Das grosse Heft

von Agota Kristof 
4,6 Sterne bei45 Bewertungen
Das grosse Heft
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Andreas_H__Dreschers avatar

Was für eine Freude, als ich die mir bis dahin völlig Unbekannte A.K. vor ein paar Tagen zum 1.x las.

M

beeindruckend, das große heft ist ein großes buch, absolute empfehlung!

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Inhaltsangabe zu "Das grosse Heft"

Agota Kristof, in die Schweiz emigrierte Ungarin, die in französischer Sprache schreibt, protokolliert in ihrem ersten Roman eine Kindheit, die nichts Idyllisches hat. Die Zwillingsbrüder werden zur Großmutter aufs Land geschickt, sie betteln, hungern, schlachten, stehlen, töten, sie stellen sich taub, blind, bewegungslos - sie haben gelernt, was sie zum Überleben brauchen.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783492207799
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:162 Seiten
Verlag:Piper
Erscheinungsdatum:01.05.2010

Rezensionen und Bewertungen

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    maschaschneidervor einem Jahr
    Kurzmeinung: beeindruckend, das große heft ist ein großes buch, absolute empfehlung!
    protokoll einer kindheit

    die in die schweiz emigrierte und auf französisch schreibende ungarische schriftstellerin agota kristof gehört für mich zu den wortmagierinnen unserer zeit. in knappen sätzen schildert sie eindringlich die verrohung unserer gesellschaft, schnörkellos und schonungslos. 

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    BrittaRoeders avatar
    BrittaRoedervor 5 Jahren
    Ein Meisterwerk

    Dieses Buch ist der Hammer. Selten habe ich so eine prägnante schnörkellose Sprache gelesen. Selten war ich derart fasziniert.

    Dabei ist es keine „schöne“ Geschichte, die Kristof erzählt. Der Krieg beherrscht das Land und gleich im ersten Kapitel werden die Zwillingsbrüder von ihrer verzweifelten Mutter bei der hartherzigen Großmutter abgesetzt. Die überläßt die beiden völlig sich selbst und so wachsen die Brüder ohne jede Fürsorge oder Liebe eines Erwachsenen auf. Um den Härten und Grausamkeiten des Lebens zu begegnen, denken die beiden sich Übungen aus, um sich physisch und psychisch abzuhärten. Übungen, die sie in einem großen Heft notieren.

    Schonungslos – manchmal bis zur Schmerzgrenze direkt - schildert Kristof das Leben und die Umwelt der beiden, in der die Erwachsenen keine Hilfe und kein Vorbild sind.

    Dieser Roman ist in jeder Hinsicht verstörend. Ein Leseerlebnis, das unter die Haut geht. Sprachlich ein absolutes Meisterwerk.

    Kommentare: 7
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    gsts avatar
    gstvor 5 Jahren
    Kurzmeinung: Kurze, eindrückliche Sätze brennen sich in die Seele des Lesers.
    Das große Heft

    Neunjährige Zwillinge, deren Namen wir nicht erfahren, werden während des Krieges von ihrer Mutter aus der großen Stadt zur Großmutter aufs Land gebracht. Obwohl die beiden Frauen kein gutes Verhältnis haben, besteht die Hoffnung, dass die Kinder hier sicherer sind. Die Großmutter, von allen nur Hexe genannt, verspricht: „Ich werde euch zeigen, wie man lebt!“ Sie verkauft die Dinge, die die Tochter für ihre Kinder schickt und verbrennt deren Briefe. Doch die Jungs kommen auch ohne sie zurecht – was sie fürs Überleben brauchen, bringen sie sich selbst bei: sie hungern, stehlen, stellen sich taub, blind, bewegungslos ...

