Agota Kristof

 4,2 Sterne bei 256 Bewertungen
Autor*in von Das große Heft, Die Analphabetin und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Agota Kristof, geboren 1935 in Csikvánd in Ungarn, verließ ihre Heimat während der Revolution 1956 und gelangte über Umwege nach Neuchâtel in die französischsprachige Schweiz. Als Arbeiterin in einer Uhrenfabrik tätig, erlernte sie die ihr bis dahin fremde Sprache und schrieb auf Französisch ihre erfolgreichen Bücher, die in mehr als zwanzig Sprachen übersetzt wurden. Sie wurde mit zahllosen Preisen geehrt wie 2001 mit dem angesehenen Gottfried-Keller-Preis, dem Österreichischen Staatspreis für Literatur sowie dem Kossuth-Preis in ihrem Geburtsland Ungarn. Agota Kristof starb Ende Juli 2011 nach längerer Krankheit in Neuchâtel.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Agota Kristof

Cover des Buches Das große Heft (ISBN: 9783492304337)

Das große Heft

 (96)
Erschienen am 16.09.2013
Cover des Buches Die Analphabetin (ISBN: 9783492972413)

Die Analphabetin

 (46)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Der Beweis (ISBN: 9783492972406)

Der Beweis

 (29)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Die dritte Lüge (ISBN: 9783492972420)

Die dritte Lüge

 (24)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Irgendwo (ISBN: 9783492309387)

Irgendwo

 (19)
Erschienen am 14.09.2015
Cover des Buches Gestern (ISBN: 9783492972390)

Gestern

 (10)
Erschienen am 10.08.2015
Cover des Buches Hier (ISBN: 9783150090961)

Hier

 (3)
Erschienen am 01.12.2002

Neue Rezensionen zu Agota Kristof

Cover des Buches Die dritte Lüge (ISBN: 9783492972420)
frischelandlufts avatar

Rezension zu "Die dritte Lüge" von Agota Kristof

Gedankenspiele, die das Bedürfnis auslösen, die ersten beiden Bücher noch einmal zu lesen
frischelandluftvor 4 Monaten

Im dritten Band der Trilogie wird die Geschichte aus der Sicht des Bruders begonnen, der geflohen ist, und durch seinen Bruder beendet. Auch dieser Band ist für sich alleine verständlich, eine Geschichte um zwei Brüder, die als Kinder getrennt wurden und vielleicht ist danach zuviel passiert, um wieder zueeinander zu finden. 

Wenn man aber die beiden Bände zuvor gelesen hat, wird das Buch ein faszinierendes Spiel um Wahrnehmung, Identität, Erinnerungen, Perspektiven. Alles Vorangegangene muss man infragestellen, will noch einmal gelesen werden. Das ist mir so noch in keiner literarischen Serie begegnet. Die Sprache bleibt einfach und unkompliziert, doch was die Autorin mit ihren beiden Erzählern macht, ist genial.

Cover des Buches Der Beweis (ISBN: 9783492972406)
frischelandlufts avatar

Rezension zu "Der Beweis" von Agota Kristof

Geschichte eines einsamen Mannes, der sein Leben mit Beziehungen zu füllen sucht
frischelandluftvor 5 Monaten

Der zweite Teil der Trilogie, die mit „Das große Heft“ beginnt. Man kann diesen Roman für sich lesen, verliert aber eine Ebene, die sich durch das Wissen der Vorgeschichte ergibt. In beiden Fällen ist es ein guter Roman. Der Erzählstil ist sehr sachlich, schonungslos ehrlich, dadurch manchmal etwas schwierig zu lesen (weniger Szenen, die einem den Magen zusammenziehen, als im ersten Teil). Die Handlung dreht sich um den zurückgebliebenen Zwilling, seinen Umgang mit Einsamkeit und Verlust, mit anderen einsamen Menschen, wie er sich langsam ein Leben aufbaut. Der Raum, in dem die Handlung spielt, ist begrenzt auf das grenznahe Dorf. Viele Szenen spielen sich an wenigen Orten ab, das betont die Enge, die Abgeschiedenheit, auch eine Stille und Vergessenheit. Es gibt nicht viel Handlung, aber im Protagonisten verändert sich etwas, was mich als Leserin mitgenommen hat. Der dritte Band liegt schon bereit, ein unerwarteter und untypischer Pageturner.

Cover des Buches Das große Heft (ISBN: 9783492304337)
frischelandlufts avatar

Rezension zu "Das große Heft" von Agota Kristof

Kriegserfahrungen von Kindern in der Landverschickung
frischelandluftvor 6 Monaten

Es ist ein europäisches Buch, geschrieben von einer Ungarin, die 1956 in die Schweiz emigrierte, auf Französisch schrieb. Wenn Kinder im Krieg auf’s Land geschickt werden, fallen mir sofort die Chroniken von Narnia ein, natürlich mit diesem Buch nicht zu vergleichen. Die Kinder hier sind Zwillinge, die, wie sie selber sagen, zusammen einen ganzen Menschen ausmachen und somit untrennbar sind. Sie sind die Chronisten, die Erzähler. Sie schreiben sehr nüchtern, nicht kindlich, ohne Schnörkel, aber mit genauem Beobachtungssinn ihren Kriegsalltag auf dem Land bei ihrer grausamen und kalten Großmutter auf. Die Geschichte wird nicht genauer lokalisiert: es gibt ein besetztes Land mit seinen Einwohnern, Besatzer und später Befreier, die nach dem Krieg einen Stacheldraht um das Land ziehen. Es gibt Elemente von vielen Ländern, es ist egal, der Krieg ist überall schrecklich. Sie reagieren sehr aktiv und sehr speziell auf ihre Umgebung, z.B. unterrichten sie sich selber und machen Übungen, um sich abzuhärten oder das Leben zu verstehen. Das Buch hat mich häufiger verstört, es ist eine grausame Welt mit viel Gewalt und einer erschreckend klar geschilderten groben Sexualität (ich würde es allerfrühestens 16jährigen empfehlen, vielleicht älter), aber es zeigt den Krieg ohne jeglichen Heroismus, kommentarlos, nur deskriptiv und wird dadurch für mich zu einem wichtigen Antikriegsbuch. Ein Buch, das mich noch eine Weile beschäftigen wird. Ich werde mehr von der Autorin lesen.

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