Agnes Zsolt Das rote Fahrrad

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Inhaltsangabe zu „Das rote Fahrrad“ von Agnes Zsolt

Tagenbuch eines jungen Holocaust-Opfers

Stöbern in Romane

Außer sich

Eine Geschichte mit einer Protagonistin die in keinster Weise berührt!

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WOW!!! Ein wunderbarer Roman, der alles enthält was man sich wünscht: Freundschaft, Humor, Tragik und viel viel Nächstenliebe.

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  • Ein jüdisches Schicksal und die Geschichte hinter der Geschichte

    Das rote Fahrrad

    R_Manthey

    15. July 2015 um 14:40

    Dies ist das Tagebuch eines kleinen ungarisch-jüdischen Mädchens. Es beginnt an seinem dreizehnten Geburtstag und endet kurz vor dem Abtransport aus einer ungarischen Stadt nach Auschwitz in die Hände von Mengele. Da man Evas Schicksal bereits vorher kennt, liest man ihr Tagebuch von Anfang an mit Traurigkeit, auch wenn es dafür zunächst keinen Anlass gibt. Eva beschreibt ihr Leben bei den mütterlichen Großeltern, ihre Wünsche und Träume sowie die für den Leser schwierig zu durchschauenden Familienverhältnisse. Doch zunehmend legen sich im Frühjahr 1944 Schatten über ihr Leben. Das Bedrückende an diesem Tagebuch ist die kindliche Sicht auf die Ereignisse. Man macht es sich leicht, wenn man einem anonymen Regime die alleinige Schuld an en beschriebenen Ereignissen und Taten in die Schuhe schieben würde. Es sind wie immer unter solchen Bedingungen zu allererst ganz gewöhnliche Mitbürger, die sich die Ausgrenzung anderer zu Nutze machen. Die sich am rechtmäßig erarbeiteten Eigentum anderer bereichern oder sich deren Stellung erschleichen. Und was mit Diebstahl beginnt, wird mit der Beschneidung von Rechten und bürgerlichen Freiheiten fortgesetzt und endet meist mit der physischen Vernichtung. Evas Tagebuch zeigt, wie dieses Geschehen immer näher an sie heranrückt und sie am Ende erfasst. Auch wenn man dies aus Geschichtsbüchern kennt, so ist ein persönliches Schicksal immer ein Anker, der es erst möglich macht, sich das grausige Geschehen auf einer nachvollziehbaren Ebene vorzustellen. In diesem Sinne liefert dieses Buch eine Art Geschichtsstunde nicht nur über eine vergangene Zeit, sondern auch über die Mechanismen solcher Entwicklungen, die man sonst nur schwer begreifen kann. Aber natürlich erzählt Evas Tagebuch nicht die ganze Geschichte, sondern nur den Teil, den sie in ihrer kindlichen Sicht wahrgenommen hat. Ich empfehle jedem, der dieses Buch besser verstehen möchte, zuerst das Nachwort zu lesen, denn es erklärt die Geschichte hinter der Geschichte. Im Original erschien das Buch bereits 1949 unter dem Titel "Meine Tochter Eva". Obwohl sie nur das gut dreiseitige Vorwort schrieb, erscheint Evas Mutter als Autorin. Beim Lesen des Tagebuches fällt es zunächst schwer, die Familienverhältnisse zu begreifen. Evas Eltern wurden schon vor einiger Zeit geschieden. Während die Mutter mit ihrem neuen Freund in Budapest lebt, wohnt das Kind offenbar schon lange bei den Großeltern der Mutter. Diese räumliche Trennung hatte Folgen. Während sich die Mutter und ihr neuer Mann in den sogenannten Kastner-Zug retten konnten, der freigekaufte Juden außer Landes schaffte, wurden Eva und ihre Großeltern ins Vernichtungslager gebracht. Nach der erstmaligen Veröffentlichung des Buches erschienen Vermutungen, Evas Mutter hätte es geschrieben, nachdem sie nach 1945 das Tagebuch ihrer ermordeten Tochter zu Gesicht bekam. Selbst wenn dies stimmen würde: Das Geschehen würde es nicht ändern. Agnes Zsolt wählte 1951 den Freitod. Ob dafür das Schicksal ihrer Tochter Anlass war, ist umstritten.

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  • Selten hat mich ein Buch so sehr bewegt, wie dieses Tagebuch der kleinen Eva.

