wichtig finde und gerade in der heutigen Zeit, wo wirklich jeder im Internet unterwegs ist.


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Cover des Buches Dorfbeben (ISBN: 9783839001196)M

Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

Dorfbeben
Miri_Nockervor 3 Jahren

Ein Thriller vom Lande....


Ich höre einfach zu gut. Ich habe Anfälle von Seelentaubheit, das heißt ich höre zwar alles, kann aber nichts mehr einordnen.

In dem Thriller von Agnes Hammer geht es um Mattes.

Mattes ist ein junger Mann, der bei seiner Oma auf dem Land lebt. Die Großstadt ist für Mattes viel zu laut. Mattes verfügt über ein überdurchschnittliches Gehör. Er verdient sich ein paar Euro durch Orgelspielen in der örtlichen Kirche und gelegentlichen Auftritten mit seiner Band. Er schreibt einsame Songs und ist in die Bassistin Vane verliebt. Doch plötzlich zerreißt ein Mord das dörfliches Einerlei.

Jakob Bähner, ein angesehener Bürger, wird brutal erstochen. Ausgerechnet beim Gemeindeausflug, ausgerechnet mitten in der Chorprobe. Mattes hört sich wenig später den Mitschnitt der Probe an. Er glaubt, darauf Stimmen zu hören, die auf den Mörder hinweisen. Gemeinsam mit seiner nur wenige Jahre älteren Tante Lena, beginnt er zu ermitteln und stößt dabei auf ein Geheimnis, das etliche Jahre zurück zu liegen scheint. Doch je mehr Lena und Mattes herausfinden, umso verschwiegener werden die Dorfbewohner. Das filigrane Geflecht aus Doppelmoral und Intrigen, das die Dorfgemeinschaft gewoben hat, droht auseinanderzubrechen. Das muss verhindert werden. Auch wenn dafür ein weiteres Opfer notwendig ist: Lena.

Dieses Buch habe ich mir bei dem online Buchhändler im Angebot gekauft. Ich fand die Mischung aus Dorfidylle, Mord und einer besonders guten Wahrnehmung sehr interessant. Das Buch ist aus der Sicht von Mattes geschrieben. Zunächst könnte man meinen, Mattes wäre ein Teenager. Dem ist jedoch nicht so. Doch aufgrund seines besonders guten Gehörs fällt es ihm schwer ein „geregeltes“ Leben in einer Stadt oder Großstadt (seine Mutter lebt in einer nahegelegenen Großstadt) zu führen. Seine Oma und die Dorfidylle sind ihm wichtig. Und urplötzlich verändert sich alles.

Wer auf Spannung steht, ist hier zu beraten. Das Buch bleibt bis zum Schluß spannend und ist nicht zu blutrünstig.

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