Agnes Hammer Dorfbeben

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Inhaltsangabe zu „Dorfbeben“ von Agnes Hammer

Weil die Großstadt zu laut ist, lebt Mattes auf dem Land bei seiner Oma. In Auroth ist es ruhig, hier passiert nichts Außergewöhnliches. Die Jungen fahren samstags kilometerweit über die Landstraße zur nächsten Driving Disco. Und am Montag gehen sie alle wieder zur Arbeit. In der Sparkasse oder beim Gemeindeamt oder hinter der Käsetheke bei REWE. Nur Mattes hat keinen ordentlichen Job. Er verdient sich ein paar Euro mit Orgelspielen in der Kirche und schreibt Songs über die Einsamkeit. Da zerreißt ein Mord das dörfliche Einerlei. Jakob Bähner, ein angesehener Bürger, wird brutal erstochen. Ausgerechnet beim Gemeindeausflug, ausgerechnet mitten in einer Chorprobe. Als Mattes sich wenig später einen Mitschnitt der Probe anhört, glaubt er, darauf Stimmen zu hören, die auf den Mörder hinweisen. Gemeinsam mit Lena, seiner nur wenige Jahre älteren Tante, macht er sich auf die Suche und stößt auf ein Geheimnis, das viele Jahre zurückzuliegen scheint. Nominiert für den Hansjörg-Martin-Preis 2011.

Spannender Regionalkrimi mit sympathischem Protagonisten - hat mir gut gefallen...

