Frans Laarmann, ein kleiner Büroangestellter einer Werft, träumt seinen Traum – von Reichtum und Anerkennung, vom „Dazugehören“ und „Mitreden“ können. Als ihm plötzlich ein Job als Großhändler für Käse (Edamer vollfett) angeboten wird, greift er zu. Er sieht sich in seinen Vorstellungen als großen Geschäftsmann, der es nun zu was gebracht hat, der sich sogar seine Urlaubsreisen mit der Familie über das Geschäft finanzieren kann usw.
Doch die 20 Tonnen Käse lagern in einem Keller so vor sich hin, denn er weiß einfach nicht, wie er anfangen soll. So kümmert er sich erst mal um ein ordentliches Büro, eine Menge Verkaufsagenten usw. Als plötzlich sein Chef die Abrechnung durchführen möchte, wird es eng für unseren Protagonisten …
Der Autor Willem Elsschott schreibt kurz und knackig, pointiert und charakterisiert messerscharf. Der Protagonist ist in seiner Naivität dermaßen sympathisch, dass man zwischen Mitleid und Fremdschämen schwankt. Es zeigen sich die Grenzen des Protagonisten sehr schnell. V
om Verkauf keine Ahnung, ist er ständig am Organisieren, Planen und beschäftigt sein. Herrlich!
Obwohl der Roman bereits in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts geschrieben wurde, findet man viele Klischees auch heute noch – die neugierige Nachbarin, die immer informiert sein will; die Möchtegern-Wichtigtuer, die schnell zu Geld kommen wollen u.a.
Ein kurzweiliger, humorvoller Lesegenuss über ein käsiges Intermezzo.