    Das rote Fahrrad

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. July 2013 um 15:22

    Von allein hätte ich das rote Fahrrad wohl nie zu Gesicht bekommen. Als erstes Buch eines kleinen, neu gegründeten Verlages ist es so gut wie unbekannt. Ich hatte jedoch das Glück, aus dem Buch im Rahmen einer Veranstaltung gegen Rechtsextremismus vorlesen zu dürfen.  Wenn man sich darauf vorbereit die Stimmung eines Buches, den Zuhörern nahe zu legen, beschäftigt man sich automatisch tiefer damit. Als ich zum ersten Mal meinen Teil laut probte, hat meine Stimme gezittert, weil die Stelle mich so tief berührt hat. Das Buch beginnt mit einem Vorwort der Autorin und Mutter. In diesem wird in knappen, klaren Worten, Évas Schicksal in Auschwitz geschildert. Èva wurde von Mengele selbst, trotz des gut gemeinten Versteckversuches einer Krankenschwester, im Rahmen der letzten Selektierung vor der Befreiung des KZ, mit 13 Jahren in die Gaskammer geschickt. Èvas Tagebuch selbst beginnt an ihrem dreizehnten Geburtstag am 13. Feb. 1994 und endet mit ihrer Deportation am 30. Mai 1944. Dazwischen liegen die Angst eines Mädchens, das zusehen musste wie ihre Freundin deportiert wird, die fortschreitende Ausgrenzung und Misshandlung der Juden und der Aufenthalt im Ghetto. Èva schildert die Geschehnisse für eine dreizehnjährige gnadenlos und doch merkt man immer wieder dass, das hier ein Kind geschrieben hat, was das Buch noch bedrückender macht.  Doch trotz alle der schrecklichen Dinge, die Éva wiederfährt, weigert sich das Mädchen aufzugeben. Sie ist wütend, verzweifelt aber zu keinem Moment resigniert oder mutlos. " Ági hat auch heute mit Budapest telefoniert. So gut wie alle ihre Freunde, sagt sie, sind von den Deutschen inzwischen festgenommen worden. Sie bringen die Leute auch um, und nicht nur Erwachsene, sogar die Kinder. Ich wollte das gar nicht schreiben, habe es immer verdrängt. Aber seit die Deutschen da sind, muss ich dauernd an Márta denken. Auch sie war noch ein Kind, und man hat sie umgebracht.  Nein, nein, nein! Ich will nicht umgebracht werden!  Ich will doch Fotoreporterin werden, will mit vierundzwanzig heiraten, einen Engländer. " S. 70 Agnes Zsolt: Das rote Fahrrad 2012 Nischen Verlag Wien. Der Lebenswille dieses Mädchen ist unglaublich und ich denke das ist es auch, was mich zu tiefst berührt hat. Fazit: Das rote Fahrrad ist ein Buch, das weitaus mehr Aufmerksamkeit verdient. Évas Schilderungen sind klar, und in ihrer Deutlichkeit erschütternd, denn es sind und bleiben die Schilderungen eines Kindes, das einfach nur leben wollte. Die Rezension findet ihr auch unter: sognatrice-books.blogspot.de

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  • Rezension zu "Das rote Fahrrad" von Agnes Zsolt

    Das rote Fahrrad

    WinfriedStanzick

    01. October 2012 um 12:00

    „Dem Publikum neue Werte aufzudrängen, die es nicht will, ist die wichtigste und schönste Mission des Verlegers.“ Mit diesem Diktum von Samuel Fischer aus dem Jahr 1859 als Motto geht ein neuer Verlag in Wien an die Öffentlichkeit. Er nennt sich Nischen Verlag und hat mit seinem ersten Programm drei Bücher publiziert aus der Geschichte Ungarn im 20. Jahrhundert. Eines davon ist das vorliegende, schon 1949 zum ersten Mal in Ungarn veröffentlichte Tagebuch von Eva Heymann, der 13- jährigen Tochter von Eva Zsolt, die in zweiter Ehe mit dem berühmten ungarischen Schriftsteller und Politiker Bela Zsolt verheiratet ist. Während Eva bei ihren Großeltern lebt, überleben Bela und Agnes Zsolt den Holocaust im Zuge der sogenannten Kastner- Aktion, als sie beide zusammen mit etwa 1000 anderen ungarischen Juden von den Nazis freigekauft und im Dezember 1944 von Bergen-Belsen in die Schweiz ausreisen konnten. Nach dem Krieg hat Agnes Zsolt in Nagyvarad, wo Eva bei ihren Großeltern lebte, das Manuskript eines Tagebuchs ihrer Tochter gefunden, es 1947 ediert und es 1949 unter ihrem eigenen Namen veröffentlicht. Man wird nie genau herausfinden, welchen Anteil die Mutter an den Texten, wie stark sie sie einer Bearbeitung unterzogen hat. Während Bela Zsolt noch vor der Machtergreifung der von ihm bekämpften Kommunisten 1949 an einer schweren Krankheit starb, lebte Agnes Zsolt noch bis 1951, bevor sie ihrem Leben ein Ende setzt, wohl weil sie den Tod ihrer Tochter, die am 17. Oktober 1944 in Auschwitz starb, nicht verwinden konnte. Eva Heymann hat ihre Tagebuchaufzeichnungen am 13. Februar 1944 begonnen, ihrem 13. Geburtstag. Am 30. Mai 1944 brechen die Aufzeichnungen plötzlich ab, Gendarmen stehen vor der Tür … In diesem Zeitraum beobachtet das schon sehr reife Mädchen ihre Umgebung, beschreibt die Schikanen gegen die Juden in Ungarn, die Kollaboration der Ungarn mit den Nazis und das Schicksal ihrer Familienmitglieder. Ähnlich wie Anne Frank in ihrem Tagebuch beschreibt Eva nicht nur, was in ihrer Umgebung geschieht, sondern es sind auch Texte eines jungen Mädchens, das früh verliebt über Gott und die Welt und ihre Zukunft nachdenkt. All ihre Hoffnungen und ihre schlimmsten Ängsten vertraut sie ihrem „lieben Tagebuch“ an. „Das rote Fahrrad“ betitelte Buch (das Fahrrad wurde Eva weggenommen) ist ein bewegendes und bislang im deutschsprachigen Bereich völlig unbekannt gebliebenes Dokument eines ungarischen Mädchens, das viele Ähnlichkeiten aufweist mit Anne Franks berühmten Tagebuch.

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