— daneegold
daneegold

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    Dorfbeben
    pelznase

    pelznase

    25. March 2013 um 19:50

    An diesem Buch hat mich wie so oft zuerst das Cover fasziniert. Ich war mir sicher: auf den Seiten dahinter muss sich eine tolle Geschichte verbergen. Allerdings war es doch ein sehr holpriger Start mit uns beiden, aber  dazu später mehr. Zunächst etwas zur Geschichte. Seit einiger Zeit begeistern mich ja Krimis und Thriller, die nicht in Städten spielen, sondern in kleinen Ortschaften und Dörfern. Dass in den großen Städten das Verbrechen wütet, das kann man sich leicht vorstellen, aber in augenscheinlich so friedlichen Dörfern…? Das klingt immer noch etwas abwegig. Genau deshalb ist es aber umso spannender, wenn ein Krimi oder Thriller genau dort spielt. Auch “Dorfbeben” nutzt diesen Faktor kräftig aus. Mattes beschreibt Auroth sehr anschaulich, so dass man schnell ein Bild dieses verschlafenen Ortes vor sich hat, er berichtet von seinem Leben dort, von seinem “Job” als Orgelspieler in der Kirche, den Auftritten mit seiner Band, seiner Familie und solch alltäglichen Dingen wie die Kartoffel- oder Apfelernte oder eine Kaffeefahrt mit der Seniorengruppe. Da bleibt es nicht aus, dass man sich als Leser bald nach Auroth und in Mattes Leben versetzt fühlt. Mattes betrachtet auch die Einwohner Auroths  genau, erzählt von ihrem Leben -so viel er davon weiß- von ihrer Stellung im Ort und ihren Eigenarten. Wenn man seine Schilderungen liest, vermutet man zunächst nichts Böses. Alle wirken relativ normal und zumindest mich hat der Zusammenhalt anfänglich noch beeindruckt. So etwas kennt man in der Stadt kaum noch. Doch als dann der Mord geschieht, ist es genau dieser Zusammenhalt, der Mattes und Lena bei ihren Nachforschungen massiv im Wege steht. Dieser “Filz” unter den Dorfbewohnern kommt dabei wirklich sehr gut rüber. Nach und nach tun sich immer neue Abgründe zwischen Autroths Einwohnern und der Geschichte des Ortes auf. Es ist spannend , gemeinsam mit Mattes und Lena in diesem -ja, man kann es schon so nennen- Sumpf aus Verschwörungen und Geheimnissen nach der Wahrheit zu forschen. Was mir nicht so gut gefallen hat, das ist der Zeitpunkt an dem das Drama eigentlich schon seinen Anfang nahm. Mir liegen Geschichten aus dieser Zeit einfach nicht. Entsprechend habe ich die “Zwischenspiele” im Buch, die von Ereignissen von damals erzählen, nur mit mäßigem Interesse gelesen. Sie sind aber wichtig um die Geschichte zu verstehen, daher sollte man sie nicht überspringen. Und es gibt auch etwas, das ich bis zuletzt nicht verstanden habe: wieso wird Mattes von so vielen Leuten als “behindert” eingestuft? Mattes hat ein außerordentlich feines Gehör. Entsprechend kommt er mit vielen und lauten Geräuschen nicht klar, kann deswegen sogar einen Anfall erleiden. Aus diesem Grund ist er aus dem lauten Köln ins ruhige Auroth gezogen. Aber das ist doch keine Behinderung! Und damit zusammenhängend: wieso kann er wegen dieser Eigenart nicht normal arbeiten gehen? Er spielt immerhin in einer Band, die sicher nicht gerade leise ist, er hört Musik über den mp3-Player, also direkt am Ohr…im gewissen Rahmen kommt er also doch mit Geräuschen und Lautstärken zurecht. Wie gesagt, eine Behinderung kann ich darin wirklich nicht erkennen. Ich habe Mattes gerade wegen dieser Sensibilität als einen äußerst sympathischen, einfühlsamen und ruhigen jungen Mann empfunden, dem es sehr gut gelingt, seine Gefühle und Gedanken anschaulich an den Leser weiterzugeben. Ja, der Start mit “Dorfbeben” und mir war ausgesprochen holprig. Ich habe zweimal mit dem Buch angefangen. Beim ersten Mal bin ich zwar gut über 100 Seiten hinausgekommen, hatte aber schon vorher gemerkt, dass ich mit der Zuordnung der Namen der Aurother Einwohner nicht zurecht kam. Ständig vor- und zurück zu blättern um nachzuschlagen wer “der und der” nun noch mal war, dazu hatte ich keine Lust. Mir war aber auch klar, dass ich mit so einem Halbwissen auch später bei der Auflösung nicht mehr durchblicken würde. Also habe ich noch einmal von vorne begonnen und im Nachhinein gesehen, war das die beste Entscheidung. Einige Namen “saßen” ja bereits, nun musste ich nur noch die übrigen “dazu packen”, und das funktioniert auch gut. Allerdings habe ich dadurch für “Dorfbeben” deutlich länger gebraucht, als es für ein Buch dieser Dicke normal gewesen wäre. Das Cover hat ich wie gesagt sofort begeistert. Das Motiv wirkt wie ein altes Foto und das Haus mit den dunklen Fenstern und der verwilderten Wiese davor vermittelt einen leicht unheimlichen Eindruck. Die Blutstropfen steuern dann den letzten Schliff bei. Von innen sehen die Deckel aus wie eine alte Blümchentapete, wie man sie in spießigen Wohnzimmern erwartet. Fazit:   Ein spannender Thriller mit einer sehr interessanten Hauptperson, die garantiert nicht behindert ist und die der Geschichte ein besonderes Flair verleiht. Für meinen Geschmack hätte der Anlass für die Ereignisse im Dorf in einer anderen, aktuelleren Zeit liegen dürfen, dann hätte mir “Dorfbeben” noch besser gefallen.

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  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    evilein

    evilein

    03. October 2012 um 13:56

    ein Regionalkrimi der besonderen Art, nicht nur, weil er in einer bestimmten Gegend spielt, sondern weil er eine besondere Art von Lebensgemeinschaften beschreibt, die man überall in Dörfern finden kann. Lesenswert und sehr realistisch für alle, die aus solchen Gemeinden kommen und diese Verhältnisse kennen. Seit Jahrzehnten verfeindete Familien, bei denen die heute lebende Generation meist garnicht mehr weiß, daß letztendlich ein vor 50 oder 60 Jahren geklauter Sack Kartoffeln die Ursache war, wegen dem man sich auf der Kirmes heute die Augen blau geschlagen hat....... Weil dies nun ein Krimi ist, geschieht hier ein Mord, dessen Aufklärung sehr spannend zu lesen ist, auch wenn die Rückblicke in die Kriegszeit anfangs sehr verwirrend waren.