    Alles, was die Jungen sehen, hören oder tun, tragen sie in ein großes Heft ein. Dabei achten sie präzise darauf, bei der Wahrheit zu bleiben. „Wenn wir schreiben: 'Der Adjutant ist nett', ist das keine Wahrheit, weil der Adjutant vielleicht zu Gemeinheiten imstande ist, die wir nicht kennen. Wir werden also einfach schreiben: 'Der Adjutant gibt uns Decken.'“

    Die beiden sind außergewöhnlich klug und hilfsbereit. Doch sie wissen sich auch zu wehren. Ihr Überlebenswille berührt tief. Gerade ihre einfachen Sätze lassen beim Lesen Emotionen und Bilder entstehen. Obwohl alles mit Abstand betrachtet wird, ist man unmittelbar dabei.

    Auf mich wirkt diese Lektüre, als hätte die 1935 in Ungarn geborene Agota Kristof, die 1956 aus ihrer Heimat in die Schweiz emigrierte und dieses Buch 1986 auf französisch herausbrachte, in diesen kurzen, prägnanten Momentaufnahmen viel beschrieben, was sie selbst im Krieg erlebt oder gehört hat.

    Inzwischen ist dieser großartige Roman verfilmt und läuft seit November 2013 auch in ausgewählten Kinos. 

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    Avataruss avatar
    Avatarusvor 7 Jahren
    Rezension zu "Das grosse Heft" von Agota Kristof

    Kurze schnelle Absätze. Klare, harte Sprache. Unvermindert hart trifft den Leser die erlebte Realität des Krieges. Vor den Kopf geschlagen wird man, wenn man sich nach der Nüchternheit der Sätze vor Augen führt, was die zwei Jungs da durchmachen mussten.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 7 Jahren
    Rezension zu "Das grosse Heft" von Agota Kristof

    "Das große Heft" erzählt die Geschichte zweier Zwillingsbrüder, die während dem zweiten Weltkrieg zu ihrer Großmutter gebracht werden, da es dort für sie sicherer scheint. Die Großmutter, eine starke und unnahbare Frau, die keine Worte verliert, kümmert sich nicht um die beiden, doch die Zwillinge schlagen sich selbst durch. Auf brutale Art und Weise bringen sie sich selbst bei, was sie zum Überleben brauchen. Sie vertrauen niemandem außer sich selbst, sie verstellen sich, wenn sie es für notwendig erachten, sie versuchen, jegliche Emotion in sich abzutöten, um den Irrsinn des Krieges zu überstehen.
    Sie hören nicht mehr auf das, was andere ihnen sagen und erschaffen sich ihre ganze eigene Vorstellung von Moral. Alles, was sie für wahr erachten, schreiben sie in einem Schreibheft nieder. Sachlich, nüchtern, ohne jegliche Wertung.

    Agota Kristof ist anders als alles, was ich bisher gelesen habe. In ihrer einfachen Sprache schafft sie es, die Dinge auf den Punkt zu bringen. Sachlich und ohne jeglichen Schnörkel. "Das große Heft" hatte ich in knapp 2 Stunden durchgelesen, am Stück. Es fesselt einen, man kann nicht mehr wegsehen, wenn man in die Spirale der Verrohung um die beiden Zwillinge mit hinein gezogen wird. Ich blieb verwirrt zurück und sprachlos. Und betroffen in einer Art und Weise, die ich selbst nicht benennen kann. Während dem Lesen fühlte ich mich immer etwas zwiegespalten. Mal übernahm Mitleid mit den beiden Jungen und ihren Mitmenschen die Überhand, dann war es wieder Abscheu und gleichzeitig Faszination, mit der ich die bizarre Grausamkeit der beiden betrachtete. Und doch blitzt immer wieder eine Zartheit zwischen den Seiten auf, die seltsam fremd erscheint und doch ausreicht, um alles wieder in einem völlig anderen Licht dastehen zu lassen.
    Ich war beeindruckt von der Ehrlichkeit und der Nüchternheit, mit der die Autorin die Geschehnisse niederschreibt. Nichts wird benannt. Die Personen tragen als Namen nur Beschreibungen wie die Magd, der Offizier,... als Orte werden nur die Große Stadt und die Kleine Stadt genannt. Nur aus Andeutungen erschließt sich, dass es sich um den 2. Weltkrieg handelt.

