Agnes Ravatn

 3,5 Sterne bei 15 Bewertungen

Lebenslauf

Agnes Ravatn wurde 1983 in Norwegen geboren. Sie ist eine preisgekrönte Journalistin, Essayistin und Autorin. Mit ihrem auch international erfolgreichen Roman "Das Vogeltribunal" kam sie 2018 auf die Longlist des Dublin Literary Award.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Agnes Ravatn

Cover des Buches Das Vogeltribunal (ISBN: 9783442749164)

Das Vogeltribunal

(11)
Erschienen am 08.09.2015
Cover des Buches Ein kleines Buch vom Leben auf dem Land (ISBN: 9783442758067)

Ein kleines Buch vom Leben auf dem Land

(4)
Erschienen am 27.05.2019

Neue Rezensionen zu Agnes Ravatn

Cover des Buches Das Vogeltribunal (ISBN: 9783442749164)

Rezension zu "Das Vogeltribunal" von Agnes Ravatn

Ein LovelyBooks-Nutzer
Kein Thriller, sondern ein Zweipersonenstück

„Hier hatte ich all das wenige, was ich brauchte, Einsamkeit, offene Tage, wenige, vorhersehbare Pflichten, ich war frei von den Blicken der anderen, dem Gerede der anderen, und ich hatte den Garten ganz für mich allein.“ (Seite 16)

Inhalt
Allis Hagtorn lässt nach einem Skandal ihr altes Leben als Universitätsdozentin zurück und nimmt eine Stelle als Haushaltshilfe bei Sigurd Bagge an, der den Sommer über alleine in einem einsamen Haus an einem Fjord lebt. Auch für den Garten ist Allis zuständig. Der Kontakt beschränkt sich auf die Mahlzeiten, den Rest der Zeit verbringt der Mann in seinem Arbeitszimmer, während sie versucht, sich gärtnerische Kenntnisse anzueignen. Ihr eigenes Geheimnis kennt Allis, doch welches Geheimnis hat Sigurd?

Thema und Genre
Vom Verlag wird dieses Buch als „Thriller“ eingestuft, doch es handelt sich um einen Roman. Thema sind die Konflikte der beiden Protagonisten, beide sind noch der eigenen Vergangenheit verhaftet, haben Geheimnisse und müssen einander in der Einsamkeit der Natur dennoch vertrauen. Ein weiteres Thema ist die nordische Mythologie, die Geschichte von Balder und Hermodr.

Charaktere
Allis Hagtorn steht noch immer unter dem Einfluss des öffentlichen Skandals, den sie verursacht hat und hat sogar in der Einöde am Fjord Angst, erkannt zu werden. Sigurd Bagge ist ihr unheimlich, gleichzeitig fühlt sie sich zu ihm hingezogen. Ihre Unsicherheit und Unschlüssigkeit zieht sich durch die gesamte Geschichte. Sigurd Bagge ist teilweise überheblich, misstrauisch und undurchschaubar.

Handlung und Schreibstil
Die gesamte Geschichte dreht sich ausschließlich um die beiden Protagonisten, dazu als Nebenfigur die neugierige Inhaberin eines kleinen Lebensmittelladens. Eine düstere Stimmung zieht sich durch weite Teile der Handlung. Die Spannung, die man sich von einem Thriller erhofft, kommt auch durch das Setting, zwei Personen an einem einsamen Ort, nicht auf. Durch die vielen Andeutungen und Szenenwechsel unterbricht die Autorin den Spannungsbogen immer wieder, zerschnipselt ihn gleichsam in kleine Stücke, und bremst so die Geschichte, sobald sie Fahrt aufnimmt. Elemente wie Schatten, Geräusche, Traumvorstellungen wirken konstruiert.

Fazit
Ohne das Wort „Thriller“ auf dem Buchcover wäre ich vielleicht mit anderen Erwartungen an diese Geschichte herangegangen. Mir fehlte die Spannung, sie konnte mich nicht packen und ließ mich insgesamt etwas ratlos zurück. Ein Buch für Leser, die Zweipersonenstücke aufregend finden.