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  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    Mr. Rail

    Mr. Rail

    Dorfbeben - vielversprechend im Titel - vielversprechend in der Aufmachung. Viele Romane zum Thema "Abgründe dörflicher Gemeinschaften" habe ich gelesen - Maßstäbe wurden gesetzt von Hemmersmoor (Stefan Kiesbye) und mit entsprechend positiver Grundhaltung habe ich die ersten Seiten begonnen. Auch hier wird man entführt in die eigentlich malerische Idylle eines Dorfes, mit all den Charakteren und Schauplätzen, die einen solchen Roman lesenswert machen. Man wird konfrontiert mit geheimnisvollen Ereignissen in der Vergangenheit des Dritten Reichs und bemerkt schnell, dass sie einen Schatten bis ins Hier und Jetzt werfen. Und dann geschieht ein Mord, der eigentlich niemandem hätte verborgen bleiben dürfen - kaltblütig und fast in aller Öffentlichkeit während eines Gemeindeausflugs und mitten in einer Chorprobe. Der Mörder muss mit im Reisebus gewesen sein - er muss Teil der Gemeinschaft sein und er muss ein höllisches Motiv haben, da er so gezielt und kaltblütig vorgegangen ist. Wir erleben diese Tat an der Seite von Mattes, dessen Darstellung allein einige Sterne verdient, einem jugendlichen Außenseiter - Musiker - Komponist und ausgestattet mit einem perfekten, wenn nicht sogar absoluten Gehör. Mattes zur begleiten hat Freude bereitet und seine Fähigkeiten sollten später den Ausschlag geben, das Rätsle zu lösen. Das war der einzige Spaß am Roman. Denn in der Konstruktion der Auflösung des gut angelegten Mordes, folgen wir der Autorin anschließend durch den gesamten Reisebus. Erleben, wie uns Verdächtige ohne Ende präsentiert werden - alle mit mehr oder weniger triftigen Motiven. Der Krimi und ich kommen an dieser Stelle nicht mehr weiter. In allen Irrungen und Wirrungen die eine solche Handlung zwingend benötigt sollte man nicht vergessen, dass der Leser immer ein ehrliches Interesse an der Auflösung eines Falles hat und nicht zwingend auf die Beliebigkeit in Anzahl und Motiv dörflicher Mordverdächtiger steht. Es war letztlich vollkommen egal, wer hier der Täter war - es war völlig egal, welches das hässlichste Motiv war - es war völlig egal, wie das Buch endet. Die Ablenkungsmanöver der Autorin waren so weitschweifend, dass es letztlich ein Zufall war, dass nur ein einzelner Mitreisender den Mord beging. Ich möchte nicht, dass mir dies egal ist! Drei Sterne für Mattes, dem ich ein stärkeres Buch gegönnt hätte. Er hatte das Zeug dazu! Als Einziger!

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  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    Binea_Literatwo

    Binea_Literatwo

    23. August 2011 um 19:47

    Kein Erdbeben, aber ein Dorfbeben erwartet den Leser in Agnes Hammers Roman. Ich hoffte auf ein richtig großes, denn auch das Cover mit der alten dunkelroten Schrift und dem weißen Bauernhaus, gesprenkelt mit Blutflecken, ließ mich neugierig werden. „Ich sehe dich, du siehst mich nicht, das ist gefährlich für dich, oder?„ Dann treffe ich Mattes, der aus der Großstadt aufs Dorf zu seiner Oma gezogen ist. Er bezeichnet sich als behindert, denn er hat ein anderes Hörempfinden als wir und dadurch große Probleme. Doch dieses außergewöhnliche Hörvermögen kann auch nützlich sein, vor allem als Jakob ermordet wurde. Bis zu diesem Tag lebte er entspannt und ruhig auf dem Land und verdiente sich etwas mit Orgelspielen dazu. Mattes gibt sich seiner großen Leidenschaft der Musik hin und betet innerlich seine Bandkollegin Vane an. Auf dem Gemeindesausflug bei der Chorprobe passiert es dann. Jakob ist tot, doch wer hat ihn ermordet und vor allem warum? Zusammen mit seiner Tante Lena begibt sich Mattes auf die Suche nach dem Täter. Sein Leben nimmt Geschwindigkeit an und vor allem ist es jetzt voller Abwechslung, aber auch voller Gefahr. Neben dem Aufdecken des Mordes rückt die Bassistin Vane näher an seine Seite und Mattes‘ Behinderung rückt in den Hintergrund. Eigentlich ein Thriller, uneigentlich für mich ein Dorfroman, bei dem es mir zu viel um das Dorf als um den Mord geht. Agnes Hammer legt eine Spur, die immer wieder etwas verwischt wird. Verwischen ist bei Thrillern unbedingt nötig und bekannt, der Leser erwartet dies. In diesem Fall flacht aber die Spannung zu sehr ab, durch das zu weit ausholende Erzählen über die Dorfbewohner. Zwar lassen kurze Einblendungen an den Kapitelenden in die Vergangenheit die Spannung ein wenig lodern, aber es kommt zu keinem Flächenbrand im Leserherz, der es dem Leser nicht mehr möglich macht aus dem Roman auszubrechen. Das Dorfleben ist sehr nachvollziehbar beschrieben und wer selbst aus einer kleinen Stadt kommt, findet kleine Lebensfetzen von sich selbst wieder. Das Beben und auch der Ansatz mit Mattes‘ Gehör hätte stärker und weiter ausgeschrieben sein müssen, dann wäre das Ende noch impulsiver gewesen.