    Mir persönlich hat das Buch erstaunlich gut gefallen, auch wenn es sicherlich nicht jedermanns Sache ist. Ich werde auf jeden Fall auch die beiden Nachfolgebände lesen, denn die Zwillinge sind meines Erachtens sehr interessante Charaktere, deren weitere Geschichte mich ungemein interessiert!

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    Buecherdiebins avatar
    Buecherdiebinvor 8 Jahren
    Rezension zu "Das grosse Heft" von Agota Kristof

    Die Zwillingsbrüder werden von ihrer Familie weg zu ihrer Großmutter gebracht. Die harte Frau hat keine Liebe oder Verständnis für die Jungen übrig, die sich mehr oder weniger selbst versorgen müssen. Nach und nach entwickeln sie deswegen auch ihre ganz eigene Moral und ihre eigenen Gesetze. Alles, was sie als wichtig erachten, wird in ein großes Heft geschrieben und ist Gesetz. Dass die beiden damit gegen jede Moral der normalen Gesellschaft handeln, schert sie nicht. Sie morden, stehlen und werden von Tag zu Tag härter. Bis die große Flucht beginnt.
    *****************************************************
    Ich muss sagen, ich war schwer enttäuscht... ich hätte mir mehr einen Roman a là "Der Herr der Fliegen" oder so erwartet und bekam ein brutales, zum Teil auch perverses Buch zu lesen, das mich nicht im Mindesten gefesselt hat. Schade.

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    Beagles avatar
    Beaglevor 8 Jahren
    Rezension zu "Das große Heft" von Agota Kristof

    Agota Kristofs erster Band der Trilogie um die Zwillinge Lucas und Klaus. Ein mitfühlendes und ergreifendes Buch über die Erlebnisse zweier Kinder während des 2. Weltkrieges in einer kleinen Grenzstadt in Ungarn.

    Als die Mutter mit den Zwillingen vor dem Haus der Großmutter steht und sie bittet, bis Kriegsende auf ihre Söhne aufzupassen, ist diese keinesfalls erfreut. Schon lange hatte die Mutter den Kontakt zu ihr abgebrochen, die Großmutter wusste bis dato nicht einmal, dass sie Enkel hat. Wüste Beschimpfungen folgen, in deren Verlauf sie die Tochter als Schlampe und die Kinder als Hundesöhne bezeichnet. Doch schließlich lässt die alte Frau sich doch dazu überreden, als die Mutter ihr verspricht, regelmäßig Geld zu schicken.

    Das Verhältnis ist zu anfangs auch zwischen der Großmutter und den Enkeln nicht sehr herzlich. Die alte Frau wohnt seit 23 Jahren, nach dem ihr Mann gestorben ist (den sie vergiftet haben soll) allein, wird als Hexe tituliert und führt ein eigenbrötlerisches Leben. Das Haus besteht nur aus drei Räumen – einer Wohnküche in der die Zwillinge schlafen, Großmutters Zimmer und ein weiteres, das sie an einen masochistisch veranlagten Offizier vermietet hat. Das Leben ist hart, die Zwillinge helfen der Großmutter mit den Tieren und im Obstgarten, sie lernen, sich zu verstellen, zu stehlen, zu überleben.

    Agota Kristof beschreibt ein hartes Dasein und Lucas und Claus sind wunderbare Protagonisten. Ihnen zu folgen, lässt den Krieg zwar weiterhin grausam und brutal erscheinen, doch es zeigt, dass man auch in ihm überleben kann. Zusätzlich werden Randfiguren beschrieben, an denen sich die Güte der Kinder messen lässt. Sie helfen der taubstummen Nachbarin und dessen Tochter durch den Winter, verhandeln mit dem Pfarrer und lernen den Adjutanten des Offiziers kennen, dessen Mutter in Ungarn geboren wurde und mit dem sie ein gutes Verhältnis haben.