Cover des Buches Ein kleines Buch vom Leben auf dem Land (ISBN: 9783442758067)
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Rezension zu "Ein kleines Buch vom Leben auf dem Land" von Agnes Ravatn

EsthersBuecher
Cover und Titel leider irreführend

Als die Autorin und ihr Lebensgefährter vor der Entscheidung stehen, wie sie ihr halbes Jahr Elternzeit verbringen wollen, sehen sie die Zeit gekommen, endlich einen alten Traum zu verwirklichen und aufs Land zu ziehen. Die Eltern des Lebensgefährten haben im norwegischen Westen einen Hof, der seit vielen Jahr unbewohnt da steht, die kleine Familie kann also ohne viel Vorbereitung aus Oslo dorthin ziehen. Agnes Ravatn beschreibt in diesem kleinen Büchlein ihre Erlebnisse im kleinen Dorf, wo sie lernt, ohne Internet zu leben, Blaubeeren im Wald zu sammeln – und Knäckebrot zu backen. Sie schreibt in einem sehr unterhaltsamen Stil, mit viel Humor und Selbstironie, trotzdem hat mich das Buch nicht richtig überzeugt.

Das liegt aber wahrscheinlich in erster Linie daran, dass ich mich mit der norwegischen Literatur nicht besonders gut auskenne, und so war mir bis jetzt der Name Einar Øklands unbekannt. Er ist aber in Norwegen sehr berühmt und diese Tatsache macht es für norwegische Leser mit Sicherheit sehr interessant, dass Agnes Ravatn mit dem alten Dichter gut befreundet ist und wie es der Zufall will, beim Umzug aufs Land in seiner unmittelbaren Nähe landet. Der ältere Herr lebt seit Jahrzehnten im Dorf, hat alle Kniffe des ländlichen Lebens im Griff, die junge Autorin kann viel von ihm lernen.

Sie unterhalten sich aber nicht nur über Fische, Schnecken und Wildschafe, sondern auch darüber, was Glück dem alten Schriftsteller bedeutet. Und obwohl die Unterhaltung interessant ist, hätte ich eigentlich gerne mehr darüber erfahren, wie ein Stadtmensch in dieser ungewohnten Umgebung klarkommt. Das fiel aber für mich etwas zu kurz aus.

Die Gestaltung des Buches ist wunderschön, und war mit ein Grund dafür, dieses Buch in die Hand zu nehmen. Allerdings tragen auch die Abbildungen von diversen Pflanzen auf dem Cover dazu bei, dass man ein Buch erwartet, in dem es in erster Linie um die Natur geht, um den Garten… und das kann zu einer Enttäuschung führen.

Nichtsdestotrotz war es eine angenehme, kurzweilige Lektüre, die ich aber nur bedingt empfehlen kann.

Nicht das, was ich erwartet hätte - Titel irreführend

"Ein kleines Buch vom Leben auf dem Land" erschien vor einigen Tagen und wirkte durch Titel, Covergestaltung und Klappentext sehr ansprechend auf mich. Ich erwartete ein Buch, bei dem ich mich zurücklehnen und entspannen kann, wobei dieses Wohlgefühl leider ausblieb. Es ist ein Buch, welches gut geschrieben ist, aber das Leben auf dem Land leider nur sehr oberflächlich behandelt. da es eher dazu dient, den Augenmerk auf Schreibblockaden und Kindererziehung zu richten. Meine Erwartungen blieben komplett unerfüllt.
Positiv ist, das die 144 Seiten schnell gelesen sind und das Buch daher nicht als Zeitverschwendung angesehen werden kann, sondern einem netten Zeitvertreib dienten. Erst zum Ende hin, als feststeht, das die Familie das Anwesen kaufen möchte, wird es ländlicher. Mir fehlte das anschauliche und lebendige innerhalb der Buchseiten, die ich mir erhofft hatte, wenn ich mich auf ein Buch über Landleben einlassen möchte. 
Aufgrund des Covers erwartete ich Blumen oder Pflanzen oder zumindest einen Hauch davon. Auch Tiere, die das Landleben normalerweise ausmachen sind kaum vorhanden. Nur das Schlachten von Schafen wird in einigen Nebensätzen erwähnt und die hohe Qualität des Fleisches. Ehrlich gesagt war es mir zu wenig und hinterlässt mich daher zwiegespalten, da ich den Sinn des Romans nicht erkennen kann. Ist es eine Selbstdarstellung?
Da das Buch nur 144 zu lesende Seiten hat und mir der Inhalt leider etwas suspekt war, vergebe ich eine eingeschränkte Leseempfehlung und 3,5 Sterne. Ich bin sehr gespannt, wie "Ein kleines Buch vom Leben auf dem Land" auf die Leserschar wirken wird. Für mich eben leider nicht das, was ich erwartet hätte. Schade eigentlich!

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