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  • Frage zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    Peter

    Peter

    hallo, ich bräuchte dringend bitte eine antwort...warum heißt das buch dorfbeben genau dorfbeben?? brauche schnelle antwort bitte...

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  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    Eisnelke

    Eisnelke

    05. March 2011 um 15:06

    Mattes Büdenhölzer hat ein Problem mit seinen Ohren: Er hört mehr wie jeder Andere. Jede Kleinigkeit nimmt er mit seinem ausgeprägtem Gehör war. Dies ist auch der Grund, warum er nicht mehr in der Großstadt lebt sondern bei seiner Oma auf dem Land im Dorf Auroth. Er erlitt eine Art Zusammenbruch und wurde eine zeitlang in die Kinderpsychiatrie gesteckt. Seitdem gilt er als “behindert”. Mit seinem extrem guten Gehör gliedert er sich gut in die Dorfband ein, für die er selbst Lieder komponiert. Er spielt zusätzlich Orgel in der Kirche von Auroth und verdient sich so etwas Geld, denn er ist arbeitslos. Als Mattes eines Tages mit der ganzen Dorfgemeinde und seiner nur wenige Jahre älteren Tante Lena an einer Kaffeefahrt teilnimmt, passiert etwas, was das gemütliche Leben auf dem Land durcheinander wirft. Die Ausflügler dürfen bei bei einer Chorprobe im benachbarten Dorf zuhören. Doch plötzlich trägt der Busfahrer die blutüberströmte Leiche des früheren Ortsbürgermeisters durch die Kirche. Lena, die ebenfalls ein extrem gutes Gehört besitzt, bei der Kriminalpolizei gearbeitet und sich dort mit der Analyse von Sprachen und Stimmen beschäftigt hat und Mattes ermitteln auf eigene Faust im beschaulichen Auroth. Ihr Ziel ist es, den Mörder von Jakob Bähner zu finden. Dabei stoßen sie auf alte und offensichtlich längst vergessene Geheimnisse der älteren Dorfbewohner und bringen sich selbst in Gefahr, denn im Dorf herrscht Sprachlosigkeit,Taubheit und Gefahr… Als Leser erfährt man in “Dorfbeben” viel über Traditionen wie jährliche Feste, Ernte und Grabpflege. Agnes Hammer schreibt sehr anschaulich. Was mir sehr gefallen hat, waren die kursiv gedruckten “Erinnerungsfetzen” zwischen den Kapiteln. Als Leser wird man so weiter an den Mörder herangeführt ohne das die Autorin jedoch zu viel verrät. “Dorfbeben” ist ein Jugendthriller den man durchaus empfehlen kann.

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  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    Jari