    Dadurch, dass alles wie ein Bericht der Zwillinge geschrieben ist, den sie in ein großes Heft eintragen, ist die Sprache sehr knapp und sachlich, aber genau das macht in diesem Fall den Reiz des Romans aus.

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    sabatayn76s avatar
    sabatayn76vor 8 Jahren
    Rezension zu "Das große Heft" von Agota Kristof

    Übungen zur Abhärtung des Körpers und des Geistes oder Vom Überleben

    Inhalt:
    Die Zwillinge werden eines Tages von ihrer Mutter zu ihrer Großmutter in die 'Kleine Stadt' gebracht. Dort gibt es zwar mehr zu essen als in der 'Großen Stadt' und es fallen (noch) keine Bomben, doch wird den beiden Kindern keinerlei Liebe und Zuneigung von der Großmutter entgegengebracht. Sie beschließen, dass sie sich körperlich, geistig und emotional abhärten müssen, um ihr neues Leben ertragen zu können, und beginnen, verschiedene Übungen auszuführen, die sie irgendwann kalt, skrupellos und dumpf werden lassen.

    Mein Eindruck:
    Ich habe Agota Kristofs Trilogie (Das große Heft - Der Beweis - Die dritte Lüge) bereits vor einigen Jahren mit Begeisterung gelesen und bin auch nun wieder beeindruckt, wie überzeugend die Autorin in aller Kürze den moralischen Verfall und das dahinter liegende Leiden der beiden Jungen darlegen kann. 'Das große Heft' entsetzt, schockiert und zeigt dem Leser die dunkle Seite des Menschen und die psychologischen Folgen von Krieg und Gewalt. Kristof spricht eine klare und direkte Sprache, bringt Dinge auf den Punkt, ohne sich mit Nebensächlichkeiten aufzuhalten. Die fesselnde Thematik und Kristofs Schreibstil mit prägnanten Sätzen und kurzen Kapiteln sorgen dafür, dass man dieses bewegende Buch in weniger als 2 Stunden ausgelesen hat – und bestürzt zurück bleibt.

    Mein Resümee:
    Großartig! Ich empfehle die Lektüre der gesamten Trilogie.

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    K
    knechtvor 11 Jahren
    Rezension zu "Das grosse Heft. Roman" von Agota Kristof

    Ich gestehe es. Ich hab es getan. Und ich würde es unter gleichen Bedingungen wieder tun. Als Kind – als ich einsam war, was häufig geschah – führte ich Selbstgespräche. Ich verdoppelte mich. Ich hatte mich als jemand Äußeren. Jemand der mir nah stand. Jemand der als Mitmensch passierte – Teil meiner kindlichen Welt.
    In der regierte selbstverständlich unsere Wahrheit. Hätten wir Dorfkinder gewusst, Schreiben erlöst den Schreibenden von seinen Qualen, auch wir hätten ein großes Heft geführt. Doch wir waren dumm und niemand von uns ist geflohen.
    Das Buch Agota Kristofs ist immer im jetzt, ist im Präsens geschrieben. Der Erzähler ist immer im wir. Er ist die Zwillingsbrüder, die sich trennen werden. Die beschreiben in wenigen Worten in einer Kulisse – beschrieben in noch weniger Worten - ihr Leben – Überlebenskampf im Überall gebliebenen Kinder und Alten während des letzten Weltkrieges - entäußern sich vor allem im Handeln und im Sprechen. Die Aussagen sind die Schlüssel zum Wesen der Personen.
    Die Handlungen und Äußerungen erfahren keine Wertung. Der Leser ist die Projektionsfläche. Seine Werte sind der Inhalt, der das Gefäß „Das große Heft“ füllt.

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    Andreas_H__Dreschers avatar
    Andreas_H__Dreschervor einem Monat
    Kurzmeinung: Was für eine Freude, als ich die mir bis dahin völlig Unbekannte A.K. vor ein paar Tagen zum 1.x las.
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