Agnes Heller Der Affe auf dem Fahrrad

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Inhaltsangabe zu „Der Affe auf dem Fahrrad“ von Agnes Heller

Die 1998 in Ungarn erschienene, unkonventionelle Lebensgeschichte ist aus einem großen Interview hervorgegangen, das János Köbányai mit Ágnes Heller geführt hat. Sie schildert das wechselvolle, schicksalsträchtige Leben der Philosophin und bündelt wie in einem Brennglas die politischen Erschütterungen des 20. Jahrhunderts. Es gibt nur wenige derart tiefgehende Analysen einer Generation, deren Weg vom Schock des Holocausts über den Zionismus bis zum Kommunismus führte, und weiter von der marxistischen Renaissance der Jahre 1956-1968 bis zur Ernüchterung über den Marxismus und zur heutigen postmodernen Resignation. Das lebendige Denken der Autorin entfaltet sich vor dem Hintergrund verschiedener Erzählebenen - die Verknüpfung von autobiographischem Bericht, philosophischer Reflexion und kritischem Hinterfragen zeichnen dabei die Dynamik dieses Buches aus. Bereits in den fünfziger Jahren wurde Ágnes Heller aus der ungarischen Partei wegen revisionistischer Ideen ausgeschlossen, später wieder rehabilitiert und in die Akademie der Wissenschaften aufgenommen. Nach ihrem Protest gegen die Zerschlagung des Prager Frühlings durch den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Staaten in die CSSR wurde sie erneut ausgeschlossen und verließ 1977 nach zunehmendem politischen Druck vorübergehend Ungarn. Von 1978 bis 1986 lehrte sie Soziologie an der La Trobe University in Melbourne. Für die deutschen Leser bietet das Buch viele unmittelbare Berührungspunkte: Wie die überwiegende Mehrheit der jüdischen Bürger Ungarns vor dem Holocaust wuchs Ágnes Heller mit der deutschen Kultur auf. In den siebziger Jahren nahm sie mehrere Gastprofessuren in Deutschland wahr. So beschäftigt sie sich in ihrem Buch auch mit ihrer Zeit in Deutschland und den Persönlichkeiten, mit denen sie in Berührung kam, etwa Jürgen Habermas, Ernst Bloch oder Rudi Dutschke. Die Grundfrage des Denkens von Ágnes Heller, was zwischen den Extremen des Fundamentalismus und des Liberalismus bleibt, ist heute aktueller denn je. Die Autorin: Ágnes Heller, geboren 1929 in Budapest, Schülerin von Georg Lukács, ist durch ihre zahlreichen Publikationen bekannt geworden. Für ihre politisch-theoretische Arbeit erhielt sie u.a. 1981 den Lessing-Preis der Stadt Hamburg. Seit 1987 ist sie Hannah Arendt Professor of Philosophy an der Graduate Faculty der New School for Social Research in New York. Zu ihren wichtigsten Veröffentlichungen zählen: Der Renaissance-Mensch 1966, Das Alltagsleben 1970, Individuum und Praxis 1975, Theorie der Gefühle 1980, Ist die Moderne lebensfähig? 1995.

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