    Jari

    04. March 2011 um 09:09

    Inhalt: Seit einem schlimmen Anfall lebt der junge Mattes im Dorf Auroth bei seiner Oma. Mit seinem feinen, überempfindlichen Gehör nimmt er alle Geräusche anders wahr als normale Leute, deshalb gilt er im Dorf als Behinderter. Trotzdem spielt Mattes mit seiner Band Musik, schwärmt für die Bassistin und verdient sich nebenher etwas Geld mit Orgelspielen. Eines Tages taucht dann aus dem Nichts seine nur vier Jahre ältere Tante Lena, eine talentierte Linguistin, im Dorf auf. Sie hat ihren Job und somit den Boden unter den Füssen verloren. Nun sucht sie etwas Zerstreuung in ihrer alten Heimat. Doch die Dorfidylle wird je zerstört als auf einem Seniorenausflug der angesehene Bürger Jakob Bähner ermordet wird. Der Hauptverdächtige ist der rüpelhafte Busfahrer, der auch die Leiche gefunden hat. Lena und Mattes sind jedoch der Ansicht, dass es so einfach nicht gewesen sein kann, und beginnen, auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei machen sie sich ein ganzes Dorf zum Feind und wecken Geister auf, die seit über sechzig Jahren geschlafen haben... Meine Meinung: Agnes Hammer hat mit "Dorfbeben" einen typischen Dorfkrimi verfasst. Das Zielpublikum sind Jugendliche und junge Erwachsene. Der Script5 Verlag kategorisiert das Buch als "Thriller", dies ist jedoch nicht der Fall, das Buch ist ein typischer Krimi. "Typisch" ist ein Wort, das sehr zu diesem Werk passt. Die Autorin bringt leider in ihrem Buch wenig Neues ins Spiel. Wir haben zwei Hobby-Detektive, einen Mord und Dorfbewohner mit Geheimnissen. Dann natürlich die typischen Drohungen eines Unbekannten, dem die Ermittler auf die Schliche gekommen sind und sich nun bedroht fühlt. Somit ist die Geschichte und auch der Krimiaspekt sehr vorhersehbar und wer ein klein wenig nachdenkt, kann sich mithilfe der Rückblicke, die Hammer am Ende mancher Kapitel eingebaut hat, rasch zusammenreimen, was vorgefallen ist. Ich persönlich hatte den Mörder schnell ermittelt und war auch nicht überrascht, als ich richtig lag. Viel Überraschendes kommt in "Dorfbeben" nicht vor, alles geht nach dem gewöhnlichen Prinzip, wie wir es alle kennen. Gefallen hat mir jedoch der Aspekt von Mattes feinem Gehör. Er beschreibt, wie sein Anfall damals verlaufen ist und wie man sich fühlt, wenn das Gehör nicht in der Lage ist, Töne und Geräusche zu differenzieren. Dabei kommt noch der psychologische Teil ins Spiel, dass Mattes sich selber als Behinderter sieht, dies hätte die Autorin jedoch noch etwas besser ausarbeiten können. Ebenfalls oftmals negativ aufgefallen ist mir die Sprache von Agnes Hammer. Das Buch lässt sich wirklich sehr leicht lesen, gross anstrengen muss man sich für dieses Buch nicht. Bei nur etwa 270 Seiten mit einer grossen Schrift hat man das Buch somit rasch durch. Doch mir war Hammers Sprache zu unbeholfen. Oftmals sind Sätze derat mit Kommas getrennt, dass man die Sätze mehrmals lesen muss, um zu verstehen, was die Autorin einem damit sagen will. Der Lesefluss wird dadurch erheblich gestört. Was mir persönlich ausserdem negativ aufgefallen ist, ist die grammatikalisch eigentlich falsche Verwendung des Datives. Mir ist bewusst, dass man heutzutage immer öfter auf den Dativ zurückgreift, obwohl eigentlich der Genitiv gefragt ist. In der Umgangssprache kann ich das akzeptieren, in einem schriftstellerischen Werk finde ich Ausdrücke wie "Wegen dem Auftritt" jedoch schlicht und einfach unpassend und plump. Es ist einfach nicht schön. Kommen solche Ausdrücke ein- oder zweimal vor, kann ich darüber hinwegsehen, doch hier war es mir eindeutig zu viel. Obwohl ich hier viele Negativpunkte anspreche, hat mir die Lektüre von "Dorfbeben" doch einigermassen gefallen. Man trifft aus sympatische Personen und kann sich mit dem Buch ein paar Stunden seichte Unterhaltung gönnen. Auch das braucht man ab und zu. Das Einzige, was mich angestrengt hat, war, mir die Namen aller erwähnten Personen und deren Beziehung zueinander zu merken, alles andere ist leichter Lesestoff für zwischendurch. Fazit: "Dorfbeben" ist ein Krimi wie jeder andere, jedoch wachsen einem die Figuren rasch ans Herz. Wer ein Buch sucht, um sich damit zu entspannen, ist hier genau richtig. Es ist perfekt für eine längere Zugfahrt oder für einfache Lektüre nachdem man eine Abhandlung über die Relativitätstheorie gelesen hat. Man sollte jedoch keine allzu grossen Ansprüche auf Originalität und Sprache stellen, ansonsten ist das Buch bloss eine Enttäuschung.

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  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    isa04

    isa04

    25. December 2010 um 13:16

    Agnes Hammer trifft ins Schwarze, wenn sie liebvoll und detailreich die einzelnen Dorfcharakteren, Verhaltenskodizes und sonstigen dörflichen Eigenartigkeiten beschreibt. Schnell erkennt und erinnert man sich als Dorfkind an eigene Dorfbeben. So wird auf eine spannende und mitreißende Art, dank des sympathischen Helden Mattes, erzählt, wie eine Dorfgemeinschaft Unrecht und Grausamkeiten verdrängt. Unnachgiebig wird die Gemeinschaft im weiteren Verlauf der Dorfgeschichte mehr oder minder beeinflusst, bis sie feststellen muss, dass sie das Dorfgedächtnis im Hier und Jetzt einholt.

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  • Frage zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    Johannes

    Johannes

    servus ich bins nochmal, ich brauche jetzt nur noch eine biografie von der agnes hammer aber flott wenns geht... naja muss halt morgen halten xD

    • 7
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    15. December 2010 um 19:48
  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    gimpel

    gimpel

    24. November 2010 um 20:12

    Mattes lebt bei der Oma im Dorf, weil er an einer angeblichen Behinderung leidet. Er verfügt über ein besonders ausgeprägtes Hörvermögen, weshalb die Stadt für ihn zu laut ist. Von außen betrachtet ist auf dem Land nichts los bis ein Mord geschieht und sich herraustellt, dass die Dorfbewohner ein Geheimnis aus der Vergangenheit hüten. Das Buch fängt die Stimmung ein, wie es ist, in einem kleinen Dorf zu leben. Die Autorin gibt den Protagonisten spannende Charaktere. Die Suche nach dem Mörder endet in einer Überraschung.

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  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    stollentroll

    stollentroll

    17. November 2010 um 20:26

    Dorfbeben ist ein spannender Krimi, der auf dem Lande spielt. Hier ist die Vergangenheit totgeschwiegen worden und so getan worden, als ob Nichts passiert wäre. Ein verspäteter Mord bringt alte Konflikte zwischen Familien wieder ans Tageslicht. Das Buch zeichnet die besondere Einfühlsamkeit der Autorin für die Menschen, insbesondere für die Hauptfigur aus.

  • Rezension zu "Dorfbeben" von Agnes Hammer

    Dorfbeben
    Gospelsinger

    Gospelsinger

    09. November 2010 um 18:01

    Mattes hat ein seltenes Problem: Er hört zu gut. Jede Einzelheit hört er, dementsprechend laut und überlastend ist für ihn das Leben in der Großstadt. Weil er eine Art Anfall erleidet, wenn zu viele Geräusche zugleich auf ihn einstürzen, wird er für zurückgeblieben gehalten. Deshalb ist er von Köln aufs Dorf zu seiner Großmutter gezogen. Hier in Auroth ist es ruhig, und wie! Nie passiert etwas. Die Jugendlichen fahren am Wochenende in die Dorfdisco und arbeiten in der Woche wieder in ihren langweiligen Jobs. Mattes verdient sich ein bisschen Geld als Orgelspieler in der Kirche, leitet eine Band und komponiert deren Stücke selbst. Um dem Alltag einmal zu entkommen, macht er die Seniorenfahrt der Kirchgemeinde mit. Hört sich langweilig an, aber die Fahrt wird unfreiwillig aufregend. In der Kirche wird jemand erstochen, mitten in der Chorprobe. Als Mattes später die Aufnahme der Chorprobe anhört, fällt ihm eine Stimme auf, die auf den Mörder hinweisen könnte. Zusammen mit seiner Tante Lena, die nur wenige Jahre älter ist als er und ebenfalls das absolute Gehör besitzt, sucht er nach der Lösung des Falles. Dabei stößt er auf sehr alte Dorfgeheimnisse. Ich habe dieses spannende Buch in einem Rutsch durchgelesen. Besonders hat mir gefallen, wie genau und realistisch das Dorfleben dargestellt wurde, zum Beispiel die jahreszeitlichen Feste, eine Apfelernte und die obligatorische Grabpflege. Mattes machte auf mich überhaupt keinen zurückgebliebenen Eindruck, im Gegenteil. Seine besondere Eigenschaft entpuppte sich als Gabe, die dazu führte, dass er den Fall lösen konnte. Dadurch hat er sich auch persönlich weiter entwickelt und ist mir richtig ans Herz gewachsen. Eine gelungene Mischung aus Krimi und Entwicklungsroman.

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